Honig und sein Einfluss auf den Blutdruck: Was Sie wissen sollten

Bluthochdruck ist eine weit verbreitete Zivilisationskrankheit, die oft durch falsche Ernährung, zu viel Essen und zu wenig Bewegung verursacht wird. Viele Menschen suchen nach natürlichen Wegen, ihren Blutdruck zu senken, und Honig wird oft als eine gesunde Alternative zu raffiniertem Zucker angepriesen. Doch wie wirkt sich Honig wirklich auf den Blutdruck aus? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Wirkung von Honig auf den Blutdruck und gibt Ihnen einen umfassenden Überblick.

Bluthochdruck: Ursachen und Folgen

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, ist eine Erkrankung, bei der der Blutdruck in den Arterien dauerhaft erhöht ist. Oftmals ist er eine Langzeitfolge von zu viel Essen und zu wenig Bewegung. Die überschüssige Energie aus der Nahrung wird in die Fettpolster eingespeichert, und Übergewicht erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme. Falsche Ernährung ist ein Hauptgrund für gefährlichen Bluthochdruck.

Die Rolle der Ernährung bei Bluthochdruck

Bestimmte Lebensmittel aus der Mittelmeerküche senken den Blutdruck wirksam auf natürliche Weise. Insbesondere das Bauchfett muss weg. Die sogenannte Mittelmeerküche ist ideal bei Bluthochdruck. Damit sind nicht Pizza und Pasta gemeint, sondern ausreichend Gemüse, Obst und Fisch, außerdem gute Öle. Denn Obst und vor allem Gemüse sind kaliumreich, was den Blutdruck regulieren hilft. Da fast die Hälfte der Bluthochdruck-Betroffenen salzsensitiv ist, gilt es, die tägliche Kochsalzzufuhr gut im Blick zu haben. Oft wird unterschätzt, wie viel Salz in Brot, Brötchen und Knäckebrot steckt. Neben herzhaften Backwaren liefern hierzulande Fleischgerichte, Wurst und Käse den größten Beitrag zur Speisesalzzufuhr. Der Handel vertreibt seit einiger Zeit "Blutdrucksalz", dieses nicht ganz billige Produkt für die Küche ist eine Mischung aus Natriumchlorid und Kaliumchlorid. Studien lieferten Hinweise, dass die Verwendung von diesem kaliumhaltigem Salzersatz anstelle von normalem Kochsalz zur Blutdrucksenkung beiträgt. Fertiggerichte sollte man generell meiden, denn sie enthalten meist deutlich zu viel Salz. Lieber selbst kochen und kräftig mit Kräutern würzen, sie bringen viel Aroma ins Essen. Wenn es schnell gehen soll, ist vorgeschnittene Tiefkühlware durchaus zu empfehlen. Auch auf die Getränkezufuhr ist zu achten: Der Körper braucht genügend Flüssigkeit, und zwar die richtige. Fasten verringert Übergewicht.

Was ist Honig?

Honig ist ein natürliches Süßungsmittel, das von Bienen aus Blütennektar hergestellt wird. Er besteht hauptsächlich aus Zucker, hauptsächlich Fruktose und Glukose, sowie geringen Mengen an Enzymen, Aminosäuren, Mineralstoffen, Vitaminen, Farbstoffen und Aromastoffen. Aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften wurde Honig früher vor allem als Wundauflage angewendet.

Inhaltsstoffe von Honig

Um herauszufinden, wie gesund Speisehonig wirklich ist, ist ein Blick auf die Inhaltsstoffe wichtig: Der Hauptbestandteil von Honig ist Zucker - er macht ungefähr 80 Prozent des Bienenerzeugnisses aus. Dieser in Honig enthaltene Zucker besteht zum Großteil aus den Einfachzuckerarten Fruktose und Glukose sowie aus geringen Mengen an Zweifach- und Vielfachzuckern. Einfach- und Zweifachzucker sind schnell verwertbare Zuckerarten. Das bedeutet, der Körper kann diesen Zucker schnell verarbeiten, die Sättigung hält nicht lange an. Mehrfachzucker hingegen werden langsamer verdaut, da sie erst in ihre einzelnen Zuckermoleküle zerlegt werden müssen. Sie geben dem Körper dadurch länger verfügbare Energie. Die genaue Zusammensetzung der Zuckerarten ist je nach Honigsorte unterschiedlich. Abgesehen von Zucker besteht Honig zu circa 17 Prozent aus Wasser, etwa drei Prozent machen Enzyme sowie andere Proteine, Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe, Farbstoffe und Aromastoffe aus.

