Kakao-Test: Stiftung Warentest, ÖKO-TEST und Empfehlungen für den Kauf von Kakaopulver

Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene jeden Alters lieben eine heiße Schokolade. An kalten Tagen ist heißer Kakao nicht nur für Kinder eine willkommene Abwechslung zu Kaffee oder Tee. Nicht nur als Getränk schätzen viele Menschen Kakao; auch zum Backen sowie zum Dekorieren von Kaffee-Kreationen ist das dunkle Kakaopulver wichtig.

Welche Produkte wurden geprüft und wie unterscheiden sie sich?

Wir haben 15 kakaohaltige Getränkepulver eingekauft, darunter sechs Bioprodukte. In weiteren Tests wie denen der Stiftung Warentest wurden bis zu 25 lösliche Kakao- und Schokoladenpulver untersucht. Die Auswahl reicht von günstigen Instantpulvern bis zu reinen Bio-Rohkakaopulvern.

Verschiedene Dosen Kakaopulver im Regal

Beispiele aus Vergleichstabellen

PositionProduktmodellPreis ca.Kakao-AnteilPositiv
Platz 1Bio Kakao von Rufca. 4 €100 % Kakao (schwach entölt)Zertifizierte Bioqualität
Platz 2Bio-Kakaopulver von Vom Achterhofca. 38 €100 % Kakao (schwach entölt)Ohne Konservierungsmittel
Platz 3Bio-Rohkakaopulver von Rawsterca. 49 €100 % Kakao (roh)Ungesüßt & rein
Platz 4koawach klassik von Koawachca. 18 €47 % Kakao (stark entölt)Wachsend: 31 mg Koffein je 100 ml
Platz 5Bio-Kakaopulver von Copayaca. 35 €30 % Kakao (stark entölt)Kakaopulver aus biodynamischem Anbau

Worauf kommt es beim Kakaopulver-Kauf an?

  • Der Kakaoanteil und die Nährwerte sind entscheidend, um hochwertigen Rohkakao zu erkennen, der nur wenige Zusatzstoffe hat, oder um zu erkennen, ob das Kakaopulver als fertige Trinkschokolade geeignet ist.
  • Großes Augenmerk sollte auf Anzahl Packungen, Typ, Kakao-Anteil und auf das Vorhandensein bzw. Fehlen von Zusatzstoffen gelegt werden.
  • Streng nach der jeweiligen Herstellerempfehlung sollte das Produkt zubereitet werden (z. B. in fettarmer Milch), um Sensorik und Nährwerte vergleichbar zu machen.

Laboruntersuchungen: Schadstoffe, Zucker und Mikroorganismen

In einem auf Kakaoprodukte spezialisierten Lebensmittellabor wurden Kakaopulver auf Pestizide, Mineralölrückstände, Schimmelpilzgifte und Schwermetalle untersuchen lassen. In keinem der Produkte wurden Pestizide nachgewiesen. Auch Cadmium, Mineralölrückstände und Schimmelpilzgifte wurden, wenn überhaupt, nur in Spuren gefunden.

Das von uns beauftragte Labor hat in einigen Kakaopulvern die bedenklichen Mineralölbestandteile MOSH nachgewiesen. MOSH reichern sich im menschlichen Fettgewebe und der Leber an. Man findet in Kakao regelmäßig Cadmium, das Schwermetall ist krebserregend und nierenschädigend. Dann ist auch Ochratoxin A, ein Schimmelpilzgift, immer wieder zu finden.

Die Stiftung Warentest untersuchte zunächst auf Kadmium. Hier verabschieden sich die Bioprodukte Alnatura, Naturata und Rapunzel: Sie enthalten verhältnismäßig viel Kadmium. In der Traditionsmarke Kaba fanden die Tester dagegen ein Schimmelpilzgift, Ochratoxin A.

Lesen Sie auch: Rezept für erfrischenden Minzkakao

Messmethoden (Auswahl)

  • Mineralölbestandteile: nach DIN EN 16995:2017 mod.; Messung mittels LC-GC/FID.
  • Zuckergehalt: Bestimmung Gesamtzucker nach Luff-Schoorl (titrimetrisches Verfahren).
  • Fettgehalt: Gravimetrisches Verfahren nach Säureaufschluss.
  • Methylxanthine (Theobromin/Coffein): HPLC.
  • Cadmium: Messung mit ICP-MS nach DIN EN 15763:2010.

