Wirkung und Inhaltsstoffe von Hustenbonbons mit Zucker

Ob Husten, Halsschmerzen oder Mundtrockenheit: Hustenbonbons sind nützlich und, weil sie oft sehr lecker schmecken, auch sehr beliebt. Gründe für das Lutschen von Hustenbonbons gibt es viele. Sie reichen vom klassischen Hustenreiz, Halsschmerzen und zähem Rachenschleim bis hin zum unangenehmen Gefühl der Mundtrockenheit. Glücklich ist, wer dann rasch ein Hustenbonbon zur Hand hat.

Wie Hustenbonbons wirken

Die klassische Indikation für einen Husten- oder Halsbonbon ist ein meist erkältungsbedingter Husten oder Halsschmerz. Das langsame Lutschen eines süßen Bonbons regt den Speichelfluss an, befeuchtet die ausgetrockneten, gereizten Schleimhäute und verflüssigt festsitzenden, zähen Schleim. Die in den Bonbons enthaltenen Kräuter und ätherischen Öle unterstützen die Bildung von erwünschtem, schützendem Schleim und wirken einem unangenehmen Trockenheitsgefühl im Rachen entgegen. Eukalyptus und Minze sollen antimikrobielle Aktivität zeigen und durch ihr intensiv-frisches Aroma die Atemwege befreien.

Das Lutschen eines Bonbons regt den Speichelfluss an, erklärt Stiftung Warentest. Das befeuchtet Mundraum und trockene Schleimhäute. Nicht vergessen sollte man auch, dass viele Hustenbonbons einfach lecker schmecken.

Hustenbonbons verschiedener Geschmacksrichtungen

Wichtige Inhaltsstoffe: Zucker, Glucosesirup und Aromen

Ohne Zucker kein Bonbon: Zucker oder Zuckeraustauschstoffe bilden die Basis für jede Art von Bonbon oder Pastille. Ein klassischer Bonbon wird aus einer Mischung aus Zucker, Glucosesirup und Wasser hergestellt. Hinzu kommen die Kräuteranteile bzw. Aromen. Der Glucosesirup ist für industriell hergestellte Bonbons unverzichtbar, weil er die Kristallisation zuverlässig verhindert und somit die gewünschte Konsistenz und auch Haltbarkeit des Bonbons sicherstellt.

Durch Kochen wird der Wasseranteil eingedampft. Je nachdem, wie viel Wasser verdunstet, erhält man im Ergebnis harte und weiche Bonbons. Hartbonbons, auch als Hartkaramellen bezeichnet, enthalten ca. 3% Restwasser, Weichkaramellen (Kaubonbons) enthalten bis zu 10% Restwasser und werden mitunter noch mit Gelatine oder Gummi arabicum angereichert.

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Die Bonbon-Masse kann dann in Formen gegossen und mit einer Prägung versehen werden. Mit Hilfe besonderer Apparaturen lassen sich auch (halb-)flüssig gefüllte Bonbons herstellen. Weichere (Kau-)Bonbons werden zu Strängen geformt und geschnitten. Nicht einzeln in Papier verpackte, sondern lose angebotene Bonbons werden gegen Verkleben oft noch mit einem Trennmittel überzogen.

Pflanzliche Wirkstoffe und ätherische Öle

Salbei, Menthol, Thymian oder Eukalyptus: Hustenbonbons sind in vielen Varianten erhältlich. Ätherisches Eukalyptusöl ist eine gängige Zutat in Hustenbonbons. Eukalyptus löst laut der Apotheken Umschau festsitzenden Schleim aus Nasennebenhöhlen. Auch Thymian wirkt schleimlösend, verflüssigt also festsitzenden Schleim und hilft so bei dessen Abtransport. Er wirkt ebenfalls krampflösend und hemmt das Wachstum von Bakterien und Viren, so Onmeda. Der Hauptbestandteil in Pfefferminze ist Menthol, das ebenfalls schleimlösend wirkt. Auch Eibisch reduziert den Hustenreiz und hemmt Reizungen und Schmerzen der Schleimhäute.

Laut Stiftung Warentest werden Pflanzenextrakte den Hustenbonbons nicht wegen ihrer Wirkung zugesetzt, sondern in erster Linie, um den Geschmack zu verbessern. Nur Bonbons mit echten Heilpflanzenextrakten lindern Halsbeschwerden wirksam. Künstliche Aromen bleiben eine Zuckerfalle.

