Hagebuttenmarmelade: gesundheitliche Vorteile und Inhaltsstoffe
Nicht nur äußerlich ist die Hagebutte mit ihrer intensiven Farbe ein echter Hingucker. Die kleinen Früchte haben es in sich.
Was ist die Hagebutte und wann wird geerntet?
Als Hagebutten werden die rötlichen Früchte verschiedener wild wachsender Rosenpflanzen bezeichnet. Die Früchte der Wildrosen wachsen im europäischen und asiatischen Raum wild, die Rosen werden natürlich auch angebaut. Alle rund 150 wilden Rosenarten bilden Hagebutten. In Mitteleuropa sind sie vor allem als Früchte der Hundsrose (Rosa canina) bekannt. Weitere Arten sind die Kartoffelrose (Rosa rugosa), die Gebirgsrose (Rosa pendulina) und die Weinrose (Rosa rubiginosa.
Die beste Zeit für die Hagebuttenernte ist zwischen September und November. Im September und Oktober, aber auch im Winter, ist Erntezeit. Reif werden sie im Herbst, vor allem im Oktober und November, doch geerntet werden können sie den ganzen Winter hindurch. Besonders aromatisch werden die Früchte nach den ersten Frostnächten, da die Kälte die Fruchtsäuren milder macht. Wartet man den ersten Frost ab, sind die Früchte aromatischer und schmecken süßlicher. Beim Pflücken ist es wichtig, nur die festen Früchte zu ernten. Gut ausgefärbt, aber noch hart, enthalten die Hagebutten die meisten Vitamine.
Botanische Besonderheiten
Aus botanischer Sicht handelt es sich bei der Hagebutte um eine Sammelnussfrucht. Wie Erdbeeren gehören sie zu den Sammelnussfrüchten, die viele kleine Nüsse bilden. Doch sie ist nur scheinbar eine Frucht, weshalb sie zu den Scheinfrüchten zählt. Echte Früchte entstehen aus dem befruchteten Fruchtknoten. Scheinfrüchte hingegen können aus anderen Pflanzenteilen entstehen, etwa aus dem Blütenboden. Während die Hagebutte reift, verdickt sich der Blütenboden zum rotfarbigen »Fruchtfleisch«. Am becherförmigen Boden der Rosenblüte bildet sich das Fruchtfleisch der Hagebutte. Im Inneren sind die Nüsse deutlich als Kerne zu erkennen.
Wichtige Inhaltsstoffe
Die Hagebutte ist eine wahre Vitaminbombe. Sie stecken vor allem voller Vitamin C - aber auch Vitamin A und B sind reichlich enthalten. Bemerkenswert ist vor allem ihr hoher Vitamin-C-Gehalt, der sogar Zitrusfrüchte in den Schatten stellt. Hagebutten enthalten auf 100 Gramm 1,5 Gramm Vitamin C. In anderen Quellen werden auch höhere Werte genannt, und Hagebutten sind die Vitamin-C-reichsten Früchte, die hierzulande wachsen.
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Neben Vitamin C ist Pro-Vitamin A (Beta-Carotin), die Vorstufe von Vitamin A, in Hagebutten reichlich vorhanden. Vitamin A schützt die Augen und ist wichtig für die Sehkraft. Außerdem sind Hagebutten reich an B- und E-Vitaminen sowie an Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium und Phosphor. Mineralstoffe, Carotinoide, Flavonoide, Gerbstoffe, Fruchtsäuren, Pektine und vor allem viel Vitamin C - die Liste der gesunden Inhaltsstoffe von Hagebutten ist beeindruckend.
Die Hagebutte ist besonders reich an Lykopin, einem fettlöslichen Carotinoid (Farbstoff). Wegen seiner antioxidativen Eigenschaften soll Lykopin eine zellschützende Wirkung haben: Ihm wird vor allem der Schutz von Herz, Augen und Prostata nachgesagt. Außerdem enthalten Hagebutten sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Gerbstoffe.
Was sind Galaktolipide? Bei Galaktolipiden handelt es sich um chemische Substanzen, die sich aus Galaktose (Zucker), Fettsäure und Glycerin zusammensetzen. Sie sind in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Galaktolipide sind thermolabil. Aus den unterschiedlichen Inhaltsstoffen leiten sich breitgefächerte Effekte der Hagebutte auf unser Wohlbefinden ab.
