Traditionelles englisches Gingerbread Rezept

Gingerbread - das traditionelle englische „Ingwerbrot“ - ist knusprig, etwas zäh und schön würzig: So lieben wir Lebkuchen! Während bei uns in Deutschland oft exotische Zutaten wie Nelken, Anis und Piment in das gerade zur Weihnachtszeit beliebte Gebäck kommen, ist man in England oft puristischer. Im englischen Lebkuchen-Pendant - dem Gingerbread - spielt nämlich oft nur eine Zutat die Hauptrolle, die daher direkt auch schon im Namen steht: der Ingwer (englisch: ginger).

Charakter und Herkunft

Der Geschmack dieser Köstlichkeit ist deutlich anders als das, was man aus Deutschland gewohnt ist: Wie man sich denken kann ist die Ingwer-Komponente deutlich ausgeprägt und das Gingerbread daher weniger süßlich als ein Lebkuchen. Doch diese herbe Note empfanden wir alle als sehr willkommene Abwechslung zu unserer bisherigen Lebkuchen-Erfahrung, sodass wir beschlossen haben, dass das Gingerbread auf jeden Fall in die Phalanx des Gebäcks aufgenommen wird, das wir alljährlich zu Weihnachten backen.

Lake District Gingerbread Landschaft

Grundrezepte - zwei klassische Varianten

Im Material finden sich Varianten: ein saftiger Kuchen aus dem Lake District mit Haferflocken und Muscovado-Zucker sowie klassische Ausstecher-Gingerbread-Cookies mit Melasse. Beide Rezepte verbinden typische Zutaten wie Ingwer, Zuckerrübensirup oder Melasse, Zimt und weitere Weihnachtsgewürze.

Gingerbread aus dem Lake District (Kastenform)

  • 250 g Butter ungesalzen
  • 185 g Mehl
  • 185 g Haferflocken
  • 185 g Muscovado-Zucker (= Vollrohrzucker)
  • 40 g frischer Ingwer, gehackt
  • 1,5 TL gemahlener Ingwer
  • 1 TL Backpulver

Den Ingwer hacken und die Butter würfeln. Das Mehl, die Haferflocken, den Zucker, den gemahlenen Ingwer und das Backpulver mit der Küchenmaschine kurz vermischen. Dann 225 g Butter hinzufügen und alles gut vermischen. 5 EL der vermischten Masse aus der Schüssel nehmen und beiseite stellen. Den Ingwer pürieren, zur Masse in der Küchenmaschine geben und gut vermischen. Die Backform mit der restlichen Butter einfetten. Die Masse aus der Küchenmaschine in die Backform geben, glatt streichen und die beiseite gestellte Masse darüber bröseln. Die Backform in den vorgeheizten Ofen geben und circa 25 Minuten lang goldbraun backen. Das Gingerbread aus dem Ofen nehmen und in Quadrate oder Rechtecke schneiden. Gut auskühlen lassen und dann entweder servieren oder in einem luftdichten Behälter aufbewahren.

Gingerbread Kasten mit Streuseln

Gingerbread Cookies (Ausstecher)

  • 170 g weiche Butter
  • 100 g brauner Zucker
  • 1 Ei (L)
  • 45 g Melasse (oder Zuckerrübensirup)
  • 1 EL Honig
  • 420 g Mehl
  • 1 TL Natron
  • 1 EL Zimt, gemahlen
  • 1 TL Ingwer, gemahlen
  • 1/2 TL Nelken, gemahlen
  • 1/2 TL Muskatnuss, gemahlen
  • 1/2 TL Salz

Die Butter mit dem Zucker in eine große Schüssel geben und auf höchster Stufe hell und luftig aufschlagen. Das Ei zugeben und gut unterrühren. Die Melasse und den Honig dazugeben und unterrühren. Das Mehl mit Natron, Zimt, Ingwer, Nelken, Muskatnuss und Salz in einer zweiten Schüssel vermischen und dann nach und nach zur großen Schüssel zugeben und unterkneten. Mit den Händen zu einer Kugel formen, etwas flach drücken und dann in Klarsichtfolie einschlagen. Für mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank legen (oder über Nacht).

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Den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und zur Seite stellen. Die Hälfte des Teiges auf einer bemehlten Fläche etwa 3 mm dick ausrollen. Mit verschiedenen Keksausstechern Kekse ausstechen und auf das Blech legen. Für etwa 8 Minuten backen, herausnehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Den restlichen Teig erneut ausrollen und weitere Kekse ausstechen und backen, bis der Teig komplett verbraucht ist.