Ätherische Öle und Pflanzenextrakte wie Eukalyptus, Thymian, Salbei

Zucker vs. Zuckeraustauschstoffe: Vor- und Nachteile

Wer jedoch ständig zuckerhaltige Bonbons lutscht, nimmt zum einen ununterbrochen Kalorien zu sich. Außerdem regt das Dauerlutschen die permanente Ausschüttung von Insulin an, also dem Hormon, das den Blutzucker reguliert. Der ständig erhöhter Insulinspiegel begünstigt wiederum die Entwicklung eines Diabetes. Meist enthalten Hustenbonbons viel Zucker: Dieser greift die Zähne an und kann zu Karies führen. Wenn du zu viel Zucker zu dir nimmst, kann sich das auch negativ auf deine Gesundheit auswirken. Zu den Folgen zählen Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Kalorienärmer, zahnfreundlicher und mit weniger Wirkung auf den Blutzuckerhaushalt sind Hustenbonbons mit Zuckeraustauschstoffen wie Isomalt oder Xylit. Isomalt ist der bei Bonbons am häufigsten verwendete Zuckeraustauschstoff. Das aus Rübenzucker hergestellte Isomalt schmeckt fast wie Zucker, hat aber nur halb so viele Kalorien und gilt zudem als zahnfreundlich. Es hat nur eine geringe Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und die Insulinfreisetzung. Mit Isomalt hergestellte Bonbons lösen sich langsamer auf als Zuckerbonbons. Das gilt als Vorteil, denn so haben heilende und reizlindernde Inhaltsstoffe länger Zeit, ihre Wirkung im Mund- und Rachenraum zu entfalten.

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Auch das hitzestabile Xylit („Birkenzucker“, Handelsname z. B.: „Xucker“) eignet sich zur Herstellung von Bonbons. Xylit hat weniger Kalorien (240 kcal pro 100 Gramm) als Zucker (ca. 400 kcal pro 100 Gramm), aber die gleich Süßkraft und einen angenehmen Geschmack. Weil Xylit auf der Zunge einen Kühleffekt erzeugt, verstärkt es Geschmacksrichtungen mit Minze. Xylit setzt nur wenig Insulin frei und ist ebenso wie Isomalt zahnfreundlich. Studien belegen sogar, dass Xylit auf Dauer Karies verursachende Bakterien reduzieren kann, was für die Verwendung in Bonbons - mit langer Kontaktzeit im Mund - durchaus ein Vorteil ist.

Schattenseiten der Zuckeraustauschstoffe

Sowohl Isomalt als auch Xylit können ab einer bestimmten Verzehrmenge heftige Bauchschmerzen, schmerzhafte Blähungen und Durchfälle auslösen, je nachdem, wie empfindlich ein Mensch reagiert. Für Xylit lässt sich die Verträglichkeit erhöhen, indem man die Menge in kleinen Schritten steigert und so den Darm an die Substanz gewöhnt. Enthält ein Lebensmittel mehr als 10 Prozent an Zuckeraustauschstoffen (und das ist bei Isomalt- und Xylit-haltigen Bonbons der Fall), ist auf der Packung der Warnhinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ vorgeschrieben.

Zuckeraustauschstoffe: Isomalt und Xylit

Süßstoffe in zuckerfreien Bonbons

Auffällig ist, dass die meisten zuckerfreien Hustenbonbons zusätzlich noch mit Süßstoffen angereichert sind. Vermutlich will man sie damit geschmacklich noch weiter aufpeppen. Auf den Zutatenlisten findet man ergänzend zu Isomalt häufig Steviolglycoside, Sucralose, Aspartam und/oder Acesulfam-K, manchmal sind auch zwei Süßstoffe enthalten. Aspartam erfordert den Zusatzhinweis „Enthält eine Phenylalaninquelle“. Die Süßstoffe stehen in der Zutatenlisten meistens eher am Schluss, also nach den Angaben zu Kräuterextrakten, Säuerungsmitteln, Vitamin C und Aromen.

Unerwartete Wirkmechanismen: Zucker, Menthol und der Hustenreiz

Eine aktuelle Entdeckung des Monell-Zentrums für Chemische Sinne in Philadelphia hat die Fachwelt ziemlich überrascht. Die Mitarbeiter des Zentrums haben nämlich herausgefunden, dass Pfefferminzbonbons bei Husten helfen. An sich wussten wir das schon lange. Das liegt nun mal an der kühlenden Wirkung des Menthols, dem wichtigsten Aromastoff im Pfefferminzöl. Die betäubende Kälte lindert den Hustenreiz.

