Heiße Schokolade: Zubereitung, Sorten und Geschichte

Schokolade macht glücklich! In der Tat stecken die Bausteine des Glückshormons Serotonin im Kakao. Heiße Schokolade kann selbst die bittere Kälte des Herbst und Winters versüßen. Das Heißgetränk ist gut für die Stimmung und hat eine außergewöhnliche Geschichte.

Ursprung und frühe Geschichte

Der Ursprung liegt in Mittelamerika: heiße Schokolade hat ihren Ursprung in Mexiko, wo sie bereits um 500 v. Chr. von den alten Maya konsumiert wurde. Archäologen fanden Beweise dafür, dass die Maya bereits 500 v. Chr. Schokolade verzehrten. Ihre Mischung aus Kakao, Wasser, Wein und verschiedenen Gewürzen stellt das Ur-Rezept der heißen Schokolade da, nur, dass sie damals noch nicht heiß gemacht wurde. Die Maya mahlten Kakaosamen zu einer Paste und vermischten sie mit Wasser, Maismehl, Chilischoten und anderen Gewürzen. Dann gossen sie das Getränk von einer Tasse in einen Topf hin und her, bis sich ein dicker Schaum entwickelte. So süß wie wir unseren Kakao heutzutage trinken, schmeckte er damals allerdings nicht, denn Zucker gehörte nämlich noch nicht zu den Zutaten. Stattdessen geht man von einem würzigen und bitteren Geschmack aus.

Jahrhunderte bevor heiße Schokolade auf der ganzen Welt populär wurde, nutzten die Olmeken die köstlichen Kräfte des Kakaobaums und kultivierten ihn. Dort belegen Funde von Tonscherben, dass bereits vor 3000 Jahren die Olmeken, eine der ältesten Kulturen Mesoamerikas, ein Getränk aus der Frucht der Kakaopflanze genossen haben. Genaueres über die Zubereitung ist nicht bekannt. Da die Form der gefundenen Gefäße jedoch an Gärballons erinnert, wird vermutet, dass es sich um ein vergorenes und damit auch alkoholhaltiges Getränk aus der ganzen Kakaofrucht gehandelt hat. Fest steht, dass auch der Name „Cacao“ hier seinen Ursprung hat.

Es war nicht jeden Tag oder von jedem genossen, sondern war besonderen Anlässen und nur den mächtigsten Personen vorbehalten. Für die Azteken umfassten die Verwendungen von Kakaobohnen alles von Währung bis hin zu zeremoniellen Getränken. Die Azteken stellten sie aus zerkleinerten gerösteten Kakaobohnen her, die mit Wasser und Maismehl vermischt wurden. Da sie noch keinen Zucker kannten, wurde das Getränk oft mit Chilis oder Gewürzen aromatisiert, vielleicht um die Bitterkeit des Kakaos auszugleichen. Die Azteken glaubten, dass Schokolade heilende Eigenschaften hatte und ein Geschenk der Götter war.

Einzug in Europa und Wandel der Rezepturen

Der erste aufgezeichnete Kontakt der Europäer mit Schokolade lässt sich auf das Jahr 1502 zurückverfolgen. Kolumbus war es, der im Rahmen seiner Entdeckungsreisen 1502 als erster Europäer mit Kakaobohnen in Kontakt kam. Erst mit der Eroberung Mexikos durch die Spanier wurde ihnen der Stellenwert der Kakaobohnen bewusst. Nachdem Cortés Montezumas Krieger besiegt hatte, kehrte er 1528 nach Spanien zurück und brachte Kakaobohnen und Geräte zur Herstellung von Kakaogetränken mit. Nach seiner Einführung in Europa gewann das Getränk langsam an Popularität. Das erste "House of Chocolate" wurde 1657 in London eröffnet.

