Getrocknete Berberitzenmarmelade: Ein Rezept für den Winter

Berberitzen, auch bekannt als Sauerdorn oder Essigbeeren, sind kleine, rote Beeren, die an dornigen Sträuchern wachsen. Sie sind nicht nur eine Augenweide im Garten, sondern auch eine wertvolle Zutat in Küche und Heilkunde. Traditionell werden sie zur Vorhersage des Winters verwendet: Kurze, dicke Früchte deuten auf einen kurzen, strengen Winter hin, während lange, dünne Früchte einen langen, milden Winter versprechen.

Die Berberitze: Mehr als nur eine Zierpflanze

Die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) gehört zwar zu den Giftpflanzen, doch ihre Früchte werden seit alters her vielseitig genutzt. Ihre säuerlich-frischen Beeren, die auch als Essigträubel, Sauerweinbeerl oder Weinzipfel bekannt sind, dienten früher als Säuerungsmittel anstelle von Zitronen und als Weinersatz. Berberitzenessig, Berberitzenwein und der vitaminreiche Fruchtsaft waren beliebte Stärkungsmittel.

Heute erleben Berberitzen eine Renaissance in der Küche. Ob getrocknet im Müsli, als Würze in orientalischen Reisgerichten oder in der alpenländischen Küche zu Gnocchi mit Graukäse oder Gamsrücken - die Beeren sind vielseitig einsetzbar. Gewürz-Guru Lior Lev Sercarz empfiehlt, Berberitzen mit Kümmel, Kardamom, Dill, Fenchel oder Estragon zu kombinieren und sie für Dressings mit Joghurt, Olivenöl und Zitronensaft zu vermengen. Auch in Desserts wie Panna cotta, Vanillepudding oder Apfelmousse sorgen sie für eine besondere Note.

Nützliche Eigenschaften von Berberitzenmarmelade

Berberitzenmarmelade ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Sie hilft bei Krankheiten und Vitaminmangel, da die Beeren reich an wertvollen Inhaltsstoffen sind:

  • Apfelsäure
  • Weinsäure
  • Zitronensäure
  • Pektine
  • Vitamin C
  • Vitamin K
  • Mineralsalze
  • Carotin
  • Glucose
  • Fruktose

Pektine entfernen giftige Substanzen und Schwermetallsalze aus dem Körper, normalisieren den Stoffwechsel und die Darmfunktion und fördern eine gesunde Mikroflora. Berberin, ein natürliches Alkaloid, wirkt sich positiv auf den Herz- und Kreislauf aus, verbessert die Gallensekretion und beschleunigt den Stoffwechsel, was den Gewichtsverlust unterstützen kann.

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Berberitzenmarmelade ist somit ein natürlicher Vitaminkomplex, der besonders in der kalten Jahreszeit wertvoll ist. Die entzündungshemmende Wirkung und der saure Geschmack der Beeren können bei Magen-Darm-Beschwerden helfen.

Berberitzenmarmelade selber machen: So geht's

Um die wertvollen Inhaltsstoffe der Berberitzen zu erhalten, ist es wichtig, die Marmelade richtig zuzubereiten. Für eine längere Haltbarkeit werden leicht unreife Beeren gewählt, da sie beim Kochen nicht zerfallen.

Allgemeine Tipps zur Zubereitung

  1. Beeren vorbereiten: Reife, große Herbstfrüchte auswählen, gründlich waschen und trocknen lassen. Bei Bedarf entkernen.
  2. Zutaten vorbereiten: Je nach Rezept weitere Früchte wie Äpfel waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden.
  3. Gläser vorbereiten: Gläser gründlich mit Soda waschen, spülen, abtropfen lassen und vor dem Befüllen sterilisieren.
  4. Zucker hinzufügen: Getrocknete Berberitzen im Verhältnis 1:1 mit Zucker bedecken und mehrere Stunden ziehen lassen, damit die Beeren Saft abgeben.