Doch dieser Effekt kommt laut Monell erst an zweiter Stelle: Der Zucker war gegen den Hustenreiz noch wirksamer als das Menthol. "Die Abnahme der Empfindlichkeit gegenüber dem Hustenreiz durch Zucker oder Menthol", schreiben die Forscher, "könnte helfen, zu verstehen, warum Hustensäfte ohne medizinischen Wirkstoff meist fast genauso wirksam sind, wie Hustensäfte mit einem Arzneimittel". Will sagen: Die eigentlichen Wirkstoffe des Hustensaftes sind Zucker und Pfefferminz - und das, was Arzt und Apotheker noch als Medizin hineinrühren, können wir in Anbetracht des Zitats aus Expertenmund schlicht als Placebos bezeichnen.

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Menthol-Molekül und Wirkung auf Kälterezeptoren

Menthol, Kälterezeptoren und subjektives Frischegefühl

Dabei bietet Menthol beziehungsweise Pfefferminze nicht nur bei Husten eine Erleichterung. Es ist gerade in der heißen Jahreszeit eine wunderbare Erfrischung. Die Wirkung erfolgt über die Aktivierung von Kälterezeptoren - ohne dass sich die Temperatur im Mund ändert. Die Rezeptoren signalisieren dem Gehirn dann einfach nur das angenehme Gefühl von Frische. Die betäubende Kälte lindert den Hustenreiz.

Sicherheitsaspekte und Missbrauch von Hustensäften: ein Exkurs

Der damalige Codeinskandal von 1985 in Deutschland ist schon vergessen. Die ähnlich wirkenden Nachfolgemedikamente des Codeins - namentlich das Dextromethorphan - haben dazu geführt, dass in den USA der Hustensaft von Kindern und Jugendlichen inzwischen als Droge missbraucht wird. Weit über zwei Millionen Halbwüchsige sollen Hustensaft als Halluzinogen benutzen. Die Wirksamkeit von Dextromethorphan bei Husten ist höchst zweifelhaft. Simpler Honig ist der Droge im klinischen Test deutlich überlegen.

Früher wurden die Hustensäfte für Kinder mit einem Wirkstoff namens Codein versetzt. Bis man aufgrund von Hustensaft-Rezepten, die von Jugendlichen gefälscht worden waren, herausfand, dass man mit den Hustensäften Opiumsüchtige herangezogen hatte. Denn manche Menschen verstoffwechseln das Codein zu Morphin, der eigentlichen Droge des Opiums. Manche Menschen verstoffwechseln das Codein zu Morphin, der eigentlichen Droge des Opiums.

Praktische Hinweise für Verbraucher und Apothekenberatung

Es lohnt sich daher, in der Apotheke wachsam zu sein, wenn Patienten regelmäßig Lutschbonbons kaufen. Man kann dazu beitragen, die Gründe für quälende Mundtrockenheit zu klären. Wenn ein Kunde regelmäßig Lutschbonbons gegen Mundtrockenheit kauft, könnte man nach den Gründen für seine Beschwerden suchen und ihm - falls erforderlich und erwünscht - zu Alternativen raten. Wer in der Apotheke eine Medikationsanalyse anbietet mit der Aufforderung, auch OTC-Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel in der „brown bag“ mitzubringen, sollte auch nach dem Verzehr von Husten- und sonstigen Lutschbonbons fragen. So lässt sich evtl. dauerhaften Blähungen usw. auf die Spur kommen.

Schon der Hinweis auf den nicht gerade geringen Zuckeranteil in Bonbons kann wichtig sein. Wer ständig Zucker-Bonbons lutscht, nimmt nicht nur ununterbrochen Kalorien zu sich, sondern regt auch pausenlos seine Insulinausschüttung an. Das kann ernährungsphysiologisch bedenklich sein. Kleine „Fastenpausen“ sind für den Stoffwechsel gesünder. Außerdem begünstigt der zuckersüße Dauerkontakt an den Zähnen die Entstehung von Karies.