Zucker: häufig das Hauptproblem

Die Hauptzutat vieler Produkte ist nicht etwa Kakao, sondern Zucker - und das mal wieder in einer Produktgruppe, deren Marketing sich vornehmlich an Kinder richtet. Die Tester kritisierten vor allem den Zuckergehalt der Produkte: Fast alle Pulver bestehen zu mehr als 60 Prozent aus Zucker. Zuckeranteil: bis zu 81 Prozent. Die Anbieter übertreiben bei Komposition und Dosierung. In jedem Glas stecken umgerechnet mehrere Stück Würfelzucker; ein gehäufter Teelöffel Pulver entspricht im Schnitt einem Stück Würfelzucker. Wer die zuckerreichen Kakaogetränkepulver sparsam dosiert, senkt Kalorien.

Für Kakaopulvermischungen und Trinkschokoladen gilt das leider nicht, denn sie enthalten überwiegend Zucker. Die besten kakaohaltigen Getränkepulver hatten deutlich geringere Zuckerwerte: Am wenigsten Zucker pro Portion enthalten die Bio-Getränkepulver von Alnatura und Naturata, das Getränkepulver von Arko sowie die Schokoladenpulver von Nestlé, Sarotti und Rapunzel.

Sensorik: Geschmack und Löslichkeit

Auch Geruch und Geschmack müssen stimmen. Die sensorische Beurteilung zeigt, ob die Getränkepulver halten, was sie versprechen: typischen Kakaogeschmack nämlich. Besser schnitten im Praxistest Trinkschokoladen mit höherem Kakaoanteil ab, z. B. Sarotti Trinkschokolade (mit 32% Kakao) und Starbucks Signature Chocolate (mit 42% Kakao). Fertige Mischungen können sehr stark variieren: Vier der sechs Kakaopulvermischungen in einem Test fielen durch: Choceur, Kaba, Nesquik und Caotona Original.

Sensorische Verkostung von Kakao in Tassen

Ökologie, Anbau und soziale Aspekte

Kakao wird in Ländern des Globalen Südens angebaut. Das macht die Lieferkette besonders anfällig für problematische Anbaubedingungen und Menschenrechtsverletzungen. Zertifikate von Fairtrade und Rainforest Alliance sind zwar inzwischen Mindeststandard der Kakaopulver im Test. Die Lieferkette für die von uns getestete Charge haben uns die wenigsten Hersteller vollumfänglich belegt. Lediglich zwei Mal erhielten wir Nachweise bis zu den Kleinbauern, anhand derer wir die Lieferkette lückenlos nachvollziehen konnten.

Ein wichtiger Punkt in Sachen faire Arbeitsbedingungen ist, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter angemessen bezahlt werden. In der Theorie ist das gut und besser geregelt als bei Rainforest Alliance, die zwar auch eine geringe Prämie, aber keinen Mindestpreis vorsieht. Existenzsichernde Löhne garantiert kein Siegel. 347 Dollar beträgt die monatliche Lücke zwischen dem tatsächlichen Einkommen (196 Dollar) eines Kakaobauern in der Elfenbeinküste und dem existenzsichernden Einkommen von 543 Dollar.

Lesen Sie auch: Alles über 100%ige Kakaoschokolade: Vorteile und Nachteile

Ein weiteres Problem sind illegale Rodungen wertvoller Wälder für Kakaobäume. Rainforest Alliance hat hier die Nase vorn: Es besteht bereits ein Entwaldungsverbot und der Zertifizierer setzt die Satellitenkartierung zur Überwachung ein. Fairtrade ist noch nicht ganz so weit; Kartierungssysteme werden bislang nur in Pilotprojekten eingesetzt.

Transparenzbewertung und Prüfanforderungen

Das Testergebnis Kakaoanbau und Transparenz beruht auf einer maximalen Punktzahl von 30 Punkten. Bewertet werden u. a. Lieferkette, garantierter Fairtrade-Mindestpreis, Verbot hochgefährlicher Pestizide, Ausschluss von Entwaldung, Einhaltung sozialer Mindeststandards (ILO) sowie Maßnahmen gegen verbotene Formen der Kinderarbeit. Das Gesamturteil beruht zu je 50 Prozent auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe und dem Testergebnis Kakaoanbau und Transparenz. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Inhaltsstoffe.

Welche Produkte schnitten gut bzw. schlecht ab?

Aus Stiftung-Warentest-Tests: Nur neun der 25 geprüften Pulver erhielten die Note "gut". Als bestes kakaohaltiges Getränkepulver wurde "Goody Cao" von Lidl (Qualitätsurteil 1,8) gekürt. Bestes Schokoladenpulver im Test wurde "Swiss Premium Chocolate Drink" von Caotina Surfin (2,0). Gut schnitten ebenfalls die gängigen Pulver "ja! Kakaodrink" von Rewe, "Bio Cocoba" von Gepa, "kakaoexpress" von Suchard, "Schokodrink" von Milka, "Combo" von Aldi Nord sowie "Feinste heiße Schokolade" von Nestlé und "Chocolat au lait" von Hachez ab.

