Honig beim Backen ersetzen — umfassende Alternativen und Praxistipps
Kristallzucker enthält viele Kalorien - und süßes Gebäck meist viel Zucker. Ob Kuchen, Kekse oder Weihnachtsplätzchen, beim Backen spielt Zucker oft eine wichtige Rolle. Ohne die richtige Süße schmecken die Leckereien einfach nicht. Wer das nicht verträgt oder seine Kalorienzufuhr begrenzen möchte, kann auf zahlreiche Alternativen zurückgreifen. Ein gleichwertiger Ersatz für Zucker sind die meisten allerdings nicht.
Warum Honig ersetzen?
Honig wird bereits seit Jahrtausenden wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung geschätzt. Darüber hinaus wird neben dem echten, hochwertigen und äußerst gesunden Bio-Honig leider immer mehr gestreckter bzw. gepanschter Honig verkauft, was den Produkten jedoch nicht anzusehen ist. Wer keinen Bio-Imker des Vertrauens in der Nähe hat oder aus anderen Gründen auf Bienenhonig verzichten möchte, muss aber nicht gleich auf Zucker zurückgreifen. Honig ist dadurch ganz klar nicht vegan, da er von den Bienen als Nahrung für ihr Volk produziert wird. Konventionell erzeugter Honig enthält zudem oft Medikamentenrückstände und Pestizide. Im Bio-Honig sind solche Schadstoffe kaum enthalten, da der Einsatz von Pestiziden und Medikamenten in einer Bio-Imkerei verboten ist. Die Entscheidung für oder gegen den Honigkonsum muss letztendlich jeder für sich treffen.
Grundregeln beim Backen mit Honig (als Vergleich)
Beim Backen ohne Zucker eignet sich das natürliche Produkt der Bienen vor allem gut für Rühr-, Biskuit- und Hefeteig. Als Faustregel gilt: 80 g Honig ersetzen 100 g Zucker. Wenn Sie mit Honig backen, sollten Sie beachten, dass die Süßkraft je nach Sorte intensiver ist als bei raffiniertem Zucker. Deshalb können Sie die Zutat ruhig etwas sparsamer einsetzen. Da Honig etwa zu 20 Prozent aus Wasser besteht, wird der Teig flüssiger als mit Zucker. Beim Backen mit Honig statt Zucker muss man angeblich folgende Aspekte beachten: Fest gewordener Honig sollte zunächst erwärmt und damit flüssig gemacht werden, muss vor der Teigzubereitung aber wieder abkühlen. Honig besteht zu einem Teil aus Wasser, weswegen man die Flüssigkeit beim Backen um etwa ein Fünftel reduzieren sollte. Andererseits wird empfohlen, die Backpulvermenge um einen halben Teelöffel zu erhöhen, damit das Honiggebäck nicht allzu schwer wird. Außerdem sollte man bei der Dosierung beachten, dass Honig eine höhere Süßkraft als Zucker und je nach Sorte einen speziellen Eigengeschmack hat.
Pflanzliche Honig-Alternativen: Übersicht
In vielen Rezepten, in denen Honig auftaucht, lässt er sich spielend durch ein anderes flüssiges Süßungsmittel ersetzen. Viele Menschen verzichten aus tierethischen, ökologischen und gesundheitlichen Gründen auf Honig und sind auf der Suche nach pflanzlichen Alternativen. Die folgenden zehn Lebensmittel ähneln Honig nicht nur geschmacklich, sondern sind ebenso vielfältig einsetzbar.
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Löwenzahnhonig
Löwenzahnhonig ist die wohl bekannteste pflanzliche Honig-Alternative. Sie schmeckt nicht nur hervorragend, sondern kann auch schnell und einfach zu Hause hergestellt werden. Die Zutaten beschränken sich auf Zucker (Fruktose, Glukose), Löwenzahnblüten und Zitronen. Die Intensität dieser Honigalternative kann mittels der verwendeten Menge an Löwenzahnblüten variiert werden. Löwenzahnhonig kann wie Bienenhonig u.a. als Brotaufstrich, im Salatdressing und Tee und zum Backen verwendet werden. Tipp: Löwenzahn ist aufgrund seines hohen Gehalts an Vitaminen und Mineralstoffen ein echtes regionales Superfood.