Wer aus gesundheitlichen Gründen zuckerfreie Bonbons verzehrt, sollte die konsumierte Menge kontrollieren. „Dauerlutscher“, die ohne nachzudenken einen Bonbon nach dem anderen in den Mund schieben, können Blähungen, Verdauungsstörungen, Darmkrämpfe bekommen - und bringen diese Symptome womöglich gar nicht mit ihrem Bonbonkonsum in Zusammenhang. Das Apothekenpersonal kann Patienten, die regelmäßig Selbstmedikationspräparate gegen Blähungen und Verdauungsstörungen kaufen, zum Beispiel nach ihrem Bonbon- bzw. Süßigkeiten-Verzehr fragen.

Apotheker berät Kunden zu Hustenbonbons

Verpackung, Haltbarkeit und Umweltaspekte

Auf abgepackten Lebensmitteln, zu denen auch Hustenbonbons zählen, muss ein Mindesthaltbarkeitsdatum stehen. Hustenbonbons enthalten nur geringe Mengen an Wasser, das schützt vor Verderb. Doch Luftfeuchtigkeit und fremde Gerüche können die Qualität von Bonbons deutlich beeinträchtigen. Darum sollte man sie kühl und trocken lagern. Wieder verschließbare Folienverpackungen schützen vor äußeren Einflüssen.

Aus ökologischer Sicht kommt noch ein Problem dazu: Die Verpackung. Unverpackte Hustenbonbons gibt es in Supermärkten und Drogerien nicht zu kaufen. Im Gegenteil: Oft stecken die Bonbons in einer großen Kunststoff- oder Papierverpackung und sind zusätzlich noch einmal einzeln in Plastik verpackt.

Herstellungspraktische Hinweise und DIY-Alternative

So entsteht ein Heilbonbon: Im Herstellungsprozess ersetzen Zuckerersatzstoffe wie Isomalt den Zucker: kalorienärmer und zahnfreundlich. Ätherische Öle wie Eukalyptus oder Menthol geben den Drops ihren frischen Geschmack und ihre Wirkung. Die Lösung für das Müllproblem ist naheliegend: Warum nicht einfach deine Hustenbonbons selber machen? Du kannst natürlich auch normalen Zucker verwenden; Xylit schont aber deine Zähne, ist kalorienärmer und auch für Diabetiker:innen geeignet. Wenn du lieber mit herkömmlichen Zucker arbeiten willst, musst du folgende Grundregel beachten: Zwei Teile Zucker, ein Teil Sud. Auf 200 Gramm Zucker kommen also zum Beispiel 100 Milliliter Sud.

Was Verbraucher beim Kauf beachten sollten

  • Es ist wichtig, außer auf die Kräuter- und Geschmackskomponente besonders auf den Zuckeranteil zu achten.
  • Es gibt Bonbons mit Zucker und Glucosesirup sowie zuckerfreie Bonbons, die in der Regel Isomalt oder Xylit enthalten.
  • Regelmäßiges Lutschen zuckerhaltiger Bonbons führt Kalorien zu, regt die Insulinausschüttung an und kann zu Karies führen.
  • Zuckerfreie Bonbons können zu Verdauungsbeschwerden führen, wenn sie in großen Mengen verzehrt werden.
  • Auf Verpackungshinweise wie „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ achten.
  • Bei anhaltender Mundtrockenheit die Ursachen ärztlich oder in der Apotheke abklären lassen.
Bestandteil Wirkung Hinweis
Zucker / Glucosesirup Feuchtigkeit, Hustenreizminderung, Kalorienlieferant Fördert Insulinausschüttung, Kariesrisiko
Isomalt Zuckerersatz, langsamere Auflösung Weniger Kalorien, zahnfreundlich, abführend bei Überkonsum
Xylit Zuckerersatz, kühle Empfindung Zahnfreundlich, reduziert kariesverursachende Bakterien, abführend bei Überkonsum
Menthol / Pfefferminze Aktivierung von Kälterezeptoren, lindert Hustenreiz Subjektives Frischegefühl, kann bei manchen neuen Hustenreiz auslösen
Eukalyptus, Thymian, Salbei, Eibisch Schleimlösend, reizlindernd, antimikrobiell (teilweise) Meist geringe Dosen in Bonbons; echte Extrakte wirksamer als Aromen
Herstellungsprozess und Wirkung von Hustenbonbons

Auf einen Blick: Hustenbonbons lindern die Symptome von Atemwegserkrankungen und Erkältungen. Bei Mundtrockenheit helfen sie, die trockenen Schleimhäute zu befeuchten. Es ist wichtig, außer auf die Kräuter- und Geschmackskomponente besonders auf den Zuckeranteil zu achten.

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