Gesündeste Nuss‑Nougat‑Creme: Inhaltsstoffe, Risiken und gesunde Alternativen

Nuss‑Nougat‑Creme ist ein süßer, cremiger Genuss - der es allerdings in sich hat, nicht nur im Hinblick auf die Kalorien. Vor allem Kinder lieben schokoladigen Aufstrich, am besten dick aufgetragen - kein Wunder, denn die Hauptzutat ist Zucker. Wer bei der Schoko‑Nuss‑Creme an gesunde Haselnüsse, Milch und feinen Kakao denkt, wird bitter enttäuscht.

Was steckt typischerweise in industriellen Nuss‑Nougat‑Cremes?

Nutella und die meisten ähnlichen Cremes bestehen hauptsächlich aus Zucker (oft über 50 Prozent) und pflanzlichem Fett (wie Palmöl oder Sonnenblumenöl). Dazu kommen Haselnüsse in geringer Menge (oft nur etwa 10 bis 13 Prozent bei den Markenprodukten), Kakao, Magermilchpulver und Emulgatoren wie Lecithin. Die Hauptzutaten sind also meist Zucker und Fett. Nicht einmal beim Ost‑Klassiker Nudossi, der trotz der Note „ausreichend“ mit 36 % noch am besten in Sachen Haselnussanteil abschneidet, ist Nuss die Hauptzutat. Diesen Platz besetzen bedauerlicherweise Zucker und Fett mit Anteilen von rund 50 % & 35 %.

Kalorien, Portionen und kurzfristige Effekte

Eine „großzügige“ Portion Nutella liegt erfahrungsgemäß bei 20 bis 30 Gramm. Das entspricht ungefähr: 20 Gramm ≈ 108 kcal, 30 Gramm ≈ 162 kcal. Eine 30‑Gramm‑Portion enthält bereits über 15 Gramm reinen Zucker. Kurzfristig liefern diese Cremes schnelle Energie und ein Glücksgefühl durch den süßen, cremigen Geschmack, die Vorteile sind aber vorwiegend hedonic und energetisch, nicht ernährungsphysiologisch substantiell.

Gesundheitliche und ökologische Probleme industrieller Produktion

Wird es industriell verarbeitet, gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren, dafür entstehen große Mengen an Fettschadstoffen. Vor allem die sogenannten 3‑Monochlorpropandiol‑Fettsäureester (3‑MCPD) stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Erschreckend: In fast allen Nuss‑Nougat‑Cremes im Test fanden sich Mineralölbestandteile. Die sogenannten MOSH (gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe) sind Kohlenwasserstoffe, die sich im Körper anreichern. Bislang ist noch unklar, was sie bewirken - als sicher gilt jedoch, dass sie ungesund sind.

Palmöl ist nicht nur für den menschlichen Organismus problematisch: In den Hauptanbaugebieten Indonesien und Malaysia müssen zahlreiche Hektar Regenwald für die Ölpalmen weichen. Die Artenvielfalt der tropischen Regionen geht zurück, die Pflanzung in Monokultur macht den Einsatz zahlreicher Pestizide nötig. Palmöl steht in der Kritik. Vor einigen Jahren haben sich NGOs, Palmölproduzenten und Lebensmittelkonzerne zusammengetan, um die Herstellung nachhaltiger zu gestalten. Ferrero scheint in Sachen Palmöl bemüht: So findet sich auf der Nutella‑Produktwebseite der Hinweis, dass das Palmöl für die Nuss‑Nougat‑Creme langsam bei kontrollierter Temperatur verarbeitet wird und RSPO‑zertifiziert ist.

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Ist Palmöl schädlich für Menschen?

Das hängt von der Verarbeitung des Öls ab. Grundsätzlich ist aus gesundheitlicher Sicht erst einmal nichts an Palmöl auszusetzen. Heikel wird es jedoch, wenn Produkte mit raffiniertem Palmöl angereichert sind. Wird es bei sehr hohen Temperaturen von etwa 200 Grad verarbeitet, dann können potenziell krebserregende Fettschadstoffe entstehen. Deshalb ist es ratsam, fettreiche Lebensmittel nur in Maßen zu verzehren und wenn möglich, zu unraffinierten Alternativen zu greifen.

Ökotests und Kritik: Was zeigen Analysen?

