Honigsorten im Überblick: Eine Vielfalt für Genießer
Honig ist ein seit Jahrtausenden geschätztes Naturprodukt, das durch seine unglaubliche Vielfalt besticht. Die verschiedenen Honigsorten unterscheiden sich nicht nur im Geschmack, sondern auch in Farbe, Konsistenz und Herkunft. Dieser Artikel soll einen umfassenden Überblick über die faszinierende Welt des Honigs geben und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten hervorheben.
Was ist Honig?
Honig ist ein süßes, viskoses Lebensmittel, das von Bienen produziert wird. Sie sammeln Nektar von Blüten oder Sekrete von bestimmten Insekten und Pflanzen, die sie dann in ihrem Honigmagen transportieren. Dort wird der Nektar durch Enzyme in einfache Zucker umgewandelt und anschließend in den Waben des Bienenstocks gelagert.
Wie Bienen Honig produzieren
Die Honigproduktion ist ein faszinierender Prozess, der Teamarbeit, Präzision und Ausdauer erfordert. Bienen sammeln Nektar von Blüten mit ihren langen, röhrenförmigen Zungen und speichern ihn in ihrem Honigmagen. Zurück im Bienenstock wird der Nektar an andere Arbeiterbienen weitergegeben, die ihn wiederholt konsumieren und regurgitieren (Hervorwürgen von Nahrung), um die Komplexität der Zucker zu reduzieren und Enzyme hinzuzufügen, die den Nektar in Honig umwandeln.
Die Vielfalt der Honigsorten
Die Einteilung von Honigsorten erfolgt vor allem nach ihrer Herkunft und den Pflanzen, aus denen der Nektar gewonnen wird. Grundsätzlich lassen sich Honige in zwei Kategorien einteilen: Blütenhonig und Waldhonig.
Blütenhonig
Blütenhonig wird aus dem Nektar von Blumen gewonnen, den Bienen sammeln. Die spezifischen Blüten, die eine Biene besucht, bestimmen den Geschmack, das Aroma und die Farbe des resultierenden Honigs. Beispiele für Blütenhonige sind:
Lesen Sie auch: Gesundheitliche Lage von Heinz Hoenig im Detail
- Rapshonig: Dieser Honig ist in Deutschland sehr verbreitet und zeichnet sich durch seinen milden, charakteristischen Geschmack aus. In flüssiger Form hat er eine hellgelbe Farbe, kandiert ist er weiß bis hellgelb. Rapshonig enthält viel Glucose und kristallisiert daher schnell.
- Löwenzahnhonig: Echter Löwenzahnhonig ist selten, da er eigentlich nur dort gewonnen werden kann, wo diese Pflanze gezielt angebaut wird. Er hat einen hocharomatischen und typischen Geschmack und eine kräftig gelbe Farbe.
- Obstblütenhonig: Dieser Honig wird aus dem Nektar von blühenden Obstbäumen gewonnen und hat einen milden, angenehmen Geschmack. Je nach Obstbestand ergibt der Honig eine fruchtige Note mit charakteristischer Fruchtsüße.
- Sommerblütenhonig: Dieser Honig ist eine Mischung aus dem Nektar vieler verschiedener nektarspendender Blüten wie Himbeere, Brombeere und Weißklee. Er hat einen aromatischen Geschmack und eine dunkelgelbe bis hellbraune Farbe.
- Sonnenblumenhonig: Die Honigsorte, die in einem kräftigen Gelbton optisch schon gut erkennbar ist, überzeugt durch ein herzhaftes Aroma. Sonnenblumenhonig erhält durch den Pollen eine gelbliche Farbe, während der Nektar der Pflanze eher farblos ist.
- Akazienhonig/Robinienhonig: Echter Akazienhonig stammt aus tropischen und subtropischen Ländern. Weist die Herkunft auf dem Etikett ein europäisches Land aus, handelt es sich streng genommen um Robinienhonig. Das ist legitim, denn Robinien werden als “falsche Akazien” bezeichnet. Geschmacklich bietet Akazienhonig einen milden, süßen Geschmack. Er ist bekannt für seinen milden, süßen Geschmack und seine flüssige Konsistenz. Akazienhonig ist ideal als Topping für Pancakes oder im Joghurt und verleiht Speisen eine feine, dezente Süße.
- Lindenblütenhonig: Lindenhonig hat seinen Ursprung im Honigtau und Lindenblütenhonig wird aus dem Blütennektar gewonnen. Beide Honigsorten schmecken kräftig, süß und mit einer fruchtigen Note - dabei können sie dennoch völlig unterschiedlich sein.
