Honig bei entzündeter Haut: Anwendung und Wirkung
Honig ist seit Jahrtausenden ein bewährtes Heilmittel und findet in vielen Kulturen Anwendung bei unterschiedlichsten Erkrankungen und insbesondere bei Hautproblemen. Dabei überzeugt Honig durch seine Vielzahl an wertvollen Inhaltsstoffen und besonderen Eigenschaften, die ihn auch in der modernen Medizin immer bedeutender machen. Ob als Bestandteil traditioneller Hausmittel oder als Unterstützung bei der ärztlichen Therapie - die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten ist groß, ebenso wie die Unterschiede der verschiedenen Honigsorten.
Inhaltsstoffe und Wirkung von Honig
Honig kann auf mehreren Ebenen antibakteriell wirken. Er besteht zwar zu rund 80 % aus Zucker, der hohe Zuckeranteil entzieht den Keimen aber das lebenswichtige Wasser. Enzyme wie Glucoseoxidase zum Beispiel setzen bei Kontakt mit Flüssigkeit Wasserstoffperoxid frei, das eine keimtötende Wirkung hat. Manche Sorten wie Manukahonig liefern zusätzlich keimhemmendes Methylglyoxal (MGO). Und das saure Milieu von 3 bis 4, das in den meisten Honigen zu finden ist, hemmt zusätzlich das Bakterienwachstum. Darüber hinaus enthält Honig eine Reihe weiterer Wirkstoffe, die die Haut beruhigen können und Rötungen und Reizungen besänftigen. Dafür sorgen unter anderem die enthaltenen Fettsäuren, Aminosäuren, Antioxidantien und B-Vitamine.
Weiterhin liefert hochwertiger Honig wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren, die unseren Nährstoffhaushalt auffüllen und das Immunsystem stärken.
Antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung
Honig besitzt natürliche antibakterielle Eigenschaften. Diese Eigenschaften können dazu beitragen, Infektionen zu bekämpfen und die Wundheilung zu fördern. Parallel sorgen weitere Bestandteile für ein Umfeld, in dem Bakterien schwer überleben können. Antioxidantien, die im Honig enthalten sind, schützen die Haut zusätzlich vor schädlichen freien Radikalen.
Besondere Honigsorten: Manuka-Honig und medizinischer Honig
Der vielleicht bekannteste Honig mit außergewöhnlichen medizinischen Eigenschaften ist der Manuka-Honig. Der besondere goldene Nektar wird ausschließlich von fleißigen Bienen aus Neuseeland und Australien gewonnen. Eine Besonderheit, die Manukahonig ausmacht, ist das Methylglyoxal (MGO). Der Wirkstoff soll entscheidend für die antibakterielle Wirkung sein und ist in Manukahonig in deutlich höheren Mengen als anderen Honigsorten enthalten. Bereits der Nektar der Südseemyrte verfügt über viele wertvolle Inhaltsstoffe und wird von den Bienen zusätzlich mit wichtigen Enzymen angereichert.
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Beim Kauf von Manuka-Honig sollte auf Zertifizierungen wie den UMF- oder MGO-Wert geachtet werden.
| Honigsorte | Besonderer Wirkstoff | Empfohlene Anwendung |
|---|---|---|
| Blütenhonig | Enzyme, Antioxidantien | Allgemeine Hautpflege, leichte Wunden |
| Manuka-Honig | Methylglyoxal (MGO) | Entzündete Haut, Wundheilung (medizinisch/steril) |
| Medizinischer Honig | Standardisiert, sterilisiert | Schürfwunden, zertifizierte Wundauflagen |
Honig bei entzündeter Haut: Studien und Erfahrungsberichte
Des Weiteren wurde eine Mischung aus Honig, Olivenöl und Bienenwachs (Verhältnis 1:1:1) in Studien an Menschen mit verschiedenen Hauterkrankungen getestet (unter anderem Neurodermitis und Schuppenflechte). Honig kann sowohl punktuell bei einzelnen Pickeln als auch großflächig als Maske bei entzündeter, geröteter Haut angewendet werden.
Erste positive Erfahrungsberichte liegen vor, beispielsweise bei immunsupprimierten, pädiatrisch-onkologischen Patienten und bei Patienten mit venösen Ulzera. Einige Dermatologen empfehlen, äußere Entzündungsreaktionen der Haut mit einer Therapie zu behandeln, bei der die zusätzliche Anwendung von Honig ausprobiert wird.
Honig-Anwendungen für die Haut
Hausmittel und Rezepte
- Für die pflegende Hautlotion mit Honig braucht man 150 ml Milch, die man leicht erwärmt, 2-4 Teelöffel Honig und einen Teelöffel Mandelöl. Wenn der Honig sich in der warmen Milch aufgelöst und alles schön mit dem Mandelöl vermischt ist, kann die Lotion einfach auf die Haut aufgetragen werden. Anschließend nach 15-20 Minuten die Honig-Haut-Lotion wieder entfernen.