Antioxidative und entzündungshemmende Wirkung
Das in großen Mengen enthaltene Vitamin C zählt zu den Antioxidantien. Dank ihrer wertvollen sekundären Pflanzenstoffe wirken Hagebutten stark antioxidativ. Sie schützen unseren Körper vor schädlichen freien Radikalen, reduzieren oxidativen Stress in den Gefäßen, fördern deren Elastizität und entlasten so das Herz-Kreislauf-System.
Wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften wurde die Hagebutte bereits in der traditionellen Medizin eingesetzt. Heute weiß man, dass die in der Hagebutte enthaltenen thermolabilen Galaktolipide (nicht-wärmebeständige Zucker-Fettsäure-Verbindungen) die Entzündungen lindern. Das gilt insbesondere für eine Verbindung, die in Ableitung ihres chemischen Namens GOPO genannt wird. GOPO hemmt das Eindringen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in den entzündeten Bereich. Dadurch werden die Entzündungen reduziert und die Gelenkknorpel geschützt.
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Hagebutte bei Arthrose und Gelenkgesundheit
Mehrere randomisiert-kontrollierte Studien deuten darauf hin, dass sich durch speziell aufbereitetes Hagebuttenpulver eine positive Wirkung auf die Gelenke erzielen lässt. Auffällig war, dass Proband*innen weniger Schmerzen hatten und sich ihre Beweglichkeit verbesserte. In einer randomisiert-kontrollierten doppelblinden Studie mit Hagebuttenextrakt zeigte sich, dass die Patienten nach 4 Monaten weniger Schmerzen hatten. Ähnliche Studien bestätigen dieses Ergebnis mehrfach.
Galaktolipide sind allerdings kein Alleinstellungsmerkmal der Hagebutte. In den Studien wird vorwiegend ein standardisierter Hagebuttenextrakt verwendet - die Übertragbarkeit auf das käuflich zu erwerbende Pulver oder die rohe Frucht ist somit fraglich. In den Studien wird vorwiegend ein standardisierter Hagebuttenextrakt verwendet - die Übertragbarkeit auf das käuflich zu erwerbende Pulver oder die rohe Frucht ist somit fraglich.
Weitere gesundheitliche Effekte
Hagebuttentee hilft bei Erkältungs- und Magen-Darm-Beschwerden. Am bekanntesten ist ihre Anwendung zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten. Als Tee getrunken soll sie Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten lindern. Aufgrund des sehr hohen Vitamin-C-Gehalts machen Hagebutten die körpereigene Abwehr fit und unterstützen bei der Genesung. Gerade in der Erkältungszeit kann ein Tee aus Hagebuttenschalen die Abwehrkräfte unterstützen.
Auch bei Arthrose soll sich die regelmäßige Verwendung von Hagebutte als Nahrungsbestandteil, aber auch in Form von Umschlägen und Wickeln positiv auswirken. So gehen viele Naturheilkundler davon aus, dass die Hagebutte Entzündungserscheinungen mildert, Schmerzen lindert und die Beweglichkeit der Gelenke fördert. Hagebutten quellen unter ausreichender Flüssigkeitszufuhr auf, erhöhen das Stuhlvolumen und wirken abführend; Personen mit Darmbeschwerden profitieren ebenfalls von Hagebutten.
Hagebutte wird unter anderem bei Stoffwechselerkrankungen wie einem gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus) eingesetzt. In einer Studie zeigte sich: Mit einem Getränk aus 40 Gramm aufgelösten Hagebuttenpulver ließen sich bei fettleibigen Menschen mit Diabetes Typ 2 der Blutdruck und der Cholesterinspiegel im Blut senken. Erforscht wird derzeit auch das Ausmaß der klinischen Wirksamkeit des Extraktes bei einer Fettstoffwechselstörung, die erhöhte Blutfettwerte zur Folge hat - die Hypercholesterinämie.
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Risiken und Nebenwirkungen
Nebenwirkungen durch Hagebutten sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich kann es durch den Verzehr von Hagebutten zu allergischen Reaktionen kommen. Diese zeigen sich etwa in Form von Hautausschlag, der sich am Körper ausbreitet, oder durch Magen-Darm-Beschwerden. Hagebuttentee ist generell gut verträglich und löst nur selten Nebenwirkungen aus. Bei übermäßigem Konsum (mehr als ein Liter täglich) kann es jedoch gelegentlich zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.
