Hermann Kuchen Rezept — Tradition, Tassen-Maß und Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Hermann ist ein gärender Sauerteig aus Weizenmehl, der buchstäblich von Haus zu Haus wandert und sich durch „Zufüttern“ von Mehl, Milch und Zucker auf wundersame Weise vermehrt. Aus dem sogenannten Hermann Teig werden Kuchen, Brote und Co gebacken. Der Hermann-Teig ist ein wahrer Allrounder: ihr könnt aus ihm Kuchen in allen Varianten, Muffins jeglicher Art oder auch saftiges Brot backen.

Geschichte und Tradition

Moment, da war doch was - so etwa in den 1970-ern! Na klar, Hermann nennt man den gärenden Sauerteig, der liebevoll angefüttert und dann an Freunde und Verwandte weitergegeben wird. Laut Tradition wird der Sauerteig immer zur Hälfte an eine Person, inklusive eines Kettenbriefs, der die Pflegeanleitung beinhaltet, weitergegeben. Das Hermann Rezept wird auf diese Weise immer wieder geteilt und vor dem Vergessen bewahrt.

Woher der Name Hermann stammt und wer diese schöne Tradition nach Deutschland gebracht hat, ist heute nicht bekannt. Hermann nennt man auch Glückskuchen, Glücksbrot oder Vatikanbrot. Er soll Familien Glück bringen und findet seinen Ursprung angeblich im Vatikan. Übrigens hat der Hermann Teig auch Verwandtschaft in den USA: ein ähnlicher Teig mit der Tradition des Weiterreichens ist dort unter dem Namen "Amish Friendship Bread" bekannt.

Hermann Teig in Tupperdose und Kaffeetasse

Wozu Tassen als Maß?

Das Rezept ist vielfach in Tassen angegeben. Als erstes Ergebnis muß ich feststellen, das ja das Rezept in Tassen angegeben ist. Mein Ansatz habe ich ja mit einer großen Tasse gemacht. Also dachte ich mir, daß ich ja auch mit dieser Tasse weiter abmessen muß, was ich auch getan habe. Fakt ist, es wird doch schon ganz schön viel Teig - es reicht also, den Ansatz mit einer normalen kleinen Kaffeetasse zu machen. Auch die weiteren Zutaten dann in der kleineren Tassenform zugeben.

Grundrezept: Hermann-Ansatz (Tage 1-10)

  1. An dem Tag, an dem du Hermann bekommst, musst du ihn füttern. Tag 1: 1 Tasse Mehl, 1 Tasse Milch, 1/2 Tasse Zucker. Bewahre ihn in einem hohen Gefäß, leicht abgedeckt, im Kühlschrank auf, denn er will hoch hinaus.
  2. Rühre den Teig jeden Morgen um. Füttere Hermann am 5. Tag mit den gleichen Mengen wie am 1. Tag. Am 10. Tag wird er gebacken.
  3. Die Zutaten in einem nichtmetallischen Gefäß mischen und zwei Tage bei Zimmertemperatur gehen lassen. Ab und zu umrühren. Am dritten Tag geht es für 24 Stunden in den Kühlschrank.
  4. An den Tagen 2.-4., 6.-9. etc. wird der Teig regelmäßig gepflegt (füttern und umrühren). Am 10. Tag ist Backtag! Teile Hermann in 4 gleiche Teile (á ca. 200 g). Nimm 1 Tasse von Hermann für dich ab und 1 Tasse für eine Freundin/einen Freund; reiche dazu diesen Hermann-Brief weiter.

Zutaten für den Backtag (aus dem vorhandenen Hermann-Teig)

Gib den Rest in eine Schüssel und mische folgende Zutaten darunter:

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  • 2 Eier
  • 2 Tassen Mehl
  • 1 Tasse Zucker
  • 1 Tasse Rosinen (optional)
  • 1 Tasse gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
  • 1/2 Tasse Öl oder Butter, zerlassen
  • 1 TL Backpulver
  • 1-3 TL Zimt (je nach Rezeptvariante)
  • 1 Prise Salz

Optional und ganz nach Geschmack kannst du Rosinen, Mandelblättchen, Zitronat, Orangeat, geraspelte Schokolade oder Nüsse mit in den Teig geben. 1 Teelöffel Zimt, 1 Prise Salz, evtl. 1/4 Tasse braunen Zucker, evtl. auch 100 g geriebene Mandeln oder Nüsse oder geraspelte Schokolade dazu.