Schlechte Noten im Vergleich bekamen "Kaba" von Kraft und "Tiger Quick" von Rapunzel. In ÖKO-TEST-Tests dagegen fallen manche große Marken durch: Die Probleme von Nesquik laut ÖKO-TEST: zu viel Zucker, Mineralölbestandteile, zusätzliche Aromastoffe, problematische Werbung und nur ausreichende Ergebnisse beim Kakaoanbau und Transparenz.

Praktische Tipps: Wie bereite ich besseren Kakao zu?

  • Statt mit Instantpulver können Sie Kakaogetränke mit purem Kakaopulver zubereiten. Das ist aufwendiger, die Zuckermenge lässt sich aber selbst bestimmen.
  • Die Stiftung Warentest empfiehlt, Pulver stets nach den Empfehlungen der Anbieter zuzubereiten, die Tester haben jedoch gezeigt, dass die empfohlene Dosierung oft zuckrig ist. Weniger Pulver spart Kalorien.
  • Wer ruhiger schlafen möchte: Beachten Sie Methylxanthine (Theobromin, Coffein) - manche Varianten (z. B. starke Entölung oder spezielle Mischungen) haben einen höheren Coffeingehalt.
Herstellung und Qualitätsprüfung von Kakaopulver im Labor

Wissenschaftliche Einordnung: Gesundheitliche Wirkungen von Kakao

Im Prinzip ist Kakao gesund, vor allem fürs Herz. Wie genau sich Kakao auf die Gesundheit auswirkt, erforscht die Ernährungswissenschaftlerin Professor Sabine Ellinger am Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften in Bonn. Für Kakaopulvermischungen und Trinkschokoladen gilt das leider nicht, denn sie enthalten überwiegend Zucker.

Lesen Sie auch: Ein detaillierter Blick auf das Kakao-Fasten

Auch handelsübliches, echtes Kakaopulver ist häufig hochverarbeitet. Um den bitteren Geschmack abzumildern und eine bessere Löslichkeit zu erzielen, wird Kakao alkalisiert, also mit Säureregulatoren bearbeitet.

Bewertungskriterien der Tests kurz zusammengefasst

  • Testergebnis Inhaltsstoffe: Bewertet wurden u. a. MOSH/MOSH-Analoga, Zucker, Cadmium, Schimmelpilzgifte und weitere Schadstoffe. Bestimmte Abwertungsgrenzen führen zu Noteabstrichen.
  • Weitere Mängel: Werden unter anderem Kinderansprache, Portionsgrößenangaben und Nährwertreferenz für Kinder beurteilt.
  • Kakaoanbau und Transparenz: Punktesystem für Lieferkette, Mindestpreise und Prämien, Pestizidverbote, Ausschluss von Entwaldung, ILO-Standards und Transparenz der Herstellerangaben.
  • Gesamturteil: Jeweils 50 % Inhaltsstoffe und Anbau/Transparenz; schlechtes Inhaltsstoff-Testergebnis begrenzt das Gesamturteil nach unten.

Fazit für Verbraucher: Worauf achten?

  • Lesen Sie die Zutatenliste: Reines Kakaopulver enthält keinen Zucker; Trinkschokoladen sind meist zuckerreich.
  • Achten Sie auf Zertifizierungen (Bio, Fairtrade, Rainforest Alliance) und auf die Transparenzangaben der Hersteller.
  • Bevorzugen Sie Produkte mit niedrigem Zuckeranteil oder verwenden Sie reines Kakaopulver und süßen Sie selbst.
  • Informieren Sie sich über Schadstofftests (Cadmium, MOSH, Ochratoxin A) und vermeiden Sie Produkte mit bedenklichen Messwerten.
  • Denken Sie an ökologische und soziale Aspekte: Nicht jedes Siegel garantiert existenzsichernde Löhne oder vollständige Lieferkettentransparenz.

Wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis will, findet bei Discounter-Eigenmarken wie Goody Cao oder ja! Kakaodrink gute Kandidaten; wer Wert auf reinen Rohkakao und Bio-Qualität legt, sollte zu Produkten wie Bio Kakao von Ruf, Bio-Kakaopulver von Vom Achterhof oder Bio-Rohkakaopulver von Rawster greifen.

tags: #Kakao #Test #Stiftung #Warentest

Populäre Artikel: