Clover Crest kanadischer Honig: Informationen, Herkunft, Kennzeichnung und rechtliche Implikationen

Um die Inhalte, die in den Jahrgängen bis 2001 als gedrucktes Papier vorliegen, in eine digitalisierte Fassung zu übertragen, wurde eine automatische Text- und Layouterkennung eingesetzt.

Die Frankfurter Zeitschrift »Öko-Test« hat für ihre April-Ausgabe importierten Honig aus Kanada untersuchen lassen und in drei von neun Sorten Pollen von genmanipuliertem Raps gefunden. In den Biophar-Produkten »Kanadischer Raps-Klee-Honig« und »Klee-Honig« der Firma Fürsten-Reform und »Kanadischer Raps-Kleehonig« von Clover Crest konnte das Freiburger Labor Gene-Scan genveränderte Bestandteile nachweisen.

Alle drei Honigsorten sind bei der EU-Kommission nicht gemeldet. Nach Auffassung des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft besteht eine solche Verpflichtung. Ebenso fehlt eine Kennzeichnung, daß gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten sind. Greenpeace hat deshalb die zuständigen Landesministerien über den möglichen Gesetzesverstoß unterrichtet. Der Honig stammt aus Kanada. Dort werden bereits etwa 20 Prozent der Rapsanbaufläche für die Aussaat von Gen-Raps genutzt. Der Raps wurde gegen das Unkrautvernichtungsmittel Basta der Hoechst/Schering-Tochter AgrEvo resistent gemacht. Weder diese Rapspflanzen noch Fertigprodukte aus der Verarbeitung des Gen-Rapses sind bislang in Europa zugelassen oder gemeldet.

Anmeldung und Kennzeichnung sind in der Novel-Food-Verordnung vom Mai 1997 geregelt. Nach dieser Verordnung müssen Produkte mit gentechnisch veränderten Bestandteilen gekennzeichnet werden, wenn sich ein Unterschied zu konventionellen Produkten nachweisen läßt. Wir sind käuflich. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Mit »Freiwillig zahlen« machen Sie mit. Sie tragen dazu bei, dass diese Zeitung eine Zukunft hat.

Infografik: Weg des kanadischen Honigs von der Ernte bis zum Endprodukt, inklusive Genehmigungsprozess und Kennzeichnungsstatus

Herkunft und Bestandteile des Honigs

Der Honig stammt aus Kanada. Dort werden bereits etwa 20 Prozent der Rapsanbaufläche für die Aussaat von Gen-Raps genutzt. Der Raps wurde gegen das Unkrautvernichtungsmittel Basta der Hoechst/Schering-Tochter AgrEvo resistent gemacht. Weder diese Rapspflanzen noch Fertigprodukte aus der Verarbeitung des Gen-Rapses sind bislang in Europa zugelassen oder gemeldet.

Lesen Sie auch: Typisch kanadische Desserts

In drei von neun Sorten wurde Pollenkontamination mit genmanipuliertem Raps nachgewiesen: In den Biophar-Produkten »Kanadischer Raps-Klee-Honig« und »Klee-Honig« der Firma Fürsten-Reform sowie »Kanadischer Raps-Kleehonig« von Clover Crest konnte Gene-Scan entsprechende Bestandteile nachweisen. Alle drei Honigsorten sind bei der EU-Kommission nicht gemeldet.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Kennzeichnungspflicht

  • Nach der Novel-Food-Verordnung vom Mai 1997 müssen Produkte mit gentechnisch veränderten Bestandteilen gekennzeichnet werden, wenn sich ein Unterschied zu konventionellen Produkten nachweisen lässt.
  • Der nordrhein-westfälische Minister für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft sieht eine Verpflichtung zur Meldung solcher Honige bei der EU-Kommission.
  • Eine Kennzeichnung der entsprechenden Bestandteile im Honig war bislang nicht vorhanden.
  • Greenpeace hat die zuständigen Landesministerien über den möglichen Gesetzesverstoß informiert.
Bildschirmfoto EU-Datenbank mit Markenzeichen: Kennzeichnungsstatus von Gen-Nahrung

Vergleich und Auswirkungen auf Verbraucher

  1. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten durch Kennzeichnung Hinweise auf genetisch veränderte Bestandteile und können entsprechende Kaufentscheidungen treffen.
  2. Unterschiede zwischen konventionellen und genetisch veränderten Produkten können sich in Verfügbarkeit, Regulierung und Importdauer widerspiegeln.
  3. Die Transparenzpflichten betreffen sowohl Rohstoffe als auch verarbeitete Produkte wie Honige.

Wir sind käuflich. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Mit »Freiwillig zahlen« machen Sie mit. Sie tragen dazu bei, dass diese Zeitung eine Zukunft hat.

Dokumentation: Regulierung genetisch veränderter Nahrung in der EU - Überblick

Chronologie der gemachten Feststellungen

QuelleFundFolge
Öko-Test, April-AusgabePollenkontamination mit genmanipuliertem Raps in 3 von 9 SortenHinweis auf Meldepflicht; weitere Prüfung notwendig
Freiburger Labor Gene-ScanNachweis genveränderter Bestandteile in drei HonigsortenKeine Zulassung oder Meldung in Europa
EU-KommissionKeine Meldung der betroffenen HonigsortenRegulatorische Klärung erforderlich
Anmerkung: Die Angaben beziehen sich auf Untersuchungen und regulatorische Debatten um Gen-Raps und verarbeitete Honige aus Kanada zur Zeit der Veröffentlichung.
Karte Kanadas mit Hauptanbaugebieten für Raps

Wichtige Begriffe und Konzepte

  • Gen-Raps
  • Novel-Food-Verordnung
  • Gene-Scan
  • Kennzeichnungspflicht
  • EU-Meldepflicht
  • Biophar-Produkte
  • Fürsten-Reform
  • Clover Crest

Lesen Sie auch: Backen mit Ahornsirup: Kanadischer Apfelkuchen

Lesen Sie auch: hier geht es zum Rezept für unseren nussigen Ahorn-Käsekuchen

tags: #Clover #Crest #kanadischer #Honig #Informationen

Populäre Artikel: