Gesundheitliche Vorteile von Kakao für das Herz: Wissenschaftliche Fakten, Inhaltsstoffe und praktische Empfehlungen

Kakao ist weit mehr als nur eine beliebte Zutat für Getränke und Desserts. Besonders reines Kakaopulver gilt als ein echtes Superfood und ist für seine zahlreichen potenziellen gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt. In dieser ausführlichen Analyse erfahren Sie, wie Kakao - insbesondere aufgrund seiner außergewöhnlichen Inhaltsstoffe - das Herz-Kreislauf-System unterstützen und dazu beitragen kann, Herzkrankheiten vorzubeugen.

Detailaufnahme einer Kakaobohne und einer Tafel Zartbitterschokolade

Die chemische Zusammensetzung von Kakao: Nährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe

Reines Kakaopulver ist reich an Mineralien, Antioxidantien und enthält zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe - allen voran Flavonoide und Polyphenole. Bereits 100 Gramm reines, schwach entöltes Kakaopulver liefern durchschnittlich:

Inhaltsstoffe Menge pro 100g
Energie (Kcal/kJ) 390/1631
Fett 19,8 g
Eiweiß (Protein) 22,6 g
Kohlenhydrate 17,8 g
Ballaststoffe 26,3 g
Kalium 3660 mg
Calcium 154 mg
Eisen 46,8 mg
Magnesium 545 mg

Kakao ist eine ausgezeichnete Magnesiumquelle. Dieser Mineralstoff fördert insbesondere die Gesundheit des Herzmuskels, indem er Stress mindert und entkrampfend wirkt. Außerdem enthält Kakao viel Kalium und Eisen, sowie in bedeutender Menge Calcium, das besonders für die Zahngesundheit, den Knochenaufbau und die Muskelkontraktion wichtig ist.

Herzgesundheit: Wissenschaftlich belegte Vorteile von Kakao

Kakao hat einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System. Mehrere Meta-Analysen und randomisierte klinische Studien zeigen, dass der regelmäßige Konsum von Kakao und dunkler Schokolade zu einer Senkung des Blutdrucks und des LDL-Cholesterins führen kann. In einer Meta-Analyse mit über 157.000 Teilnehmern wurde ein Zusammenhang zwischen moderatem Kakaokonsum und einem verminderten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz festgestellt.

Infografik: Zusammenhang zwischen Flavanolkonsum und Herz-Kreislauf-Risiko

Das Ergebnis einer großen US-amerikanischen Metaanalyse aus dem Jahr 2020: Studienteilnehmende, die mehr als einmal pro Woche Kakao in Form von Schokolade verzehrten, hatten ein um acht Prozent geringeres Risiko für koronare Herzerkrankungen. Die Erklärung: Kakao - und damit Schokolade - enthält herzgesunde Inhaltsstoffe wie Polyphenole und Flavonoide, die unter anderem Entzündungen reduzieren und die Funktion der Blutgefäße verbessern können.

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Kakaopulver enthält reichhaltiges Catechin, Epicatechin und Procyanidin, die antioxidative Eigenschaften haben, die die Zellen schützen und das Herz stärken. Flavanolreicher Kakao entspannt und erweitert die Blutgefäße, verbessert die Gefäßfunktion und hat eine ähnlich blutverdünnende Wirkung wie Aspirin. Er verhindert zudem, dass tödliche Blutgerinnsel die Blutgefäße blockieren, und verringert das Risiko eines schweren Herzversagens.

Flavanole: Die wohl wichtigste Wirkstoffgruppe für die Gefäße

Flavanole gehören zur großen Pflanzenstofffamilie der Flavonoide. Sie fördern die Durchblutung, senken den Blutdruck und unterstützen die Herzgesundheit, indem sie die Gefäße erweitern und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verringern.

Insbesondere ältere Menschen mit erhöhtem Blutdruck profitieren davon, ihrer Ernährung reines Kakaopulver hinzuzufügen. Auch Zartbitterschokolade mit möglichst hohem Kakaoanteil kann bei sachgemäßer Anwendung von Nutzen sein - die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, Schokolade mit mindestens 60 Prozent Kakaoanteil zu wählen, optimal sind jedoch Bitterschokoladen ab 70 Prozent Kakaogehalt.

Videoerklärung: Wie Flavanole im Kakao das Herz schützen

Kakao und Entzündungen: Schutzwirkung für das Herz

Kakaoextrakt ist reich an Flavanolen - sekundären Pflanzenstoffen, die Entzündungen reduzieren können. Entzündungen gelten als Risikofaktor für viele chronische Krankheiten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine große Langzeitstudie (21.000 Personen, 2014-2020) zeigte: Wer regelmäßig Kakaoextrakt einnahm, hatte ein um 27 Prozent geringeres Risiko, im Studienzeitraum mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben als die Gruppe mit Placebo.

  • Der Entzündungsmarker hsCRP, der mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung steht, war pro Jahr in der Kakao-Gruppe jeweils um 8,4 Prozent niedriger als bei den Teilnehmenden ohne Extrakt.
  • Die übrigen Biomarker blieben dagegen konstant oder stiegen leicht an.

Kakao unterstützt damit nicht nur die Blutgefäße, sondern auch die allgemeine Entzündungshemmung im Organismus.

