Honig-Salbei-Bonbons: Wirkung und Herstellung
Salbei-Bonbons selber zu machen ist nicht schwierig und sie helfen gegen Husten. Wir zeigen dir, welche Zutaten du brauchst und wie dir die Zubereitung am besten gelingt.
Wirkung von Salbei und Honig in Bonbons
Salbei, auch bekannt als Salvia officinalis, ist eine aromatische Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde und Volksmedizin verwendet wird. Salbei schmeckt und riecht nicht nur gut, sondern ist auch schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. Er hilft gegen Entzündungen, Viren, Bakterien, Halsschmerzen, Husten und fördert die Wundheilung.
Der Salbeiöl enthält Thujon (antimikrobiell), 1,8-Cineol (schleimlösend und entzündungshemmend) sowie Campher (durchblutungsfördernd und leicht schmerzlindernd). Mit 3 bis 8 Prozent Gerbstoffgehalt (darunter Salviatannin) hat Salbei eine ausgeprägt adstringierende - also zusammenziehende - Wirkung. Rosmarinsäure, ein Hydroxyzimtsäure-Derivat, wirkt stark antioxidativ und entzündungshemmend. Dieser Dreiklang - antimikrobielles Öl, schützende Gerbstoffe und entzündungshemmende Rosmarinsäure - macht den Salbei als Ganzes wirksamer, als es die einzelnen Inhaltsstoffe für sich wären.
Die Wirkstoffe: In getrockneten Salbeiblättern stecken 1 bis 2,8 Prozent ätherisches Öl - darin die wichtigsten Komponenten. Die Gerbstoffe bilden auf entzündeten Schleimhäuten einen schützenden Film, der die Reizung mindert und das Gewebe beruhigt. Beim langsamen Lutschen eines Salbeibonbons entfaltet sich die Wirkung über mehrere Minuten direkt auf der Rachenschleimhaut. Der Speichelfluss wird angeregt, die Gerbstoffe bilden ihren schützenden Film, die ätherischen Öle wirken antimikrobiell, und Cineol sowie Campher lindern leicht den Schmerz.
Honig ist eines der ältesten Naturheilmittel und wurde bereits in der Antike von den Ägyptern, Griechen und Römern als Heilmittel verwendet. Honig, insbesondere Manuka-Honig, Thymianhonig, Eukalyptushonig oder Lindenhonig, gelten als altes Hausmittel gegen Erkältungen. Studien zeigen, dass an ihrer bakteriziden und viruziden Wirkung tatsächlich etwas dran ist. Allerdings ist in einem Honigbonbon recht wenig davon enthalten.
Lesen Sie auch: Gesundheitliche Lage von Heinz Hoenig im Detail
Dieser unstrittige Effekt hat mehr mit erhöhtem Speichelfluss zu tun als mit dem Honig. Die Süße signalisiert Nahrung, was die Speicheldrüsen in freudiger Erwartung mit verstärkter Aktivität quittieren. Will man mit der natürlichen Heilkraft des Honigs etwas gegen das Rumoren im Hals unternehmen, sollte man einfach mehrmals täglich eine kleine Menge Manuka-Honig im Mund zergehen lassen.
Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat Salbeiblätter offiziell als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft - zur Linderung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum, bei übermäßigem Schwitzen und bei leichten Verdauungsbeschwerden. Klinische Studien stützen diese Bewertungen.
Sicherheit und Nebenwirkungen
So gesund und heilsam geringe Mengen an Salbei auch sind, in großen Mengen kann er zu Nebenwirkungen führen. Schwangere und Menschen mit Epilepsie sollten bei hochdosierten Salbeizubereitungen (Tees in therapeutischer Dosierung, ätherisches Öl) Vorsicht walten lassen. Generell wird Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit von einem übermäßigen Genuss von Salbei abgeraten, da er zu verfrühten Wehen und einer gehemmten Milchproduktion führen kann. Zwar sollte ein Salbeibonbon nicht direkt zu Komplikationen führen, doch wende dich bei Unsicherheiten besser an deinen Arzt.
Das im Salbeiöl enthaltene Thujon kann in sehr hohen Dosen neurotoxisch wirken. Die EU reguliert den Thujon-Gehalt in Lebensmitteln entsprechend streng. Bei Bonbons in üblicher Menge gilt das nicht - hier überwiegt der Genuss.