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Agavendicksaft
Der eingedickte Fruchtsaft der Agave stammt meist aus Mittelamerika, was seine Ökobilanz verschlechtert. Er süßt etwa 25 Prozent stärker als Zucker und eignet sich eher als Ersatz für Honig. Agavendicksaft ist gut löslich und verändert so die Konsistenz des Teigs.
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Ahornsirup
Ähnliches gilt für Ahornsirup, der außerdem einen starken Eigengeschmack hat. Ahornsirup gehört zu den wohl bekanntesten Lebensmitteln Kanadas und wird vorwiegend dort produziert. Ahornsirup wird in die Qualitätsgrade AA, A, B, C und D eingeteilt. Ausgehend von Grad AA, welcher ein sehr heller und milder Ahornsirup ist, nimmt die Intensität der Farbe und des Geschmacks mit steigendem Qualitätsgrad zu.
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Apfel- und Birnendicksaft
Regionale Süßungsmittel sind Apfeldicksaft, der sich ebenso wie Birnendicksaft leicht selber machen lässt. Sie haben ein fruchtig-süßes Aroma und eignen sich sehr gut zum Süßen von Getränken, Desserts und Müslis und Brotaufstrichen. Außerdem können sie beim Kochen und Backen verwendet werden.
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Zuckerrübensirup
Dieser herbsüße Sirup wird durch das Einkochen vom Saft der Zuckerrübe gewonnen. Diese Honig-Alternative kann somit aus einer heimischen Pflanzenart hergestellt und vielseitig eingesetzt werden, denn Zuckerrübensirup eignet sich zum Kochen, Backen und als Brotaufstrich. Er hat jedoch ein herbes Aroma und sich nicht für jedes Rezept eignet.
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Kokosblütensirup / Kokosblütenzucker
Der bräunliche Kokosblütenzucker erinnert an Rohrzucker. Er hat eine ähnliche Süßkraft wie Kristallzucker, schmeckt allerdings deutlich nach Karamell und Malz. Kalorien lassen sich mit den Kristallen aus dem Nektar der Kokosnuss-Blüte kaum sparen. Kokosblütenzucker wird aus den Blüten der Kokospalme gewonnen und bringt eine leichte Karamellnote mit. Da der goldbraune, feine Kokosblütenzucker die gleiche Konsistenz wie raffinierter Zucker besitzt, können Sie ihn einfach im Verhältnis 1:1 austauschen. Durch seinen niedrigen glykämischen Index steigt und fällt der Blutzuckerspiegel nicht so rasant an bzw. ab wie bei raffiniertem Zucker.
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Reissirup und Dinkelsirup
Reissirup wird aus gekochtem, fermentiertem Reismehl hergestellt und ist daher besonders für Menschen mit einer Fructoseintoleranz ein interessantes Süßungsmittel beim Backen. Der goldfarbene Sirup schmeckt weniger süß als raffinierter Zucker. Faustregel: ca. 110 bis 120 g Reissirup ersetzen 100 g Zucker. Wie bei Honig sollten Sie auch bei der Verwendung von Reissirup die Flüssigkeitsmenge an anderer Stelle reduzieren, da das alternative Süßungsmittel bereits viel Flüssigkeit enthält. Dinkelsirup hat sehr ähnliche Eigenschaften wie Reissirup und kann ebenfalls für fruktoseintolerante Menschen geeignet sein.
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Palmhonig und Kokosblütensirup
Palmhonig wird aus dem Saft von Dattelpalmen gewonnen und hat ein wesentlich stärkeres Aroma. Kokosblütensirup wird aus den Blüten der Kokospalme hergestellt und hat ein mildes Aroma, das sich hervorragend für Desserts, Salatdressings und zum Süßen von Getränken verwenden lässt.
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Dattelsüße und Dattelpaste
Aus getrockneten Datteln lässt sich Dattelsüße herstellen. Dattelsüße besteht aus fein gemahlenen getrockneten Datteln und hat ein leicht fruchtiges Aroma. In vielen Rezepten kann Dattelsüße den Zucker ganz oder teilweise ersetzen. Sie hat etwas weniger Süßkraft als Zucker, dafür aber deutlich mehr gesunde Inhaltsstoffe, darunter etwa Tryptophan - eine Aminosäure, die die Nerven beruhigt und bei Schlafstörungen hilft. Auch mit Dattelpaste lässt sich beim Backen Zucker ersetzen. Sie ist sehr einfach selbst herzustellen: Dazu einfach Datteln entkernen und einige Stunden einweichen. Anschließend mit etwas Einweichwasser pürieren.