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Die Spanier passten die Rezeptur an den europäischen Geschmack an: Bis 1544 schufen spanische Mönche ihre eigene Version, indem sie dem Getränk Zucker und manchmal Honig hinzufügten und den Chili wegließen. Die Verfügbarkeit von Zucker, Kakao und Kaffee gab der Kulinarik einen wichtigen Impuls und ermöglichte die Geburt der europäischen Backkünste. Die Spanier brachten die Schokolade nach Süditalien und dort wurden neben Zitrusschalen auch Blütenaromen hinzugefügt. In England wurde die Trinkschokolade erstmals mit Milch zubereitet, nachdem Sir Hans Sloane im 17. Jahrhundert auf Jamaica Trinkschokolade probiert und die Zugabe von Milch empfohlen hatte. Als er nach England zurückkehrte, brachte er das Rezept mit und führte die trinkbare Milchschokolade in England ein.

Im 17. und 18. Jahrhundert war heiße Schokolade in Europa oft ein Luxusartikel: Im 18. Jahrhundert wurde das Getränk ein großer Luxus und wurde aus kostbaren Porzellantassen genossen. Aufgrund seines überhöhten Preises war diese trinkbare Delikatesse mehr als ein Jahrhundert lang ausschließlich für die reicheren Schichten bestimmt. An den Fürstenhöfen des 18. Jahrhunderts war das exotische Getränk heiß begehrt, wurde aber gesüßt genossen - auch am Mannheimer Hof. Kurfürst Carl Theodor ließ sie in ganz erstaunlichen Mengen besorgen und bevorzugte heiße Schokolade mit Vanille.

Technischer Fortschritt und Massenverbreitung

Einen Meilenstein setzte Coenraad Johannes van Houten, Chemiker und Schokoladenhersteller, in den Niederlanden 1828. Er erfand die erste Maschine zur Herstellung von Kakaopulver. Die Presse trennte die fettige Kakaobutter von den Kakaosamen und hinterließ ein reineres Schokoladenpulver. Dieses ließ sich leichter in Milch und Wasser einrühren. Infolgedessen wurde eine weitere sehr wichtige Entdeckung gemacht: feste Schokolade. Durch die Verwendung von Kakaopulver und geringen Mengen an Kakaobutter war es nun möglich, Schokoladentafeln herzustellen. Der Begriff „Schokolade“ bezeichnete dann nicht mehr Kakaogetränke, sondern die feste Schokolade.

Die Industrielle Revolution im 19. Jahrhundert veränderte die Schokoladenindustrie komplett und machte das Mahlen von Kakaobohnen schneller und billiger. Kakaopulver wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von den Niederländern erfunden. Ein Holländer war es, der mit seinen Erfindungen Mitte des 19. Jahrhunderts einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Schokolade setzte. Das erneute Mischen der Kakaomasse mit der Kakaobutter führte zu einer geschmeidigen Masse, die in Formen gegossen oder zum Überziehen von Konfekt oder Gebäck verwendet werden konnte. Und damit entstand die Schokolade, wie wir sie heute kennen.

Kulturelle Bedeutung und Anekdoten am Hof

Im französischen Königshof wurde Schokolade spätestens nach der Hochzeit Ludwigs XIV. mit der spanischen Prinzessin Maria Teresa beliebt. Am Mannheimer Hof lässt sich der Luxus um das Getränk eindrucksvoll verfolgen: Kurfürst Carl Theodor ließ sich ganz teure Trinkgefäße nach Schloss Nymphenburg liefern, hergestellt in der Porzellan-Manufaktur Frankenthal. Die Tassen mit schwarzem Fond, Goldmalerei und Chinoiserien gehörten zu den Luxusobjekten der Manufaktur. Der konisch geformte Becher mit zwei Henkeln steht in der Tradition der Gobelets à lait aus Vincennes bzw. Sèvres. Aus solchen Bechern wurde heiße Milch, Bouillon oder heiße Schokolade getrunken.

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Die Kirche diskutierte lange über Schokolade: Als Schokolade zum ersten Mal populär wurde, lehnte die katholische Kirche sie ab, da man meinte, beim Fasten schummeln zu können. Die Diskussion hierüber hielt durchaus eine Weile an: immerhin 8 Päpste beschäftigten sich mit der Frage und entschieden sie jedesmal zu Gunsten der Schokoladenliebhaber: Schokolade galt als Getränk und der Genuss stellte keinen Bruch des Fastens dar.

