Die Geschichte von Haeberlein-Metzger: Eine Reise durch die Welt der Nürnberger Lebkuchen
Die Lebkuchenmarke Haeberlein-Metzger ist bis heute ein fester Bestandteil des Marktes. Ihre Geschichte ist eng mit der Tradition der Nürnberger Lebkuchen verbunden, die bis ins späte 15. Jahrhundert zurückreicht. Die Ursprünge des Unternehmens liegen in zwei traditionsreichen Lebküchnereien, die sich im Laufe der Zeit zu einem bedeutenden Großbetrieb entwickelten.
Die Anfänge: Johann Caspar Schores und Heinrich Haeberlein
Der Grundstein für die Firma Heinrich Haeberlein wurde im Jahr 1810 gelegt, als Johann Caspar Schores eine Lebküchnerei von der Äußeren Laufer Gasse in die Winklerstraße 35 verlegte. Heinrich Haeberlein, Schores' Schwiegersohn, übernahm den Betrieb im Jahr 1846 und gab ihm seinen Namen. Unter seiner Führung erfuhr das Unternehmen eine umfassende Umgestaltung. Aus einer kleinen Lebküchnerei entwickelte sich ein Großbetrieb mit weitreichenden Handelsbeziehungen.
Im Jahr 1876 bezog die Firma ein neu errichtetes Fabrikgebäude an der Flaschenhofstraße, in dem die Lebkuchen maschinell hergestellt wurden. Anfangs waren dort lediglich 24 Mitarbeiter beschäftigt. Nach einem Brand im Jahr 1886 wurde die Fabrik durch einen dreistöckigen Nachfolgebau ersetzt.
F. G. Metzger: Eine Tradition seit 1598
Die Wurzeln der Lebküchnerei F. G. Metzger reichen bis ins Jahr 1598 zurück. Damals begann Hans Baum in der Vorstadt Wöhrd mit der Lebkuchenherstellung. Dieser traditionsreiche Betrieb wurde von Friedrich Gotthelf Metzger aus Dinkelsbühl übernommen. Nach seiner Wanderschaft heiratete Metzger im Jahr 1816 in Nürnberg die Witwe des Lebküchners Michael Bühler und legte damit den Grundstein für seine eigene Firma.
Nach der Verlegung der Fabrikationsstätte in die Rathausgasse übernahm sein Sohn Johann Georg Karl die Firmenleitung. Unter seiner Führung erfolgte im Jahr 1872 die Grundsteinlegung für einen großen Fabrikneubau in der Regensburger Straße. Dort wurde mit einem Maschinenpark auf industrielle Massenproduktion umgerüstet. Auch die Metzger-Lebkuchen waren teilweise mit Marzipan-Ornamenten verziert. Der Vertrieb erfolgte über die eigenen vier Verkaufsstellen im Stadtgebiet. Vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigte F. G. Metzger 180 Arbeiter.
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Fusion und Neuanfang: Haeberlein-Metzger Vereinigte Lebkuchen- und Schokoladenfabrik AG
Die Jahre nach 1918 waren von Rohstoffmangel und Inflation geprägt. Um weiterhin am Markt bestehen zu können, entschlossen sich Haeberlein und Metzger zur Fusion ihrer Unternehmen. Am 5. Juni 1920 firmierte man unter dem Namen Haeberlein-Metzger Vereinigte Lebkuchen- und Schokoladenfabrik AG.
In dieser Zeit war es noch nicht möglich, Lebkuchen in Vorkriegsqualität herzustellen, da Grundstoffe rationiert waren. Die Lage besserte sich erst 1923, und die Umsatzzahlen stiegen langsam an. In Nürnberg war das Unternehmen zu dieser Zeit mit sechs Verkaufslokalen präsent, unter anderem in der Königstraße 6. Die Produktion von Lebkuchen fand vorerst ausschließlich in der Flaschenhofstraße (Haeberlein) statt. Neben dem Metzgerschen Firmengebäude in der Regensburger Straße entstand ein Neubau für die Schokoladenproduktion. Die alte Fabrikationsstätte wurde für die Waffel- und Feingebäckherstellung weiter genutzt, wo in der Vorweihnachtszeit zusätzlich auch Lebkuchen gebacken wurden. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren 700 Mitarbeiter ganzjährig für Haeberlein-Metzger tätig. Während der Lebkuchensaison wurde die Belegschaft auf 1.200 bis 1.400 Mitarbeiter aufgestockt. Der Betrieb produzierte etwa 12 Millionen Lebkuchen jährlich.
Übernahme durch Schöller und Lambertz
Theo Schöller (Schöller-Eis) übernahm mit seiner Lebensmittel KG Haeberlein-Metzger im Jahr 1976. Schöller kaufte auch Maschinen aus dem Nachlass der Lebküchnerei Scheidacker in Fürth und begann mit der Lebkuchenfabrikation. Schöller-Lebkuchen etablierten sich rasch, sodass der Unternehmer 1985 auch noch die Traditionsfirma Seim übernahm.
