Johannisbeergelee Grundrezept: Gelierzucker-Verhältnis und Schritt-für-Schritt-Anleitung

Johannisbeergelee einmal selbstgemacht - wirst du es nie mehr fertig kaufen wollen! Wir zeigen dir das klassische Rezept, mit dem du Gelee aus roten oder schwarzen Johannisbeeren selber machen kannst und geben Tipps, wie es auch garantiert fest wird.

Warum das Zuckerverhältnis wichtig ist

Damit das Gelee auch wirklich fest wird, ist das Verhältnis von Fruchtsaft und Gelierzucker entscheidend. Achte daher auf die im Rezept angegebenen Mengen. Die Wahl des richtigen Gelierzuckers für Johannisbeergelee bestimmt sich aus dem Verhältnis von Früchten bzw. Fruchtsaft und Zucker. Je nachdem, wie süß der Fruchtaufstrich werden soll, hast du die Wahl zwischen Gelierzucker 1:1, 2:1 und 3:1. Wir empfehlen für Johannisbeergelee Gelierzucker 2:1, also 2 Teile Fruchtsaft und 1 Teil Zucker, damit das Gelee nicht zu süß wird.

Zutaten (Basisrezept)

  • 1-1,3 kg schwarze oder rote Johannisbeeren
  • 250 ml Apfelsaft (oder alternativ: ein Schuss Wasser, siehe Varianten)
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • Außerdem: Kochtopf, sauberes Passiertuch oder feines Sieb, 4 saubere Einmachgläser (à ca. 250 ml)

Kurze Rezeptübersicht (Schritte)

  1. Beeren waschen, verlesen und mithilfe einer Gabel von den Rispen streifen.
  2. Beeren und Apfelsaft in einen Topf geben und 3-5 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren aufplatzen und Saft austritt.
  3. Beeren durch ein feines Sieb oder sauberes Tuch passieren. Tuch gründlich ausdrücken. Saft abmessen und mit Wasser auf ca. 900 ml Flüssigkeit aufgießen (je nach Ausgangsmenge).
  4. Saft und Gelierzucker in einem Topf aufkochen, den entstehenden Schaum abschöpfen und erneut 2-3 Minuten köcheln lassen.
  5. Gelierprobe machen und Johannisbeergelee in heiß ausgespülte, saubere Gläser füllen. Gläser mit Deckel fest verschließen und vollständig auskühlen lassen. Kühl und dunkel lagern.
Johannisbeeren in Schüssel

Johannisbeersaft gewinnen (detailliert)

Für die Zubereitung von Johannisbeergelee brauchst du nur 3 Zutaten: Johannisbeeren, Fruchtsaft und Gelierzucker. Im ersten Schritt gewinnt man Saft aus den Beeren, der im nächsten Schritt mit Gelierzucker zu Gelee gekocht wird. Nach kurzer Kochzeit kannst du die Beeren einfach durch ein sauberes Tuch oder Sieb passieren. Den daraus gewonnenen Saft musst du dann vor der Weiterverarbeitung nur entsprechend des Rezepts genau abmessen und gegebenenfalls mit Wasser auffüllen.

Die vorbereiteten Beeren zusammen mit einem kleinen Schuss Wasser in einen großen Topf geben und bei mittlerer Hitze weichkochen (ca. 10-15 Minuten). Dabei die Masse mit einem Kartoffelstampfer leicht zerdrücken, damit die Flüssigkeit besser austritt. Passiertuch in einem Sieb ausbreiten und das Sieb über eine große Schüssel legen. Die heiße Beerenmasse in das Passiertuch gießen und den Saft in der Schüssel auffangen. Die Masse am besten in Ruhe abtropfen lassen, damit das Gelee später schön klar wird.

Aus einem Kilogramm Beeren erhältst du erfahrungsgemäß etwa 600-700 ml Saft. Wiege die gewonnene Menge ab und passe die Menge des Gelierzuckers entsprechend der Packungsanweisung an.