Zubereitung: Basis und Variationen

In heißer Schokolade steckt geschmolzene (Tafel-) Schokolade, die in die erhitzte Milch gerührt wird. Unter Rühren löst sie sich auf und es entsteht ein vollmundiges, dickflüssiges Schokoladengetränk. Das Wichtigste bei der Herstellung von heißer Schokolade ist die Verwendung hochwertiger Schokolade. Billigere Schokoladen enthalten oft weniger Kakao, so dass der Geschmack weniger intensiv ist. Es gilt: Je höher der Kakaoanteil, desto kräftiger der Geschmack. Eine Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil ist daher besonders empfehlenswert.

Beim heißen Kakao wird Kakaopulver mit Milch aufgegossen. Der Kakao ist deshalb weniger dickflüssig. Diese Pulver enthalten oft weniger Kakao als Schokolade und viele weniger hochwertige Zusatzstoffe. Heiße Schokolade (oder Trinkschokolade) ist eine dicke, cremige Schokoladenflüssigkeit, die typischerweise aus hochwertiger Milch- und dunkler Schokolade hergestellt wird. Im Gegensatz zu Kakao auf Kakaopulverbasis ist heiße Schokolade normalerweise nicht übermäßig gesüßt und hat dank der geschmolzenen Schokolade einen dickeren und intensiveren Geschmack.

Porzellantasse mit Golddekor und Schokolade

Basisrezept: cremige Trinkschokolade (für 4 Tassen)

Zutat Menge
Zartbitter-Schokolade 125 g
Vollmilch-Schokolade 75 g
Vollmilch 600 ml
Kakaopulver (Backen) 50 g
Zucker 50 g

Zubereitung: Als erstes hacken Sie die Schokolade klein. Danach lassen Sie die Milch aufkochen und geben den Kakao und den Zucker dazu. Die gehackte Schokolade kommt im nächsten Schritt dazu. Nun rühren Sie so lange, bis sich alles aufgelöst hat. Die heiße Schokolade sollte heiß in einer Tasse serviert werden.

Schnelles Einzelportion-Rezept

Zutaten für eine Tasse: 300 ml Vollmilch, 50 g dunkle Schokolade, 60 g bitteres Kakaopulver, 15 g Kartoffelstärke, 15 g Maisstärke. So wird's gemacht: Hacken Sie die Schokolade in kleine Stücke und schmelzen Sie sie im Wasserbad oder in der Mikrowelle. Währenddessen die kalte Milch mit der Kartoffelstärke, der Maisstärke und dem Kakaopulver vermischen. Verrühren Sie die Zutaten, so dass sich keine Klumpen bilden. Die so entstandene Mischung auf den Herd stellen und fast zum Kochen bringen. Nun die geschmolzene Schokolade hinzufügen und mit einem Holzlöffel kontinuierlich rühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

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Heiße Schokolade in einer Tasse mit Sahnehäubchen

Beliebte Varianten und Kombinationsideen

Die heiße Schokolade ist flexibel und lässt sich vielfältig variieren. Natürlich lässt sich Kakao mit Schuss mit allen möglichen Spirituosen herstellen. Zum Beispiel kann ein guter Schuss Whisky dem Heißgetränk eine ganz neue Note verleihen. Kreationen mit Bailey’s oder Amaretto sind nicht ohne Grund beliebt: nicht zu stark im Geschmack und schön sahnig auf der Zunge. Auch ein Schuss Rum (10 ml) kann ein sehr belebendes aromatisches Ergebnis bringen. Kakao mit Schuss - eine süße Verführung, die so einiges auf dem Kasten hat.