Waldhonig
Im Gegensatz zu Blütenhonig wird Waldhonig nicht direkt aus Blütennektar hergestellt. Stattdessen sammeln Bienen den süßen Honigtau ein, der von Insekten wie Blattläusen oder Blattflöhen ausgeschieden wird, die Pflanzensaft von Nadel- und Laubbäumen saugen. Waldhonig ist eine Besonderheit. Klassischer Waldhonig stammt von der Fichte oder Eibe ab. Beispiele für Waldhonige sind:
- Waldhonig: Er schmeckt je nach Herkunft anders, dabei aber immer kräftig und vollmundig.
- Tannenhonig: Diese Rarität kommt aus dem Schwarzwald, wo sie nur alle paar Jahre geerntet werden kann.
Weitere Honigsorten und -formen
Neben Blüten- und Waldhonig gibt es noch weitere interessante Honigsorten und -formen:
- Manuka Honig: Manuka Honig ist eine besondere Honigsorte, die aus dem Nektar der Manuka-Pflanze in Neuseeland und Australien gewonnen wird. Die Südseemyrte ist es, die von den Bienen angeflogen wird und dem Honig wird eine ausgezeichnete Wirkung in Bezug auf Keime nachgesagt. Manuka Honig wird in spezieller Form sogar von Kliniken zur Wundbehandlung eingesetzt. Seine Aromen sind vollmundig und ätherisch. Neben fruchtigen und herben Aromen besitzt er einen würzigen Geruch. Die Konsistenz ist gelatine-artig bis cremig-kristallin.
- Wabenhonig: Hierbei handelt es sich um die ursprünglichste Form der Honiggewinnung. Ganze Wabenstücke werden aus dem Bienenstock entnommen, zurechtgeschnitten und samt Honig verpackt.
- Presshonig: Dabei handelt es sich ebenfalls um eine ursprüngliche Methode, um Honig zu ernten. Die Waben werden entnommen, kleingeschnitten und ausgepresst.
- Tropfhonig: Dieses traditionelle Herstellungsverfahren beschreibt das “Austropfen” der Honigwaben.
- Schleuderhonig: Die wohl schnellste und effizienteste Art der Honiggewinnung. Die Waben, die in Rähmchen im Bienenstock hängen, werden entnommen und in eine Honigschleuder gestellt. Durch die Zentrifugalkraft wird so der Honig aus den Waben geschleudert.
Regionale Besonderheiten
Deutschland bietet eine Vielzahl leckerer, regionaler Honigsorten. Die Bienen sind blütenstet und besitzen einen Flugradius von ungefähr 2,5 km. Sie fliegen ergiebige Nektarquellen, die sogenannte Tracht, immer wieder an. Durch den begrenzten Flugradius der Biene, kann der Imker ihre Nektarquelle und somit die Honigsorten beeinflussen. Ein Imker stellt seine Bienenkästen zu bestimmten Blütezeiten in verschiedenen Regionen auf. Er richtet sich nach der Tracht- bzw. Blühfolge aus. Im Mai beginnt z.B die Rapsblüte. Zur Gewinnung von Rapshonig stellt der Imker seine Kästen in die Nähe der Felder auf. Bei Verblühen der Tracht muss er den Honig rechtzeitig ernten. Reine Honigsorten entstehen, wenn der Anteil einer Tracht bei 60 bis 80% liegt. Die restlichen Blüten bezeichnet der Imker als Beitracht. Besuchen die Bienen verschiedene Blüten, handelt es sich um Blüten- oder Mischhonig. Labore prüfen das Pollenabbild des Naturproduktes. Durch seine Zusammensetzung stellen sie die Sortenreinheit von Bienenhonig fest.
Farbe und Konsistenz von Honig
Die Farbe von Honig ist unglaublich vielfältig. Die Zusammensetzung des Zuckers im Nektar wirkt sich auf die Farbe aus. Auch die Beschaffenheit des Pollens färbt Honig. Honigtau wo besitzt an sich keine Farbe. Erst bei der Honigreifung in den Waben verändern chemische Prozesse im Honigtau die Farbe. Sie führen zu braunen, rotbraunen oder grünlich-braunen Nuancen. Auch Stoffe aus den Waben wie Pollenkitt und Propolis verleihen dem Naturprodukt einen dunkleren Farbton. Feste Honigsorten sind immer heller als Honig in flüssiger Form. D.h. auch die Verarbeitung des Honigs sorgt für unterschiedliche Farbeigenschaften. Bei Erwärmung des Honigs färbt sich seine Farbe dunkler. Auch bei längerer Lagerung dunkelt die Fructose und somit das Naturprodukt nach. Flüssiger Honig besitzt einen höheren Anteil an Fruchtzucker und schmeckt sehr süß. Honig aus frischen Waben ist immer flüssig. Übersättigte Zuckerlösungen kristallisieren aus chemischen Gründen mit der Zeit. So verändert auch Honig bei Lagerung seine Konsistenz. Die Zusammensetzung der Zuckerlösung beeinflusst die Geschwindigkeit der Kristallisation. Dabei spielen die Anteile der Zuckerarten, der Wassergehalt, weitere Pflanzenstoffe wie Pollen und die Temperatur eine entscheidende Rolle.
