Bedeutung und Herkunft der Redewendung „jemandem Honig um den Bart schmieren“
Die Redewendung „jemandem Honig um den Bart schmieren“ ist fest im deutschen Sprachgebrauch verankert und wird häufig verwendet, wenn es darum geht, jemanden geschickt zu schmeicheln oder um jemandes Gunst zu bemühen. Schon seit dem 12./13. Jahrhundert wird diese Redensart verwendet und ist somit eine der ältesten Redewendungen, deren Sinn sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt.
Bedeutung der Redewendung
Umgangssprachlich meint die Redewendung „jemandem Honig um den Bart schmieren“, dass einer Person Komplimente gemacht werden - meist mit einer bestimmten Absicht. Sollten Sie sich bei jemandem beliebt machen wollen oder jemandem schmeicheln, könnte behauptet werden, Sie schmieren da jemandem Honig ums Maul. Wenn dir jemand Honig um das Maul oder um den Bart schmiert, will dir dein Gegenüber für gewöhnlich schmeicheln. Dir wird dann besonders aufmerksam zugehört und vielleicht hörst du zwei, drei nette Worte mehr zu deiner Person als üblich oder nötig.
Aber in solchen Fällen geschieht das natürlich nicht uneigennützig, sondern um etwas Bestimmtes zu bekommen. Das ist kein besonders löbliches Verhalten, eher eine leichte Form der Manipulation. Folglich ist das Ziel dieser Schmeichelei oft, den anderen Menschen durch Lob und schöne Worte für sich oder eine Sache zu gewinnen.
Ein Beispiel für die Anwendung: „Ein Freund ist ein Mensch, der einem nicht ständig Honig ums Maul schmiert.“ So ist diese Redewendung insbesondere dann verwendet, wenn die Komplimente und das Wohlwollen gezielt und mit einer bestimmten Motivation gegeben werden.
Herkunft und verschiedene Erklärungsansätze
Die Herkunft der Redewendung ist umstritten und es gibt mehrere Deutungsversuche. Ursprünglich vermutete man, die Redewendung beruhe auf einem, dem Küchengott bezogenen chinesischen Opferbrauch, laut dem man der Götterfigur an bestimmten Tagen Honig auf die Lippen geschmiert hatte, um die Gottheit gnädig zu stimmen. Diese Erklärung scheint jedoch sehr weit hergeholt und überzeugt nicht.
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Gut vorstellbar ist hingegen, dass dieses Sprichwort aus der Zirkusdressur kommt. Früher wurden Zirkusbären nach einem gelungenen Training damit belohnt, dass ihnen das klebrig-süße Gold ums Maul geschmiert wurde. Mit dem genüsslichen Abschlecken waren die Bären dann ein paar Minuten beschäftigt und ruhiggestellt. Der Honig war also Teil der Konditionierung der Bären, um sie nach den anstrengenden Dressuren wieder zu besänftigen.
Die originale Bedeutung könnte also in der Dressur von Tieren, insbesondere Bären, zur Anwendung gekommen sein und wurde später auf das menschliche Verhalten übertragen.
Symbolische Bedeutung von Honig
Honig wird in vielen Sprichwörtern und Bauernweisheiten als Symbol für das Süße und erstrebenswert Gute verwendet, so auch hier. Im weiteren Sinne steht der Honig für das Angenehme, während der Stachel oft als Warnung dient. Daraus leitet sich die Bedeutung ab: Es gibt nichts Gutes ohne das Schlechte. Man könnte auch sagen: Nichts, was sich zu haben lohnt, ist einfach zu bekommen.
Ob das tatsächlich auf alles Erstrebenswerte zutrifft, muss jede Person für sich selbst beantworten. Ein schöner Denkansatz ist es allemal!
Leider ist unbekannt, von wem dieser Spruch genau überliefert wurde. Bekannt ist nur, dass es sich hier wahrscheinlich um eine Bauernweisheit aus dem späten Mittelalter handelt.
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Nutzung im heutigen Sprachgebrauch und Synonyme
Umgangssprachlich ⟨jmd. schmiert jmdm. Honig um den Bart⟩ bedeutet also: jemandem geschickt schmeicheln; jemandem Komplimente machen (mit einer bestimmten Absicht); sich um jemandes Gunst bemühen. Die Kollokationen sind etwa mit Adjektivattribut: jemandem Honig schmieren, und mit Adverbialbestimmung: jemandem „um den Bart“ schmieren.
Weitere gebräuchliche Synonyme dieser Redewendung sind „jemandem Honig ums Maul schmieren“ oder „jemandem um den Bart gehen“ - beide bedeuten im Wesentlichen dasselbe und werden oft austauschbar verwendet.
Zusammenfassung der Bedeutungsnuancen
- Jemandem Honig um den Bart schmieren bedeutet, jemanden absichtlich und wohlklingend zu loben oder zu schmeicheln, meist mit dem Ziel, sich Vorteile zu verschaffen.
- Die Redewendung ist seit dem 12./13. Jh. nachweisbar und hat sich als Bild für schmeichelnde Worte etabliert.
- Ihre Herkunft ist zwar nicht abschließend geklärt, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit steht sie in Zusammenhang mit dem Belohnen von Zirkusbären durch Honig.
- Honig steht synonym für das Süße und Gute, das als Belohnung oder Manipulation eingesetzt wird.
Beispieltabelle: Redewendung und Synonyme
| Redewendung | Bedeutung | Verwendung |
|---|---|---|
| Jemandem Honig um den Bart schmieren | Jemandem schmeicheln oder Komplimente machen, oft aus Eigennutz | Um sich Vorteile zu verschaffen |
| Jemandem Honig ums Maul schmieren | Jemandem schmeicheln (gleichbedeutend) | Allgemein gebräuchlich |
Fazit zur Redewendung
Die Bedeutung dieser Redewendung dürfte recht offensichtlich und leicht verständlich sein und dennoch steckt darin eine gewisse philosophische Tiefe. In der Alltagskommunikation steht sie für die gezielte und meist nicht ganz uneigennützige Schmeichelei. Wer jemandem Honig um den Bart schmiert, möchte in der Regel nicht nur freundlich sein, sondern eigene Interessen wahren.
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