Gibt es noch Gubor Schokolade?

1940 ursprünglich in der Schweiz gegründet, wurde seit 1953 in Münstertal im Schwarzwald produziert. Seit 1999 gehörte Gubor zur Stollwerck AG und wurde zum 1.7.2005 an die Genuport Trade AG verkauft. Die Produktion soll für die nächsten Jahre weiter von Stollwerck in Norderstedt durchgefürt werden. Die Belieferung durch Stollwerck wurde 2007 eingestellt. Im April 2008 kauft die Claus und Oliver Cersovsky GbR sämtliche Rechte an Gubor.

Gubor, Mutterkonzern der traditionsreichen Hersteller Rübezahl und Riegelein, stand seit Längerem unter Druck. 70 Prozent seines Geschäfts macht Gubor mit Handelsmarken und als Lieferant für bekannte Marken. Doch der Handel bestellte in Zeiten der Konsumzurückhaltung weniger Ware. Die Kosten stiegen, die Gewinne schmolzen dahin. Die Lücke konnten Ganzjahresmarken wie das Eiskonfekt Eichetti, Katzenzungen oder der Schokopuffreis Sun Rice nicht wettmachen.

Fusion mit Colian und Folgen für die Produktion

Düsseldorf. Der Schokoladenproduzent Gubor schließt sich mit dem Süßwarenhersteller Colian aus Polen zusammen. Der Zusammenschluss beruhe auf einer „gleichberechtigten Partnerschaft“, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Es entsteht eine Süßwarengruppe mit etwa 4200 Beschäftigten. Die kombinierte Gruppe beschäftigt rund 4.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in Deutschland, Polen und Irland und erreicht ein Produktionsvolumen von mehr als 85.000 Tonnen Süßwaren.

Im Mai 2025 gibt Gubor die Fusion der Gruppe mit der polnischen Colian-Gruppe bekannt. Nach der Fusion mit dem polnischen Konzern Colian zieht der deutsche Schokoladenhersteller Gubor die Konsequenzen: Der Betrieb am Standort Cadolzburg wird geschlossen. Die Produktion und alle produktionsnahen Bereiche werden bis April 2026 eingestellt und großteils ins Ausland verlagert. Die Produktionslinien werden an andere Standorte der Gruppe, darunter nach Polen, verlagert.

Fabrikgebäude Gubor/Cadolzburg

Warum Cadolzburg schließen muss

Hohe Kosten und Überkapazitäten: Darum muss Cadolzburg schließen. Die Entscheidung zur Werksschließung in Cadolzburg folgt nur wenige Monate nach dem Zusammenschluss mit der polnischen Colian-Gruppe. Wie die "Lebensmittel Zeitung" berichtet, ist der Schritt auf eine Kombination aus Überkapazitäten in der Gruppe und hohen Kosten am deutschen Standort zurückzuführen. Die Produktion in Cadolzburg war in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Die Folge: unregelmäßige Auslastung der Produktionslinien, steigende Fixkosten und eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit. Die Fusion mit Colian im Mai dieses Jahres soll nun schnell Synergien schaffen, vor allem in der Produktion.

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„Trotz intensiver Bemühungen ist es uns nicht gelungen, den seit Jahren anhaltenden Rückgang der Nachfrage zu stoppen“, erklärt Claus Cersovsky, geschäftsführender Gesellschafter der Gubor-Gruppe, laut Rundschau für den Lebensmittelhandel. „Gestiegene Preise für Rohstoffe und Energie, zunehmender internationaler Wettbewerb sowie die notwendige Weitergabe von Preiserhöhungen an unsere Kunden haben zu einer deutlichen Reduzierung unserer Aufträge geführt. Eine Markterholung ist derzeit nicht absehbar.“

Fahrplan der Schließung und verbleibende Funktionen

Der konkrete Zeitplan sieht vor, dass die Fertigung in Cadolzburg nach Abschluss des Ostergeschäfts im April 2026 vollständig eingestellt wird. Nach dem Ostergeschäft ist Schluss. Die Produktionslinien werden an andere Standorte der Gruppe, darunter auch nach Polen, verlagert. Neben der eigentlichen Produktion schließen auch die Chocothek und die Musterabteilung Ende April 2026. Das Lager in Forchheim wird mit Auslaufen des Mietvertrages Ende Juni 2027 aufgegeben.

