Head Full of Honey: Das US-Remake von Honig im Kopf – Ein detaillierter Überblick

Mit „Head Full of Honey“ brachte Til Schweiger 2018 eine englischsprachige Neuauflage seines deutschen Erfolgsfilms „Honig im Kopf“ von 2014 in die US-Kinos. Der Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Schweiger setzte dabei auf Hollywood-Größen, um den internationalen Markt zu erschließen und den Kassenerfolg von über 7 Millionen Zuschauern des Originals zu wiederholen. Doch die Neuverfilmung stieß auf eine gänzlich andere Resonanz und wurde von Kritikern vernichtend beurteilt.

Handlung und Grundthematik von Head Full of Honey

Das Zentrum der Geschichte bildet der verwitwete Rentner Amadeus, der nach dem Tod seiner Frau zunehmend Symptome der Alzheimer-Krankheit zeigt. Amadeus lebt alleine in Connecticut (USA), kann aber nicht länger selbstständig für sich sorgen. Sein Sohn Nick holt ihn zu sich nach London, um sich um ihn zu kümmern. Die angespannte Ehe zwischen Nick und Sarah wird durch Amadeus’ Ankunft weiter belastet. Als letztlich die Einweisung in ein Pflegeheim bevorsteht, nimmt Nicks junge Tochter Matilda mit ihrem Großvater Reißaus. Gemeinsam begeben sie sich auf eine abenteuerliche Zugfahrt nach Italien, wo Amadeus einst seine Flitterwochen verbrachte. Unterwegs erleben sie verschiedene Verwicklungen, wie etwa Begegnungen in einem Kloster.

Familienreise im Film Head Full of Honey

Vergleich: Remake versus Original

Bereits der Trailer zu Head Full of Honey ähnelte dem zu Honig im Kopf bis ins Detail und strotzte vor Selbstzitaten. Die Geschichte des an Alzheimer erkrankten Großvaters und seines Roadtrips nach Venedig ist unverändert geblieben. Wie die Fachzeitschriften Cinema und TV Spielfilm feststellten, erzählt Head Full of Honey mit Variationen die gleiche Geschichte im identischen Look, aber weniger als Komödie und mit einem stärkeren Fokus auf familiäres Drama. Til Schweiger betonte, dass die Beziehungen, insbesondere der Konflikt zwischen Nick und seiner Ex-Frau, stärker herausgearbeitet wurden. Die Besetzung mit Nick Nolte sorgt zudem für einen melancholischeren Tonfall als im Original. Das US-Remake ist beinahe ein 1-zu-1-, Shot-für-Shot-Remake, mit kontemporären und kulturellen Anpassungen.

Original vs Remake: Honig im Kopf und Head Full of Honey

Besetzung und Produktion

Hauptdarsteller und Nebenrollen

Die Rolle des Großvaters, im Original von Dieter Hallervorden gespielt, übernimmt in Head Full of Honey der dreifach Oscar-nominierte Nick Nolte. Als Sohn Nick ist der ebenfalls Oscar-nominierte Matt Dillon zu sehen. Nicks Tochter Matilda wird von Sophie Lane Nolte, der 11-jährigen Tochter von Nick Nolte, verkörpert, was erneut für eine familiäre Verbindung auf der Leinwand sorgt - im Original spielte Schweigers Tochter Emma diese Rolle. Weitere Schauspielgrößen wie Emily Mortimer, Jacqueline Bisset und Eric Roberts wurden ebenfalls für Nebenrollen verpflichtet. Ursprünglich war Michael Douglas für den Part des Großvaters vorgesehen, und die Rolle war laut Schweiger bereits im Original mit einem internationalen Star im Kopf geschrieben, nämlich Sir Michael Caine.

Til Schweigers Rolle im Remake

Wie schon bei Honig im Kopf übernimmt Til Schweiger im US-Remake sowohl Regie als auch Produktion und wirkte neben Jojo Moyes und dem Kabarettisten Lo Malinkean an der Adaption seines Originaldrehbuchs mit. Finanziert wurde Head Full of Honey von Warner Bros. und Schweigers Produktionsfirma Barefoot Films mit Fördergeldern der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Ein Teil der Dreharbeiten fand erneut in deutschen Städten wie Bad Oldesloe statt.

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Til Schweiger am Set von Head Full of Honey

Veröffentlichung und Einspielergebnisse

Ende November 2018 wurde der deutsche Starttermin veröffentlicht: Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 21. März 2019. Im Veröffentlichungsplan von Warner Bros. tauchte das Erscheinungsdatum früher als erwartet auf - einen limitierten US-Kinostart setzte das Studio für den 30. November 2018 fest. Diese begrenzte Auswertung diente vermutlich der Qualifikation für die Oscarverleihung 2019. Lediglich vier Kinos zeigten Head Full of Honey zur Premiere in den USA, was sich auch am mageren Einspielergebnis von etwas mehr als 10.000 US-Dollar widerspiegelte.

