Die größte Praline der Welt: Herstellung, Rekord und Hintergrund

Vor dieser Pralinenschachtel wird auch das grösste Schleckmaul demütig. Zu seinem 100. Geburtstag hat sich der US-Schokoladenhersteller Russell Stover, eine Tochter von Lindt & Sprüngli, einen Weltrekord geschenkt: die grösste Pralinenschachtel der Welt.

Rekord-Pralinenschachtel von Russell Stover

Der Weltrekord: Fakten zur Box und ihrem Inhalt

Die Box ist rund 10 mal 5 Meter gross und bringt schon im Leerzustand knapp eine Tonne auf die Waage. Gefüllt ist die Box - eine Nachbildung der klassischen Geschenkbox von Russell Stover - mit rund 2500 Kilogramm Schokolade in Form von überdimensionierten Pralinen. Die Rekordbox wurde am 17. April in Kansas City im Rahmen einer Jubiläumsfeier präsentiert.

Jedes einzelne Monsterpraline wiegt zwischen 5 und 17 Kilogramm, wie Russell Stover in einer Mitteilung schreibt. Die Rekordbox wird in einem Geschäft von Russell Stover ausgestellt. Den bisherigen Weltrekord hielt seit April 2008 der britische Schokoladenhersteller Thorntons. Seine Pralinenschachtel enthielt rund 1700 Kilogramm Schokolade.

Was ist eine Praline? Definition und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Praline oder das Praliné ist ein bissengroßes Erzeugnis aus Schokolade mit geschmacksbestimmenden Füllungen (Ganache oder Nougat, Nüssen, Pistazien, Likör, Marzipan oder ähnlichem) bzw. Früchten. Grundvoraussetzung für die Bezeichnung Praline ist ein Schokoladenanteil von mindestens 25 %.

Erreichen Pralinen den Anteil von 25 % Kuvertüre nicht, so spricht man rechtlich nur von Konfekt. Des Weiteren bezeichnet „praline“ eine Dessertspezialität der französischen Region Rhône-Alpes (Lyon). Als Erfinder der Praline gilt der deutsche Koch von César de Choiseul, Comte de Plessis-Praslin.

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Herstellungsverfahren von Pralinen: Traditionell und industriell

Grundsätzlich existieren zwei verschiedene Herstellungsverfahren. Das ursprüngliche Verfahren bestand aus dem Eintauchen von z. B. Nüssen, Mandeln oder kandierten Früchten in Karamellsirup oder auch z. B. von geformten Marzipanstücken in flüssige Schokoladenmasse. 1912 entwickelte Jean Neuhaus, damaliger Inhaber der „Confiserie et Chocolaterie Neuhaus-Perrin“ in Brüssel, das Verfahren, Metallförmchen mit flüssiger Schokolade auszugießen, mit gehackten Nüssen, Trockenfrüchten, Likör und anderem zu füllen und mit einem Schokoladenplättchen zu verschließen.

Im weiteren Verlauf wurden Maschinen entwickelt, die kleine Schokoladenriegel mit diesem Verfahren füllen konnten. Als Hochburg der Pralinenmacher gelten Belgien und die Schweiz. in Belgien: Godiva, Neuhaus und Leonidas und zahlreiche kleinere Chocolatiers. Jean Neuhaus aus Neuenburg (Schweiz) ließ sich 1857 in Brüssel nieder und eröffnete eine Apotheke, in der er zunächst Likör-Stäbchen gegen Magenprobleme vertrieb. Sein Sohn Frédéric überredete ihn schließlich, ins Konditoreifach zu wechseln.

Historische Pralinenherstellung in Förmchen

Technische und logistische Herausforderungen bei überdimensionalen Pralinen

Die Herstellung einer überdimensionalen Praline bzw. einer mit mehreren Tonnen Schokolade gefüllten Schachtel erfordert Planung hinsichtlich Form, Stabilität, Transport und Ausstellungsort. Die Rekordbox von Russell Stover war eine Nachbildung der klassischen Geschenkbox und musste so konstruiert werden, dass das Gewicht von rund 2500 Kilogramm Schokolade sicher aufgenommen und präsentiert werden konnte.

Gewicht und Einzelspezifikationen

Merkmal Angabe
Box-Grösse ca. 10 × 5 Meter
Leergewicht knapp 1 Tonne
Füllgewicht rund 2500 kg Schokolade
Einzelpralinengewicht zwischen 5 und 17 kg
Bisheriger Rekordhalter (2008) Thorntons: rund 1700 kg Schokolade

Pralinendefinition und Warenzeichen in der Werbung: Fallbeispiel Duplo und Ferrero

In Duplo ist Kakao enthalten. Ein potentieller Duplo-Käufer interessiert sich mutmaßlich für die Zusammensetzung der aktuellen Pralinen und könnte die Werbebotschaft so verstehen, dass die erklärte Selbstverpflichtung sich auf das bestehende Produkt bis zum Jahre 2020 bezieht. Es würde sich also um eine zeitlich begrenzte Zusage handeln. Eine informelle Umfrage ergab, dass einige von der Werbung Betroffene die Botschaft so verstanden haben. Eine andere Gruppe meinte allerdings, gemeint sei eine Ankündigung für die Produktionsweise ab dem Jahre 2020. So sieht das auch Ferrero.