Gesundheitliche Aspekte von Honig
Honig ist nicht nur lecker, sondern auch reich an Antioxidantien und hat antibakterielle und antimykotische Eigenschaften. Er kann helfen, den Verdauungsprozess zu unterstützen, den Schlaf zu verbessern und kann als natürliches Heilmittel bei Erkältungen und Halsschmerzen verwendet werden. Während alle Honigsorten gesundheitliche Vorteile bieten, können diese je nach Honigsorte variieren. Zum Beispiel enthält Manuka Honig einzigartige antibakterielle Eigenschaften, die ihn besonders wirksam bei der Behandlung von Hautinfektionen und Wunden machen. Es ist wichtig zu beachten, dass Honig, obwohl er gesundheitliche Vorzüge aufweist, ebenfalls eine erhebliche Menge Zucker enthält und daher nur in moderaten Mengen genossen werden sollte. Menschen mit Diabetes oder anderen gesundheitsbezogenen Anliegen sollten ihren Arzt konsultieren, bevor sie ihre Honigzufuhr steigern. Es ist von entscheidender Bedeutung zu verstehen, dass die Zugabe von Honig zur Süßung von Säuglingsnahrung, wie Milch oder Brei, obwohl sie den Geschmack möglicherweise verfeinert, für Kinder unter einem Jahr ein Risiko sind. Der Grund dafür ist Säuglingsbotulismus, eine extrem seltene, aber möglicherweise lebensbedrohende Krankheit.
Lesen Sie auch: Herstellungsprozess von Blaue Biene Honig detailliert erklärt
Verwendung von Honig
Honig ist vielseitig einsetzbar und findet in verschiedenen Bereichen Anwendung:
- Medizin: Honig hat antiseptische, entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften. Er kann zur Behandlung von Wunden, Verbrennungen, Geschwüren und Infektionen verwendet werden. Honig kann auch bei der Linderung von Halsschmerzen und Husten helfen und wird in einigen Kulturen zur Behandlung von Hauterkrankungen eingesetzt.
- Kosmetik: Honig ist ein natürlicher Feuchtigkeitsspender und wird in einer Vielzahl von Hautpflegeprodukten verwendet, darunter Gesichtsmasken, Cremes, Seifen und Badezusätze. Er hilft, die Haut zu beruhigen, Unreinheiten zu entfernen und kann zur Behandlung von Akne beitragen. Honig enthält Antioxidantien, die die Haut vor Schäden durch freie Radikale schützen.
- Massage: Die Honig-Massage, auch Apitherapie genannt, ist eine alternative Behandlungsmethode, die besonders in osteuropäischen Ländern weit verbreitet ist. Sie wird häufig zur Entgiftung des Körpers, zur Verbesserung der Durchblutung und zur Linderung von Muskelschmerzen eingesetzt.
- Haarpflege: Honig spendet Feuchtigkeit und stärkt die Haarfollikel. Er wird in Conditionern, Haarmasken und Shampoos verwendet, um das Haar weich, glänzend und gesund zu halten. Darüber hinaus kann Honig helfen, Schuppen zu reduzieren und die Kopfhaut zu beruhigen.
- Kunsthandwerk: Honig wird in der Kerzenherstellung verwendet, insbesondere bei der Herstellung von Bienenwachskerzen. Diese Kerzen verbrennen langsamer und sauberer als Kerzen aus anderen Wachsen und geben einen angenehmen, natürlichen Duft ab.
- Möbelpflege: Honig kann in bestimmten Holzpolituren verwendet werden, um das Holz zu nähren und ihm einen warmen Glanz zu verleihen. Er hilft, die Feuchtigkeit im Holz zu bewahren und kann helfen, Kratzer und Unvollkommenheiten zu verbergen.
- Weinherstellung: Honig ist der Hauptbestandteil von Met, einem alten alkoholischen Getränk. Der Prozess der Fermentation verwandelt den Zucker im Honig in Alkohol.
Lesen Sie auch: Natürliches Heilmittel bei Erkältung
tags: #Honig #Sorten #Übersicht


