Honig gegen Schmerzen: Anwendung und Heilwirkung
Honig ist mehr als nur ein süßer Brotaufstrich. Seit Jahrtausenden wird er als Heilmittel eingesetzt, und seine Wirksamkeit ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Besonders bei Schmerzen, Entzündungen und Wunden kann Honig eine natürliche und wirksame Alternative oder Ergänzung zu konventionellen Behandlungsmethoden darstellen.
Die heilenden Eigenschaften des Honigs
Die potenziell heilungsfördernde Wirkung von Honig beruht auf mehreren seiner Eigenschaften. Er hat einen eher sauren pH-Wert von ca. 3 - 4,5, wodurch die Wundheilung stimuliert wird. Der hohe Zuckeranteil fördert den Lymphabfluss und hemmt das Bakterienwachstum auf der Wunde.
Honig enthält zudem Enzyme, Mineralstoffe, Pollen und Spuren von Wachsteilchen. Einige Honigsorten, wie Manukahonig, enthalten spezifische Inhaltsstoffe wie Methylglyoxal (MGO), die eine zusätzliche antibakterielle Wirkung haben.
Honig als natürliches Antibiotikum
Honig enthält spezifische natürliche Bestandteile, die antibiotisch und konservierend wirken. Diese Stoffe stammen primär von den Pflanzen und werden mit dem Nektar oder Honigtau eingetragen. Dazu gehören Methylglyoxal, diverse organische Säuren und zum Teil auch Glucoseoxidase.
Das von den Bienen zugesetzte Enzym Glucoseoxidase befördert die Umwandlung von Glucose zu Gluconsäure und Wasserstoffperoxid. Beide Säuren wirken auf einige Mikroorganismen hemmend. Weiterhin enthalten Honige unterschiedliche Mengen an Flavonoiden, die in den Rohstoffen Nektar und Honigtau enthalten sind, sowie im Propolis, dem Kittharz, der als dünner Film von den Bienen auf die Waben aufgetragen wird.
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Anwendungsgebiete von Honig gegen Schmerzen
Honig kann bei verschiedenen Arten von Schmerzen und Beschwerden eingesetzt werden, sowohl innerlich als auch äußerlich.
Äußerliche Anwendung
- Wundheilung: Honig fördert die Wundheilung, indem er Bakterien abtötet, Entzündungen reduziert und die Bildung von neuem Gewebe anregt. Er eignet sich zur Behandlung von Schnittwunden, Schürfwunden, Verbrennungen und Druckstellen.
- Hauterkrankungen: Honig kann bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, Akne und Neurodermitis Linderung verschaffen. Seine entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften helfen, die Haut zu beruhigen und die Heilung zu fördern.
- Muskelverspannungen: Manuka-Honig kann bei Muskelverspannungen helfen, indem er direkt auf die Haut aufgetragen und einmassiert wird. Seine Inhaltsstoffe wirken beruhigend, entzündungshemmend und schmerzstillend.
- Gelenkschmerzen: Honig kann bei Gelenkschmerzen, z. B. bei Arthrose oder Rheuma, eine spürbare Linderung verschaffen. Er wird einfach auf das betroffene Gelenk aufgetragen und etwas einmassiert.
Innerliche Anwendung
- Halsschmerzen und Erkältungen: Honig lindert Halsschmerzen, Husten und andere Erkältungssymptome. Er legt sich wie ein Film auf die Schleimhäute im Rachen und wirkt dort gegen Entzündungen.
- Magen-Darm-Beschwerden: Honig kann bei Magen-Darm-Beschwerden wie Magenschleimhautentzündungen oder Durchfall helfen. Seine antibakteriellen Eigenschaften können die Heilung verbessern.
- Stärkung des Immunsystems: Eine regelmäßige Anwendung von Manuka Honig ist empfehlenswert, um das Immunsystem zu stärken und die Anfälligkeit für Krankheiten zu reduzieren.
- Entzündliche, degenerative Gelenkerkrankungen: Manuka-Honig kann bei Arthrose Gelenkentzündungen lindern und bei Rheuma die natürliche Immunmodulation unterstützen.
- Blasen- und Prostataentzündungen: Auch bei Blasen- und Prostataentzündungen kann Manuka-Honig unterstützend wirken.