Die Produktion und alle produktionsnahen Bereiche werden bis April 2026 eingestellt und großteils ins Ausland verlagert. Die genaue Zahl der betroffenen Mitarbeiter in der Produktion wurde nicht genannt. Trotz der Produktionseinstellung bleibt der Standort Cadolzburg mit seinen werksübergreifenden Funktionen wie Einkauf, Marketing, Vertrieb und IT ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensgruppe, wie die Rundschau für den Lebensmittelhandel vermeldet. Damit will die Gubor-Gruppe die Grundlage schaffen, einen Teil der vorhandenen Arbeitsplätze zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Symbolbild Produktion Verlagerung

Gubor im Kontext der Süßwarenbranche und der deutschen Wirtschaft

Millionenumsatz, aber unsichere Marktlage. Für Branchenkenner kommt der Schritt nicht unerwartet. Trotz eines Gruppen-Umsatzes von knapp 320 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2023/2024 bleibt die Erholung auf dem Süßwarenmarkt laut Branchenexperten unsicher. Gubors Situation Spiegel der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Die Situation bei Gubor spiegelt die allgemeinen Herausforderungen in der deutschen Industrie wider. Auch in anderen Schlüsselbranchen herrscht Sorge: Tabakkonzerne: Mitarbeiter eines Tabakkonzerns sind ebenfalls in Sorge, da Imperial Brands bald einen deutschen Standort schließen könnte. Automobilzulieferer unter Druck: Besonders angespannt ist die Lage in der Automobilzulieferbranche, wo Experten vor einer Welle an Insolvenzen warnen.

Schokolade: Gubor verschmilzt mit polnischem Süßwarenhersteller Europas führender Produzent von Osterhasen und Weihnachtsmännern fusioniert mit einem Familienunternehmen aus Polen. Schoko-Ostereier von Gubor: Europas Marktführer für Saisonschokolade geht neue Wege. Europas Marktführer für Saisonschokolade geht neue Wege. Bereits zuvor hatte Gubor zwei Werke in Tschechien und Sachsen geschlossen, um Kosten zu sparen.

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Osterhasen Schokolade Regal

Finanzielle Hintergründe und gescheiterte Finanzierung

Wie das Handelsblatt berichtete, scheiterte im November 2024 eine geplante Anleihe über 60 Millionen Euro, da sich nicht genügend Investoren fanden. Daniel Bauer, Chef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), erklärte damals gegenüber dem Handelsblatt: „Die Banken haben ein Sonderkündigungsrecht bezüglich der Darlehen, sofern bis Ende des Jahres kein Investor Eigenkapital zur Verfügung stellen sollte.“

Die Entscheidung kommt nur wenige Monate nach dem Zusammenschluss mit der polnischen Colian-Gruppe im Mai 2025. Die Belieferung durch Stollwerck wurde 2007 eingestellt. Im April 2008 kauft die Claus und Oliver Cersovsky GbR sämtliche Rechte an Gubor. Im Mai 2025 gibt Gubor die Fusion der Gruppe mit der polnischen Colian-Gruppe bekannt.

Produktionsverlagerung und Branchenvergleich

Die Produktionsverlagerung: Die Produktionslinien werden an andere Standorte der Gruppe, darunter nach Polen, verlagert. Lindt kündigte bereits Preiserhöhungen von rund zehn Prozent für den deutschen Markt an, nachdem die Rohstoffkosten zu einer durchschnittlichen Preiserhöhung von 16 Prozent im ersten Halbjahr geführt hatten. Zusätzlich verschärfen stark gestiegene Kakaopreise die Situation: Lindt & Sprüngli strebt eine Produktionsverlagerung seiner goldverpackten Osterhasen von Deutschland in die USA an, um die Trump-Zölle von 15 Prozent auf EU-Schokoladenprodukte zu umgehen. Das Unternehmen plant Investitionen von bis zu zehn Millionen Dollar am US-Standort Stratham in New Hampshire.

Interview zur Schließung und Produktionsverlagerung

FAQ: Gibt es noch Gubor Schokolade?

  1. Wird Gubor weiterhin Schokolade verkaufen?

    Ja, Gubor wird weiterhin als Marke existieren, die Fertigung in Cadolzburg wird jedoch nach dem Ostergeschäft 2026 eingestellt und verlagert.

  2. Wo wird künftig produziert?

    Die Produktionslinien werden an andere Standorte der Gruppe verlagert, darunter auch nach Polen.

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  3. Bleibt Cadolzburg komplett erhalten?

    Nicht vollständig: Wichtige übergreifende Bereiche wie Einkauf, Marketing, Vertrieb und IT sollen jedoch am Standort Cadolzburg verbleiben.

  4. Wann endet die Produktion in Cadolzburg?

    Die Fertigung in Cadolzburg wird nach Abschluss des Ostergeschäfts im April 2026 vollständig eingestellt.

Jahr / Ereignis Wichtige Information
1940 Gründung in der Schweiz
1953 Produktion in Münstertal im Schwarzwald
1999 Gubor gehört zur Stollwerck AG
2005 Verkauf an Genuport Trade AG
2007 Belieferung durch Stollwerck eingestellt
2008 Claus und Oliver Cersovsky GbR kaufen Rechte
Mai 2025 Fusion mit polnischer Colian-Gruppe
April 2026 Produktion in Cadolzburg wird eingestellt
Juni 2027 Lager Forchheim wird aufgegeben

Die Schließung in Cadolzburg reiht sich in eine Serie von Standortschließungen ein. Trotz eines Gruppen-Umsatzes von knapp 320 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2023/2024 bleibt die Erholung auf dem Süßwarenmarkt laut Branchenexperten unsicher. Gubor reagiert mit der Schließung auch auf die wirtschaftliche Situation in Deutschland.

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