Ausgewählte Rezepte

  1. Choco Glow 43: 80 ml heiße Schokolade, 50 ml Licor 43, 1 Espresso, Schlagsahne. Einfach heiße Schokolade mit Licor 43 und Espresso verrühren, mit Schlagsahne garnieren.
  2. Kirsch-Kakao mit Kick: Mandelmilch, Kakaopulver, Bailey’s oder Amaretto, Amarena Kirschsirup, Gewürze wie Zimt und Muskatnuss. Milch mit Gewürzen erhitzen, Kakao einrühren, Likör und Sirup hinzufügen.
  3. Minze trifft Schokolade: Heiße Schokolade mit Pfefferminzlikör, optional Orangenlikör, Sahne und Haselnusskrokant.
  4. Zimtkakao: Heiße Schokolade mit Zimtlikör, optional Sambuca.
  5. KiBaKa: Heiße Schokolade mit Bananenlikör und Kirschlikör (oder Erdnussbutter für nussige Note).
  6. Toffee-Nougat-Traum: Heiße Schokolade mit Toffee-Likör und Haselnusslikör, Prise Salz verstärkt die Süße.

Unsere Empfehlungen für Spirituosen: Havana Club 7 Jahre als Rum mit ausgeprägten Kakaonoten eignet sich besonders für Kombinationen mit Schokolade. Havana Club 7 Jahre überzeugt durch Noten von Kakao, Vanille und süßem Tabak und verleiht Kakao mit Schuss eine intensive Note.

Kakao mit Likör und Sahne garniert

Regionale Varianten und kuriose Traditionen

In Frankreich wird im Café Angelina Chocolat chaud zusammen mit einer Schale Schlagsahne serviert. In Italien bekommt man cioccolata calda - eine puddingähnliche Version, die dick genug ist, um damit Biscotti zu bestreichen. In Kolumbien und Ecuador wird das Getränk gern mit einem Klecks Hüttenkäse serviert. Auf den Philippinen wird heiße Schokolade aus getrockneten, fermentierten Kakaobohnen hergestellt und mit Mangostückchen serviert.

In England entstanden im 17. Jahrhundert „Chocolate Houses“, die so berühmt wurden wie Kaffeehäuser. Die Kunden konnten eine Tasse heiße Schokolade genießen und ohne Zensur über Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Philosophie sprechen. In Deutschland war Schokolade anfangs nur als Medizin und Stärkungsmittel erhältlich und ausschließlich in Apotheken zu kaufen. Goethe und Friedrich der Große zählen zu den prominentesten Schokoladenliebhabern jener Zeit.

Tipps für die perfekte heiße Schokolade

  • Verwenden Sie hochwertige Schokolade mit hohem Kakaoanteil für intensiven Geschmack.
  • Für besonders cremige Textur eignen sich Mischungen aus Zartbitter- und Vollmilchschokolade oder sogar weiße Schokolade als Variation.
  • Wer den traditionellen Geschmack mag, bereitet heiße Schokolade aus geschmolzener Tafel-Schokolade, nicht nur Kakaopulver, zu.
  • Experimentieren Sie mit Gewürzen (Zimt, Muskat, Chili) oder Aromen (Vanille, Orange) - gewürzte Schokolade ist keine neumodische Erfindung.
  • Zum Servieren passen Keksvarianten wie Zimtkekse, Krumiri, Katzenzungen oder Churros.
Zubereitung einer klassischen heißen Schokolade

Serviervorschläge und kleine Extras

Die heiße Schokolade lässt sich mit Sahnehäubchen, Marshmallows, Schokoraspeln, kandierten Orangenschalen oder einem Schuss Likör „pimpen“. Kinder lieben es meist süß und mit viel Sahne. Wer bei Gästen Eindruck schinden möchte, kann Marshmallow-Schneemänner als lustige Garnitur einsetzen. Für Erwachsenenkreationen empfehlen sich Liköre wie Bailey’s, Amaretto oder Rum.

Weiße Schokolade und Marshmallows als Garnitur

Eine Tasse Heiße Schokolade ist ein sinnliches Vergnügen: sie wärmt Körper und Seele, setzt Glückshormone frei, sorgt für Behaglichkeit, regt an und entspannt gleichermaßen. Kaum ein anderes Getränk strömt eine derartige Magie aus wie der Trank aus der kleinen Kakaobohne, der einst den Göttern gewidmet war.

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