Ist Honig basisch oder sauer – Wirkung auf den Körper

Die Frage, ob Honig im Körper basisch oder sauer wirkt, lässt sich nicht allein am Geschmack festmachen. Zwar schmeckt Honig süß, doch entscheidend für seine Einordnung in das Säure-Basen-System ist die Verstoffwechselung und die hinterlassenen Stoffwechselrückstände im Körper.

Was bedeutet „basisch“ oder „sauer“ im Zusammenhang mit Lebensmitteln?

Säuren und Basen, das klingt für viele mehr nach Chemieunterricht als nach Ernährung. Aber jedes Lebensmittel, das wir verzehren, wird im Körper entweder sauer oder basisch verstoffwechselt - ganz unabhängig von seinem Geschmack: Zitronen zum Beispiel schmecken sauer, gehören aber zu den basenbildenden Lebensmitteln. Entscheidend für die Einstufung als „sauer“ oder „basisch“ ist die entstehende Säurebelastung für die Nieren. Diese wird mit Hilfe des PRAL-Wertes erfasst. PRAL steht für potential renal acid load, also die potenzielle Säurebelastung der Niere. Der Wert gibt an, wieviel Säure beim Verzehr von 100 Gramm eines Lebensmittels über die Nieren ausgeschieden wird.

Wie wird Honig klassifiziert?

Als neutrale Lebensmittel gelten z. B. Olivenöl, Sonnenblumenöl und Honig. Zwar hat reiner Honig im Gegensatz zum Haushaltszucker viele Mineralstoffe und auch Vitamine, doch basiert Honig auf Invertzucker. Dies ist eine Mixtur aus Glucose und Fructose, was zum Beispiel bei Personen mit einer vorhandenen Fructoseunverträglichkeit Probleme ergeben kann.

Honigglas und Löffel auf Holztisch

Warum gilt Honig oft als neutral?

  • Der pH-Wert eines Lebensmittels wird durch seine Mineralstoffzusammensetzung bestimmt, nicht durch seinen Geschmack.
  • Honig enthält neben Zucker auch Spurenelemente und geringe Mengen an Mineralien und Vitaminen, weshalb er nicht so „leergekocht“ ist wie raffinierter Haushaltszucker.
  • In vielen Einteilungen wird Honig deshalb als neutral eingestuft und hat PRAL-Werte, die in die Nähe von null kommen.

Honig im Kontext der basischen Ernährung

Bei einer 80/20-Ernährung ist Honig in überschaubarer Menge ok, beim Basenfasten jedoch nicht empfehlenswert. Basenfasten bedeutet, ausschließlich basische Lebensmittel zu verzehren und auf alle säurebildenden Lebensmittel zu verzichten. Es hilft, den Körper zu entgiften, das Immunsystem zu stärken und die Verdauung zu verbessern.

In der basischen Ernährung wird empfohlen, 70-80 % der täglichen Nahrung aus basischen Nahrungsmitteln zu beziehen und 20-30 % aus „guten“ Säurebildnern wie hochwertigem Protein aus Pflanzen, Nüssen, Saaten und Hülsenfrüchten. Beim strikten Basenfasten wären selbst neutrale oder leicht säurebildende Süßungsmittel tabu.

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Honig versus Haushaltszucker und natürliche Alternativen

Der normale, aus der Zuckerrübe gewonnene Zucker wird zwar neutral verstoffwechselt, doch hat er nach dem Raffinieren keinerlei wertvollen Nährstoffe mehr für unseren Organismus. Zwar reagiert Zucker chemisch neutral und beeinflusst damit nicht direkt unseren Säure-Basen-Haushalt, dennoch ist er ein Säurebildner, denn er führt bereits im Mund in Verbindung mit den dort lebenden Bakterien zu einer Säurebildung und fördert Karies.

Zwar hat reiner Honig im Gegensatz zum vorher beschriebenen Haushaltszucker viele Mineralstoffe und auch Vitamine, doch basiert Honig auf Invertzucker. Dies ist eine Mixtur aus Glucose und Fructose, was zum Beispiel bei Personen mit einer vorhandenen Fructoseunverträglichkeit Probleme ergeben kann.

