Unterschied zwischen Gelierzucker und normalem Zucker beim Einkochen

Die Sonne scheint, die ersten Beeren sind reif, und im Garten duftet es nach Sommer: Jetzt ist Einkochzeit. Vielleicht erinnern dich solche Augenblicke an Momente aus deiner Kindheit: Besonders schöne Beeren werden eingefroren, die restlichen können durch Einkochen und Gelieren haltbar gemacht werden. So werden aus saftigem Obst nach und nach süße Konfitüren und fruchtige Aufstriche.

Warum überhaupt einkochen? Hitze, Luftabschluss und Zucker

Das Haltbarmachen durch Einkochen beruht zunächst darauf, dass die Hitzeeinwirkung Keime unschädlich macht. Das ist beim Einkochen von Marmelade das Gleiche wie etwa beim Pasteurisieren von Milch. Damit die eingekochten Lebensmittel verderben können, müssen zuerst neue Bakterien oder Schimmelpilze den Weg in das Eingemachte finden. Das lässt sich durch den luftdichten Einschluss der Marmeladen in Einmachgläsern verhindern. Beide Maßnahmen dienen dazu, die Nahrungsmittel keimfrei zu halten.

Der Gelierzucker verbessert die Haltbarkeit auf andere Weise. Zucker ist zwar ein wertvoller Nährstoff, in hoher Konzentration behindert er aber das Wachstum von Mikroorganismen. Deshalb wird der klassische Gelierzucker auch im Verhältnis 1:1 mit Früchten gemischt. Als reines Kohlenhydrat ist Kristallzucker aber auch pure Energie. Aus diesem und weiteren gesundheitlichen Gründen wird der hohe Zuckergehalt traditionell eingekochter Marmeladen zunehmend kritisch gesehen. Die Hersteller von Gelierzucker begegnen dieser Kritik durch neue Produkte, die schon mit einem geringeren Zuckeranteil eine ausreichende Haltbarkeit des Eingemachten erzielen und ersetzen oftmals den Kristallzucker gegen den bekömmlicheren und nicht so süßen Rohrohrzucker.

Einmachgläser mit selbstgemachter Marmelade

Was ist Gelierzucker und wie unterscheidet er sich von normalem Kristallzucker?

Kristallzucker hingegen besteht nur aus Zucker - ohne Zusätze. Gelierzucker besteht aus Zucker und Geliermitteln wie beispielsweise Pektin. Außerdem enthält Gelierzucker eine geringe Menge an pflanzlichem Öl. Das verringert die Schaumbildung, die häufig beim Einkochen von Kirschen und Erdbeeren auftritt. Das Geliermittel (zum Beispiel Apfelpektin) sorgt dafür, dass deine Fruchtmasse beim Kochen eindickt und später die typische streichfähige Form bekommt. Die Säure (beispielsweise Zitronensäure) sorgt dafür, das Pektin zu stabilisieren. Zusätzlich kann er auch Konservierungsmittel enthalten.

Gelierzucker ist nicht unbegrenzt haltbar und trägt ein Mindesthaltbarkeitsdatum. „Wird dieses überschritten, kann es passieren, dass die Fruchtmasse nicht mehr eindickt und die Konfitüre flüssig bleibt“, erklärt Susanne Moritz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Abgelaufener Gelierzucker ist gesundheitlich unbedenklich. Die Expertin rät, ihn zur Zubereitung von Kompott oder Tortenguss zu verwenden.

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Die Rolle von Pektin und Zitronensäure

Der bedeutendste Zusatzstoff im Gelierzucker ist das Pektin. Das ist ein Stoff, der natürlich in Pflanzen vorkommt und ernährungswissenschaftlich zu den Ballaststoffen gezählt wird. Besonders hoch ist sein Anteil in Äpfeln und Erdbeeren. Pektin quillt mit Wasser auf und bildet eine geleeartige, schnittfähige Masse. Im Gelierzucker sorgt das Pektin dafür, dass die Fruchtmasse besser geliert. Ein anderes traditionelles Geliermittel ist die Zitronensäure. Sie verändert auch den Geschmack von Marmeladen und Konfitüren in Richtung einer frischeren, fruchtigeren Note.

Verhältnisse: 1:1, 2:1, 3:1 (und mehr) - was bedeuten sie?