Gingerbread Cookies auf Blech mit Zuckerguss

Zuckerguss und Verzierung

Für die Verzierung den Puderzucker mit Vanilleextrakt verrühren und dann nach und nach Milch zugeben, bis die Konsistenz passt - das Icing sollte nicht zu dünn sein. In einen Spritzbeutel füllen, eine kleine Ecke abschneiden (es sollte nicht viel Icing rauskommen) und dann die Kekse verzieren und komplett trocknen lassen. Alternativ wird für klassische Verzierung das Eiweiß mit 1-2 TL Zitronensaft steif geschlagen, dabei Puderzucker einrieseln lassen. Den Guss in einen Einmalspritzbeutel füllen und eine kleine Ecke abschneiden.

Ein anderes traditionelles Kasten-Kuchen-Rezept

  • 4 Eier
  • 225 g Butter geschmolzen und abgekühlt
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 100 g brauner Zucker
  • 200 g Griechischer Joghurt
  • 150 g Zuckerrübensirup
  • 300 g Mehl
  • ½ TL Backpulver, ½ TL Natron
  • 2 TL gemahlener Ingwer, 1 TL Zimt

Die Eier in eine große Schüssel aufschlagen und mit der geschmolzenen und abgekühlten Butter, den beiden Zuckersorten, dem Joghurt und dem Zuckerrübensirup verrühren. In einer zweiten Schüssel das Mehl mit Backpulver, Natron, Salz und den Gewürzen vermischen. Zu der Butter‑Eier‑Mischung geben und zügig unterrühren. Eine Kuchen-Kastenform mit Backpapier auskleiden oder etwas einfetten und mit Mehl bestäuben. Teig hineinfüllen und glatt streichen, dann in der Mitte des vorgeheizten Ofens ca. 60 Min. backen. Mit Alufolie abdecken, falls der Kuchen droht zu dunkel zu werden. Die Stäbchenprobe zeigt Euch, ob der Kuchen fertig ist.

Gingerbread Kasten mit Nuss-Topping

Tipps zu Zutaten und Lagerung

Ein kleiner Hinweis noch zu den Zutaten: Der in England unter diesem Namen geführte Muscovado-Zucker, den Sie vielleicht schon von Sticky Toffee Pudding kennen, ist schlichtweg Vollrohrzucker wie er auch bei uns leicht zu bekommen ist. Zuckerrübensirup hat einen kräftig würzigen, aber auch leicht süßen Eigengeschmack, der sich nur schwer mit etwas anderem vergleichen lässt. In amerikanischen Rezepten findet man häufig den Begriff "Molasses" (zu Deutsch: "Melasse"), was in etwa vergleichbar ist. Weiterer Pluspunkt: Zuckerrübensirup sorgt dafür, dass das Gebackene schön lange saftig bleibt.

Praktische Schritte (Kurz-Anleitung für Ausstecherle)

  1. Butter mit Zucker cremig schlagen, Ei zugeben und Melasse/Honig unterrühren.
  2. Mehl mit Natron und Gewürzen mischen, portionsweise unterrühren und zu einem glatten Teig verarbeiten.
  3. Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 3 Stunden, besser über Nacht kalt stellen.
  4. Teig ca. 3 mm dünn ausrollen, Formen ausstechen und bei 180°C etwa 8-12 Minuten backen.
  5. Abkühlen lassen und mit Icing oder Royal Icing verzieren.
Demonstration: Gingerbread Cookies verzieren

Variationen und Serviervorschläge

Gingerbread lässt sich als Kastenbackwerk, als weiche Squares mit Haferflocken oder als knackige Ausstecher-Gebäcke (Lebkuchenmänner, Sterne, Herzen) zubereiten. Serviert wird das Gingerbread traditionell warm. Die Lebkuchen sind würzige Butterkekse, einfach zuzubereiten und wirklich sehr lecker. Manche dekorieren die Kekse aufwendig, andere verwenden das Gingerbread zum Bauen eines kleinen Weihnachtsdorfes oder als Deko für den Weihnachtsbaum.

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Haltbarkeit

In einem luftdichten Behälter aufbewahrt, bleiben Gingerbread Cookies mehrere Tage frisch, der Kasten-Kuchen hält sich sogar länger saftig durch den Zuckerrübensirup oder die Melasse.

Technische Hinweise und Backzeiten

Typische Backtemperaturen liegen zwischen 160°C und 180°C (Umluft/E-Herd), Backzeiten variieren je nach Form und Dicke: Ausstecherkekse 8-12 Minuten, Kastenformen 25-60 Minuten. Die Stäbchenprobe zeigt, ob ein Kasten fertig ist: bleibt kein Teig mehr am Holzstäbchen kleben, ist der Kuchen fertig.

Warum Gingerbread backen?

Als Kind mochte ich ihn gar nicht, aber heute kann ich meinen Bruder verstehen. Zuckerrübensirup ist wirklich etwas Besonderes und vor allem auch mal etwas Anderes. Wer ihn nicht auf dem Brot essen möchte, dem kann ich dieses leckere Gingerbread empfehlen. Sehr saftig, mit weihnachtlichen Gewürzen und einem Zuckerguss aus Ahornsirup.

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