Hilft Tee mit Honig gegen Erkältung wirklich? Wissenschaftliche Einordnung und Praxisbeispiele
Erkältungsmythen im Check Hilft Ingwer-Tee mit Honig wirklich?
Aktualisiert am 04.03.2024Lesedauer: 2 Min.
Einführung in das Thema und grundsätzliche Hinweise
Eine erkältete Frau mit einer Tasse Tee: Warme oder heiße Getränke können Symptome durchaus lindern.
In der Erkältungssaison kursieren unzählige Tipps, wie eine Ansteckung verhindert werden kann - doch nicht alle helfen.
Viele der oft gehörten Tipps sind wissenschaftlich jedoch umstritten.
Lesen Sie auch: Umfassender Ratgeber: Honig gegen Reizhusten
Warme oder heiße Getränke können das Husten und den Abfluss von Schleim erleichtern.
Kalte Duschen, Händewaschen und Infektprävention
Kalte Duschen härten ab: Wissenschaftler aus den Niederlanden kamen zu dem Ergebnis, dass kalte Duschen sich zwar auf das Gefühl der Erkrankung auswirken können, aber nicht signifikant die Krankheitstage verringern.
Händewaschen nicht vergessen: Die Hände sind ein wichtiger Keimüberträger, so können durch Anfassen einer Türklinke Keime aufgenommen werden.
Regelmäßiges Händewaschen kann die Verbreitung von Viren und die Ansteckungsgefahr senken.
Vitamine, Zink und Schlaf als Einflussgrößen
„Ohne Vitamin C und Zink dauert eine Erkältung eine Woche, mit Vitamin C und Zink dauert sie sieben Tage“, sagt Scherer.
Lesen Sie auch: Honig bei Erkältung: Ein natürliches Heilmittel?
Im Vorfeld einer Erkrankung können sie jedoch womöglich etwas helfen: Die reguläre Einnahme von Zink reduzierte zumindest in Studien mit Kindern die Zahl der Erkältungen pro Jahr.
Die regelmäßige Gabe von Vitamin C führte dagegen bei Erwachsenen lediglich zu einer geringeren Krankheitszeit und etwas abgeschwächten Symptomen.
Auch wenn das Vitamin kein Allheilmittel gegen Erkältungen ist, bleibt es sinnvoll, den Körper durch eine ausgewogene Ernährung ausreichend damit zu versorgen.
Sich bei einer Erkältung Ruhe zu gönnen hat zwei Vorteile: Zum einen stecken Sie weniger Menschen an. Zum anderen hilft Schlaf dem Körper, die Erkältungsviren abzuwehren.
Ingwer-Tee mit Honig: Welche Effekte sind wissenschaftlich belegbar?
Viel Ingwer-Tee mit Honig trinken: Warme oder heiße Getränke können das Husten und den Abfluss von Schleim erleichtern.
Lesen Sie auch: Honig: Ein natürliches Heilmittel für Magenbeschwerden
Honig könne demnach helfen, einen trockenen Rachen und gereizte Bronchien zu beruhigen.
In Ingwer sind sogar Stoffe enthalten, die gegen Rhinoviren wirken, einen der häufigsten Verursacher der klassischen Erkältung.
Zudem kann die Wurzel der Pflanze Entzündungen entgegenwirken.
Honig bei Erkältung: Systematische Befunde und Mechanismen
Honig zählt zu den ältesten Hausmitteln bei Husten. Ihm wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.
Eine systematische Übersichtsarbeit mit sechs kleinen Studien zeigte, dass Honig bei akuten Hustenfällen helfen kann: Hustenattacken werden weniger heftig und treten seltener auf, und der Schlaf kann verbessert werden.
Bei Erwachsenen wurden in Studien unterschiedliche Einnahmeformen verwendet: pur, mit Wasser oder in Tee gelöst.
Eine Metaanalyse aus Oxford untersuchte 14 randomisierte kontrollierte Studien mit 1.761 Teilnehmern und fand heraus, dass Honig bei Erkältungen mit Husten und Heiserkeit oft überlegen gegenüber Placebo oder manchen Medikamenten war.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Honig insbesondere Hustenfrequenz und Hustenschwere reduziert und die symptomatische Phase verkürzt sein kann.
Allerdings waren die Studien heterogen in Bezug auf Honigsorten, Darreichungsformen und Testgruppen; daher sind weitere placebokontrollierte Studien nötig.
Honig wirkt nicht über einen einzigen Wirkstoff, sondern über mehrere parallele Mechanismen: Schleimhautfilm, antivirale Begleitstoffe und entzündungshemmende Eigenschaften.