Zunächst gibt die Bezeichnung eines Gelierzuckers Aufschluss darüber, in welchem Verhältnis man die Frucht mit dem Zucker mischen sollte - 1 zu 1, 2 zu 1 oder eben 3 zu 1. Beim Gelierzucker 1:1 werden 1 kg Früchte mit einer 1 kg Packung Gelierzucker 1:1 verarbeitet. Beim 2:1 Gelierzucker kommt auf 1 kg Frucht eine 500 g Packung Gelierzucker 2:1. Beim 3:1 Gelierzucker verwendet man 1,5 kg Frucht und eine 500 g Packung Gelierzucker 3:1. Die Zahlen geben das Mischungsverhältnis von Zucker und Früchten an. Bei Gelierzucker 1:1 kommen auf 1 kg Zucker 1 kg Früchte. Diese Marmelade hat einen hohen Zuckergehalt, so dass sich Mikroorganismen nicht vermehren können, und hat daher eine sehr gute Haltbarkeit.

Gelierzucker 2:1 - Die beliebteste Variante, für die zwei Teile Frucht, und ein Teil Zucker gebraucht werden. Am besten eignet sich diese Variante für fruchtigere, weniger süße Marmeladen mit einem intensiveren Geschmack. Gelierzucker 3:1 - Die extra fruchtige Variante, da hier drei Teile Frucht auf einen Teil Zucker verwendet werden. Hier wird ebenso für die bessere Haltbarkeit der Konservierungsstoff Sorbinsäure zugesetzt. Bei Gelierzucker 2:1 und 3:1 ist neben mehr Geliermittel auch der Konservierungsstoff Sorbinsäure enthalten. Ohne diesen reicht sonst die konservierende Wirkung des Zuckers allein nicht mehr aus.

Gelierzucker-Varianten und Zuckerarten

Neben dem klassischen Gelierzucker 1:1 gibt es inzwischen auch Geliermittel, die im Verhältnis 2:1 oder sogar 3:1 verwendet werden. Auf ein Kilogramm Zucker kommen dabei also zwei oder drei Kilogramm Frucht. Diese finden sich grundsätzlich in jedem Gelierzucker und machen etwa zwei Prozent des Produkts aus. Es gibt auch Gelierzucker, die wenig oder gar keinen Kristallzucker enthalten. Zum einen ist das ein Gelierzucker, bei dem der Kristallzucker durch Fruchtzucker ersetzt ist. Mit dieser Einmachhilfe hergestellte Marmeladen sind zwar für Diabetiker geeignet, enthalten aber nicht weniger Energie (Kilokalorien) als eine normale Marmelade. Eine andere Variante sind Geliermittel mit Stevia. Das ist ein natürliches Süßungsmittel, dass sich als Zuckerersatz etabliert hat. Der Zusatz von Stevia macht es möglich, den Kristallzuckeranteil im Gelierzucker zu senken, ohne den intensiv süßen Geschmack der Marmeladen zu verlieren. Stevia-Gelierzucker ist daher vor allem für diejenigen Marmeladenkocher interessant, die auf die Kalorien achten, aber besonders süße Fruchtaufstriche mögen. Wem die klassische Marmelade dagegen ohnehin zu süß ist, nimmt besser einen Gelierzucker 2:1 oder 3:1.

Einmachhilfen und Gelierfix: selbst mischen oder fertig kaufen?

Sogenannte Einmachhilfen sind eigentlich gar kein Gelierzucker, sie werden für den Gebrauch aber mit Zucker gemischt. Diese Einmachhilfen machen es also möglich, den Gelierzucker selbst zu mischen, anstatt ihn fertig gemischt zu kaufen. Das kann ein Vorteil sein, weil der normale Kristallzucker unbegrenzt haltbar ist. Fertiger Gelierzucker verliert dagegen mit der Zeit seine Wirkung. Der selbst gemischte Gelierzucker vermeidet daher die Gefahr, dass der Zuckervorrat in der nächsten Einmachsaison nicht mehr brauchbar ist.

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Marmeladen kann man aber auch bedenkenlos mit normalem Zucker einkochen. Ja sogar brauner Zucker oder alternative Süßungsmittel wie Xucker sind möglich. Damit die Marmelade allerdings geliert, benötigt man extra Geliermittel wie z.B. Gelierfix. Hier ist auch wieder auf das richtige Verhältnis zu achten. 1 Kg Obst mit 500 g Zucker benötigt Gelierfix 2:1. 1 Kg Obst mit 350 g Zucker benötigt Gelierfix 3:1. Alternativ kann auch Agar Agar verwendet werden.

