Dubai-Schokolade: Verfügbarkeit in der Türkei und rechtliche Auseinandersetzungen in Deutschland
Die sogenannte Dubai-Schokolade erfreute sich Ende 2024 in Deutschland großer Beliebtheit. Um die begehrten Tafeln zu ergattern, bildeten sich vor Lindt-Filialen und anderen Geschäften teilweise lange Schlangen, und im Internet wurden hohe Preise für den Weiterverkauf erzielt. Schnell entbrannten jedoch auch erste Rechtsstreitigkeiten um das beliebte Produkt.
Was ist Dubai-Schokolade?
Bei der Dubai-Schokolade handelt es sich um eine Milchschokolade, die mit Pistaziencreme, Sesampaste und Kadayif-Teigfäden, auch „Engelshaar“ genannt, gefüllt ist. Die Schokolade ist üblicherweise extra dick und erinnert eher an einen Riegel als an eine Tafel. Bricht man sie auf, quillt die cremige grüne Füllung heraus. Als Erfinderin der Schokolade gilt Sarah Hamouda, eine Influencerin mit britisch-ägyptischen Wurzeln. Das Rezept soll sie sich während ihrer Schwangerschaft ausgedacht haben, inspiriert von einer Süßigkeit aus ihrer Kindheit.
Rechtsstreitigkeiten um die Bezeichnung "Dubai-Schokolade"
Im Zentrum der rechtlichen Auseinandersetzungen steht die Frage, ob Schokolade als "Dubai-Schokolade" bezeichnet werden darf, wenn sie nicht in Dubai hergestellt wurde. Das Landgericht Köln hat in mehreren einstweiligen Verfügungsverfahren entschieden, dass dies eine Irreführung der Verbraucher darstellt.
Urteil des Landgerichts Köln
Das Landgericht Köln argumentiert, dass die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" den Eindruck erweckt, dass die Schokolade aus Dubai stammt oder zumindest in irgendeiner Weise mit der Region in Verbindung steht. Dies sei jedoch nicht der Fall, wenn die Schokolade in der Türkei oder anderswo produziert wird. Das Gericht stützt seine Entscheidung auf das Markengesetz und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG). Demnach ist es unzulässig, geografische Herkunftsangaben für Waren zu verwenden, wenn diese nicht tatsächlich aus der bezeichneten Region stammen.
Kritik an dem Urteil
Gegen das Urteil des Landgerichts Köln gibt es jedoch auch Kritik. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) argumentiert, dass "Dubai-Schokolade" eine Gattungsbezeichnung sei, die sich auf die Art der Herstellung und die Zusammensetzung der Zutaten beziehe, nicht auf die geografische Herkunft. Der BDSI vergleicht dies mit "Wiener Würstchen" oder "Pils", die auch nicht zwingend aus Wien oder Pilsen stammen müssen. Auch der Jurist Christoph Matras von der Wirtschaftskanzlei FPS hält die Argumentation des BDSI für schlüssig. Er argumentiert, dass der Durchschnittsverbraucher die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" als Gattungsbegriff für eine Zubereitungsart versteht und nicht als Herkunftsangabe.
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Unterschiedliche Auffassungen der Gerichte
Die rechtliche Bewertung der Bezeichnung "Dubai-Schokolade" ist also umstritten. Während das Landgericht Köln eine Irreführung der Verbraucher sieht, argumentieren andere, dass es sich um eine Gattungsbezeichnung handelt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rechtsprechung in dieser Frage weiterentwickelt.
Konsequenzen für Hersteller und Händler
Für Hersteller und Händler von Dubai-Schokolade bedeutet dies, dass sie bei der Bewerbung ihrer Produkte vorsichtig sein müssen. Sie sollten darauf achten, dass die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" nicht den Eindruck erweckt, dass die Schokolade tatsächlich aus Dubai stammt, wenn dies nicht der Fall ist. Ein klarer Hinweis auf die tatsächliche Herkunft des Produkts kann helfen, Irreführungen zu vermeiden.
Aldi Süd hat nach einer ersten Entscheidung des Landgerichts Köln reagiert und die "Alyan Dubai Handmade Chocolate" aus dem Verkauf genommen. Nach einer neuen Entscheidung des LG Köln, wonach der Verbraucher durch die Bezeichnung Dubai-Schokolade nicht mehr irregeführt werde, ist noch nicht entschieden, ob die Schokolade wieder in die Regale kommt.
Dubai-Schokolade in der Türkei kaufen
Die Frage, ob es Dubai-Schokolade in der Türkei zu kaufen gibt, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Da die "Alyan Dubai Handmade Chocolate" von Aldi Süd in der Türkei produziert wurde, ist es wahrscheinlich, dass ähnliche Produkte auch in türkischen Supermärkten erhältlich sind. Ob diese jedoch unter der Bezeichnung "Dubai-Schokolade" verkauft werden, ist fraglich, da die rechtlichen Auseinandersetzungen in Deutschland möglicherweise auch Auswirkungen auf die Kennzeichnung von Schokolade in der Türkei haben.
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