Hessen Marmelade Rezepte: Eine süße Reise durch heimische Gärten und Küchen
Die Vielfalt der Marmeladen und Konfitüren ist schier unendlich. Von klassischen Fruchtsorten bis hin zu ausgefallenen Kreationen mit Kräutern und Blüten, gibt es für jeden Geschmack das Richtige. Hessen, mit seinen fruchtbaren Böden und vielfältigen Gärten, bietet eine ideale Grundlage für die Herstellung von köstlichen Marmeladen. Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine süße Reise durch die hessische Marmeladenwelt, stellt Ihnen kreative Rezepte vor und gibt Ihnen Tipps für die eigene Herstellung.
Der Marmeladenpapst aus Hainburg: Andreas Buhl
Andreas Buhl aus Klein-Krotzenburg ist ein wahrer Marmeladenexperte. In seinem Garten an der Erzberger Straße summt und brummt es, während er zwischen Rosenbüschen, Efeuranken und Bäumen die Zutaten für seine Marmeladen sammelt. Seine Marmeladenkünste haben ihn bereits ins hessische Fernsehen geführt und nun hat er seine 150 besten Rezepte in einem Buch mit dem Titel „Heimatmarmeladen“ veröffentlicht.
Buhl vertreibt seine handgefertigten Marmeladen, Aufstriche und Pestos auf Märkten, beispielsweise in Rodgau. Dabei stammen die Zutaten zum Teil aus seinem eigenen Garten. Die Idee zu dem Buch entstand, nachdem er von einem Verlag angeschrieben wurde. Gemeinsam mit seiner Familie, die ihn tatkräftig unterstützt, entwickelte er die Rezepte und setzte das Projekt um.
Rezepte aus heimischem Obst und Blüten
Buhls Rezepte basieren auf heimischem Obst, Kräutern und Blüten. Dabei scheut er sich nicht, auch ungewöhnliche Zutaten wie Kiwi oder Kaki zu verwenden. Ein besonderes Highlight ist seine Rosenmarmelade, für die er duftende englische Rosen aus seinem Garten verwendet. Aber auch Kombinationen wie Aprikosenmarmelade mit Apfelwein für eine hessische Note finden sich in seinem Buch.
Buhl betont, dass Marmeladeherstellung nicht schwer ist. Wichtig sei nur, sich zu trauen und immer Zitrone hinzuzugeben. Und falls etwas schiefgeht, hat man immer noch eine gute Dessertsoße.
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Aus Buhls Küche: Zwei köstliche Rezepte
Hier sind zwei Rezepte aus Andreas Buhls Küche, die Sie unbedingt ausprobieren sollten:
Aprikose pur
Für circa 8 bis 9 Gläser á 200 ml:
- 1,1 Kilo Aprikosen
- 1 Kilo Gelierzucker
- Saft einer Zitrone
Die Aprikosen waschen, entsteinen und ein Kilo abwiegen. Die Hälfte der Früchte vierteln oder achteln, die übrigen Aprikosen mit einem Pürierstab zerkleinern. Alles zusammen in einem großen Topf mit Gelierzucker und Zitronensaft mischen und mindestens eine Stunde abgedeckt Saft ziehen lassen.
Anschließend den Topfinhalt unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Temperatur erwärmen, dann auf höchster Stufe unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Wenn das gesamte Kochgut unter Rühren kräftig sprudelt, weitere vier Minuten sprudelnd kochen lassen und dabei immer gut rühren. Anschließend die Gelierprobe machen und nach Bedarf abschäumen.
Nach erfolgreicher Gelierprobe die Marmelade sofort in die vorbereiteten, sterilisierten und heiß ausgespülten Gläser füllen. Mit den ebenfalls sterilisierten Deckeln verschließen und für etwa fünf Minuten kopfüber auf dem Deckel stehend ruhen lassen. Danach die Gläser wenden und vollständig abkühlen lassen.
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Der Aufstrich ist für mindestens 18 Monate haltbar.
Hessen-Flirt - Apfelwein mit Aprikosen
Für circa sieben Gläser á 200 ml:
- 300 Gramm reife Aprikosen (250 Gramm ohne Kern)
- 500 Milliliter Apfelwein
- 1 Kilo Gelierzucker
- Saft einer Zitrone
Die Aprikosen (250 Gramm ohne Kern) mit Apfelwein und Gelierzucker in einem Verhältnis von eins zu eins wie oben beschrieben aufkochen. Auch für diese Version empfiehlt Buhl den frisch gepressten Saft einer Zitrone hinzuzufügen.
Der Aufstrich ist ebenfalls für mindestens 18 Monate haltbar.