Roher, nicht erhitzter Honig behält enzymatische Aktivität und antibakterielle Eigenschaften besser als erhitzter Honig; Temperaturen über 40 °C können Enzyme zerstören.
Honig ist kein Medikament - er ersetzt keine ärztliche Behandlung bei ernsten Erkrankungen. Bei leichten Erkältungssymptomen ist Honig jedoch eine gut belegte, nebenwirkungsarme Unterstützung.
Honigsorten, Kombinationen und praktische Anwendungen
Geeignete Darreichungsformen umfassen warmen Tee mit Honig, einfache Zubereitungen wie Thymian- oder Salbeitee mit Honig, oder heißer Zitrone mit Honig.
Dunkle Honige wie Waldhonig oder Kastanienhonig sollen besonders wirksam sein; Manuka-Honig wird oft separat diskutiert.
Manuka-Honig wird als biologisch besonders reich an MGO beschrieben, doch medizinische Anwendung zur Wundbehandlung bedarf stabiler standardisierter Mengen; roher Manuka-Honig kann bei Wunden hilfreich sein, ist aber kein Allheilmittel.
Bei Erkältungen ist Honig vor allem bei Husten und Heiserkeit wirksam; für Säuglinge unter 12 Monaten ist Honig tabu, da eine Gefahr des Säuglingsbotulismus besteht.
Für Erwachsene ist Honig sicher, wenn keine Allergien bestehen und nicht übermäßig konsumiert wird.
Eine Kombination aus Honig und Propolis wird als sinnvoll beschrieben: Propolis wirkt antiviral und kann die Wirksamkeit des Honigs ergänzen.
Weitere Hausmittel und unterstützende Maßnahmen
Eine Nasenspülung oder Nasendusche mit Kochsalzlösung verflüssigt den Schleim; sie sollte nicht länger als eine Woche eingesetzt werden.
Nasenspülungen können einen leichten positiven Effekt haben, Nebenwirkungen beschränken sich meist auf Brennen oder Reizungen.
Inhalationen von heißem Dampf zeigen wissenschaftlich keine wesentliche Verbesserung der Erkältungssymptome, verschlechtern diese aber auch nicht.
Ein feuchtwarmer Halswickel kann die Durchblutung erhöhen und bei Halsschmerzen unterstützen; bei länger anhaltenden Beschwerden kann auch ein kalter Halswickel sinnvoll sein.
Gurgeln mit Salzwasser oder Kräutertee befeuchtet die Schleimhäute, erreicht aber nicht immer tieferliegende Entzündungen; wissenschaftliche Belege sind uneinheitlich.
Bei Fieber ist es normal; Fieber senken kann manuell durch Wadenwickel erfolgen, wobei auf angemessene Temperaturen zu achten ist.
Eine generelle Empfehlung lautet: Bei Fieber über 39 °C, anhaltenden Symptomen über 7 Tage oder starken Schmerzen ärztlichen Rat suchen.
Nähe zur Praxis: konkrete Empfehlungen für den Alltag
Bei Erkältung helfen oft schon einfache Hausmittel, um das Immunsystem zu stärken und schneller wieder fit zu werden.
Wenn sich eine Erkältung anbahnt, helfen oft schon ein paar einfache Hausmittel, um das Immunsystem zu stärken und schneller wieder fit zu werden.
Honig direkt auf die Schleimhäute wirkt beruhigend; 1-2 Teelöffel pur auf dem Teelöffel können im Mund langsam zergehen.
Beachten Sie: Nicht unter 12 Monaten Honig verwenden; bei Fieber oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat suchen.
Zusammenfassung praktischer Schlussfolgerungen
Der wissenschaftliche Konsens lässt sich so zusammenfassen: Honig kann bei Erkältungssymptomen, insbesondere Husten, wirksam sein und die Dauer leicht verkürzen; roher, nicht erhitzter Honig entfaltet die volle enzymatische und antivirale Wirkung besser als erhitzter Honig.
Bei Erkältungen ist Honig eine preiswerte, gut erforschte Option, die ohne signifikante Nebenwirkungen auskommt - außer bei Säuglingen, Allergien oder übermäßiger Einnahme.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Alle Aussagen zur Wirkung von Honig basieren auf veröffentlichten wissenschaftlichen Studien, insbesondere: Abuelgasim et al. BMJ Evidence-Based Medicine 2020/2021.
Fazittext über die Bedeutung richtiger Anwendung und Limitationen von Honig bei Erkältungentags: #hilft #tee #mit #honig #gegen #erkältung