Klassische Berberitzenmarmelade mit Samen

Dieses Rezept ist zwar etwas aufwendiger in der Vorbereitung, aber das Ergebnis überzeugt mit seinem ausgezeichneten Geschmack.

Zutaten:

  • 1,5 kg Berberitzen
  • 1,5 kg Zucker

Zubereitung:

  1. Berberitzen mit 2 Gläsern Zucker bedecken und einen Tag ziehen lassen, bis sie Saft ziehen.
  2. Den Saft abgießen und daraus einen Sirup kochen: 1 kg Zucker im Fruchtsaft auflösen und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen.
  3. Die Beeren in den heißen Sirup geben und 3 Stunden ziehen lassen.
  4. Die Mischung auf hoher Hitze zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren, 2 weitere Tassen Zucker hinzufügen und 15 Minuten köcheln lassen, dabei den Schaum abschöpfen und umrühren.
  5. Die fertige Marmelade in sterilisierte Gläser füllen und verschließen.

Das Ergebnis ist eine geleeartige, dicke Marmelade mit einer schönen Farbe und einem angenehmen Aroma.

Apfelmarmelade mit Berberitze

Für diese Marmelade eignen sich Äpfel mit einem säuerlichen oder süß-säuerlichen Geschmack, da sie gut mit den Berberitzen harmonieren.

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Zutaten:

  • 2 Tassen Äpfel
  • 2 Tassen Berberitzen
  • 1,5 Tassen Zucker
  • 1,5 Tassen Wasser

Zubereitung:

  1. Berberitzen entkernen. Äpfel schälen, entkernen und in dünne Scheiben schneiden.
  2. Äpfel und Berberitzen in einem Topf mischen.
  3. Zucker in Wasser auflösen und den Sirup über die Frucht-Beeren-Mischung gießen.
  4. Den Topf bei mittlerer Hitze aufstellen und köcheln lassen, bis die Marmelade die gewünschte Dicke erreicht hat.

Berberitzenmarmelade ohne Kochen

Diese Variante ist ideal, um möglichst viele Nährstoffe zu erhalten, da Vitamin C nicht durch Hitze zerstört wird.

Variante 1: Nur Berberitze und Zucker## Zutaten:

  • Berberitzen
  • Zucker (Verhältnis 1:2)

Zubereitung:

  1. Früchte waschen, entkernen und zusammen mit Zucker durch einen Fleischwolf geben.
  2. Gut umrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
  3. Die Marmelade in saubere Gläser füllen und mit Nylondeckeln verschließen. Im Kühlschrank lagern.

Variante 2: Mit Zitrone## Zutaten:

  • 0,5 kg Berberitzen
  • 2 Zitronen
  • 1,5 kg Zucker

Zubereitung:

  1. Berberitzen waschen, trocknen und entkernen.
  2. Zitronen schälen, in Scheiben schneiden (optional: Schale entfernen, um Bitterkeit zu vermeiden).
  3. Beeren und Zitrone durch einen Fleischwolf geben.
  4. Zucker hinzufügen und gut mischen, bis er sich aufgelöst hat.
  5. Die Marmelade in Gläser füllen und im Kühlschrank lagern.

Dicke Berberitzenmarmelade

Dieses Rezept erfordert etwas mehr Zeit, aber die Marmelade kann auch ohne Kühlschrank lange gelagert werden.

Zutaten:

  • 500 g Berberitzen
  • 750 g Zucker
  • 250 ml Wasser

Zubereitung:

  1. Berberitzen waschen, in einen Topf geben, Wasser hinzufügen und zum Kochen bringen.
  2. Zucker hinzufügen und weitere 2 Minuten bei schwacher Hitze kochen.
  3. Die Mischung vom Herd nehmen und einen Tag eindicken lassen.
  4. Am nächsten Tag erneut zum Kochen bringen, leicht abkühlen lassen und weitere 2 Minuten kochen.
  5. Die dicke Marmelade in Gläser füllen und verschließen.