Hagebuttenmarmelade: Ein fränkischer Klassiker
Ein weiteres Highlight der hessischen Marmeladenwelt ist die Hagebuttenmarmelade, in Franken auch als "Hiffenmark" bekannt. Diese leckere, cremige und säuerlich-frische Marmelade ist nicht nur ein beliebter Brotaufstrich, sondern auch die traditionelle Füllung für Krapfen.
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Hagebutten in der Küche verarbeiten
Hagebutten sind reich an Vitamin C, Lycopin und Mineralien wie Magnesium, Calcium und Kalium. Sie eignen sich hervorragend für die Herstellung von Mus, Marmelade, Tee und Likör. Da Vitamin C hitzeempfindlich ist, sollten Hagebutten möglichst schonend erhitzt werden.
Hagebutten sammeln und ernten
Wer keine eigenen Rosensträucher hat, kann wilde Hagebutten sammeln. Achten Sie dabei darauf, dass keine großen Straßen in der direkten Nachbarschaft sind und sparen Sie die unteren Bereiche aus. Sammeln Sie die Hagebutten, wenn sie schon etwas weich sind und sich leicht vom Stiel lösen lassen, aber noch nicht matschig sind. Lassen Sie immer auch einen Teil für die Tiere übrig!
Rezept für Hagebuttenmarmelade ohne Entkernen
- 1 kg Hagebutten
- 1 Liter Apfelsaft
- 500 g Gelierzucker 1:2
- etwas Zitronensaft je nach Geschmack
Die Hagebutten waschen, gut abtropfen lassen und mit einem scharfen Messer grob hacken. Die Hagebutten in einen großen Topf geben und mit der Hälfte des Apfelsafts bei mittlerer Hitze ca. eine Stunde lang weich kochen. Das Gemisch durch die ein Passiersieb („Flotte Lotte“) drehen und das entstandene Hagebuttenmark auffangen. Die Reste Schalen und Kernreste mit der zweiten Hälfte des Apfelsafts vermischen und alles nochmal durch die Flotte Lotte drehen. Das so entstandene Hagebuttenmus abwiegen, mit Gelierzucker 1:2 in diesem Verhältnis mischen, nach Geschmack Zitronensaft zugeben und einige Minuten sprudelnd zu Marmelade kochen. Die fertige Hagebuttenmarmelade in sterilisierte Gläser füllen und abkühlen lassen.
Die Hagebuttenmarmelade schmeckt fruchtig frisch und passt außer als Füllung für Krapfen auch super zu Brötchen, als fruchtige Soße zu Naturjoghurt aber auch zu Fleisch und Käse.
Weitere Rezeptideen und Variationen
Die Welt der Marmeladenrezepte ist grenzenlos. Hier sind einige weitere Ideen und Variationen, die Sie ausprobieren können:
- Aprikosenmarmelade mit Zitronenthymian: Verleihen Sie Ihrer Aprikosenmarmelade eine besondere Note, indem Sie kurz vor Ende der Kochzeit gehackten Zitronenthymian hinzufügen.
- Speck-Zwiebel-Marmelade: Eine ungewöhnliche, aber überraschend leckere Kombination für alle, die es herzhaft mögen. Bacon, Balsamico und Ahornsirup sorgen für ein einzigartiges Geschmackserlebnis.
- Kranzkuchen mit Marmelade und Krokant: Verwenden Sie Ihre selbstgemachte Marmelade als Füllung für einen köstlichen Kranzkuchen. Mit einer Creme aus Vanillepudding und Rum sowie Krokant und kandierten Kirschen wird er zum festlichen Highlight.
Tipps für die perfekte Marmelade
- Verwenden Sie reife Früchte: Nur vollreife Früchte entwickeln das volle Aroma und enthalten ausreichend Pektin für die Gelierung.
- Achten Sie auf Hygiene: Sterilisieren Sie die Gläser und Deckel vor dem Befüllen, um die Haltbarkeit der Marmelade zu gewährleisten.
- Führen Sie die Gelierprobe durch: Geben Sie einen Teelöffel der heißen Marmelade auf einen kalten Teller. Wenn sie nach kurzer Zeit geliert, ist die Marmelade fertig.
- Experimentieren Sie mit Gewürzen und Kräutern: Verleihen Sie Ihrer Marmelade eine individuelle Note, indem Sie Gewürze wie Zimt, Vanille oder Chili oder Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Minze hinzufügen.
- Seien Sie kreativ bei der Namensgebung: Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und geben Sie Ihren Marmeladen originelle Namen, die Ihre Kunden begeistern.
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