Ist in Baklava Honig oder Zuckersirup? – Alle Antworten und Varianten im Überblick
Baklava - ein verführerischer Genuss, der festliche Erinnerungen wachruft, ist eine der beliebtesten Süßspeisen aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten. Doch während die knusprigen Blätterteigschichten mit köstlicher Nussfüllung auf der Zunge zergehen, bleibt für viele Genießer eine Frage offen: Wird das Baklava eigentlich mit Honig oder mit Zuckersirup zubereitet?
Baklava: Ursprung und traditionelle Zutaten
Die Ursprünge des Baklava lassen sich bis ins Osmanische Reich zurückverfolgen, wo Baklava zu besonderen Anlässen im Palast serviert wurde. Im Laufe der Jahrhunderte verbreitete sich das Dessert über die gesamte Region und erfuhr viele Variationen - in Griechenland, der Türkei, Armenien, auf dem Balkan und in der arabischen Welt. Die ersten Baklavarezepte gab es sogar in der Antike: Im Byzantinischen Reich war eine ähnliche Süßspeise unter dem Namen κοπτοπλακούς (koptoplakous) und κοπτοπλακόν (koptoplakon) bekannt. Das älteste bekannte Rezept stammt aus der Spätantike und wird von Athenaios in seinem Buch „Deipnosophistai“ erwähnt. Dort wird ein Kuchen aus mehreren Schichten, gefüllt mit Nüssen und anschließend mit Honig übergossen, beschrieben - ähnlich dem heutigen Baklava.
Ein weiteres Indiz für die lange Geschichte des Baklava ist die Erwähnung in assyrischen Quellen aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., nach denen aus Mesopotamien stammende Nussgebäcke mit Honig übergossen wurden und nach Griechenland gelangten. Die Türken perfektionierten das Baklava im Osmanischen Palast und brachten es zu kulinarischer Vollendung.
Die klassische Herstellung von Baklava
Baklava besteht aus hauchdünnem Yufka- oder Filoteig, einer reichhaltigen Nussfüllung (klassisch: Pistazien, Walnüsse, Mandeln oder Haselnüsse) und wird nach dem Backen mit einem süßen Sirup getränkt. Beim Schichten werden die einzelnen Teigblätter immer wieder mit geschmolzener Butter bestrichen. Die Nüsse der Füllung werden meistens grob gehackt und mit etwas Zucker und oft einer Prise Zimt gemischt. Typische Varianten nutzen je nach Land unterschiedliche Nusssorten: In Armenien vor allem Walnüsse und Zimt, in Griechenland Zimt und Mandeln, in der Türkei vor allem Pistazien.
Süße Frage: Honig oder Zucker?
Hier liegt der wohl spannendste Unterschied in der Zutatenfrage: Baklava wird traditionell nach dem Backen mit einem dickflüssigen Sirup übergossen - aber die Hauptzutat dieses Sirups variiert. Wer süßes Baklava mag, hat sich bestimmt schon gefragt: Ist in Baklava nun Honig oder Zuckersirup?
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Zuckersirup in türkischem Baklava
In der Türkei und mittlerweile auch in Deutschland wird Baklava traditionell mit Zuckersirup getränkt. Für den Sirup wird Zucker in Wasser aufgelöst, oft mit ein wenig Zitronensaft oder Rosenwasser aromatisiert und einige Minuten eingekocht. Nach dem Backen wird das Baklava großzügig damit übergossen, sodass sich der Sirup in den Nüssen und dem Teig verteilt, während die oberste Schicht knusprig bleibt.
Honigsirup: Die griechisch-arabische Variante
Wer sich mit den Baklava-Rezepten aus Griechenland und dem arabischen Raum befasst, entdeckt: Hier kommt häufig Honig zum Einsatz. Griechische Händler brachten den Yufka-Teig nach Anatolien, füllten ihn mit Nüssen und übergossen ihn mit Honigsirup. Honig hat dabei zwei Funktionen: Der Honig verleiht dem Sirup nicht nur einen vollmundigeren, aromatischen Geschmack, sondern macht das Gebäck auch besonders lange haltbar - Baklava kann so bis zu zwei Wochen bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Das intensive Honigaroma überdeckt dabei die Nussaromen jedoch schnell, sodass viele Genießer eine Mischung aus Honig und Zuckersirup bevorzugen.