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Kakao, Stoffwechsel und Gewicht - Indirekte Effekte auf das Herz

Reines, ungesüßtes Kakaopulver ist relativ fett- und kalorienarm und kann den Stoffwechsel und das Energieniveau regulieren. Studien bestätigen, dass Menschen mit kohlenhydratarmer Ernährung, die 81 % Kakaopulver zu sich nehmen, Gewicht schneller abnehmen und besser in der Lage sind, den Verlust im Laufe der Zeit zu halten.

Ein zusätzlicher Vorteil: Lebensmittel, die Kakaopulver enthalten, tragen zu einem befriedigenden Sättigungsgefühl bei. Dennoch sollte Schokolade stets in Maßen genossen werden, denn ein zu hoher Kalorien- und Zuckerkonsum kann das Risiko für Übergewicht und damit auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Industriell verarbeitete Trinkkakaopulver sind oft mit viel Zucker angereichert.

Getränk Zuckergehalt (pro 200 ml)
Fertige Trinkschokolade mit Milch ca. 30 g Zucker
Entölter Kakao mit Milch ca. 10 g Zucker

Weitere positive Effekte von Kakao auf den Körper

Mangan stärkt Knorpel und Knochen, verstoffwechselt Nährstoffe und hilft, Energie zu produzieren und den Herzrhythmus aufrechtzuerhalten. Zink unterstützt das Immunsystem, indem es die Produktion neuer Zellen fördert. Kakao verbessert zudem die Nerven- und Muskelfunktion und transportiert durch den Eisengehalt Sauerstoff zu den roten Blutkörperchen.

Kakao enthält Tryptophan, das im Gehirn zu Serotonin, Anandamid und Dopamin umgewandelt wird. Diese sogenannten Glückshormone steigern nicht nur das Wohlbefinden, sondern wirken auch besonders stimmungsaufhellend. Auch Theobromin - ein Verwandter des Koffeins - hat eine sanft anregende Wirkung.

Kakaonibs, Kakaopulver und Zartbitterschokolade auf einem Holzlöffel angeordnet

Dunkle Schokolade vs. Milchschokolade: Welche ist besser für das Herz?

Der Anteil der herzgesunden Flavanole ist in Bitterschokolade mit einem hohen Kakao-Anteil (mind. 60-70 Prozent) am höchsten. In Milchschokolade ist er deutlich geringer, in weißer Schokolade praktisch nicht mehr vorhanden. Industriell verarbeitetes Kakaopulver sowie Trinkkakaomischungen enthalten zudem viel Fett und Zucker und sind daher weniger empfehlenswert.

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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät: Greifen Sie zu Bitterschokolade mit mindestens 60 Prozent Kakaoanteil, und das am besten in kleinen Mengen und nicht täglich. Besonders empfehlenswert sind Kakaonibs - kleine Stücke aus rohem, fermentiertem und getrocknetem Kakao ohne Zusatzstoffe oder Zucker. Sie bieten den pursten Zugang zu allen gesunden Inhaltsstoffen.

Praktische Tipps: So integrieren Sie Kakao gesund in Ihre Ernährung

  • Streuen Sie reines Kakaopulver auf Haferflocken oder Obstsalate.
  • Nutzen Sie Kakao als Zutat in Smoothies, Bowls oder Porridge.
  • Probieren Sie Kakaonibs als Topping für Joghurt, Müslis oder Desserts.
  • Kochen Sie mit Kakao auch herzhafte Gerichte, wie Eintöpfe, Chili oder als Rub für Fleisch und Fisch.
  • Bereiten Sie ein Kakao-Getränk mit wenig oder gar keinem Zucker zu.
Zubereitung eines gesunden Kakaogetränks

Eltern und Großeltern können den Entwöhnungsprozess vom süßen Drink-Kakao unterstützen, indem sie den herben Geschmack Schritt für Schritt einführen - z. B. durch Kombination von Kakao mit Früchten oder immer weniger Milch.

Schattenseiten: Kalorien, Zucker und Produktion

Genießen Sie Kakao in Maßen. Grundsätzlich sind maximal 25 Gramm Schokolade pro Tag unbedenklich - aber nur, wenn sie einen hohen Kakaoanteil besitzt. Bei zu hohem, regelmäßigem Konsum droht aufgrund der Kaloriendichte Übergewicht, was wiederum das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht.

Kakao kann potenziell Schadstoffe enthalten, beispielsweise das Schwermetall Cadmium. Industrielle Kakaoproduktion ist auch aus ökologischer und gesellschaftlicher Sicht nicht unproblematisch. Achten Sie daher auf Fairtrade- und Bio-Siegel, um einen Beitrag zu nachhaltigem und ethisch verantwortbarem Konsum zu leisten.

Karte der Hauptanbaugebiete für Kakao weltweit

Fazit: Kakao als natürlicher Schutzfaktor für das Herz

Zahlreiche aktuelle Studien zeigen, dass insbesondere Kakaoflavanole positive Effekte auf Herz, Blutgefäße, Blutdruck und Entzündungswerte haben können. Die tägliche Menge sollte jedoch gering sein und auf möglichst unverarbeitete, hochwertige Produkte gesetzt werden - wie reines Kakaopulver, Bitterschokolade und Kakaonibs. So lässt sich der Genuss mit gesundheitlichem Mehrwert verbinden.

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