Kamut Kekse backen Rezept

Diese Plätzchen berühren die Seele! Mein Rezept für die frühlingshafte Teestunde in der Osterzeit.

Es ist Dienstagnachmittag. Nach einer langen Wintertristesse scheint endlich wieder die Sonne. Somit treffe ich spontan die Entscheidung, das Fahrrad aus dem Keller zu holen und von Mannheim nach Heidelberg zu radeln. Der Weg schlängelt sich romantisch am Neckar entlang, vorbei an den grünen Uferwiesen (Ich habe sogar schon den ersten Storch entdeckt!) und den Gemüsefeldern der Handschuhsheimer Bauern. Meine Fahrt endet vor dem weißen Schaufenster meiner Lieblingsvollkornbäckerei Mahlzahn in Neuenheim. Hier schmeckt das Brot noch wie bei Großmutter!

Ich entscheide mich für ein Emmerbrot und ein Vollkorn-Nougatcroissant zu meinem Milchkaffee in der Kaffeerösterei von Florian Steiner, die sich nur ein paar Häuserecken weiter befindet. Gerade möchte ich bezahlen, da entdecken meine Augen auf dem Tresen goldene Kamut-Häschen zum Probieren. Kamut ist eine Kulturform des Hartweizens. Er ist vor etwa 6.000 Jahren aus dem wilden Emmer hervorgegangen und zählt zu den ältesten Getreidearten. Das Korn ist in den 1940er Jahren in einem ägyptischen Mumiengrab gefunden und in Nordamerika schließlich wieder rekultiviert worden. Kamut ist ein ganz besonders wertvolles Getreide. Nicht nur weil viele gesunde Mineralien und Proteine im Kamutkorn eingeschlossen sind, sondern auch aufgrund seines feinen Geschmacks. Kamut bedeutet nicht ohne Grund auf ägyptisch "Seele der Erde".

Und wie schmeckt ein süßer Mürbeteig aus Kamut? Mmmh... mon Dieu! Dieser außergewöhnlich knusprige, leicht nussige und so wunderbar buttrige Geschmack liegt mir noch auf der ganzen Heimfahrt auf der Zunge. Diese Kekse müssen ausprobiert werden! Beflügelt radele ich in der Abendsonne nach Hause, kaufe gleich am nächsten Tag im Bioladen ein Päckchen Kamutgetreide und lasse es ganz fein mahlen. Mit dem Geschmack der Kekse im Gedächtnis und einer groben Vorstellung der Zutaten im Kopf mache ich mich ans Werk.

Was ist Kamut?

Falls ihr euch nun fragt, was Kamut ist, so ist das schnell beantwortet. Hinter der Bezeichnung Kamut verbirgt sich eine bestimmte Weizensorte, nämlich der Khorasan-Weizen. Kamut-Körner sind größer als der normale Weizen und besonders viel Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Man bezeichnet Kamut auch als Urweizen, denn er soll einer sehr alten Weizensorte ähneln, die schon im Bereich des Vorderen Orients und in Ägypten angebaut wurde. Bei uns wird Kamut ausschließlich aus Bio-Anbau angeboten und so habe ich die Körner auch im Bioladen gekauft und mir dort mahlen lassen, da ich keine eigene Getreidemühle besitze. Das Mehl ist nicht so fein gemahlen worden wie man das von handelsüblichen Mehlen so kennt und so haben die Plätzchen noch so einen kleinen Knack, was aber meiner Meinung nach total lecker ist. Die Plätzchen haben durch das Kamutmehl ein leicht nussiges Aroma und das harmoniert ganz großartig mit der Röstmasse oben drauf.

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Kamutkörner und gemahlenes Kamutmehl auf Holzbrett

Zutaten (Für den Mürbeteig und die Röstmasse)

  • Für den Mürbeteig: 600 g Kamutmehl, 400 g Butter, 150 g Puderzucker, 1 Ei
  • Für die Röstmasse: 80 g Butter, 80 g brauner Rohrzucker, 1 EL Honig, 100 g Mandelblättchen, 3 EL Sahne

Vorbereitung und Hinweise

Erstaunlicherweise hat das Kamutmehl keine wesentlichen Unterschiede in der Verarbeitung des Teiges im Vergleich zum Weizen gezeigt. Vielmehr fühlte ich mich an das französische T65-Mehl erinnert, wenn es um Wasseraufnahme und Krumenfarbe geht. Auch geschmacklich ragt Kamut heraus. Wenn ihr kein Kamutmehl bekommen könnt oder keinen Wert darauf legt, so könnt ihr auch ganz normales Weizenmehl nehmen.

Neben dem tollen Mehl habe ich bei diesem Rezept auch einen ebenso guten Honig verwendet, denn für den brauche ich nur über die Straße zu gehen und ihm beim Nachbarn zu holen. So, nun bin ich gespannt, wie euch meine Plätzchen schmecken.