Die Härchen rund um die Kerne in der Hagebutte können Juckreiz auslösen. Die Kerne der Frucht reizen durch Widerhaken die Haut und führen dadurch zum Jucken. Nicht genießbar sind die behaarten Kerne im Innern. Sie können sogar Juckreiz verursachen und Schleimhäute sowie die Haut reizen. Deshalb ist es ratsam, vor dem Verzehr oder der Weiterverarbeitung Stiel und Kelch zu entfernen und die Kerne sowie die sie umgebenden Härchen zu beseitigen.
Wegen seiner Wirkung auf den Darm kann Hagebuttenpulver die Aufnahme von medizinischen Wirkstoffen verzögern. Deshalb sollte immer ein Einnahmeabstand von zwei Stunden zu Medikamenten eingehalten werden. In der Schwangerschaft empfehlen Fachleute, in der Schwangerschaft keine medizinischen Dosierungen von Hagebutten einzunehmen. Halten Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin.
Verarbeitung: Hagebuttenmarmelade, -mus, -tee und Pulver
Hagebutten lassen sich nicht lange lagern. Darum empfiehlt es sich, sie zügig nach der Ernte zu verzehren, einzufrieren, zu trocknen oder sie zu Mus und Marmelade zu verarbeiten. Die Früchte lassen sich auch zu Hagebuttenmarmelade oder Hagebuttenmus weiterverarbeiten. In frischer Form dient sie als Grundlage für Hagebuttensuppe, Hagebuttenmarmelade oder Hagebuttengelee. Auch als Saft, Wein oder Likör ist die Hagebutte schmackhaft.
Beim Einkochen der Hagebutten zu einem Mus oder einer Marmelade werden die ganzen Früchte zunächst in Wasser vorgekocht. Anstelle von Wasser kann auch Quitten- oder Apfelsaft genutzt werden - die Alternative für ein noch fruchtigeres Aroma. Nach einer guten halben Stunde sind die Hagebutten weich genug, um sie zu passieren. Dafür bietet sich die Verwendung einer sogenannten Flotten Lotte an. Beim Passiervorgang wird das Fruchtfleisch von Kernen und Schalen befreit. Das Fruchtmus nun einfach je nach Geschmack mit Gelierzucker aufkochen. Heiße Marmelade in saubere Gläser füllen, fest verschließen und abkühlen lassen. Tipp: Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.
Rezepthinweis für Hagebuttenmarmelade (Kurzbeschreibung): 1 kg Hagebutten waschen, Stiele ggf. entfernen. In einem großen Topf mit Wasser bedecken und aufkochen lassen. Das Ganze köcheln lassen, bis die Hagebutten weich sind. Danach alles mit einem Pürierstab pürieren und durch ein feines Sieb passieren. Anschließend in sterilisierte Schraubgläser füllen und fest verschließen.
Hagebuttentee und Trocknung
Für eine Tasse selbst gemachten Hagebuttentee übergießen Sie zwei Teelöffel getrocknete Hagebuttenschalen und lassen den Aufguss mehrere Minuten ziehen. Zwei gestrichene Esslöffel für 250 Milliliter heißes Wasser sind ausreichend. Für 5-10 Minuten köcheln lassen. Mindestens 8, besser 10 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein feines Sieb/Teesieb gießen.
Für das Trocknen benutzen Sie am besten ein Dörrgerät, die Temperatur sollte 40 Grad Celsius nicht überschreiten. Beim Trocknen eignet sich ein warmes, luftiges Plätzchen oder ein Dörrgerät; die Temperatur sollte 40-50 °C nicht überschreiten, damit das hitzeempfindliche Vitamin C weitgehend erhalten bleibt. Legen Sie die übrig gebliebenen Schalen auf etwas Back- oder Küchenpapier aus und lassen Sie sie an einem warmen, trockenen Ort etwa drei Wochen trocken. Danach in einem Mixer zu Pulver zerkleinern.
Hagebuttenpulver und -öl
Nahrungsergänzungsmittel mit Hagebutte enthalten in der Regel die Fruchtschalen und -samen in pulverisierter Form. Hagebuttenpulver können Sie auch selbst herstellen. Für Hagebuttenpulver: Diese werden mitsamt den Kernen in einem Hochleistungsmixer fein zermahlen. Empfohlen wird eine tägliche Menge von fünf bis zehn Gramm, was etwa ein bis zwei Teelöffeln entspricht. Die Einnahme wird für mindestens einen Monat empfohlen - täglich ein bis zwei Teelöffel.
