Honig Met mit Kirschsaft: Rezept und Herstellung Schritt für Schritt
Kirsch-Met, auch bekannt als Honigwein mit Kirschsaft oder im Volksmund „Wikingerblut“, verbindet die süßen Noten von Blütenhonig und die fruchtige Frische der Sauerkirsche zu einem legendären Getränk. Viele Met-Liebhaber sind fasziniert von den unzähligen Geschmacksvariationen - insbesondere, wenn Kirschsaft oder ganze Kirschen hinzugefügt werden. In diesem Artikel erklären wir detailliert, wie man Kirsch-Met bzw. Kirsch-Honigwein in hausgemachter Qualität selbst herstellt, welche Zutaten und welches Zubehör benötigt werden und worauf es bei jedem Herstellungsschritt ankommt.
Grundlagen der Herstellung: Was ist Kirsch-Met?
Honigwein wird - wie jeder Wein - durch die Hefe-Gärung aus einer zuckerhaltigen Honig-Wasser-Mischung hergestellt. Es gibt unzählige Varianten von Honigwein. Mit scharfen Gewürzen, mit Zimt, Nelken oder Vanille. Manche geben Zitronensaft dazu, ganz viele Apfelsaft - für den Hobbygebrauch ist das auch alles in Ordnung. Die Zugabe von Sauerkirschsaft oder ganzen Kirschen ist besonders beliebt, da sie Aroma, Farbe und geschmackliche Tiefe verleihen. Echter Sauerkirsch-Honig-Wein ist dabei kein gemixter Met mit Kirschsaft, sondern ein durch und durch vergorenes Produkt aus den Grundzutaten Honig, Wasser, Hefe und Früchten, vor allem Sauerkirschen.
Zutaten für Kirsch-Met (Beispiel für 9 Liter Ansatz)
- 4,2 kg entsteinte Sauerkirschen (etwa 5 kg unentsteint)
- 3 kg kräftiger Wald- oder Tannenhonig
- 4,5 Tabletten Hefenährsalz
- 2 g Pektinase
- 1 Päckchen Trockenhefe (z. B. Burgund)
- 0,75 g Kaliumpyrosulfit
- Wasser (weich oder destilliert), zur Menge siehe Schritte
Hygiene - Der wichtigste erste Schritt
Das Wichtigste: Hygiene. Reinige zuerst die gesamte Arbeitsumgebung, die Gerätschaften und deine Hände, bevor du beginnst. Spüle den Gärbehälter, Löffel und Trichter gründlich entweder heiß (Achtung Glas langsam anwärmen, sonst Gefahr von Zerspringen) oder mit einem geeigneten Desinfektionsmittel, z.B. 2%ige-Schwefellösung. Die Gärung dauert ihre Zeit und wenn sich irgendwo Schimmelsporen verstecken, war’s das mit dem Met herstellen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Herstellung von Kirsch-Met
1. Sauer-Kirschen vorbereiten
Es sollten auf jeden Fall die aromatischeren Sauerkirschen verwendet werden. Waschen Sie die Kirschen gut und entfernen Sie die Steine. Sie enthalten Inhaltsstoffe, welche die hochgiftige Blausäure freisetzen können, deshalb gehören sie nicht in den Wein. Außerdem können sie zu einem bitteren, kirschuntypischen Geschmack führen. Einzelne Steine im Ansatz können toleriert werden solange die Kerne ganz bleiben. Wenn Sie keinen automatischen Kirschentsteiner besitzen, können Sie auch eine Haarnadel in einen Korken stecken und damit die Kirschen entsteinen. Anschließend füllen Sie die Kirschen in den Gärballon.
- Frische Sauerkirschen: Wasche und säubere die Sauerkirschen. Entferne die Kerne und das Grünzeug.
- Tiefgefrorene Sauerkirschen: Taue die Kirschen auf. Zerdrücke sie grob, z.B. mit einem Kartoffelstampfer.
2. Gärstarter ansetzen
Zuerst stellt man sich einen Gärstarter her. Dazu nimmt man 200 g entsteinte Kirschen, gibt diese z.B. in ein Einmachglas und zerstampft sie. Dann rührt man eine halbe zerstoßene Nährsalztablette unter und gibt die Hefe hinzu. Das Glas wird mit einem Papiertaschentuch und Gummiband verschlossen. Diesen Gärstarter lässt man 12 Stunden sich entwickeln.
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3. Honiglösung und Pektinase
Der Honig wird in Wasser gelöst und kommt zusammen mit den Kirschen in den Gärbehälter. Der Honig sollte keinesfalls über 40 Grad erwärmt werden, damit die Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Maximal 50°C warmes Wasser ist erlaubt, um den Honig leichter löslich zu machen. Löse den Honig vollständig darin auf und gieße alles zu den Kirschen. Die Pektinase wird zu den gestampften Kirschen gegeben, damit mehr Saft freigesetzt wird und keine Gelierung eintritt. Lasse diese Mischung etwa 12 Stunden ziehen.
- Pektinase löst die Zellwände der Kirschen auf, gibt so mehr Saft frei und verhindert ein späteres Gelieren des Ansatzes.
4. Ansatz im Gärbehälter
Nun gibt man den gesamten Kirsch-Mus mit dem Honig in einen gut 10 Liter fassenden Gärbehälter mit großer Einfüllöffnung. Wenn der Ansatz auf Raumtemperatur abgekühlt ist, gibt man den Gärstarter zu und füllt mit Wasser auf 9 Liter auf. Nun kommen die restlichen zerdrückten Nährsalztabletten dazu. Der Behälter wird mit einem Gäraufsatz verschlossen und an einem nicht zu warmen Ort gelagert.
