Ist dunkle Schokolade gesund? Gesundheitsvorteile von Kakao und Bitterschokolade

Dunkle Schokolade gilt als die gesündeste Wahl, weil sie weniger Zucker als helle Varianten aufweist. Sie zeichnet sich aber besonders durch ihren hohen Kakaoanteil aus. Er macht sie reich an sekundären Pflanzenstoffen - sogenannten Flavanolen, die zur Gruppe der Flavonoide gehören.

Was macht Kakao und dunkle Schokolade gesund?

Flavanole sind Pflanzenwirkstoffe aus der Gruppe der Flavonoide und wirken als starke Antioxidantien. Antioxidantien sind sozusagen die unsichtbaren Bodyguards, die freie Radikale bekämpfen. Eine im „Journal of Agricultural and Food Chemistry“ veröffentlichte Studie zeigt, dass Kakao eine der höchsten Konzentrationen an Polyphenolen und Flavanolen aller Lebensmittel enthält.

Diese Stoffe schützen die Zellen vor Schäden und wirken entzündungshemmend. Flavonoide fördern die Durchblutung, senken den Blutdruck und unterstützen die Herzgesundheit, indem sie die Gefäße erweitern und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verringern. Zudem verbessern sie die Cholesterinwerte und schützen die Zellen vor freien Radikalen.

Infografik: Flavonoide und Antioxidantien in Kakao

Herz und Kreislauf

Die positive Wirkung dunkler Schokolade auf das Herz-Kreislauf-System ist mittlerweile auch in medizinischen Kreisen unumstritten. Die in Bitterschokolade enthaltenen Flavanolen fördern die Durchblutung und erweitern die Blutgefäße. Eine im „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlichte Meta-Analyse zeigt, dass der regelmäßige Konsum von dunkler Schokolade das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen um bis zu 37 Prozent senken kann.

Der tägliche Verzehr von einem kleinen Stück dunkler Schokolade mit viel Kakao (etwa 10 Gramm) senkt den Blutdruck, verbessert den Blutfluss und verringert das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Flavanole sind natürlich vorkommende Pflanzenwirkstoffe und gehören zur Familie der Flavonoide. Es sind starke Antioxidantien, die bekanntermaßen auch eine positive Auswirkung auf die Herzgesundheit haben.

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Gehirn, Stimmung und kognitive Funktionen

Kakao enthält das pflanzliche Molekül Theobromin sowie geringe Mengen Koffein. Diese Stoffe spenden Energie und verbessern die Stimmung. Darüber hinaus regt Kakao die Produktion der Hormone Endorphin und Serotonin an. Die signalisieren Ihrem Gehirn: „Alles wird gut.“

Forschende diskutieren, ob Flavonoide sowie einige in Schokolade enthaltene Aminosäuren sich auch auf die Gehirnfunktion und die Stimmung auswirken. Einige Fachleute sind der Überzeugung, dass bestimmte Kakaobestandteile die Durchblutung des Gehirns fördern und via Interaktion mit bestimmten Botenstoffen (wie Serotonin und Dopamin) eine antidepressive Wirkung haben. Andere wiederum argumentieren, dass das angenehme Geschmackserlebnis und Mundgefühl die Stimmung aufhelle - unabhängig von der genauen Zusammensetzung der Bestandteile.

In einer im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ veröffentlichten Studie zeigten ältere Erwachsene nach dem Verzehr von hochprozentiger Bitterschokolade eine bessere Leistung bei Gedächtnistests. Eine Studie der australischen Swinburne University fand heraus, dass der Konsum von dunkler Schokolade die kognitiven Funktionen verbessert und Stress reduziert. Der regelmäßige Konsum von dunkler Schokolade kann die kognitive Leistung fördern.

Schema: Kakao -> Theobromin, Serotonin, Endorphin

Darm, Präbiotische Effekte und Haut

In einer Studie aus dem Jahr 2022 untersuchten Forscher, wie sich der Verzehr von Bitterschokolade auf die Stimmung im Alltag auswirkt. Die Studienteilnehmer, die drei Wochen lang täglich 30 Gramm dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von 85 Prozent aßen, waren positiver gestimmt. Die Forscher gehen davon aus, dass Schokolade die Darmflora positiv beeinflusst. Dass sie also sogenannte präbiotische Effekte hat.