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Honigsorten und ihre Unterschiede

Honigsorten, die von verschiedenen Blütenpflanzen stammen, unterscheiden sich erheblich in ihrer Zusammensetzung und daher auch in ihrer Fähigkeit, Bakterien abzutöten. Honige aus dem Supermarkt sind Speisehonige und ausschließlich zur Ernährung geeignet. Darüber hinaus gibt es spezielle Honigarten, die auch medizinische Zwecke erfüllen können. Zum Beispiel der Manuka-Honig. Manuka-Honig wird von einer Bienenart erzeugt, die in Neuseeland und Australien beheimatet ist, und gilt dort als registriertes Wundversorgungsprodukt.

Honig und Blutdruck: Die Fakten

Honig ist ein Naturprodukt, das viele positive Inhaltsstoffe enthält. Er liefert wertvolle Aminosäuren, Enzyme und Antioxidantien. Dennoch sollte man ihn in Maßen genießen, da er auch viele Kalorien enthält. Trotz seiner Süße ruft Honig nur einen relativ geringen Anstieg des Insulinspiegels hervor, weil er vom Körper langsam abgebaut wird.

Wie Honig den Blutdruck beeinflussen kann

Honig kann das Herz schützen, indem er Fettstoffwechsel und Blutdruck verbessert, antioxidativ wirkt, den Infarktbereich reduziert und den Zelltod (Zellapoptose) abschwächt - darauf weisen diverse vorklinische Studien hin. Die in Honig enthaltenen Antioxidantien können sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken und den Blutdruck senken. Honig kann den Anteil des "schlechten" LDL-Cholesterins senken und den Anteil des "guten" HDL-Cholesterins erheblich steigern.

Honig gegen das metabolische Syndrom

Das metabolische Syndrom bezeichnet eine Kombination von Erkrankungen, die Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und die Fettstoffwechselstörung Dyslipidämie einschließt. Honig ist in diesem Fall in geringen Mengen verzehrt gesund, weil er unter anderem den Blutzuckerspiegel senkt, einer übermäßigen Gewichtszunahme vorbeugt, den Fettstoffwechsel verbessert und das Risiko eines chronischen Entzündungsprozesses von Gefäßen verringert. Hinzu kommt, dass die oxidativen Eigenschaften von Honig den Stoffwechselzustand stabilisieren sollen.

Einschränkungen und Warnungen

Wie alle Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt kann auch Honig bei übermäßigem Verzehr das Risiko von Übergewicht, Karies und Diabetes mellitus erhöhen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) raten, maximal zehn Prozent der gesamten Energiezufuhr aus freiem Zucker zu beziehen. Bei 2.000 Kilokalorien am Tag entspricht das etwa 50 Gramm Zucker. Mit einem Honigbrötchen ist der tägliche Zuckerbedarf mit dem Frühstück somit schon fast gedeckt.

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Kinder im ersten Lebensjahr, Säuglinge und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten keinen naturreinen Honig zu sich nehmen. Grund dafür ist das Bakterium Clostridium botulinum, dessen Sporen Bienen in den Honig eintragen können. Bei Menschen, deren Darmflora noch nicht vollständig ausgebildet oder instabil ist, kann sich dieses Bakterium im Darm ansiedeln und das Botulinum-Toxin erzeugen. Manche Menschen reagieren auch mit Durchfall oder Blähungen auf fruktosehaltige Lebensmittel wie Honig. Grund dafür kann eine funktionelle Darmstörung sein, die sogenannte Fruktose-Malabsorption (intestinale Fructoseintoleranz). Bei einer Fruktose-Intoleranz hingegen ist gänzlich auf Honig zu verzichten. Das gilt besonders für Menschen, die an der sogenannten Hereditären Fruktoseintoleranz oder kurz HFI leiden. Das ist eine angeborene, erblich bedingte Fruchtzuckerunverträglichkeit bei der der Körper aufgenommene Fruktose nicht richtig abbauen kann.