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Stevia
Stevia ist rund 300-mal süßer als Zucker und wird daher meist nur in geringen Mengen verwendet. Zum Backen ist Stevia daher ungeeignet. So fehlt Teigen, bei denen Zucker durch Stevia ersetzt wird, wegen der deutlich höheren Süßkraft von Stevia an Volumen und Bindekraft. Außerdem hat der Zuckerersatzstoff ein leichtes Lakritz-Aroma. Viele Steviaprodukte beinhalten zusätzliche Zutaten bzw. Trägerstoffe wie Maisdextrin, um das fehlende Volumen auszugleichen, dass man für manche Teigarten wie Biskuit braucht. Das führt dazu, dass die Dosierung je nach Produkt unterschiedlich ist. Trotzdem ist die richtige Dosierung von Stevia ziemlich kompliziert. Im Zweifelsfall hilft nur: Ausprobieren und Erfahrungen sammeln.
Zuckeralkohole als kalorienarme Alternativen
Als beliebte Alternative zum Zucker hat sich Birkenzucker (Xylit) erwiesen. Das weiße Granulat ist geschmacksneutral und süßt - bezogen auf Gewicht und Volumen - ähnlich stark wie Kristallzucker. Xylit kann den im Rezept genannten Zucker daher 1:1 oder nach Belieben teilweise ersetzen. Vorteil: Birkenzucker enthält nur etwa 50 Prozent der Kalorien. Echtes Xylit wird aus der Rinde von Birken oder anderen Bäumen gewonnen. Teilweise stammt es aber auch aus Maiskolben. In großen Mengen wirkt Xylit, ein sogenannter Zuckeralkohol, stark abführend.
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Erythrit ist wie Xylit ein Zuckeralkohol. Es enthält sehr wenig Kalorien - nur etwa fünf Prozent im Vergleich zu Zucker. Allerdings hat es auch etwas weniger Süßkraft, sodass 100 Gramm Zucker durch etwa 125 Gramm Erythrit ersetzt werden müssen. Das kann die Konsistenz des Teigs beeinflussen. Beim Abkühlen kann es kristallisieren und das Gebäck knusprig werden lassen. Erythrit sieht aus wie Zucker und wird als zahnfreundlich und für Diabetiker gut verträglich beschrieben.
Praktische Backtipps beim Ersatz von Honig
- Flüssigkeitsanpassung: Da viele flüssige Süßungsmittel (Honig, Sirupe) Wasser enthalten, reduzieren Sie die andere Flüssigkeit im Rezept (Milch, Wasser) um etwa 10-20 Prozent.
- Backtemperatur senken: Honig und ähnliche Sirupe bräunen schneller als Zucker. Reduzieren Sie die Temperatur um ca. 4 °C und backen Sie ggf. länger.
- Backpulver leicht erhöhen: Bei Verwendung von Honig empfiehlt sich oft etwas mehr Backpulver (ca. +½ Teelöffel), damit das Gebäck nicht zu kompakt wird.
- Volumenverlust bei Stevia: Stevia liefert kaum Volumen - für Biskuit- oder luftige Gebäcke ist es daher meist ungeeignet.
- Kristallisation: Erythrit kann beim Abkühlen kristallisieren - Ergebnis kann knuspriger sein; eventuell Glasuren oder Füllungen anpassen.
- Geschmacksprofil beachten: Sirupe wie Ahorn oder Kokos bringen charakteristische Aromen mit, die erwünscht oder unerwünscht sein können.
- Testbacken: Am sichersten ist der Tausch in einem vertrauten Rezept, um Teigkonsistenz und Backverhalten einschätzen zu können.