In der Septemberausgabe 2022 von ÖKO‑TEST standen Nuss‑Nougat‑Cremes auf dem Prüfstand. Das Ergebnis ist vernichtend: Von insgesamt 21 getesteten Produkten erhielten nur zwei die Note „gut“. Doch selbst diese Bewertung ist laut den Tester:innen höchst kritisch einzuordnen, die durch die Bank Mineralölbestandteile und einen erhöhten bis stark erhöhten Zuckergehalt feststellten. Tests zeigen jedoch, dass Sie sich mit Nutella und Co. langfristig nichts Gutes tun. Wir raten davon ab, zu den Nuss‑Nougat‑Cremes von Ferrero und Mondelez zu greifen. Diese wiesen im Test den höchsten Zuckeranteil auf, enthalten die sich im Körper anreichernden Mineralölbestandteile „MOSH“ und weitere bedenkliche Inhaltsstoffe zur Aromatisierung.

Wann sind Alternativen wirklich besser?

Viele Alternativen, besonders Bio‑Produkte, sind palmölfrei und enthalten oft einen deutlich höheren Nussanteil (bis zu 70 Prozent). Das ist besser für die Umwelt und kann mehr gesunde Fette liefern. Aber auch sie sind meist noch sehr zucker‑ oder fetthaltig. Zuckerfreie Varianten nutzen oft Zuckerersatzstoffe (wie Maltit), die bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können.

Welche Kriterien sollten Käufer beachten?

  • Achte auf den Nussanteil: Je höher, desto besser für Fettqualität und Aroma.
  • Vermeide Palmöl oder achte auf zertifizierte Herkunft (RSPO, Bio‑Palmöl) und Siegel wie Fairtrade oder Rainforest Alliance.
  • Prüfe auf Mineralölbestandteile und auf hohe Zuckeranteile.
  • Wenn möglich: Bio‑Siegel, fair gehandelte Zutaten und transparente Lieferketten bevorzugen.

Empfohlene bessere Kauf‑Alternativen (Auswahl)

Einige Produkte auf dem Markt kombinieren akzeptable Zutatenlisten mit Nachhaltigkeitsansprüchen oder besonderer Funktionalität:

  • Nocciolata von Rigoni di Asiago - Bio, palmölfrei; Zutaten: Rohrzucker, Haselnüsse 19,5 %, Sonnenblumenöl, Kakaopulver, Kakaobutter, Sojalecithin, Vanille‑Extrakt.
  • Keimling Vegane Schokocreme - bio, rein pflanzlich, ohne Palmöl, mit kleinen Haselnussstücken.
  • Bionella (Rapunzel) - Bio und Fairtrade, vegan; trotz Palmöl: Hersteller gibt zertifizierte Lieferketten an.
  • Gepa Cocoba - fair gehandelt, EU‑Bio‑Siegel; RSPO‑Palmöl oder Sonnenblumenöl je nach Variante.
  • Koro Bio Dattel‑Haselnuss‑Creme - sehr clean: nur Datteln, Haselnüsse, Kakaopulver; palmölfrei und kalorienärmer im Vergleich.

Selbstgemachte Schokocreme: die gesündere Alternative

Wie lässt sich die Nuss‑Nougat‑Creme aus dem Supermarkt ersetzen? Selbstmachen - das liegt im Trend und ist nicht schwierig. Sie brauchen für die Zubereitung lediglich einen leistungsstarken Mixer, der die harten Nüsse gut zerkleinert. Das Gute an den selbstgemachten Nuss‑Schoko‑Cremes: Bei der Zubereitung können Sie selbst steuern, wie süß die Masse werden soll. Am besten verwenden Sie hochwertige Zutaten aus biologischem Anbau.

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Rösten von Haselnüssen

Selbstgemachte Schokoladencreme ist im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar. Da sie keine Konservierungsstoffe enthält, sollten Sie die Creme zügig verbrauchen und nach zwei Wochen nicht mehr verzehren. Tipp: Bereiten Sie kleine Mengen zu, die schnell aufgegessen werden.

Grundrezept für vegane, zuckerreduzierte Nuss‑Nougat‑Creme

Mit diesem Rezept können Sie ganz einfach eine vegane, glutenfreie Nuss‑Nougat‑Creme ohne Industriezucker herstellen. Zutaten: 200 g Haselnüsse, 2 EL Kakaopulver (roh), 0¼ TL Salz, 4 EL Ahornsirup, 1 EL Kokosöl, 150 ml einer pflanzlichen Milchalternative. Zubereitung: Rösten Sie die Haselnüsse auf einem Backblech bei 150 °C im vorgeheizten Backofen für etwa 10-15 Minuten, bis die Schale rissig wird. Wickeln Sie die Nüsse in ein sauberes Küchenhandtuch ein, lassen Sie sie kurz abkühlen und reiben Sie die Nüsse gegeneinander, bis sich die Haut vollständig ablöst. Geben Sie die Haselnüsse mit den anderen Zutaten in einen Mixer und mahlen Sie alles auf höchster Stufe, bis die Masse cremig wird. Das dauert etwa fünf Minuten. Füllen Sie die Creme in ein Glas und lassen Sie die Masse auf Raumtemperatur abkühlen.