- Bei leichten, oberflächlichen Schnitt- und Schürfwunden hat sich die folgende Honig-Salbe bewährt: Man nimmt 3 Teelöffel Eucerin aus der Apotheke und 1 Teelöffel naturbelassenen Honig. Diese wird mindestens dreimal täglich auf die Wunde aufgetragen.
- Nach dem Sonnenbaden hilft Honig, gereizte Haut zu beruhigen, Feuchtigkeit zu spenden.
- Für die Behandlung von Akne oder Pickeln kann ein wenig Honig direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen werden, nach ca. 20 Minuten wird er mit lauwarmem Wasser sanft abgewaschen.
- Großflächig als Maske: Der Manuka Honig kann zur großflächigen Behandlung mit einem Pinsel aufgetragen werden, nach ca. 20 Minuten sanft abwaschen.
Gerade im Sommer kann Honig wahre Wunder wirken. Nach dem Waschen fühlen sich die Haare weich, gepflegt und füllig an, ohne dass der Honig klebt.
Honig gegen Ekzeme und Akne
Mitesser, Pickel oder Akne können nicht nur Symptome einiger Erkrankungen sein - ihr Krankheitsbild wirkt für Menschen mit unreiner Haut häufig sehr belastend. Die kleinen Entzündungen unter der Hautfläche, die diese oft verfärben oder Narben hinterlassen, haben unterschiedliche Auslöser. Manuka-Honig kann hier unterstützend wirken, indem er entzündliche Prozesse abschwächt und der Haut Feuchtigkeit spendet.
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Als besonders wirksam gilt der Manuka-Honig: Diese Eigenschaft macht die Süßigkeit vielseitig anwendbar: der Honig fördert die Senkung des Cholesterinspiegels, verringert sauren Reflux und lässt sich äußerlich auf der Haut anwenden, um beispielsweise Akne oder Ekzeme zu behandeln.
Grenzen und Risiken der Anwendung
Achtung: Bei eitrigen und tiefen Wunden keine Selbstversuche mit handelsüblichem Honig. Für offene Wunden darf deshalb ausschließlich medizinischer Honig verwendet werden, niemals Speisehonig. Menschen mit einer Pollenallergie sollten bei der Anwendung von Honig auf Pickeln besonders vorsichtig sein oder lieber komplett darauf verzichten. Säuglingen unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden, da sich ihre Darmflora noch nicht komplett entwickelt hat und sie sich dadurch mit dem seltenen, aber lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus infizieren können.
Es gibt Risiken: Ein Hauptrisiko stellen Allergien dar. Wenn Sie auf Bienen oder Pollen allergisch sind, ist es möglich, dass Sie auf Honig allergisch reagieren. Die Anwendung von Honig ersetzt keine ärztliche Behandlung. In der Wundversorgung kann er sinnvoll sein, wenn er in geprüfter, steriler Form verwendet wird. Bei schweren oder tiefen Wunden bleibt hingegen die Behandlung mit Antiseptika und Antibiotika unausweichlich.
Was ist bei der Aufbewahrung von Honig zu beachten?
Honig als Lebensmittel sollten Sie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren, da er hitze- und lichtempfindlich ist. Bei Kälte kristallisiert Honig und muss wieder erhitzt werden, um flüssig zu werden. Zu hohe Temperaturen können die Enzymaktivität und damit die gesundheitsfördernden Eigenschaften schädigen. Bewahren Sie Honig also am besten im Vorratsschrank oder in einer dunklen Speisekammer auf.
Honig aus dem Supermarkt vs. medizinischer Honig
Nicht jeder Honig ist gleich wirksam. Die Herkunft der Pflanzen, das Bienenvolk und die Verarbeitung bestimmen die Zusammensetzung stark. Handelsüblicher Honig kann Sporen oder Rückstände enthalten, die die Wirkung beeinträchtigen. Industrieller Honig wird oft stark erhitzt, gestreckt, gefiltert und verliert dabei seine wertvollen Inhaltsstoffe. Speziell der Honig aus dem Supermarkt ist eher als reines Süßungsmittel gedacht, nicht aber für die Medizin. Medizinischer Honig wird hingegen sterilisiert und geprüft, bevor er z. B. in der Wundversorgung eingesetzt wird.
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Nur der medizinische, sterile Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden.
Fazit: Honig für entzündete Haut - eine natürliche Ergänzung
Honig als natürliches Hausmittel kann bei zahlreichen Hautproblemen unterstützend wirken. Seine antibakteriellen, antioxidativen und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften machen ihn zu einem beliebten Zusatz in Hautpflegeprodukten - ob als Balsam, Maske oder Lotion. Insbesondere hochwertiger, zertifizierter Honig wie Manuka-Honig bietet dabei besondere Vorteile. Dennoch: Honig kann keine medizinische Behandlung ersetzen und sollte bei schwerwiegenden Hautproblemen nur nach Rücksprache mit Hautärzt:innen verwendet werden.
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