Erfahrungsbericht: Backtest mit Honig, Stevia und Erythrit
Um die Auswirkungen zu testen, die alternative Süßungsmittel auf Optik, Backverhalten, Geschmack und Genuss haben, wurde ein einfacher Apfelkuchen-Grundteig gebacken und verglichen. Fazit aus dem Test:
- Honig: Der rohe Kuchenteig schmeckt sehr lecker; auch das leichte Honigaroma gefällt. Der Rührteig fällt allerdings schwer reißend vom Löffel und wirkt zäh. Der Kuchen bräunt deutlich schneller, backt saftig, besitzt eine etwas andere und geringere Süße als mit Zucker. Geschmacklich kam der spezifische Honiggeschmack gut an.
- Stevia: Der Teig wurde sehr zäh und klebrig, der Kuchen brauchte deutlich länger zum Durchbacken und schmeckte künstlich mit undefinierbarem Nachgeschmack. Stevia-Variante schnitt insgesamt am schlechtesten ab.
- Erythrit: Der Kuchenteig sah wie mit normalem Zucker aus und schmeckte sehr ähnlich. Der Apfelkuchen mit Erythrit wirkte saftig und natürlich und wurde aus dem Test als Gewinner bewertet. Einziger Haken: Erythrit ist teurer als Haushaltszucker und kann bei hohen Anteilen (über ~20% der Gesamtmasse) problematisch sein.
Vergleichstabelle: Austauschwerte (orientierend)
| Süßungsmittel | Ersetzt 100 g Zucker durch | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Honig | 80 g | +20% Wasser, süßer, bräunt schneller, Aroma |
| Agavendicksaft | ≈ 75-80 g (süßer als Zucker) | stark löslich, verändert Teigkonsistenz |
| Ahornsirup | ≈ 75-80 g | starker Eigengeschmack, verschiedene Qualitäten |
| Kokosblütenzucker | 1:1 (100 g) | gleiche Konsistenz, Karamellnote, gleiche Kalorien |
| Reissirup | 110-120 g | weniger süß, Flüssigkeit reduzieren |
| Dattelpaste | 100 g Trockenfrüchte statt 100 g Zucker (1:1) | mehr Ballaststoffe, fruchtiges Aroma |
| Xylit (Birkenzucker) | 1:1 | 50% Kalorien, abführend in großen Mengen |
| Erythrit | ≈ 125 g | nahezu kalorienfrei, kristallisiert beim Abkühlen |
| Stevia | sehr geringe Menge (Produktabhängig) | hohe Süßkraft, wenig Volumen, Lakritz-Note möglich |
Wann welches Süßungsmittel wählen?
Die Wahl hängt von Rezept, gewünschtem Aroma, Ernährungszielen und Verträglichkeit ab. Für luftige Biskuits und feine Teige ist Honig nicht optimal wegen der Wasserzugabe und dem höheren Süßkraft-Profil; Erythrit oder Xylit eignen sich gut, wenn Kalorien reduziert werden sollen und der Eigengeschmack gering bleiben soll. Für Brotaufstriche und stark aromatisierte Backwaren sind Ahornsirup, Agaven- und Fruchtsirupe sowie Dattelpaste passende Optionen. Stevia kann zur Kalorienreduktion dienen, ist aber als alleiniger Zuckerersatz beim Backen häufig problematisch.
Praktische Tipps und Fazit für die Küche
- Probieren Sie Ersatzstoffe zuerst in einem bekannten Rezept, um Textur und Geschmack einschätzen zu können.
- Achten Sie auf Anpassungen bei Flüssigkeiten und Backzeiten.
- Bei häufigem Backen kann sich die Anschaffung einer Küchenmaschine lohnen, vor allem bei schweren Teigen wie Hefeteig oder großen Mengen.
- Denken Sie an Kosten und Verträglichkeit: Einige Alternativen sind teurer (Erythrit, Kokosblütenzucker), andere können bei empfindlichem Magen Probleme machen (Xylit in großen Mengen).
Sie möchten allgemein Zucker im Alltag reduzieren? Zucker versteckt sich in vielen Backkreationen - und meist sogar ziemlich viel davon. Damit Sie sich nicht merken müssen, wie viel Honig die angegebene Menge raffinierten Zucker ersetzt und wie es um die Süßkraft von Trockenobst, Sirup und Co. steht, sind die wichtigsten Werte und Tipps in diesem Beitrag zusammengestellt. Welches Süßungsmittel verwendest du am liebsten in der Küche?
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