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Tipps zum Entsaften ohne Entsafter

Um Johannisbeergelee selber zu machen, brauchst du nicht zwingend einen Entsafter. Nach kurzer Kochzeit kannst du die Beeren einfach durch ein sauberes Tuch oder Sieb passieren. Bist du in deiner Küche sehr gut ausgestattet, kannst du aber natürlich auch einen Entsafter dafür verwenden. In der kalten Form lassen sich Johannisbeeren nicht so einfach entsaften wie gekocht. Daher ist die Methode des Aufkochens und Siebens am besten geeignet.

Passiertuch und Sieb über Schüssel

Gelierprobe: so erkennst du die richtige Konsistenz

Die Gelierprobe gibt dir die Sicherheit, dass dein Gelee beim Abkühlen wirklich fest wird und die richtige Konsistenz hat. Mach eine Gelierprobe: Gib einen halben Teelöffel der heißen Flüssigkeit auf einen kleinen, kühlen Teller. Wird der Tropfen nach wenigen Sekunden fest, hat dein Aufstrich die richtige Konsistenz erreicht. Fließt er hingegen noch zu stark, koche alles eine Minute länger. Eine andere Möglichkeit ist der Löffeltrick: Man taucht einen Löffel kurz ins heiße Gelee, zieht ihn heraus und schaut, wie es sich auf dem Löffel verhält.

Gelierzucker-Auswahl: 1:1, 2:1 oder 3:1?

Gelierzucker enthält das Geliermittel Pektin, das in normalem Zucker fehlt. Da Johannisbeeren viel Pektin enthalten, kann man auch normalen Zucker oder ein anderes Geliermittel verwenden. Die klassische und sicherste Methode, um festes Gelee herzustellen, ist mit 1:1 Gelierzucker. Aber man kann es auch mit 2:1 Gelierzucker (2 Teile Saft/1 Teil Zucker) oder 3:1 Gelierzucker (3 Teile Saft/1 Teil Zucker) versuchen. Wir empfehlen die Verwendung von Gelierzucker 2:1, damit das Gelee nicht zu süß wird.

Wenn im Rezept z. B. Gelierzucker 1:1 verwendet wird, reicht das Pektin in den Johannisbeeren in der Regel aus, um den Saft zum Gelieren zu bringen. Bei Verwendung von 2:1 oder 3:1 kann das Gelee weniger süß und fruchtiger werden, erfordert aber genaues Abmessen und gegebenenfalls eine Gelierprobe.

Haltbarkeit und Lagerung

Wichtig um das Johannisbeergelee so lange wie möglich haltbar zu machen, ist das Sterilisieren der Marmeladengläser. Die luftdicht verschlossenen Gläsern mit Johannisbeergelee sind ca. 6-12 Monate haltbar. Richtig gelagert hält sich ein selbst gemachtes Johannisbeergelee problemlos ein ganzes Jahr, oft sogar deutlich länger. Bewahre die verschlossenen Gläser am besten an einem dunklen, kühlen Ort (Keller oder Speisekammer) auf, damit die leuchtende Farbe und das intensive Aroma optimal erhalten bleiben. Ein geöffnetes Glas solltest du am besten im Kühlschrank aufbewahren und das Gelee immer mit einem sauberen Löffel herausnehmen.

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Es empfiehlt sich, die Gläser zu beschriften, bevor du sie in dein Vorratsregal einräumst, damit du später noch weißt, dass es sich um Johannisbeer-Gelee handelt und wie alt das Johannisbeer-Gelee schon ist.

Varianten und Verfeinerungen

Das Grundrezept lässt sich wunderbar an den eigenen Geschmack anpassen und bietet viel Raum für kreative Experimente in der Küche. Du kannst das Gelee ganz einfach zum Beispiel mit dem Mark einer Vanilleschote, 1/2 TL Zimt oder gemahlener Tonkabohne verfeinern. Die Gewürze einfach mitkochen. Wer mag, kann vor dem Abfüllen einen Schuss Rum oder Amaretto ins Gelee rühren. Eine ebenso gute Idee ist die Kombination mit anderen Früchten wie Johannisbeer-Stachelbeer-Gelee oder Johannisbeer-Kirsch-Konfitüre.