Laut einer Studie der Universitäten Düsseldorf und Witten/Herdecke schützt Kakao die Haut vor UV-Strahlen. Flavanole verbessern die Elastizität, die Hydratation und die Widerstandsfähigkeit der Haut gegen Sonnenschäden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie Sonnencreme gegen Schokolade tauschen sollten.

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Nährstoffe: Mineralien, Vitamine und Ballaststoffe

Kakao ist eine ausgezeichnete Magnesiumquelle. Dieser Mineralstoff liefert Energie für die Muskeln, unterstützt den Knochenaufbau und den Zahnerhalt und wirkt sich positiv auf eine ausgewogene psychische Verfassung aus. Darüber hinaus enthält Kakao viel Kalium und Eisen. Auch Kalzium ist in Kakao reichlich vorhanden. Spurenelemente wie Zink und Kupfer sowie Vitamine wie D, B, C und E stärken das Immunsystem.

Die Kakaobohne enthält neben den Antioxidantien viele weitere nützliche Inhaltsstoffe: Theobromin, Tryptophan, Anandamid und PEA (Phenylethylamin). Diese Stoffe können stimulieren und beruhigen, Serotonin heben und so das Wohlbefinden verbessern.

Welche Schokolade ist wirklich gesund?

Je nachdem, wie hoch der Anteil der Kakaobestandteile ist, lassen sich verschiedene Schokoladensorten unterscheiden. Als Faustregel gilt: Ab etwa 70 % Kakaoanteil kann man von einer gesundheitlich relevanten dunklen Schokolade sprechen. Denn mit steigendem Kakaoanteil nimmt der Gehalt an Flavonoiden zu. Schokoladen mit 85 % oder mehr Kakao liefern besonders viele dieser wertvollen Pflanzenstoffe. Gleichzeitig sinkt der Zuckergehalt je höher der Kakaoanteil ausfällt.

Bitterschokolade enthält meist 70 bis 85 Prozent Kakao, einige Sorten sogar bis zu 100 Prozent. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Schokolade mit mindestens 60 Prozent Kakaoanteil zu wählen. Zartbitterschokolade ist im deutschsprachigen Raum ein gebräuchlicher Begriff für dunkle Schokolade mit viel Kakao; bei reinen Halbbitter- oder Bitterschokoladen wird meist auf Milch verzichtet, sodass sie für laktoseintolerante oder vegane Personen geeignet sind.

Rohkakao und alternative Zubereitungen

Rohkakao - also unverarbeiteter Kakao - strotzt nur so vor Nährstoffen und enthält dabei kaum Zucker, im Gegensatz zu industriell hergestellten Kakaoprodukten. Rohkakao wird nicht über 42 bis 45 Grad erhitzt und bleibt somit ungerösteter Kakao. Meist wird Rohkakao im Handel gemahlen oder gepresst angeboten.

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Mit einem Rohkakao-Shake kann man das reine Kakaopulver in Rohkostqualität auf geschmackvolle Weise zu sich nehmen. Andererseits kann man ihn wunderbar mit weiteren Superfoods aufpeppen und geschmacklich abmildern, z. B. mit Lucuma, Maca, Vanille, Datteln oder etwas Steviapulver. Selbst gemachte Trinkschokolade aus Kakao und Mandelmilch ist eine sehr feine Möglichkeit, Antioxidantien aus Kakao sowie gleichzeitig all die positiven Eigenschaften der Mandel zu geniessen.

Rezept-Illustration: Rohkakao-Shake mit Datteln

Wie viel Schokolade ist gesund? Dosis und Empfehlungen

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geht davon aus, dass eine Menge von etwa 200 Milligramm Kakaoflavonoide beziehungsweise 10 Gramm dunkle Schokolade gesundheitsfördernd ist. Die Ergebnisse einer anderen Studie deuten jedoch darauf hin, dass erst eine Menge von etwa 500 Milligramm (30 Gramm Schokolade) pro Tag gesundheitsfördernde Wirkungen entfaltet. Ernährungsexpertinnen und -experten halten maximal 15 bis 20 Gramm dunkle Schokolade pro Tag für vertretbar. Als alternative Obergrenze gelten circa 100 Gramm pro Woche.