Grundrezept: Honig-Salbei-Bonbons selber machen
Salbei-Bonbons musst du nicht unbedingt kaufen, sondern kannst sie ganz einfach zu Hause herstellen. Die Salbeibonbons schmecken nämlich nicht nur gut, sondern helfen auch noch gegen Halsschmerzen und Husten. Außerdem eignen sie sich perfekt als kleines Geschenk.
Lesen Sie auch: Herstellungsprozess von Blaue Biene Honig detailliert erklärt
Zutaten (Grundrezept)
- frische Salbeiblätter oder getrockneter Salbeitee
- weißer oder brauner Zucker (oder Zuckeralternative wie Xylit, Erythrit, Birkenzucker)
- Wasser
- Honig (oder Honigersatz / Agavendicksaft für vegane Variante)
- Zitronensaft
- Puderzucker zum Wälzen
Für ein konkretes Rezept könntest du zum Beispiel folgende Mengen verwenden: 3 Teebeutel Salbeitee, 60 ml Wasser, 1 Zitrone, 150 g Zucker, 3 EL Honig, 60 ml Salbeitee, 1 EL Ingwersaft, Puderzucker zum Wälzen.
Zubereitung Schritt für Schritt
- Wasche und putze zuerst den Salbei. Hacke die Blätter danach so fein wie möglich.
- Gib den Zucker zusammen mit etwa zwei Esslöffeln Wasser in einen Topf und erhitze ihn bei niedriger bis maximal mittlerer Hitze. Der Zucker wird nun langsam flüssig. Schwenke den Topf dabei häufig hin und her, sodass nichts anbrennt. Alternativ kannst du ihn vorsichtig mit einem Holzlöffel umrühren. Pass aber auf, dass die Masse nicht daran kleben bleibt.
- Nimm den Topf vom Herd, wenn der Zucker flüssig ist und beginnt braun zu werden. Der Zucker darf keinesfalls anbrennen oder zu heiß werden, da er sonst bitter schmeckt.
- Gib den Honig und den Zitronensaft in den Topf und verrühre alle Zutaten zu einer homogenen Masse. Gib dann noch die gehackten Salbeiblätter mit hinein.
- Breite ein Backpapier auf einem Backblech aus. Tropfe die flüssige Masse mit einem Löffel in der gewünschten Bonbongröße darauf. Wer keine geeignete Form zu Hause hat, kann die Masse portionsweise mit einem Löffel auf ein Backpapier tropfen. Zum Abfüllen der Salbeibonbons eignen sich am besten kleine Silikonformen für beispielsweise Pralinen.
- Lass die Salbei-Bonbons abkühlen und hart werden. Wenn du möchtest, kannst du sie auch noch rollen, bevor sie komplett aushärten. Prüfe einfach ab und an, ob die Masse schon bereit dafür ist. Das erkennst du daran, dass sie keine Fäden mehr zieht, wenn du sie mit dem Finger berührst.
- Nimm die Salbei-Bonbons dann einfach zwischen die Finger und rolle sie ein paar Mal hin und her. Lass sie danach komplett aushärten.
- Wälze die Salbei-Bonbons in etwas Puderzucker, damit sie nicht zusammenkleben.
Als Alternative zur direkten Zucker-Karamell-Methode kann die Grundlage für die Hustenbonbons auch ein Tee aus Salbei sein. Bringe das Wasser in einem Wasserkocher oder in einem Topf zum Kochen. Hacke die frischen Salbeiblätter in grobe Stücke und gib sie zusammen mit dem heißen Wasser in eine Tasse. Lass den Salbeitee nun für etwa 10 Minuten ziehen, bevor du die Blätter aus der Tasse entfernst. Presse den Saft einer halben Zitrone aus und gib ihn zusammen mit dem Salbeitee, dem Zucker und dem Honig in einen Topf.
Schalte den Herd auf die höchste Stufe und rühre bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat und die Flüssigkeit zu brodeln beginnt. Reduziere die Temperatur daraufhin auf die mittlere Stufe und lass alles für etwa 20 - 25 Minuten unter stetigem Rühren köcheln. Sollte die Flüssigkeit zwischenzeitlich zu stark schäumen, kannst du sie kurz von der Herdplatte nehmen. Nimm den Topf vom Herd sobald die Masse für die Hustenbonbons ausreichend eingekocht ist und lass sie für etwa 2 Minuten leicht auskühlen. Verteile die Bonbonmasse nun in die Silikonform oder tropfe sie mit einem Löffel auf Backpapier.