Tipps zur Zubereitung: Gelierprobe, Sterilisation und Abfüllen

Mit einem Gelierzucker ist es ganz einfach, Marmelade selber zu kochen. Es müssen nur noch Früchte oder Saft in der entsprechenden Menge dazugegeben werden. Das Geliermittel Pektin und der Zucker sind bereits im Gelierzucker enthalten. Gelierzucker und Zitronensaft zur Fruchtmasse geben und gut vermischen. Die Mischung unter Rühren aufkochen und etwa 3 bis 5 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dann in Gläser abfüllen und fertig ist die selbstgemachte Marmelade zum nächsten Frühstück.

Für die Gelierprobe mit einem kleinen Löffel einen Tropfen der heißen Marmelade auf den kalten Teller geben und kurz auskühlen lassen. Den Teller kippen um zu sehen, ob die Marmelade noch rinnt oder bereits geliert. Wenn die Marmelade noch nicht geliert, einfach noch etwas weiter köcheln lassen und erneut die Gelierprobe machen. Allerdings nicht zu lange kochen lassen (max. 10 Minuten!), da sonst das Pektin der Frucht zerstört wird. Das wichtigste beim Abfüllen ist, dass die Ränder des Glases sauber bleiben, da die Spritzer am Glasrand bzw. im Gewinde des Deckels besonders leicht zu schimmeln beginnen. Sauberes Abfüllen funktioniert sehr gut mit einem Marmeladentrichter, da seine Öffnung perfekt auf Marmeladegläser passt.

Gläser und Deckel sollten vorab sterilisiert werden (bevor man zu Kochen beginnt), denn nach dem Kochen muss die Marmelade sofort abgefüllt werden, es gibt folgende Möglichkeiten: 10 Minuten im Dampfgarer bei 100°C, 10 Minuten im Backrohr bei 75°C oder 10 Minuten in einem Kochtopf mit siedendem Wasser. Die Gläser dürfen sich im Kochtopf nicht berühren, sie könnten zerspringen. Die Deckel sollten man nach dem Wasserbad nicht mehr auf der Innenseite berühren, damit sie keimfrei bleiben.

Probleme und Lösungen: zu flüssig, zu fest, Oxidation

Zu langes Kochen zerstört das Geliermittel, sodass die Textur zäh oder flüssig bleibt. Eine zu kurze Kochzeit verhindert die richtige Festigkeit. Bei der Herstellung von Marmelade ist die Gelierprobe entscheidend. Marmelade wird nämlich erst beim Abkühlen so richtig fest: Gib dafür einfach einige Tropfen der Fruchtzubereitung auf einen kalten Teller. Wenn die Marmelade noch nicht geliert, sollte sie ein wenig weiter köcheln und erneut einer Gelierprobe unterzogen werden.

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Falls die Marmelade oder Konfitüre beim ersten Kochen nicht geliert, kann man sie ein zweites Mal in den Topf füllen und mit mehr Gelierzucker erneut aufkochen. Die zuverlässigste Methode, die immer klappt: auf mechanische Geliermittel zurückgreifen. Wenn man reines Pektin nachträglich zufügt, kann es Klumpen geben; deshalb empfehlen viele Pektofix-artige Produkte oder das vorherige Anrühren mit Zucker. Alternativen wie Agar-Agar oder modifizierte Stärken funktionieren ebenfalls, führen aber zu anderen Konsistenzen.

Zur Farbe: Häufig wird gefragt, wie man verhindern kann, dass Marmelade mit der Zeit braun wird und an Geschmack verliert. Durch Oxidation - im oberen Teil des Glases bleibt Restsauerstoff, der eine Oxidation bewirkt. Eine Möglichkeit ist das Hinzufügen von Vitamin C-Pulver oder etwas Zitronensaft; beide verzögern die Verfärbung. Eine weitere Idee: Gläser nach dem Abkühlen einfrieren; die Farbe bleibt so länger schön.