Zubereitungsschritte für den Hermannkuchen

  1. Am Backtag muss eine Tasse von Hermann für Dich und eine Tasse für eine Bekannte abgefüllt werden und das Rezept gehört auch dazu.
  2. Gib den Rest in eine Schüssel und mische die o. g. Zutaten darunter. Alles gefühlvoll unterrühren, bis die Zutaten gut vermischt sind.
  3. Fülle den Teig in eine gut gefettete und bemehlte Kastenform oder andere Backform deiner Wahl.
  4. Vor dem Backen kommt obendrauf eine Mischung aus einem Stückchen geschmolzener Butter, 1/2 Tasse Zucker und einem Esslöffel Zimt.
  5. Dann backe Hermann bei ca. 180 °C etwa 45 Minuten, evtl. auch etwas länger. Bei manchen Varianten beträgt die Backzeit auf jeden Fall eine gute Stunde, wenn nicht gar länger, bei Mittelhitze. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Umluft 160 °C) circa 45 bis 55 Minuten backen. Vorsicht, die Butter kann leicht anbrennen, regelmäßig nachschauen und ggf. abdecken.
  6. Nach dem Backen: mit Puderzucker bestäuben oder mit einer Glasur aus Zucker, Milch und Butter (je 1/2 Tasse Zucker, Milch und Butter) überziehen - dazu die Mischung länger kochen, bis etwas Konsistenz entsteht.
Hermannkuchen in Kastenform, geschnitten

Kleine Tipps aus der Praxis

  • Bewahre Hermann in einem hohen, nicht ganz dicht verschlossenen, nichtmetallischen Gefäß im Kühlschrank auf.
  • Was überall erwähnt wird ist, dass man keine Metallgegenstände verwenden soll.
  • Vor dem Anschneiden sollte man sich bis zum Abkühlen gedulden.
  • Feuchte Zutaten wie Joghurt, Buttermilch oder Kokosmilch helfen dem Kuchen, saftig zu bleiben.
  • Luftdicht verpackt bleibt er 3-4 Tage saftig. Am besten portionsweise einfrieren und luftdicht verpacken.
  • Die Backzeit kann je nach Form etwas länger sein; regelmäßig prüfen.

Varianten und persönliche Erfahrungen

Es gibt viele Varianten von Hermannkuchen: mit Äpfeln, mit Schokolade, als Muffins oder als Brot. Das Ergebnis kann sich schmecken lassen. Ich habe die Tasse Rosinen zugegeben und die andere Tasse mit einer Mischung aus Mandeln, Zitronat und Orangeat gefüllt. Nach meinen Erfahrungen habe ich nun 2 Kuchen gebacken. Die Backzeit beträgt auf jeden Fall eine gute Stunde, wenn nicht gar länger, bei Mittelhitze.

Beim Durchstöbern meines alten uralten Rezeptbuches bin ich mal wieder auf das Rezept des Hermans gestoßen. Nun werde ich das Experiment erneut starten, mal sehen ob ich überhaupt dann mal die Mitstreiter zum Backen finden werde. Nun muß ich aber erstmal den Ansatz für den Hermann Kuchen ansetzen.

Wie man Hermann ansetzt und backt - Schritt-für-Schritt Video

Konkretes Mengenbeispiel (für eine Standard-Kastenform)

ZutatMenge
Hermann-Teig (verbleibender Teil)ca. 2 Tassen
Eier2
Mehl2 Tassen
Zucker1 Tasse
Rosinen1 Tasse (optional)
Gemahlene Nüsse1 Tasse
Öl oder Butter, zerlassen1/2 Tasse
Backpulver1 TL
Zimt1 TL (je nach Geschmack)

Weitere Hinweise

Nur das Original Hermann Rezept bringt Euch den wirklich guten Geschmack eines Hermann Kuchens und gleichzeitig auch die wichtige Geling-Garantie. Habt ihr ihn vielleicht zum Zufüttern unterschlupft gewährt? Nicht? Dann setzt doch einen neuen Hermann an (z. B. mit diesem Grundrezept-Hermann) und bringt den fast vergessenen Trend wieder auf den Weg!

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tags: #Hermann #Kuchen #Rezept #Tassen

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