Vanille-Berberitzen-Marmelade

Diese Marmelade zeichnet sich durch ihren besonderen Geschmack und ihr Aroma aus.

Zutaten:

  • 250 g Berberitzen
  • 150 g Wasser
  • 375 g Zucker
  • 1/2 TL Vanille

Zubereitung:

  1. Aus Wasser und Zucker einen Sirup kochen.
  2. Berberitzen hinzufügen und die Mischung einen Tag bei Raumtemperatur ziehen lassen.
  3. Am nächsten Tag die Mischung auf schwache Hitze stellen, zum Kochen bringen und eine halbe Stunde köcheln lassen.
  4. Die Marmelade abkühlen lassen, Vanille hinzufügen und eine weitere halbe Stunde kochen.
  5. Die fertige Marmelade in Gläser füllen und verschließen.

Lagerbedingungen

Um die Qualität und Haltbarkeit der Berberitzenmarmelade zu gewährleisten, ist die richtige Lagerung entscheidend. Marmelade, die durch Kochen haltbar gemacht wurde, kann in einer Speisekammer oder einem Keller gelagert werden und hält sich dort 1 bis 2 Jahre. Wichtig ist, dass die Gläser und Deckel zuvor sterilisiert wurden. Marmelade, die ohne Kochen zubereitet wurde, sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden und ist maximal 3 Monate haltbar. Eine graue Kruste oder Zuckerkristalle auf der Oberfläche sind unbedenklich und können einfach entfernt werden.

Fazit

Berberitzenmarmelade ist eine köstliche und gesunde Alternative zu teuren Vitaminpräparaten. Sie ist einfach zuzubereiten und bietet eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten. Ob klassisch mit Samen, fruchtig mit Äpfeln oder exotisch mit Vanille - Berberitzenmarmelade ist eine Bereicherung für jede Küche und ein wahrer Genuss für den Gaumen. Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn der Körper zusätzliche Nährstoffe benötigt, ist die Marmelade ein wertvoller Beitrag zur Gesundheit. Wer keine Allergie gegen Berberitzen hat, kann von den vielen positiven Eigenschaften dieser kleinen, roten Beeren profitieren.

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Ergänzende Informationen zur Berberitze

Die Berberitze ist ein anspruchsloses, strauchartiges Gewächs, das fast weltweit verbreitet ist. In Deutschland war ihr Anbau lange Zeit verboten, da sie als Winterwirt für den Getreiderost diente. Heute ziert sie wieder viele Gärten und erfreut mit ihren gelben Blüten im Frühjahr und den leuchtend roten Früchten im Herbst. Neben den Früchten haben auch andere Pflanzenteile Heilwirkungen.

Die Berberitze enthält je nach Pflanzenteil unterschiedliche Inhaltsstoffe:

Beere:

  • Vitamin C
  • Anthocyane
  • Apfelsäure
  • Mineralien

Blätter und Wurzelrinde:

  • Berberin
  • Jatrorrhizin
  • Cholorogensäure
  • Pxyacanthin
  • Palmantin
  • Urslosäure
  • Berbamin

Die getrockneten Beeren haben einen angenehm süßen Geschmack und eignen sich hervorragend für Müsli oder Obstsalate. In der arabischen Küche werden sie frisch unter Reisgerichte gemengt oder zum Würzen von Fleisch- und Fischgerichten verwendet.

Aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts können Berberitzenbeeren zur Vorbeugung von Vitaminmangelerscheinungen und zur Unterstützung des Immunsystems eingesetzt werden. Sie wirken zudem antibakteriell und können bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs helfen.

Die Berberitzenwurzel hat aufgrund ihrer Inhaltsstoffe andere Anwendungsgebiete als die Beere. Das Berberin in der Wurzelrinde wirkt galletreibend und kann bei Gallen- und Verdauungsbeschwerden helfen. Zudem reguliert es den Kreislauf, senkt den Blutdruck und erhöht die Durchblutung.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen lediglich der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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