Herzrasen nach Schokolade: Ursachen, Symptome und was Sie dagegen tun können
Herzrasen nach dem Essen, insbesondere nach dem Konsum von Schokolade, ist ein Phänomen, das viele Menschen bemerken. Es kann beängstigend sein, aber in den meisten Fällen ist es harmlos. Dennoch ist es wichtig, die Ursachen zu verstehen, wann es auftritt, wie oft und wie lange es dauert.
Was ist Herzrasen?
In der Medizin wird die bewusste Wahrnehmung von Herzschlägen, Stolpern oder Pochen des Herzens als Palpitation bezeichnet. Menschen bemerken ihren Herzschlag eher, wenn sie sich in Ruhe befinden und nicht abgelenkt sind, was oft während oder nach dem Essen der Fall ist.
Ursachen für Herzrasen nach dem Essen
Herzrasen nach dem Essen muss nicht unbedingt ein Zeichen für ein Gesundheitsproblem sein. Der Verdauungsprozess selbst, einschließlich Kauen und Schlucken, kann den Herzschlag beschleunigen. Bestimmte Lebensmittel können Herzrasen begünstigen.
Kohlenhydratreiche Lebensmittel
Süßspeisen, Weißbrot, Nudeln und Reis können den Blutzuckerspiegel erhöhen, was zu Herzklopfen oder einem beschleunigten Herzschlag führen kann, besonders wenn zuvor eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bestand.
Salzreiche Lebensmittel
Fertiggerichte und Konserven mit hohem Salzgehalt können ebenfalls Herzklopfen verursachen.
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Reichhaltige oder scharf gewürzte Mahlzeiten
Besonders reichhaltige oder scharf gewürzte Mahlzeiten können bei manchen Menschen Herzrasen auslösen.
Bestimmte Inhaltsstoffe
Einige Lebensmittelstoffe können die Herzfrequenz erhöhen. Dazu gehören:
- Mononatriumglutamat (MSG): Ein Geschmacksverstärker, auf den manche Menschen empfindlich reagieren.
- Theobromin: Ein Stoff, der in Schokolade vorkommt.
- Tyramin: Eine Aminosäure, die in gepökeltem Fleisch, gereiftem Käse und vielen alkoholischen Getränken enthalten ist und den Blutdruck sowie die Herzfrequenz erhöhen kann.
Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente
Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente, die in Verbindung mit Mahlzeiten eingenommen werden müssen, können ebenfalls zu Palpitationen führen.
Histaminintoleranz
Histamin ist ein Stoff, der in vielen Lebensmitteln vorkommt und im Körper wichtige Funktionen erfüllt. Eine Histaminintoleranz liegt vor, wenn der Körper Histamin nicht ausreichend abbauen kann. Dies kann zu verschiedenen Symptomen führen, darunter auch Herzrasen. Histaminreiche Lebensmittel sind beispielsweise gereifter Käse, Rotwein, Tomaten und Schokolade. Es gibt auch Histaminliberatoren, die eine Histaminausschüttung fördern, wie Kakao und Nüsse.
Andere Ursachen
Weitere mögliche Ursachen für Herzrasen nach dem Essen sind:
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- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Hier laufen viele Körperfunktionen auf Hochtouren, was zu Herzrasen, Nervosität, Schwitzen oder Gewichtsverlust führen kann.
- Roemheld-Syndrom: Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt verursachen ein Druck- oder Engegefühl im Brustbereich, was zu Herzrasen, Atembeschwerden, Schwindel, Übelkeit oder Blähungen führen kann.
- Psychische Störungen: Angststörungen oder Essstörungen können Herzrasen nach dem Essen auslösen.
- Insulinom: Ein seltener Tumor an der Bauchspeicheldrüse, der Insulin produziert, kann zu Herzklopfen, Abgeschlagenheit, Zittern, Nervosität und großem Hunger führen.
- Wechseljahre: Hormonelle Veränderungen können zu Herzrasen führen.
- Schwangerschaft: Insbesondere im letzten Trimester kann der Druck des Bauches auf den Magen Herzrasen verursachen.
- Typ-2-Diabetes: Eine zeitweise gesteigerte Insulinausschüttung in der Frühphase eines Typ-2-Diabetes kann Herzrasen auslösen.
- Dumpingsyndrom: Eine Sturzentleerung flüssiger und fester Nahrung vom Magen in den Dünndarm kann ebenfalls Herzrasen verursachen.
Symptome von Herzrasen nach dem Essen
Begleitsymptome zum Herzrasen nach dem Essen können sein:
- Schwitzen
- Nervosität
- Übelkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
Was tun gegen Herzrasen nach dem Essen?
Ein gesundes Herz kann es gut verkraften, wenn es einmal mehr gefordert wird. Viele Betroffene empfinden die Palpitationen jedoch als unangenehm und möchten ihr Auftreten vermeiden.
Beobachtung und Ernährungstagebuch
Achten Sie darauf, wann die Symptome genau auftreten, und notieren Sie, was Sie gegessen oder getrunken haben, um mögliche Auslöser zu identifizieren. Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen.
Vermeidung von Auslösern
Versuchen Sie, mögliche Auslöser zu vermeiden und beobachten Sie, ob das Herzrasen verschwindet.
Gesunder Lebensstil
Ein gesunder Lebensstil kann helfen, Herzrasen zu reduzieren:
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- Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen.
- Ausreichend Schlaf: Mindestens sieben Stunden pro Nacht sind wichtig.
- Regelmäßige Bewegung: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Erwachsene mindestens 150 bis 300 Minuten moderate oder hohe körperliche Aktivität pro Woche.
- Rauchverzicht: Geben Sie gegebenenfalls das Rauchen auf.
Ärztliche Abklärung
Wenn Herzrasen oder Herzstolpern häufiger auftreten, sollten Sie die Beschwerden ärztlich abklären lassen, um eine eventuell bestehende Grunderkrankung behandeln zu können. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Herzrasen oder Herzstolpern in Verbindung mit anderen Beschwerden wie plötzlichem Brustschmerz, Kurzatmigkeit, Schwindel, einem Schweißausbruch oder einer Ohnmacht auftreten.
Alkohol
Reduzieren Sie den Alkoholkonsum, da regelmäßiges Trinken das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen kann.
Histaminarme Ernährung
Bei Verdacht auf Histaminintoleranz kann eine histaminarme Ernährung helfen, die Beschwerden zu reduzieren.
Die Rolle von Zucker und Süßstoffen
Ein Übermaß an Zucker, insbesondere raffinierter Zucker und Fructose, kann das Herz-Kreislauf-System belasten und das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Süßstoffe und Zuckerersatzstoffe können eine Alternative sein, sind aber nicht unumstritten. Einige Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Süßstoffe wie Erythritol und Xylit das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen könnten.
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