In Maßen genossen kann dunkle Schokolade dazu beitragen, die Blutgefäße vor Arteriosklerose zu schützen und das Risiko für Herzinfarkte zu verringern. Klare Empfehlungen dazu, wer besonders von den Wirkungen profitiert und in welchen Mengen Schokolade gesund ist, gibt es bislang jedoch nicht.

Risiken, Schattenseiten und Nachhaltigkeit

Das Problem ist, dass Schokolade - anders als Gemüse, Obst und Nüsse - ein hoch verarbeitetes Lebensmittel ist. Neben den wertvollen Inhaltsstoffen der ursprünglichen Kakaobohne stecken in Schokolade auch reichlich Zucker und Fett. Insgesamt hat Schokolade eine hohe Energiedichte, enthält also viele Kalorien (im Durchschnitt etwas über 500 Kilokalorien pro 100 Gramm); und das gilt auch für die dunklen Sorten, in denen weniger Zucker steckt.

In den Bohnen der Kakaopflanze kann sich das Schwermetall Cadmium anreichern. Ablagerungen von Cadmium im Körper können zu Schäden an Nieren und Knochen führen. Der zudem in den Bohnen nachweisbare erhöhte Aluminiumgehalt kann bei langfristiger Aufnahme die Funktion der Nieren, Knochen und des Nervensystems beeinträchtigen. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Osteoporose und Nierenleiden sollten den Genuss von Kakao einschränken.

Für den Anbau von Kakaobäumen werden häufig Wälder gerodet. Das hat schwerwiegende Folgen für die vorherrschende Tier- und Pflanzenwelt. Werden giftige Pestizide eingesetzt, belastet dies sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit der Kakaobauern und Arbeiter auf den Plantagen. In der Kritik stehen zunehmend auch die geringe Entlohnung der Arbeitskräfte sowie leider immer wieder vorkommende Kinderarbeit. Wir empfehlen daher: Achten Sie beim Kauf von Kakaoprodukten auf das Fairtrade-, Bio- oder GEPA-Siegel.

Praktische Tipps für den bewussten Genuss

  • Wählen Sie Schokolade mit hohem Kakaoanteil (mindestens 70 %, besser 85-100 %).
  • Achten Sie auf eine kurze Zutatenliste (ideal: Kakao, Kakaobutter, Zucker) und keinen Zusatz von Palmöl oder künstlichen Aromen.
  • Bevorzugen Sie Fairtrade- oder Bio-Produkte, um nachhaltige Anbau- und faire Arbeitsbedingungen zu unterstützen.
  • Genießen Sie Schokolade in kleinen Portionen (ca. 10-20 g pro Tag) und integrieren Sie sie in eine insgesamt ausgewogene Ernährung.
  • Lagern Sie Schokolade kühl (circa 12-18 °C), trocken und lichtgeschützt, um Geschmack und Konsistenz zu erhalten.

Kurze Tabelle: Vorteile vs. Risiken

Vorteile Risiken
Reich an Flavonoiden und Antioxidantien Hohe Kaloriendichte, kann zu Gewichtszunahme führen
Fördert Durchblutung, senkt Blutdruck Mögliche Schadstoffe (Cadmium, Aluminium)
Verbessert Stimmung und kognitive Funktionen Oft hoher Zucker- und Fettanteil bei Industrieschokolade
Enthält Mineralien wie Magnesium, Eisen, Kalium Unsichere Herkunft, Umwelt- und Sozialprobleme beim Anbau
Kurzes Erklärvideo: Gesundheitliche Effekte von dunkler Schokolade

Die gute Nachricht: Schlauen Konsumenten gelingt es, den Gesundheitseffekt mitzunehmen, ohne auf den Genuss verzichten zu müssen. Wer zu dunkler Schokolade greift, kann mit der kulinarischen Sünde aber durchaus einen Beitrag zu seinem körperlichen Wohlbefinden leisten. In Maßen genossen ist Schokolade auch heute noch geeignet, Körper und Geist gesund zu halten.

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