Kombination von Honig und Zucker
Viele moderne Rezepte kombinieren beide Zutaten. Wasser, Zucker und Honig werden gemeinsam erhitzt und zu einem Sirup eingekocht. So vereinen sich die leichte Karamellnote des Zuckers mit dem würzigen Charakter des Honigs - ein Kompromiss zwischen knusprigem Karamell und Honigaromen.
| Region | Sirup-Basis | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Türkei | Zucker | Mit Zitronensaft, oft mit Pistazien |
| Griechenland | Honig (oft gemischt mit Zucker) | Mit Mandeln, Zimt, Rosenwasser |
| Arabischer Raum | Honig oder Rosenwasser | Blumiger Geschmack, weniger süß |
| Balkan | Zucker | Walnüsse, etwas Zitronensaft |
Rezeptanalyse: Was steht in den modernen Baklava-Rezepten?
Schaut man sich die beliebtesten Baklava-Rezepte an, finden sich beide Varianten häufig wieder. In den Zutatenlisten heißt es dann: „Wasser, Zucker und Honig in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Die Mischung ca. 5 Minuten kochen, bis sie zu einem Sirup wird.“ Oder: „Während der Backzeit Wasser mit Honig und restlichem Zucker in ca. 10 Minuten zu einem Sirup kochen. Danach einen Spritzer Zitronensaft einrühren und abkühlen lassen.“
Das beliebte, türkische Gebäck besteht neben Nüssen und Blätterteig also vor allem aus Butter und entweder Zuckersirup oder Honigsirup. Wer es nach türkischem Vorbild mag, greift zu Zuckersirup mit Zitrone. Wer die griechisch-arabische Tradition schätzt, gibt Honig hinzu oder verwendet ihn als alleinigen Süßmacher.
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Die Frage, ob in Baklava nun Honig oder Zuckersirup gehört, lässt sich also nicht eindeutig beantworten. Vielmehr gibt es regionale Vorlieben und Familienrezepte, die beide Varianten verwenden oder kombinieren. Klar ist: In fast allen Rezepten wird der Sirup nach dem Backen über das knusprige Gebäck gegeben und zieht dann in die Schichten ein.
Tipps für den perfekten Sirup und das beste Aroma
- Wer es weniger süß mag, kann die Menge an Zuckersirup nach Geschmack reduzieren, ohne größere Einbußen beim Geschmack.
- Honig macht Baklava besonders haltbar: Da Honig konservierende Eigenschaften besitzt, bleibt das Gebäck zwei Wochen bei Zimmertemperatur frisch.
- Für einen feineren Geschmack kann dem Sirup Rosenwasser oder Orangenblütenwasser zugegeben werden - eine Technik, die insbesondere im arabischen Raum beliebt ist.
- Der Sirup kann heiß oder kalt über das frisch gebackene Baklava gegeben werden, beide Methoden sind weit verbreitet. Den Unterschied merkt man vor allem in der Textur: Heißer Sirup zieht schneller ein und sorgt für weichere untere Schichten, kalter Sirup erhält die Knusprigkeit besser.
Zusammengefasst: Die Antwort auf die Honig-oder-Zucker-Frage
Im türkischen Original wird Baklava typischerweise mit Zuckersirup zubereitet, oft verfeinert durch Zitronensaft. In griechischen und arabischen Varianten kommt häufig Honig hinzu oder wird als Hauptsüßungsmittel genutzt. Moderne Rezepte kombinieren sogar beide Zutaten. Wer sein Baklava individuell anpassen möchte, kann mit dem Sirup experimentieren. Ob Honig oder Zucker - entscheidend für gelungenes Baklava sind dünner, hochwertiger Teig, eine aromareiche Nussfüllung und das richtige Mengenverhältnis von Butter und Sirup.
Deshalb: In Baklava kann sowohl Honig als auch Zuckersirup stecken - je nach Tradition, Vorliebe und Rezept!
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