Im Jahr 1999 erwarb die Firma Lambertz aus Aachen, ein internationaler Gebäckhersteller, Haeberlein-Metzger. Neben dem Traditionsunternehmen gingen auch die Firmen Weiss, Seim und Wolff in den Besitz der Lambertz-Gruppe über. Der Konzern mit seiner umfangreichen Produktpalette stellt weiterhin Erzeugnisse unter den bekannten Markennamen in Nürnberg her. Im Lebkuchensegment fungiert Haeberlein-Metzger als Premiummarke. Die Nürnberger Lebkuchen werden nach wie vor nach alten Rezepturen und mit bewährten Zutaten hergestellt. Auch etwas Nostalgie ließ die Lambertz-Gruppe, deren Firmengeschichte bis 1688 zurückreicht, wieder aufleben.
Nürnberger Lebkuchen: Eine geschützte Spezialität
Die Lebkuchenproduktion ist weiterhin in Nürnberg gesichert, da der Begriff "Nürnberger Lebkuchen" geographischen Schutz genießt. Der Begriff Nürnberger Lebkuchen ist weltbekannt und seit 1927 als Herkunftsbezeichnung gesetzlich geschützt. Seit 1996 ist der Nürnberger Lebkuchen als „Geschützte geografische Angabe“ auch europaweit geschützt. Hersteller der Nürnberger Lebkuchen müssen innerhalb der Stadtgrenzen Nürnbergs produzieren.
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Unter Nürnberger Lebkuchen versteht man typischerweise große, zumeist runde Oblatenlebkuchen mit Zuckerglasur, mit Schokoladenüberzug („schokoliert“) oder auch ohne Überzug („natur“), daneben die stets eckigen, ebenfalls auf Oblaten gebackenen weißen Lebkuchen. Als besonderes Qualitätsmerkmal gilt ein hoher Anteil von Mandel- und Nusskernen und eine geringe Zugabe von Mehl oder sogar der völlige Verzicht darauf. Oblatenlebkuchen der höchsten Qualität gemäß Deutschem Lebensmittelbuch heißen „Elisenlebkuchen“ und nehmen bei praktisch allen Nürnberger Anbietern einen prominenten Platz im Sortiment ein; sie müssen eine besonders hochwertige Zusammensetzung mit mindestens 25 % Mandeln, Haselnüssen oder Walnüssen aufweisen, dürfen keine anderen Ölsamen und maximal 10 % Mehl oder 7,5 % Stärke enthalten. Davon abgesehen können aber auch alle anderen Lebkuchenarten wie etwa Honigkuchen, Printen oder Dominosteine als Nürnberger Lebkuchen verkauft werden, wenn sie denn nur aus Nürnberg stammen, da es sich um eine reine Herkunftsbezeichnung handelt.
Die Wanderjahre des Friedrich Gotthelf Metzger
Bevor sich Friedrich Gotthelf Metzger (1787-1861) in Nürnberg niederließ, war er auf Wanderschaft. Es zog ihn von Dinkelsbühl über Nördlingen nach Nürnberg, wo er 1810 seine erste Stelle in der Noris annahm. Otto Barthel (1895-1975), ehemaliger Oberschulrat, Schriftsteller und Träger des Bundesverdienstkreuzes, konnte um 1960 Einblick in das Tagebuch des Lebküchners nehmen. Hier ein kleiner Auszug aus Nürnberger Zeit:
"Im Jahre 1810 sah ich mich zur Erweiterung meiner Kenntnisse nach einem anderen Platz um. Ich erhielt ihn auf Empfehlung eines guten Freundes bei der Witwe Keller in Nürnberg. Am 27. Sept. Der Lebküchner Forster erhielt Kunde von meiner Ankunft in Nürnberg und bot mir eine Werkmeisterstelle an. Ich trat also am 18. Oktober 1810 bei der Witwe Keller in Arbeit, traf aber ein ganz unbedeutendes Geschäft an. Ich sagte also auf. Wenngleich ich in Nürnberg bei Forster hätte abermals eine Stelle bekommen können, so reiste ich doch am 7. April 1811 von Nürnberg ab, um meinen Drang, einige große Städte zu sehen, zu befriedigen; und obschon ich keine Erlaubnis hatte, in das Ausland zu reisen, so wagte ich es doch über Erlangen, Bamberg, Kulmbach, Hof und Dresden. …"
Dies war Metzgers erster Aufenthalt in Nürnberg, danach begab er sich erneut auf Wanderschaft. In zweieinhalb Monaten legte er etwa 212 Meilen, meist zu Fuß, zurück.
Haeberlein-Metzger heute
HAEBERLEIN-METZGER blickt auf eine lange Tradition in der Herstellung von Lebkuchen, Pralinen, Christstollen und weiteren Spezialitäten aus der Feinbackkunst zurück. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1598 und vereint seit 1920 die Erfahrung beider Traditionshäuser Haeberlein und Metzger. Heute bietet das Unternehmen eine breite Palette an Weihnachtsgebäck, Feingebäck sowie Feinkostpräsenten - allesamt geprägt von handwerklicher Qualität und regionaler Backtradition aus Nürnberg und Aachen. Der Lieferumfang umfasst unter anderem Geschenkdosen, Präsente, Trüffel und individuelle Lösungen für den B2B-Bereich. Als etablierter Lieferant im Lebensmittelbereich ist HAEBERLEIN-METZGER in Deutschland sowie international tätig und bietet einen umfassenden Versandservice von A-Z.
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