Tipps & Tricks zur Zubereitung
- Das Schwierigste an der Zubereitung ist es, zu erkennen, wann die Masse für die Bonbons fertig ist und in die Form abgefüllt werden kann. Durch eine Gelierprobe lässt sich das sehr leicht feststellen. Dafür gibt man einfach einen Tropfen der heißen Masse in ein Schälchen mit kaltem Wasser. Wird der Tropfen innerhalb von kürzester Zeit fest und ist nicht mehr formbar, ist die Bonbonmasse fertig.
- Die Bonbon-Masse ist sehr heiß. Die Masse der Salbeibonbons wird wahnsinnig heiß und sollte nicht aus den Augen gelassen werden! Keinesfalls sollten Kinder beim Kochen beteiligt sein. Und auch wenn es schwerfällt: Komm bitte nicht auf die Idee den heißen Löffel abzuschlecken!
- Sollten die Bonbons nicht fest werden, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass immer noch zu viel Flüssigkeit vorhanden ist. Vermutlich hätten sie noch etwas länger kochen müssen. Du kannst die Masse aber jederzeit erneut erhitzen.
- Wenn die Bonbons Schaum einschließen, klingt das als wäre die Temperatur zu hoch gewesen. Vielleicht ist dein Herd heißer und die niedrigste Stufe wäre bei dir besser gewesen. Die ersten Bonbons ließen sich einfach auf das Packpapier tropfen und wurden wie Bonbons.
- Falls du die Bonbons in Formen gießen möchtest, kannst du diese leicht mit Öl einpinseln, damit sich die selbst gemachten Honig-Salbei-Bonbons später besser lösen lassen.
- Bei zuckerfreien Varianten kannst du den Zucker durch Xylit oder Erythrit ersetzen. Möchtest du lieber vegane oder zuckerfreie Bonbons? Kein Problem, den Honig kannst du ganz einfach weglassen oder eine vegane Honigalternative verwenden. Wer zahnschonende und zuckerfreie Salbeibonbons möchte kann den Zucker durch Xylit oder Erythrit austauschen.
- Luftdicht verpackt, lassen sich die selbstgemachten Honig-Salbei-Bonbons einige Wochen aufbewahren. Bewahre die fertigen Bonbons in einem luftdicht verschließbaren Glas auf. Damit sie nicht aneinander kleben solltest du sie von allen Seiten mit etwas Puderzucker bestäuben.
Variationen und Zutatenwahl
Das einfache Grundrezept für Salbei-Bonbons kannst du problemlos variieren, wie es dir gefällt. Außerdem kannst du mit dem Basisrezept nicht nur Salbei-Bonbons selber machen, sondern auch viele andere Kräuter zu Bonbons verarbeiten. Als weitere Zutat kommt noch Ingwer in die Bonbons. Ingwer ist genauso bekannt für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften, besonders in der Erkältungszeit. Ingwer enthält sogenannte Gingerole, Shogaole und Zingerone, Verbindungen mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. Zudem fördert er die Durchblutung und wärmt.
Honig-Salbei-Bonbons sind die perfekte erste Hilfe bei Erkältungskrankheiten. Lutsche die Bonbons einfach bei Bedarf, wenn es dich auch mal wieder erwischt hat. Sobald der Hals anfängt zu kratzen ist es meistens schon zu spät - da hilft nur noch Hustenbonbons lutschen und Tee trinken.
Lesen Sie auch: Natürliches Heilmittel bei Erkältung
Herstellung ohne starkes Erhitzen des Honigs
Natürlich hast du recht, dass der Honig durch das Erhitzen leider viele seiner wertvollen Inhaltsstoffe verliert. Honig über 40 °C zu erhitzen ist keine gute Idee, da dadurch die darin enthaltenen Enzyme und Vitamine kaputtgehen und zudem gesundheitsschädliches Hydroxymethylfurfural (HMF) entsteht. Will man Honigbonbons selber herstellen, sollte man den Karamell mit Haushaltszucker kochen und den Honig erst unterrühren, wenn die Masse beim Abkühlen fest zu werden beginnt. Dazu erhitzt man Weißzucker in einem Topf ohne Wasser langsam und unter ständigem Umrühren, bis die Farbe zu einem hellen Braun wechselt. Nicht zu lange, sonst verbrennt der Zucker zu schwarzem Zuckercouleur. Wird die Masse beim Kaltrühren allmählich zäh, gibt man die gewünschte Menge Honig hinzu und mischt ihn gründlich unter. Dann verteilt man sie auf Backpapier zum Auskühlen.