Das hochwertige, aus den Nüssen gepresste Hagebuttenöl eignet sich hervorragend zur Hautpflege. Es ist häufiger Bestandteil von Feuchtigkeit-spendenden Nachtcremes. Hagebuttenöl reguliert die Talgproduktion, fördert die Feuchtigkeitsaufnahme und unterstützt die Kollagenbildung der Haut, sodass das Öl Hautunreinheiten und Falten verringert. Außerdem lindert es die Entzündungsreaktionen bei Ekzemen und fördert die Wundheilung.
Praktische Tipps zur Ernte und Verarbeitung
- Wenn die Schale bei leichtem Druck etwas nachgibt, können Sie mit dem Pflücken beginnen.
- Die Ernte gestaltet sich nicht immer leicht. Denn die zarte Frucht ist empfindlich und muss per Hand abgezupft werden.
- Beim Pflücken empfiehlt es sich Handschuhe zu tragen - denn Rosensträucher sind dornig.
- Wer die Hagebutten roh essen möchte, sollte Stiel, Kelch und die kleinen Kerne entfernen - auch die sie umgebenden feinen Härchen.
- Vor dem Aufbrühen die getrockneten Hagebutten zerkleinern, so können sie ihr Aroma besser entfalten.
Haltbarkeit und Lagerung
Hagebutten lassen sich nicht lange lagern. Frisch geerntete Hagebutten können einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Darum empfiehlt es sich, sie zügig nach der Ernte zu verzehren, einzufrieren, zu trocknen oder sie zu Mus und Marmelade zu verarbeiten. In einem dunklen, gut verschlossenen Gefäß kann getrocknetes Hagebuttenpulver über ein Jahr lang gelagert werden. Kühl und dunkel gelagert; bei sauberer Arbeit hält sich das Hiffenmark locker ein Jahr lang.
Wissenschaftliche Studien und Evidenz
Mehrere klinische Studien, darunter randomisiert-kontrollierte Doppelblindstudien, zeigen eine schmerzlindernde Wirkung von standardisierten Hagebuttenpräparaten bei Arthrose. In den Studien wurde überwiegend ein standardisierter Hagebuttenextrakt verwendet. Deshalb ist die Übertragbarkeit auf das käuflich zu erwerbende Pulver oder die rohe Frucht nicht immer eindeutig. Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Hagebuttenpulver bei regelmäßiger Einnahme eine positive Wirkung auf Gelenkgesundheit und Schmerzen haben kann.
Praktische Rezeptideen
Hagebutten sind in der Küche vielseitig verwendbar. Sie bringen Abwechslung auf den Teller und sind Grundlage für Marmelade, Mus, Gelee, Saft, Wein oder Likör. Weit verbreitet ist der Genuss als Hagebuttentee oder als Pulver eingerührt in Joghurt oder Müsli.
Rezeptidee: Hagebutten-Chutney (Kurzbeschreibung): Die Hagebutten zunächst von Blüten- und Stielansätzen befreien, längs aufschneiden und die Kerne mit einem Löffel herausschaben. Die vorbereiteten Früchte mit wenig Wasser, gewürfelten Zwiebeln, Rosinen, Zucker und Weinessig in einen Topf geben und aufkochen lassen. Die Gewürze hinzufügen und das Chutney bei schwacher Hitze im offenen Topf etwa 90 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss abschmecken, noch heiß in vorbereitete Gläser füllen und sofort verschließen.
Fazit zur Hagebuttenmarmelade und Gesundheit
Ob als Marmelade, Tee, Pulver oder Öl: Hagebutten sind ein heimisches Superfood voller Vitamin C, sekundärer Pflanzenstoffe, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Sie stärken das Immunsystem, wirken antioxidativ, können entzündungshemmend wirken und unterstützen die Verdauung. Beim Kauf verarbeiteter Produkte wie Marmeladen oder Säfte ist es wichtig, auf den Zuckergehalt und mögliche Zusatzstoffe zu achten. Beim Selbermachen lohnt sich die Mühe: Mit richtiger Verarbeitung bewahrt die Hagebutte viel von ihrem gesundheitlichen Potenzial.
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