Und so wird’s gemacht (Schritt-für-Schritt)

  1. Butter, Puderzucker und Ei miteinander vermengen. Dann das Mehl hinzugeben und zügig unterkneten.
  2. Den Teig in Folie gewickelt in den Kühlschrank geben und in der Zwischenzeit die Röstmasse herstellen.
  3. Dazu Butter, Zucker und Sahne in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen und dabei gut umrühren. Sind Butter und Zucker vollständig gelöst, können die Mandelblättchen und der Honig hinzugegeben werden. Wieder alles gut verrühren und die Hitze runterstellen auf kleinste Stufe.
  4. Den gekühlten Mürbeteig aus dem Kühlschrank holen und auf der Arbeitsfläche dünn ausrollen. Meine Plätzchen habe ich auf 4 mm ausgerollt.
  5. Den Backofen in der Zwischenzeit schon einmal auf ca. 175 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  6. Auf diese dünne Teigplatte wird nun ganz dünn und möglichst gleichmäßig die lauwarme Röstmasse aufgestrichen. Danach können die Plätzchen in rechteckige oder quadratische Stücke geschnitten werden. Auch andere Formen gehen natürlich auch. Da sind den eigenen Vorlieben keine Grenzen gesetzt.
  7. Die Plätzchen jetzt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheizten Ofen ca. 10 bis 15 Minuten backen, bis sie goldgelb sind. Die Backzeit variiert je nach Backofen. Man sollte die dünnen Plätzchen daher im Auge behalten, sonst werden sie schnell zu dunkel.
  8. Aus dem Ofen holen, auf einem Gitter abkühlen lassen und dann halten sie, in einer geeigneten Dose aufbewahrt, bis zu zwei Wochen. … hat bei uns allerdings nicht geklappt! Die Plätzchen erfreuten sich nämlich großer Beliebtheit.
Plätzchen mit Mandelröstmasse auf Gitter

Alternative Kamut-Vanille-Plätzchen (Mürbeteig-Ausstecher)

Kamutmehl, Zucker, Butter, Ei, Vanille und Salz miteinander in einer Schüssel zu einer Kugel verkneten. Den Teig in Klarsichtfolie wickeln und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen. Den Backofen auf 180° C Umluft vorheizen. Den Teig mit gemahlenem Kamutmehl einen halben Zentimeter dick ausrollen und mit Austechförmchen Plätzchen ausstechen. Ich habe die Ostereierausstechform von Städter verwendet. Die Kekse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und noch einmal zum Kühlen für 10 Minuten in den Tiefkühler legen. Dann werden sie nachher sehr schön knusprig. Die Kekse 15 Minuten goldbraun backen. Vollkornkekse werden etwas dunkler gebacken als Weißmehlkekse. Die leichte Bräune gibt den Keksen ein wunderbar nussiges Aroma.

Die Kekse auskühlen lassen. Puderzucker und Holunderblütensirup miteinander verrühren und die Kekse mit einem Pinsel fein mit Guss bestreichen. Nach Belieben mit weißer, geschmolzener Kuvertüre verzieren. Zum Aufbewahren die Plätzchen in einer luftdichten Dose verschließen. Ein gutes Gelingen und Bon Appetit!

Ostereier-Kamutkekse mit Holunderblüten-Guss

Praktische Tipps und Varianten

  • Die Plätzchen etwas dunkler backen für ein nussigeres Aroma; Vollkornkekse werden etwas dunkler gebacken als Weißmehlkekse.
  • Für knusprigere Kekse den Teig vor dem Backen kurz kühlen (Tiefkühler 10 Minuten).
  • Alternativ kann man den Teig zu einer Rolle formen, in Folie wickeln, kühlen und dann in Scheiben schneiden: Vermischt in einer Schüssel alle trockenen Zutaten gründlich und gebt anschließend Ei und wirklich weiche oder auch flüssige Butter dazu. Jetzt müsst ihr kräftig kneten um einen homogenen Teig zu bekommen. Diesen formt ihr dann zu einer Wurst mit 4 bis 5 cm Durchmesser und wickelt sie in Frischhaltefolie. Legt die Rolle für ca. 2 Stunden in den Kühlschrank bis sie festgeworden ist und ihr leicht Scheiben herunterschneiden könnt. Heizt dann den Ofen auf 160 °C Umluft vor und schneidet 5 mm bis 1 cm dicke Scheiben herunter.
  • Ich habe 1 cm dicke Scheiben geschnitten und insgesamt 25 Kekse aus der angegebenen Menge herausbekommen. Diese legt ihr auf das Blech und drückt sie noch etwas flach. Da die Kekse etwas aufgehen lasst ca. 5 cm Abstand, damit sie nicht aneinander backen. Nach ca. 15 Minuten im Ofen sind sie fertig, sie sollten leicht goldbraun am Rand sein. Wer möchte kann anschließend noch mit Schokolade verzieren, ich mag sie aber so total gerne.
Kamut Kekse backen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Lagerung

Zum Aufbewahren die Plätzchen in einer luftdichten Dose verschließen. Aus dem Ofen holen, auf einem Gitter abkühlen lassen und dann halten sie, in einer geeigneten Dose aufbewahrt, bis zu zwei Wochen. … hat bei uns allerdings nicht geklappt! Die Plätzchen erfreuten sich nämlich großer Beliebtheit.

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Eigentlich ist an den Kamut-Plätzchen nichts besonderes. Trotzdem finde ich sie extrem lecker.

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