Auf eine Anfrage hat das Unternehmen u.a. Unser Ziel im Bereich Kakao ist es, bis zum Jahr 2020 den gesamten Bedarf der Ferrero-Gruppe mit zertifiziert nachhaltigen Kakaobohnen zu decken. Aber hilft die Tatsache, dass diese Lesart auch von der Werbebotschaft gedeckt wird in wettbewerbsrechtlicher Hinsicht? Weil es die genannten unterschiedlichen Verständnisse gibt, hat man es mit einer mehrdeutigen Aussage zu tun. Das ist wettbewerbsrechtlich problematisch.

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Unlauter handelt, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte. Allerdings stellt sich die Frage, ob der Hinweis auf die Kakao-Zusammensetzung als „unwahre Angabe“ eingestuft werden kann, denn in einem Verständnis (nämlich dem von Ferrero) ist sie ja zutreffend.

Rechtlicher Hinweis

(Köhler/Bornkamm/Bornkamm UWG § 5 Rn.)

Werbung und Verbraucherverständnis: Beispiel Duplo-Kampagne

Werbung, Kampagnen und Wahrnehmung: Das Beispiel Duplo

Bus- und Bahnreisende kommen heute kaum noch ohne ihr Smartphone aus - diesen "Mobile-Overkill" thematisiert die Berliner Agentur Dojo bei ihrem Debüt für den Kunden Ferrero. Der neue TV- und Online-Auftritt der Marke Duplo ist ein Plädoyer für einen Moment des digitalen Detox - so wird die eigentlich als "längste Praline der Welt" bekannte Marke kurzerhand zur "smartesten Praline der Welt" umgedichtet.

Duplo - Die wahrscheinlich smarteste Praline der Welt. Im Spot befinden sich unter dutzenden Smartphone-Jüngern genau zwei U-Bahn-Passagiere, die nicht ständig auf ihr Smartphone glotzen - und die genau deswegen zusammenfinden. Bemerkenswert ist der kreative Absender der Kampagne: Zuletzt entwickelte Zum goldenen Hirschen die Duplo-Auftritte, seit 2014 waren die Kreativen vom Hamburger Dammtor Klassik-Leadagentur der Ferrero-Marke. Nun wird erstmals die angesagte Berliner Agentur Dojo tätig - ob es sich allerdings lediglich um ein Projekt-Mandat handeln, lassen Dienstleister und Kunde offen.

Der 30-Sekünder ist gestern im TV angelaufen und unter anderem auf den Kanälen der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe sowie bei der Mediengruppe RTL zu sehen. Produziert hat die erste Arbeit von Dojo für Duplo die Produktionsfirma Embassy of Dreams. Regie führte der Ire Stevie Russell. Dojo arbeitet unter anderem auch für Deezer, Vitafy, Geschenkidee.de und die Cookie Chips von Bahlsen.

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TV-Spot: Duplo - Die wahrscheinlich smarteste Praline

Regionale Spezialitäten und historische Anmerkungen

Des Weiteren bezeichnet „praline“ eine Dessertspezialität der französischen Region Rhône-Alpes (Lyon). Als Erfinder der Praline gilt der deutsche Koch von César de Choiseul, Comte de Plessis-Praslin. Der Graf war Marschall von Frankreich, Minister König Ludwigs XIV. und dessen Gesandter beim Reichstag zu Regensburg.

In einigen Ländern wird der 24. ... (Anmerkung: historische und rechtliche Textquellen, darunter die 10. Verordnung über Kakao- und Schokoladenerzeugnisse (Kakaoverordnung, KakaoV), geben ergänzende Hinweise zu Zusammensetzung und Kennzeichnung von Kakao- und Schokoladenerzeugnissen.)

Warum Rekorde wie die grösste Praline begeistern

Rekorde wie die grösste Praline der Welt sind medienwirksame Aktionen, die Jubiläen, Markenbekanntheit und handwerkliche Kompetenz verbinden. Sie dienen als PR-Stunt, ziehen Besucher an und demonstrieren Produktionskapazität und Kreativität. Die Ausstellung der Rekordbox in einem Geschäft von Russell Stover sorgt für unmittelbare Kundenkontakte und Social-Media-Sichtbarkeit.

Gleichzeitig zeigen solche Aktionen die technischen Herausforderungen und den Aufwand, der hinter scheinbar spielerischen Marketingideen steckt - vom Materialeinkauf und der Konstruktion bis zur rechtlichen Einordnung von Produkten als "Praline" oder "Konfekt" und zur Kommunikation gegenüber Verbrauchern.

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