Rote Johannisbeeren ergeben ein helles, leuchtendes Gelee mit angenehm erfrischender, leicht säuerlicher Note, das zum Beispiel hervorragend zu süßem Hefegebäck passt. Die schwarze Variante bringt eine tiefdunkle Farbe und ein deutlich intensiveres, herb-würziges Aroma mit sich, das besonders gut zu kräftigem Käse oder Wildgerichten harmoniert. Weiße Johannisbeeren stellen eine weitere, oft unterschätzte Alternative dar.

Gläser mit verschiedenen Gelees

Gebrauchsanweisungen und Serviervorschläge

  • Selbst gemachtes Johannisbeergelee schmeckt nicht nur zum Frühstück auf Brötchen und Brot sehr gut, du kannst es auch zum Verfeinern von Desserts, Kuchen, Gebäck oder herzhaften Speisen verwenden.
  • Zu den süßen Klassikern zählen mit Johannisbeergelee gefüllte Engelsaugen oder Berliner. Aber auch Kuchen oder Torten verleiht das Gelee fruchtig-frische Momente.
  • Und zu Weihnachten kommt Johannisbeergelee vor allem zum Verfeinern von Rotkohl und Fleischsoßen zum Einsatz.
  • Unser Geheimtipp: Für einen schnellen Sommer-Aperitif 1-2 EL Johannisbeergelee erwärmen und mit 2 EL Gin glattrühren. Johannisbeer-Gin-Sirup auf 4 Sektgläser verteilen und mit eisgekühltem Prosecco aufgießen.

Häufige Fragen und Probleme

Gehört das geschlossene Glas nach dem Füllen umgedreht? Muss ich die Gläser nicht auf den Kopf stellen? Nein, das ist heute nicht mehr zwingend notwendig! Warum und wieso, erklären wir dir in unserer Checkliste zum Marmelade kochen. Beim Abfüllen sollte die Temperatur nicht unter 80 °C gegangen sein. Nach erfolgreicher Gelierprobe Gelee abschäumen, heiß in die vorbereiteten Gläser füllen und sofort verschließen.

Warum wird mein Johannisbeergelee nicht fest? Das kann verschiedene Gründe haben: falsches Verhältnis von Fruchtsaft und Gelierzucker, zu viel Wasser im Saft (z. B. durch sehr wässrige Beeren), oder der verwendete Fruchtsaft wurde industriell behandelt und enthält Enzyme, die Pektin zerstören. In solchen Fällen hilft eine erneute Kochzeit und eine Gelierprobe oder das Nachhelfen mit Geliermittel (Gelfix).

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Praktische Tabelle: Gelierzucker-Verhältnis (Orientierung)

Gelierzucker Verhältnis Saft : Zucker Geschmack/Konsistenz
1:1 1 Teil Zucker : 1 Teil Saft Sehr sicheres Gelieren, süßer
2:1 1 Teil Zucker : 2 Teile Saft Empfohlen: fruchtiger, weniger süß, guter Kompromiss
3:1 1 Teil Zucker : 3 Teile Saft Wenig Zucker, sehr fruchtig, erfordert exakte Zubereitung
Demonstration: Gelierprobe und Abfüllung

Weitere Hinweise

  • Johannisbeeren sind sehr pektinhaltig. Deshalb müssen die Beeren im Vergleich zu anderen Früchten nicht so lange kochen (meist etwa fünf Minuten).
  • Für das Gelee kannst du schwarze und rote Johannisbeeren mischen, um ein ausgewogenes Aroma zu erzielen.
  • Verwende idealerweise Bio-Qualität, um Pestizide zu vermeiden, oder ernte aus dem eigenen Garten.
  • Sterilisiere Gläser, indem du sie kurz in kochendes Wasser gibst, und lasse sie an der Luft trocknen.

Johannisbeergelee selber zu machen ist ganz leicht. Die köstliche Mischung aus fruchtigen, süßen und sauren Aromen passt perfekt in den Sommer. Sobald die Johannisbeersträucher im Sommer reichlich Früchte tragen, ist der ideale Zeitpunkt gekommen, einen Teil der Ernte für die kältere Jahreszeit zu konservieren. Das geht besonders einfach und lecker mit der Zubereitung eines süß-sauren Johannisbeergelees!

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