- Entzündungen im Mund- und Rachenraum: Bei Aphten, Herpes oder Halsschmerzen kann Manuka-Honig Entzündungen im Mund- und Rachenraum lindern.
Die richtige Anwendung von Honig
Die Anwendung von Honig gegen Schmerzen ist vielfältig und hängt von der Art der Beschwerden ab.
Äußerliche Anwendung
- Wundbehandlung: Die Wunde zunächst reinigen und gegebenenfalls desinfizieren. Anschließend den Honig direkt auf die Wunde auftragen oder auf ein Verbandsmaterial geben und die Wunde damit verbinden.
- Hauterkrankungen: Den Honig dünn auf die betroffenen Hautstellen auftragen und einwirken lassen.
- Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen: Den Honig auf die betroffenen Stellen auftragen und einmassieren. Bei Muskelverspannungen kann der Honig auch mit einem Verband abgedeckt werden.
Innerliche Anwendung
- Halsschmerzen und Erkältungen: Mehrmals täglich einen Teelöffel Honig pur oder in Tee eingerührt einnehmen.
- Magen-Darm-Beschwerden: Mehrmals täglich einen Teelöffel Honig pur einnehmen.
- Allgemeine Stärkung: Täglich einen Löffel Honig verzehren.
Goldener Honig
Eine weitere Möglichkeit, Honig gegen Schmerzen einzusetzen, ist die Zubereitung von Goldenem Honig. Dazu werden Honig und Kurkuma zu einer Paste vermischt. Optional kann etwas schwarzer Pfeffer hinzugefügt werden, um die Bioverfügbarkeit von Kurkuma zu erhöhen.
Der Goldene Honig kann bei Erkältungen, Grippe, Atemwegs- und Verdauungsbeschwerden eingenommen werden. Äußerlich kann er bei oberflächlichen Verbrennungen, leichten Hautverletzungen und anderen Wunden angewendet werden.
Welcher Honig ist der richtige?
Nicht jeder Honig ist für die medizinische Anwendung geeignet. Für die Behandlung von Wunden sollte ausschließlich medizinischer Honig verwendet werden, der sterilisiert ist und keine Bakterien bzw. Sporen von Bakterien enthält. Meistgenutzt ist die Sorte Manuka.
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Manuka-Honig
Manukahonig entsteht, wenn Bienen zur Herstellung ihres Honigs hauptsächlich den Blütennektar der neuseeländischen/australischen Südseemyrte (Manuka) verwenden. Er enthält im Gegensatz zu anderen Honigsorten Methylglyoxal (MGO), das eine starke antibakterielle Wirkung hat.
Um die Qualität besser beurteilen zu können, wird Manuka-Honig in unterschiedliche MGO-Stufen eingeteilt:
- MGO 100+: Geringere Konzentration, gut für äußerliche Anwendungen.
- MGO 250+: Für leichte innere Beschwerden und zur allgemeinen Immunstärkung.
- MGO 400+: Stärker wirksam, gut geeignet bei akuten Infektionen oder starken Entzündungen.
- MGO 550+: Sehr hohe Konzentration, ideal bei schweren Entzündungen, hartnäckigen Infekten und zur inneren Kur.
Für therapeutische Zwecke wird meist ein MGO von 400+ oder 550+ empfohlen.
Qualitätskriterien beim Kauf von Manuka-Honig
Achte beim Kauf von Manuka-Honig auf folgende Qualitätskriterien:
- MGO- oder UMF-Angabe (Unique Manuka Factor)
- Herkunftszertifikat aus Neuseeland
- Seriöse Hersteller und Anbieter
Billige „Manuka“-Angebote ohne echte MGO-Auszeichnung sollten gemieden werden.
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Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Säuglinge und Kleinkinder bis zu einem Jahr sowie immungeschwächte Personen sollten auf den Verzehr von Honig grundsätzlich verzichten, da er Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten kann.
- Diabetiker sollten Honig nur in Maßen einnehmen, da er eine Menge Zucker enthält.
- Bei Erkrankungen der Gallenblase, bei Schwangeren oder stillenden Frauen ist Vorsicht geboten.
- Bei tiefgreifenden, bis zum Knochen reichenden Wundinfektionen müssen diese immer parallel mit konventionellen Antibiotika behandelt werden.
- Honig kann allergische Reaktionen hervorrufen. Bei Anzeichen einer Allergie sollte die Anwendung sofort abgebrochen werden.
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