Nutella selber machen - Videoanleitung

Rezeptvariante für geschmacklich näher am Supermarkt‑Original

Wer das Original aus dem Supermarkt möglichst gut kopieren möchte, kann folgendes Rezept ausprobieren: Zutaten: 200 g geschälte Haselnüsse, 100 g palmölfreie Vollmilchschokolade, 8 EL Agavendicksaft, 2 EL Erdnussöl, 2 EL ungesüßter Kakao. Zubereitung: Rösten Sie die Nüsse etwa 30 Minuten bei 150 °C. Reiben Sie die Vollmilchschokolade in feine Raspeln. Zerkleinern Sie die Nüsse im Mixer zu feinem Pulver. Geben Sie zuerst den Agavendicksaft hinzu und mixen Sie weiter. Dann fügen Sie Öl und Kakao hinzu. Zum Abschluss geben Sie die geriebene Schokolade bei. Mixen Sie die Masse so lange, bis sie eine streichfähige Konsistenz annimmt.

Praktische Tipps zur Herstellung und Lagerung

  • Ein Hochleistungsmixer oder Food‑Processor ist empfehlenswert; das Mahlen kann mehrere Minuten dauern, bis Öl austritt und die Masse cremig wird.
  • Das Nussmus sollte nicht zu warm werden, sonst tritt das nusseigene Öl heraus.
  • Wenn die gemahlene Masse nicht ölig wird, gebe etwas Mandelmus oder pflanzliche Milch hinzu, bis eine cremige Konsistenz entsteht.
  • Für Low‑Carb‑ oder zuckerfreie Varianten eignen sich Erythrit, Xylit oder flüssige Süßungsmittel; bei körnigen Süßstoffen vorher in wenig Flüssigkeit lösen.
  • Selbstgemachtes Nutella hält sich je nach Zutaten im Kühlschrank ca. 1 Monat; vor Verzehr einige Zeit temperieren und umrühren.

Protein‑ und Fitnessvarianten

Für Fitness‑Fans gibt es kommerzielle Varianten mit erhöhtem Proteinanteil, z. B. VegiFEEL Protein Aufstrich (mit Erbsenprotein) oder nu3 Fit Protein Creme (mit Whey). Diese Produkte liefern mehr Eiweiß, sind aber nicht zwingend deutlich kalorienärmer. Wer den Proteingehalt selbst erhöhen möchte, kann in die hausgemachte Creme etwas Proteinpulver einrühren; bei Trockenheit Wasser ergänzen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Fazit: Welcher Weg ist „gesünder“?

Keine industriell hergestellte Nuss‑Nougat‑Creme ist per se „gesund“ im ernährungswissenschaftlichen Sinn: Die meisten Produkte enthalten viel Zucker und Fett. Besser sind Varianten mit hohem Nussanteil, ohne Palmöl und mit Bio‑Zutaten oder selbstgemachte Cremes, bei denen Sie Süße und Fettquelle kontrollieren können. Alternativ bieten einige Hersteller palmölfreie, bio‑zertifizierte oder proteinangereicherte Cremes sinnvolle Kompromisse. Letztlich gilt: Genuss in Maßen, bewusste Produktauswahl und Selbstmachen sind die besten Ansätze, um Geschmack und Verantwortungsbewusstsein zu verbinden.

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Kurze Einkaufshilfe

Eigenschaft Vorteil Beispiel
Hoher Nussanteil Mehr ungesättigte Fette, besseres Aroma Nudossi, einige Bio‑Aufstriche
Ohne Palmöl Umweltfreundlicher, vermeidet Raffinationsprobleme Nocciolata, Keimling
Bio & Fairtrade Transparente Lieferkette, bessere Arbeitsbedingungen Gepa Cocoba, Bionella
Zuckerfrei / Low‑Carb Weniger Zucker, aber Süßstoffe beachten Protein‑Cremes, Xucker Produkte

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