Gelierprobe: Tropfen auf kalten Teller

Fruchtwahl, Pektin-Gehalte und spezielle Gelierzucker

Die Früchte sollten reif, aber nicht überreif sein, da dann meist schon ein Gärungsprozess im Gang ist und die Marmelade schlecht werden könnte. Früchte haben unterschiedlichen Pektingehalt und neigen mehr oder weniger stark zum Gelieren. Saure Früchte, wie etwa Johannisbeeren oder Äpfel, haben besonders viel Pektin. Vor allem Steinfrüchte wie Kirschen und Aprikosen enthalten weniger Pektin, weshalb man hier mehr Geliermittel zugeben muss.

Für bestimmte Fruchtsorten werden auch spezielle Einmachhilfen angeboten. Es gibt zum Beispiel einen Gelierzucker für Erdbeerkonfitüre. Das kann sinnvoll sein, da die verschiedenen Frucht- und Obstsorten einen unterschiedlichen Zuckergehalt und verschiedene Anteile von Substanzen enthalten, die das Gelieren natürlich erleichtern.

Praktische Faustregeln und Rezepte

MischverhältnisAngabeTypische Anwendung
1:11 kg Früchte + 1 kg GelierzuckerÄpfel, Quitten, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Rhabarber; sehr haltbar
2:11 kg Früchte + 500 g GelierzuckerAllround: Erdbeeren, Himbeeren, Aprikosen; beliebteste Variante
3:11,5 kg Früchte + 500 g GelierzuckerExtra-fruchtig, weniger Zucker; oft mit Konservierungsmittel

Die Menge der Früchte muss immer an den jeweiligen Gelierzucker angepasst werden. Um das optimale Mischverhältnis von Zucker, Pektin und Zitronensäure beizubehalten, ist es wichtig, immer die ganze Packung zu verwenden. Beim 1:1 Gelierzucker werden 1 kg Früchte mit einer 1 kg Packung Gelierzucker 1:1 verarbeitet. Beim 2:1 Gelierzucker kommt auf 1 kg Frucht eine 500 g Packung Gelierzucker 2:1. Beim 3:1 Gelierzucker verwendet man 1,5 kg Frucht und eine 500 g Packung Gelierzucker 3:1.

Weitere nützliche Tipps

  • Das Obst vor dem Kochen mit dem Zucker „marinieren“ (am besten über Nacht, mindestens aber 4 Stunden) - je länger, desto aromatischer.
  • Die Früchte in kleinen Mengen verkochen (pro Topf ca. 3 kg), damit Farbe und Geschmack erhalten bleiben.
  • Beim Abfüllen: Ränder der Gläser sauber halten; Marmelade muss beim Abfüllen noch mindestens 40°C haben, damit Vakuum entsteht.
  • Wenn Marmelade nicht fest wird: Tipp gegen Lebensmittelverschwendung - als Fruchtspiegel auf Joghurt oder Müsli nutzen.
  • Gelierprobe: Ein kalter Teller im Kühlschrank hilft, die Gelierfähigkeit schnell zu prüfen.
  • Gefriergut erst im Kühlschrank, dann bei Zimmertemperatur auftauen; Früchte schnell einfrieren, um Zellstruktur zu erhalten.
Schritt-für-Schritt: Marmelade einkochen und Gelierprobe

Die Lieblingsfrüchte klein schneiden oder pürieren und in der passenden Menge abwiegen. Gelierzucker dazugeben und 3 Min. kochen. Dann in Gläser abfüllen und fertig ist die selbstgemachte Marmelade zum nächsten Frühstück. Unsere Videos mit Schritt für Schritt Anleitungen lassen keine Frage offen und geben sowohl Anfängern als auch Profis einen guten Überblick. Sie werden erstaunt sein, wie schnell und einfach Sie Marmeladen selber machen können.

Aufstriche im Regal: verschiedene Gelierzucker-Varianten

Zum Mitnehmen

Gelierzucker enthält neben Zucker standardisierte Pektine und oft Zusatzstoffe wie Zitronensäure, Öl gegen Schaum und bei niedrigeren Zuckeranteilen Konservierungsstoffe. Kristallzucker ist rein süßend, benötigt aber zusätzliche Geliermittel (z. B. Gelierfix) für die richtige Konsistenz. Die Wahl des Zucker- bzw. Geliermittels hängt von Fruchtsorte, gewünschter Süße, Haltbarkeit und persönlichem Geschmack ab.

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