Film Kinozuschauer (Deutschland) Einspielergebnis (USA) Kinos (USA)
Honig im Kopf (2014) 7 Mio - -
Head Full of Honey (2018) 6.388 12.350 USD 4

Auch in Deutschland konnte Head Full of Honey nicht ansatzweise an den Erfolg des Originals anknüpfen und verschwand nach kurzer Zeit aus den Kinos.

Head Full of Honey Trailer und Filmanalyse

Kritische Resonanz und Kontroverse

Head Full of Honey erhielt anlässlich seines Kinostarts vernichtende Kritiken. Rex Reed vom New York Observer nannte ihn ein „überflüssiges Remake“, „übertrieben, ärgerlich und so lustig wie eine Wurzelbehandlung ohne Narkose“. Gary Goldstein von der Los Angeles Times bezeichnete den Film als ein „überlanges Durcheinander, das von einem Menschen mit fehlgeleiteten kreativen Instinkten stammt“ und meinte, es sei „Kein Wunder, dass Warner den Film bis zur letzten Minute vor der Kritik versteckt hat“. Die New York Times sprach von einer „bizarren Handlung“ und nannte den Film „desaströs“, der britische Observer sah das „Fiasko“ eines „fehlgeleiteten Regisseurs“.

Regisseur Schweiger selbst kommentierte die Kritiken als „gezielte Hinrichtungen“, die für den Misserfolg des Films verantwortlich seien; er habe sich „gefragt, was die Kritiker für einen Film gesehen haben“. Das Publikum in den USA habe „genauso reagiert wie in Deutschland“. Die Hamburger Morgenpost fragte sich unter der Überschrift „Alles schon mal gesehen“: „wieso soll man das hier noch mal anschauen?“

Die Ausstattung und der Filmschnitt wurden vielfach bemängelt: Schweiger hält weiter an seiner markanten Optik fest, der zwar eine gewisse Aufbackbrötchenwerbung-Heimeligkeit anhaftet, doch das, was in Barfuss und Keinohrhasen noch erfrischend war, ist mittlerweile schal geworden. Head Full of Honey ist noch einmal eine Spur aggressiver geschnitten als sein Vorgänger, wodurch laut Kritik Gefühle „auf der Strecke“ bleiben.

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Kultureller Kontext: Deutsche versus amerikanische Komödie

Der Film zeigt, wie schwierig es ist, kulturelle Grenzen zu überschreiten: Während deutsche Komödien wie Honig im Kopf auf ein formelhaftes, moralisches Publikum zugeschnitten sind, fehlt ihnen oft die Radikalität und Schonungslosigkeit, die für amerikanische Komödien charakteristisch ist. US-Komödien wie Chaplin oder Schumer brechen klassische Genregrenzen auf, und die Stereotypen müssen radikal sein, da Komik für Minderheiten häufig das einzige Mittel zur Wehr ist. Deutsche Komödien wirken dagegen oft schwerfällig, bemüht und adressieren meist eine weiße, homogene Mittelschicht. Diese Anschlussfähigkeit für ein heterogenes Publikum fehlt häufig im deutschen Kontext.

Kulturelle Unterschiede Komödie: USA und Deutschland

Finanzierung und Motivation

Produktionen wie Head Full of Honey profitieren von internationalen Förderungen. Über fünf Millionen Dollar hat die US-amerikanische Filmförderung für den Streifen bewilligt - als gewiefter Geschäftsmann hat Schweiger aber natürlich darüber hinaus von genügend deutschen Förderungsanstalten zusätzliche Mittel erhalten.

Die Motivation, den Streifen zu drehen, ließe sich wohl mit einem fiktiven Alternativtitel am besten auf den Punkt bringen: Head Full of Money. Schon während der Dreharbeiten soll Til Schweiger über ein US-amerikanisches Remake nachgedacht haben, das er aufgrund des Erfolges schließlich mit namhaften Hollywoodschauspielern drehte.

Finanzierung und Förderstruktur Head Full of Honey

Synchronisation und Produktion

Die deutschsprachige Synchronisation entstand durch die Loft Studios in Berlin. Unter anderem drehte Schweiger den Film erneut in deutschen Locations, was einen europäischen Flair bewahrte.

Fazit: Ein ambitioniertes, aber gescheitertes Remake

Head Full of Honey ist ein detailgetreues Remake des deutschen Originals, mit internationaler Besetzung und ambitionierter Produktion. Trotz der etablierten Grundgeschichte und hochwertiger Schauspieler blieb der Film aus Sicht der Kritiker und des Publikums weit hinter den Erwartungen zurück. Das US-Remake deutet an, wie schwierig es ist, deutsche Filmerfolge für den internationalen Markt neu zu adaptieren und dabei den kulturellen Charme und den humoristischen Ton zu übertragen.

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Head Full of Honey Kritikerstimmen und Publikum

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