Süßen darfst Du auch beim Basenfasten, allerdings sollte es dann auch wirklich zu 100% basisch sein. Einige natürliche Süßungsmittel wie Kokosblütenzucker, Dattelsirup oder Ahornsirup werden in der Literatur als basenfreundlicher bewertet als Haushaltszucker, da sie Mineralstoffe liefern und teilweise einen geringeren glykämischen Index aufweisen. Bei Kokosblütenzucker handelt es sich um den eingedickten und danach auskristallisierten Saft der Kokosblüten. Die Verstoffwechselung von Kokosblütenzucker ist basisch. Er verfügt über viele Mineralstoffe sowie einen glykämischen Index.

Kokosblütenzucker und Dattelsirup im Küchenambiente

Wirkung von Honig auf den Körper - was zu beachten ist

  • Honig liefert im Vergleich zu raffiniertem Zucker mehr Mineralstoffe und geringe Mengen an Vitaminen.
  • Er besteht aus Glucose und Fructose (Invertzucker): Das ist für Menschen mit Fructoseintoleranz relevant.
  • In Maßen eingebaut ist Honig bei einer überwiegend basischen Ernährung tolerierbar (80/20-Regel), beim strengen Basenfasten jedoch nicht geeignet.
  • Wie bei allen Süßungsmitteln gilt: Übermäßiger Verzehr fördert Karies und kann Stoffwechselprozesse negativ beeinflussen.

Wann ist Honig sinnvoll - und wann nicht?

Für den Alltagsgebrauch und bei einer überwiegend basischen Ernährung (70-80 % basisch) ist Honig in kleinen Mengen vertretbar. Bei strengen Basenkuren oder bei individueller Fructoseunverträglichkeit sollte Honig vermieden werden. Allgemein gilt: Die Dosis macht den Unterschied - eine basenüberschüssige Ernährung bedeutet nicht völligen Verzicht auf säurebildende Nahrungsmittel, sondern eine bewusste Gewichtung zugunsten von Obst, Gemüse, Nüssen und Sprossen.

Tipps für den Alltag

  1. Wenn Du dich basenreich ernähren möchtest, beziehe 70-80 % deiner Lebensmittel aus basischen Quellen und 20-30 % aus guten Säurebildnern.
  2. Beim Süßen im Alltag: Honig ist besser als raffinierter Haushaltszucker, liefert jedoch Fructose; Alternativen wie Kokosblütenzucker oder Dattelsirup können basischer verstoffwechselt werden und enthalten Mineralstoffe.
  3. Beim Basenfasten sind natürliche Süßungsmittel, auch Honig, nicht empfehlenswert - hier sollte komplett auf säurebildende und neutrale Süßstoffe verzichtet werden.
  4. Achte auf versteckten Zucker in Fertigprodukten (z. B. Ketchup, Müsliriegel, Dosenobst) - diese Produkte gehören eher zu den schlechten Säurebildnern und sollten reduziert werden.
Kurzes Erklärvideo: PRAL-Wert und wie Lebensmittel im Körper wirken

Kurze Übersicht: Honig im Säure-Basen-Kontext

Aspekt Bewertung
Geschmack süß (nicht aussagekräftig für PRAL)
Verstoffwechselung besteht aus Invertzucker (Glucose + Fructose)
Mineralstoffgehalt gering, aber höher als raffinierter Zucker
Einordnung häufig als neutral eingestuft (PRAL nahe 0)
Empfehlung in Maßen bei 80/20-Ernährung, nicht beim strengen Basenfasten

Fazit (kurz)

Honig wird in vielen Einteilungen als neutral eingestuft und hinterlässt keine deutlich säurebildenden Stoffwechselrückstände wie stark säurebildende Lebensmittel. Er enthält jedoch Invertzucker (Glucose und Fructose) und ist für Menschen mit Fructoseintoleranz problematisch. In einer basenorientierten Ernährung ist Honig in kleinen Mengen akzeptabel, beim strengen Basenfasten jedoch nicht empfohlen.

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