Natürliche Wege zur Blutdrucksenkung

Neben dem Konsum von Honig gibt es viele andere natürliche Wege, den Blutdruck zu senken. Hier sind einige bewährte Methoden:

  • Bewegung: Mit Hilfe von Sport und Alltagsbewegung können Sie Ihre Werte um etwa 5 bis 9 mmHg senken (diastolisch um 3-5 mmHg). Seien Sie mindestens fünf Mal pro Woche für 30 Minuten aktiv.
  • Gewichtsabnahme: Übergewicht ist ein bedeutender Bluthochdruck-Risikofaktor. Studien haben gezeigt: Eine Gewichtsabnahme von im Durchschnitt vier Kilogramm kann den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4 mmHg und den diastolischen Blutdruck um 2 mmHg senken.
  • Salzreduktion: Rund 50 Prozent der Bluthochdruck-Patienten sind salzempfindlich. Sparen Sie täglich einen gestrichenen Teelöffel Salz ein - das entspricht etwa fünf Gramm -, dann können Sie den systolischen Blutdruck um etwa 6-8 mmHg und den diastolischen um etwa 3 mmHg senken, wie in Studien nachgewiesen wurde.
  • Alkohol in Maßen: Männer sollten pro Tag nicht mehr als 20 Gramm Alkohol trinken, Frauen nicht mehr als zehn Gramm.
  • Stressmanagement: Beruflicher oder privater Stress treibt die Blutdruckwerte in die Höhe. Achten Sie auf ausreichend Pausen, Entspannung und Schlaf.
  • Rauchstopp: Schon eine Woche nach dem Rauchstopp sinkt der Blutdruck. Zwei Jahre nach einem Rauchstopp hat ein Ex-Raucher fast das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein lebenslanger Nichtraucher.

Ernährungstipps zur Blutdrucksenkung

Neben den genannten Basistipps gibt es auch spezifische Ernährungsempfehlungen, die helfen können, den Blutdruck zu senken:

  • Kaliumreiche Lebensmittel: In Obst (z.B. Bananen, Himbeeren, Johannisbeeren, getrocknete Aprikosen), Nüssen und Gemüse ist viel Kalium enthalten.
  • Rote Bete: Eine kleine englische Studie hat gezeigt, dass das Trinken von einem halben Liter Rote Beete-Saft den systolischen Blutdruck 24 Stunden lang um etwa 5 mmHg senken kann.
  • Dunkle Schokolade: Bei dunkler Schokolade - am besten ab 85 Prozent Kakaoanteil - sind geringe Blutdrucksenkungen möglich, vermutlich bedingt durch den hohen Anteil an bestimmten pflanzlichen Verbindungen, den Flavonoiden.
  • Ingwer: Ingwer hat u.a. eine leicht gefäßerweiternde Wirkung, was sich positiv auf den Blutdruck auswirken kann.

Hausmittel und alternative Therapien

Es gibt eine Reihe von Hausmitteln und alternativen Therapien, die zur Blutdrucksenkung eingesetzt werden können. Es ist jedoch wichtig, diese nur in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt durchzuführen und Ihre bestehende Medikation keinesfalls eigenmächtig zu reduzieren.

  • Blutspenden: Wer an Hypertonie leidet und regelmäßig Blut spendet, hilft damit nicht nur anderen, sondern trägt gleichzeitig dazu bei, seinen Blutdruck dauerhaft zu senken.
  • Aderlass: Man kann sich an den Hausarzt wenden und ihn bitten - sofern gesundheitlich keine Gründe dagegensprechen - einen Aderlass durchzuführen. Die Effekte auf den Blutdruck sind vergleichbar mit denen einer Blutspende.
  • Sauna: Regelmäßige Saunabesuche (zwei Saunagänge alle 1-2 Wochen) eignen sich bei Menschen mit leichter bis mittelschwerer Hypertonie.
  • Kneipp-Güsse: Durch längerfristige, hydrotherapeutische Behandlungen lässt sich bei einem mäßigen Bluthochdruck eine deutliche Blutdrucksenkung bis zur Normalisierung erzielen.
  • Apfelessig-Mistel-Trunk: Dr. Veronica Carstens empfahl diese Mixtur ihren Patienten - mit großem Erfolg.
  • Knoblauchtropfen: Ein altchinesisches Heilmittel, das aus Knoblauch und Weingeist hergestellt wird, soll ebenfalls blutdrucksenkende Wirkung haben.
  • Olivenblattextrakt: Die in den Olivenblättern enthaltenen ätherischen Öle sind gut für das Herz, die Gefäße und das Immunsystem. Studien weisen darauf hin, dass die gefäßerweiternde Wirkung der Blätter den Blutdruck senkt.
  • Weißdorn: Weißdorn verbessert die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr des Herzens, steigert die Durchblutung des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße und somit auch die Herzleistung.
  • Siesta: Wer regelmäßig Siesta hält, hat ein deutlich geringeres Risiko, an Herz-Kreislauferkrankungen zu sterben.
  • Akupunktur: Mit Akupunktur nach der Traditionellen Chinesischen Medizin lässt sich laut einer deutschen Forschergruppe eine deutliche Blutdrucksenkung erreichen.

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