5. Hauptgärung
Die Gärung setzt je nach verwendeter Hefe recht zügig ein, erkennbar an der Schaumbildung und Blasen im Gärröhrchen. Täglich einmal den oben aufschwimmenden Fruchtbrei nach unten drücken und im Ansatz verrühren. Die Hauptgärung dauert ca. zwei Wochen.
6. Abpressen und Nachgärung
Nach etwa 14 Tagen werden die Fruchtschalen abgepresst. Dies am besten erst grob durch ein feines Sieb, damit etwas Fruchtfleisch im Ansatz verbleibt, dann gründlich durch einen Presssack oder Tuch, um wirklich so viel wie möglich an Saft herauszubekommen. Der von den Schalen befreite Ansatz kommt jetzt zurück in den Gärbehälter. Diesen täglich 2 mal schwenken, bis die Gärung abgeschlossen ist. Das ist der Fall, wenn wirklich nur noch beim Schütteln Gas entweicht.
7. Klärung und Schwefeln
Jetzt den Ansatz in den kühlen Keller stellen, nicht mehr bewegen! und nach 2 Wochen vom Bodensatzt abziehen. Den abgezogenen Jungwein mit 0,75 g Kaliumpyrosulfit schwefeln und mit Gäraufsatz verschlossen erneut in den Keller stellen und weiter die Selbstklärung abwarten.
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8. Filtration und Flaschenabfüllung
Wenn ein erneuter, scharf abgegrenzter Bodensatz entstanden ist, wird der Wein erneut abgezogen und in Flaschen gefüllt. Alternativ kann der Wein geschönt oder gefiltert werden.
Wie bei allen Honigweinen sollte dieser noch reifen, bevor er getrunken wird. Am besten die Flaschen verkorken und liegend im kühlen und dunklen Keller lagern. Ein halbes Jahr sollte es schon sein, aber er schmeckt natürlich auch schon vorher. Mit zunehmender Reife gewinnt er allerdings deutlich an Harmonie!
9. Genuss und Tradition
Eisgekühlt im Sommer oder heiß im Winter: ein handgemachtes Erlebnis! Bei der Zubereitung als Heißgetränk darf dieser Kirsch-Met nur erwärmt aber nicht zum Kochen gebracht werden.
Stilecht sollte das Wikingerblut natürlich aus Trinkhörnern genossen werden!
Abwandlungen, Tipps und häufiger Fragen
- Probiere dich aus, Met herstellen ist zwar keine große Kunst, doch es erfordert Zeit und Geduld.
- Es gibt Imker, bei denen Honigwein Jahre lagert, bevor sie ihn filtern.
- Mit scharfen Gewürzen, Kräutern, Zimt, Nelken oder Vanille kannst du das Aroma weiter verfeinern.
- Preis und Einkauf: In der Schweiz ist Kirschensaft oft sehr teuer (über 8 Euro pro Kilogramm), während Sauerkirschen in Deutschland günstiger zu haben sind.
- Zur Berechnung der Nährwerte liegen für dieses Rezept keine Angaben vor.
- Jugendschutz: Laut Jugendschutzgesetz ist die Abgabe von Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Mit dem Kauf oder Konsum bestätigen Sie die Volljährigkeit.
| Schritt | Dauer | Einzelarbeit |
|---|---|---|
| Vorbereitung & Gärstarter | 24 Stunden | Hygiene sichern, Kirschen waschen/entsteinen |
| Angärung & Hauptgärung | ca. 2 Wochen | Täglich umrühren, Gärung beobachten |
| Abpressen | nach 14 Tagen | Sieben, Pressen, Ansatz klären |
| Nachgärung & Klärung | 2 bis 6 Wochen | Ruhe, Abschöpfen vom Bodensatz |
| Flaschenreife | mind. 6 Monate | Lagerung, Qualitätssicherung |
Kurz-FAQ zu Kirsch-Met
- Was ist Drachenblut/Wikingerblut? - Eine Variante des Kirsch-Met mit besonders kräftiger Farbe, gerne mit Gewürzen, meist aus Sauerkirschen.
- Hefezusatz und Nährsalz? - Unbedingt notwendig für gleichmäßige und vollständige Gärung!
- Kirschen mit oder ohne Stein? - Immer ohne Stein, da Kirschkerne Blausäure abgeben können.
- Wie genießt man Kirsch-Met am besten? - Pur, eisgekühlt oder als Heißgetränk (nur erwärmen, nicht kochen!).
Honig-Met mit Kirschsaft als Erlebnis
Vikingerblut selbst zu machen ist mehr als nur ein Rezept - es ist echtes Handwerk. Mit hochwertigen Zutaten gelingt ein authentischer, natürlicher Fruchtmet, der kraftvoll und einzigartig schmeckt. Wir haben für uns und unsere Kunden diesen Met für sehr gut beurteilt und ausgesucht.
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Genießen Sie diese Spezialität möglichst pur. Mit etwas Erfahrung kannst du den Kirsch-Honigwein nach persönlichem Geschmack variieren und bist deiner Kreativität nicht durch „das einzig richtige Rezept“ eingeschränkt - Hauptsache, es schmeckt!
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