Ist Ingwer in Lebkuchen: Rolle, Varianten und typische Zutaten
Lebkuchen ist ein Weihnachtsgebäck mit langer Tradition und zwar nicht nur bei uns. Ganz egal ob weicher Elisenlebkuchen oder das Lebkuchenherz vom Weihnachtsmarkt, allein sein leckerer Geruch begeistert uns. In anderen Ländern wird der Lebkuchen das ganze Jahr über gegessen, einzig in Deutschland ist er typisch für die Weihnachtszeit.
Historischer Hintergrund und Herkunft
Schon die Menschen der Antike kannten die ersten Vorläufer des heutigen Lebkuchens und schon damals waren die Menschen begeistert. Die ersten schriftlichen Hinweise darauf sind auf das Jahr 350 vor Christus zu finden. Bereits die Ägypter aßen Honigkuchen und legten sie Verstorbenen als „Wegzehrung“ mit ins Grab. Aber auch die Römer wussten was gut ist und bestrichen ihre Kuchen vor dem Backen mit Honig.
Im Mittelalter wurde Lebkuchen fast ausschließlich in Klöstern gebacken, weil nur diese die nötigen Ressourcen hatten, um sich teure Gewürze zu leisten zum anderen feierte man die Geburt Christi. Zum Dank dafür wurde das Gebäck oftmals an Arme oder Kirchengänger verteilt. Im 12. Jahrhundert nahm dann der Lebkuchen die Form an, in der wir ihn heute kennen. Erfunden wurde er in der belgischen Gemeinde Dinant. Aber wie alles was gut ist, fand er schnell seinen Weg von Belgien nach Aachen und die fränkischen Klöster.
Der Name geht zurück auf das lateinische „libum“, was übersetzt so viel heißt, wie Opferkuchen. Vor allem im Osten Deutschlands nennt man Lebkuchen auch Pfefferkuchen. Dieses Wort wurde im 15. Jahrhundert für eine Art Kuchen verwendet, der aus Melasse und Ingwer-Gewürz zubereitet wurde. In dieser Zeit entdeckte man außerdem die konservierende Wirkung von Ingwer, wenn man ihn in Brot oder Backwaren hinzufügte.
Typische Zutaten des Lebkuchens
Die Zutatenliste für Lebkuchen ist kurz. Im wesentlichen sind das Mehl, Honig, Butter, Zucker, Eier und Gewürze. Sie finden sich in jeder Kombüse und in jeder Speisekammer. Raffiniert werden die Lebkuchen erst durch die Gewürze. Diese bestimmen den Kurs. Die wichtigsten Bestandteile des Lebkuchen sind die kostbaren Nüsse und die exotischen Gewürze. Zusätzlich verleihen Honig, Zitronat und Orangeat dem Pfefferkuchen eine süßlich fruchtige Note.
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- Gewürze: Zimt, Nelken, Piment, Kardamom, Koriander und oft auch Ingwer.
- Nüsse: Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse-verleiht Textur und Aroma.
- Früchte und Süßungsmittel: Honig, Orangeat, Zitronat, kandierter Ingwer.
- Bindemittel und Grundmasse: Mehl, Eier, Zucker; Hefe findet man in Lebkuchen übrigens nicht.
Ist Ingwer in Lebkuchen-Rezepten?
Gingerbread, also Ingwerbrot, ist die englische Bezeichnung für Lebkuchen. Unsere klassischen Lebkuchenrezepte enthalten aber kaum Ingwer. Naja, in den üblichen Lebkuchengewürzen ist natürlich Ingwer allerdings von all den Gewürzen meist am wenigsten. Bei unserem Rezept ist neben Honig und Nüssen die Hauptzutat kandierter Ingwer. Er gibt dem Gebäck eine leicht Schärfe und damit wären wir beim Pfefferkuchen, so wird Lebkuchen bekanntlich auch genannt.
Das gesunde gelbe Pulver wird aus der getrockneten Ingwerwurzel gewonnen, die hauptsächlich in Indien angebaut wird. Aufgrund der heilenden Wirkung seiner Inhaltsstoffe findet der gesunde Ingwer in einer Vielzahl an Rezepten Verwendung. So wirkt Ingwer Tee nicht nur gegen eine Erkältung, sondern hilft auch beim Abnehmen. In dieser Zeit entdeckte man außerdem die konservierende Wirkung von Ingwer, wenn man ihn in Brot oder Backwaren hinzufügte.
Wann und wie wird Ingwer verwendet?
Ingwer kann in Form von gemahlenem Pulver im Lebkuchengewürz vertreten sein oder als kandierter Ingwer direkt in den Teig gegeben werden. Lebkuchen mit reichlich kandiertem Ingwer und ganz viel Honig hat das Zeug zum Lieblingsweihnachtskeks. Nüsse, Honig, Schokolade, weihnachtliche Gewürze wie Zimt, Nelke, Piment und ganz ganz viel kandierter Ingwer.
Bei manchen Varianten wird kandierter Ingwer fein gehackt, mit Mehl und Backpulver unter die Lebkuchenmasse geknetet. Je nach Rezept gibt das zusätzlich eingegebene kandierte Ingwer-Stückchen dem Lebkuchen eine fruchtig-scharfe Note und Biss.
Elisenlebkuchen: typische Zutaten (Beispielrezept)
Elisenlebkuchen zählen bei uns zur hohen Backkunst. Verfeinert wird der Lebkuchen dann mit noch mit gemahlenen Nüssen, Orangeat oder Zitronat. Zum Abschluss wird er dann noch mit Zucker- oder Schokoladenguss überzogen.