Bonbon-Handwerk und Praxis
In der handwerklichen Bonbon-Herstellung kommt es auf den richtigen Moment an. Die Zuckermasse wird bei etwa 150 °C zur Hartkaramelle gekocht. Würde man den Salbeiextrakt bei dieser Temperatur einarbeiten, gingen die empfindlichen Aromastoffe verloren. Deshalb wird der Extrakt erst bei der Abkühlung auf etwa 80 bis 90 °C eingearbeitet - ein Zeitfenster, das Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert. Bei Bonbon Müller verwenden wir dabei keinen isolierten Aromastoff, sondern echten Salbeiextrakt. Der Unterschied: Im Vollextrakt bleiben die Gerbstoffe und die Rosmarinsäure erhalten, die im reinen ätherischen Öl fehlen.
Für „richtige“ Honigbonbons gießt man die Masse auf eine mit erwärmtem Bienenwachs bestrichene Unterlage und knetet sie mit einer Palette gründlich durch. Wird die Masse formbar, rollt man sie zu einer dünnen Wurst und schneidet diese in mundgerechte Stücke. Aneinanderkleben lässt sich verhindern, indem man sie kurz in geschmolzenes Bienenwachs taucht oder in einer Schüssel Puderzucker wendet.
Historischer Kontext und Botanik
Kaum ein Heilkraut blickt auf eine so lange und gut dokumentierte Geschichte zurück wie der Salbei. Sein Name verrät bereits seine Bestimmung: Salvia leitet sich vom lateinischen salvare ab - heilen, retten. Seit der Antike gilt er als eines der wichtigsten Kräuter der europäischen Heilkunde, und bis heute ist er aus der Phytotherapie nicht wegzudenken. In mittelalterlichen Klostergärten war Salbei eine der wichtigsten Heilpflanzen. Die Geschichte des Salbeis als Heilpflanze reicht weit zurück. Schon der römische Naturforscher Plinius der Ältere beschrieb ihn im 1. Jahrhundert als wundheilend und blutstillend. Im Mittelalter war Salbei eine der wichtigsten Pflanzen in den Klostergärten Europas.
Der Echte Salbei (Salvia officinalis L.) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Als Halbstrauch wird er 30 bis 70 Zentimeter hoch. Seine grau-grünen, filzig behaarten Blätter mit der charakteristisch runzeligen Oberfläche verströmen bereits beim Berühren einen intensiv würzig-herben Duft.
Aufbewahrung, Verpackung und Geschenkidee
Die Salbeibonbons sind zudem perfekt für alle Fans von Zero Waste in der Küche, da sie nicht einzeln in Plastik verpackt sind. Sie sind außerdem auch ein tolles Geschenk für Freunde und Familie. Nutze kleine Glasbehälter oder Papiertüten, um den handgemachten Charme zu unterstreichen. Bewahre die fertigen Bonbons luftdicht auf. Luftdicht verpackt, lassen sich die selbstgemachten Honig-Salbei-Bonbons einige Wochen aufbewahren.
| Zutat | Funktion |
|---|---|
| Salbei | antimikrobiell, adstringierend, entzündungshemmend |
| Honig | Geschmack, beruhigend, antimikrobiell (teilweise) |
| Zucker | Basis der Bonbonmasse, Karamellbildung |
| Zitrone | Säure zur Balance, Konservierung |
| Ingwer (optional) | wärmend, entzündungshemmend |
Wer Honigbonbons selber machen will, findet im Internet viele Rezepte auf Grundlage von Haushaltszucker oder von reinem Honig. Für unterwegs sind die Zuckerbömbchen einfacher zu handhaben und unbestreitbar lecker.
tags: #Honig #Salbei #Bonbons #Wirkung #und #Herstellung