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| Zutat | Menge (für ca. 30 Stück) |
|---|---|
| Eier | 2 |
| Zucker | 200 g |
| gemahlener Zimt | 1 EL |
| gemahlene Gewürznelken | ½ TL |
| gemahlene Mandeln | 125 g |
| gemahlene Haselnüsse | 100 g |
| geriebene Orangenschale | Schale einer unbehandelten Orange |
| Orangeat | 40 g |
| Zitronat | 30 g |
| Oblaten | 25-30 Stück, Ø 6-8 cm |
| Puderzucker oder Kuvertüre | 150 g |
So geht's: In einer Schüssel wiegst Du die Zutaten ab und mischst die Gewürze, die Mandeln und Haselnüsse, die Orangenschale, Orangeat und Zitronat ordentlich durch. In einer weiteren Schüssel schlägst Du die Eier mit dem Handmixer schaumig und gibst nach und nach den Zucker dazu bis eine cremige Masse entstanden ist. Dann rührst Du die Nuss-Gewürzmischung hinzu und rührst alles gut unter. Den Teig anschließend abgedeckt ca. 3 Stunden ruhen und trocknen lassen.
Den Backofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen: Ein Backblech mit Bachpapier auslegen: Die Oblaten nimmst Du am Besten in die Hand und bringst jetzt den etwas klebrigen Teig mit einem Löffel auf. Auf mittlerer Schiene werden die Lebkuchen jetzt 20 bis 25 Minuten gebacken. Anschließend herausnehmen und abkühlen lassen. Den Überzug kannst Du machen wie Du willst: Entweder schmilzt Du die Kuvertüre im Wasserbad oder aber Du vermischst Puderzucker mit Wasser und pinselst die Lebkuchen damit ein.
Variationen und Tipps
Durch die Zusammensetzung und unterschiedliche Anteile der einzelnen Zutaten, lassen sich verschiedenste Sorten der saftigen Lebkuchen backen. Je nach Geschmack lassen sich somit etwa Lebkuchen mit besonders hohen Mandelanteil oder mit extra Walnüssen herstellen. Eine weitere Möglichkeit der Variation wird durch verschiedene Glasuren möglich, etwa mit Zartbitterschokolade, Vollmilch oder mit Zuckerglasur.
Die Gewürzmischung kann einfach mit der Gewürzmühle gemahlen werden. Der Vorteil ist, dass ihr den geschmacklichen Kurs noch selbst beeinflussen könnt. Hier kann experimentiert werden. Während die Lebkuchengewürze dem Lebkuchen eine leicht pikante Note geben, gleicht der Honig dies mit seinem süßen Geschmack aus.
Für Rezepte mit stärkerer Ingwer-Note: fein gehackten kandierten Ingwer (z. B. 80 g) mit Mehl und Backpulver unter die Lebkuchenmasse kneten. Der Teig ist dann klebriger und ergibt im gebackenen Zustand eine angenehm scharfe Nuance.
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Glasuren und Dekor
Was nicht fehlen darf ist das “Frosting” aus Staubzucker und Zitronensaft. Und zu trinken? Süßwein. Duftig aromatisch, harmonische Süße, angenehmes Säurespiel. Sehr gut passt auch ein Beerenauslese mit intensiven Aromen nach Ananas, Maracuja und Grapefruit verbunden mit würzigen Noten.
Warum Ingwer nicht immer dominant ist
Unsere klassischen Lebkuchenrezepte enthalten aber kaum Ingwer. In den üblichen Lebkuchengewürzen ist Ingwer zwar enthalten, allerdings von all den Gewürzen meist am wenigsten. Das erklärt, warum viele traditionelle Lebkuchen zwar eine leichte Schärfe haben können, der prägende Geschmack meist von Zimt, Nelken, Piment und Nüssen stammt.
Wer jedoch Lebkuchen mit eindeutig spürbarer Ingwerschärfe schätzt, sollte auf Rezepte mit kandiertem Ingwer oder auf Lebkuchen zurückgreifen, die explizit „mit Ingwer“ ausgerichtet sind; diese Varianten haben oft neben Honig und Nüssen die Hauptzutat kandierter Ingwer.
Praktische Hinweise zum Backen
- Teigruhe: Den Teig ruhen und trocknen lassen (z. B. 3 Stunden) - das verbessert Aroma und Konsistenz.
- Backtemperatur: Üblich sind 160-180 °C, je nach Rezept Ober-/Unterhitze oder Umluft.
- Glasur: Kuvertüre im Wasserbad schmelzen oder Puderzucker mit Zitronensaft/Wasser anrühren.
- Haltbarkeit: Lebkuchen lassen sich wegen Honig und Gewürzen lange lagern.
Fazit zur Eingangsfrage
Ist Ingwer in Lebkuchen? Kurz: Ja, Ingwer ist häufig Bestandteil des Lebkuchengewürzes und erscheint in vielen Rezepten entweder als feines Pulver in der Gewürzmischung oder als kandierter Ingwerstückchen im Teig. In klassischen deutschen Rezepten ist Ingwer jedoch meist nicht dominant - andere Gewürze wie Zimt und Nelken prägen den Geschmack stärker. Wer eine ausgeprägte Ingwerschärfe möchte, wählt Rezepte mit kandiertem Ingwer oder erhöht bewusst den Anteil an Ingwerpulver.
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