Gelbtafeln selber machen: Anleitung zur Klebefalle für Pflanzen
Jeder kennt die gelben Tafeln, die Insekten fangen. Viele von Ihnen haben diese klebenden gelben Tafeln sicherlich schon einmal gesehen und sich gefragt, was es damit eigentlich auf sich hat. Gelbtafeln sind ein wirksames Mittel, um einen Schädlingsbefall frühzeitig zu erkennen und somit rasch handeln zu können. Die gelben Leimfallen können sowohl in Gewächshäusern als auch in Innenräumen zur Überwachung eines Schädlingsbefalls eingesetzt werden.
Was sind Gelbtafeln und wie funktionieren sie?
Bei Gelbtafeln, auch Leimtafeln oder Gelbfallen genannt, handelt es sich um gelbe, mit nicht trocknenden Klebstoffen angestrichene Tafeln aus dünnem Karton oder Kunststoff. Die Oberflächen der gelben Tafeln werden mit einer klebrigen Masse bestrichen. Sie werden in erster Linie zur Kontrolle eines Schädlingsbefalls eingesetzt, bei einigen Schädlingen auch zur Bekämpfung.
Wenn Sie schon einmal im Sommer im Freien waren und dabei ein gelbes T-Shirt anhatten, wissen Sie, dass die Farbe Gelb überaus anziehend auf Insekten wirkt. Diesen Reiz nutzen Gelbtafeln aus und locken damit die kleinen Tierchen an. Die Insekten bleiben dann an der Leimschicht der Tafeln kleben und werden somit gefangen. Dahinter steckt letztlich nur ein Instinkt der Insekten, denn diese benötigen für ihre Ernährung Pollen und Nektar. Das finden sie oft in gelben Blüten.
Es sind dabei aber weder Pheromone noch Insektizide nötig, um die Insekten anzuziehen und zu fangen. Sie werden einzig und allein von der Farbe Gelb angezogen und bleiben an der beleimten Schicht kleben. Bei manchen Gelbtafeln werden jedoch auch Pheromone hinzugefügt, um die Wirksamkeit und Spezifität zu erhöhen.
Wofür eignen sich Gelbtafeln?
Die Gelbtafeln fangen jedoch nur flugfähige oder springende Schädlinge wie die Kirschfruchtfliege und die Walnussfruchtfliege, die Kirschessigfliege, Trauermücken, Weiße Fliegen, Möhrenfliegen, Rhododendronzikaden und etliche andere. Mit Gelbfallen wie unseren Plantura Gelbtafeln ist es möglich, einen Befall zu überwachen und teilweise auch die Insektenzahlen zu dezimieren.
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Im Haus lassen sich unsere Gelbtafeln ganzjährig verwenden. Im Gewächshaus oder im Freiland können sie ab Ende März verteilt werden, denn schon zu diesem Zeitpunkt sind die ersten Schädlinge unterwegs. Besonders Trauermücken bereiten uns in Wohnräumen oftmals Probleme. Gelbtafeln helfen dabei, einen Befall schon sehr früh zu erkennen. Das erlaubt ihnen, direkt mit der Bekämpfung anzufangen und den Befall einzudämmen, bevor er zu einem wirklichen Problem wird.
Die Fallen sind für gewöhnlich über einen sehr langen Zeitraum wirksam, müssen also nur selten ausgetauscht werden. In der Regel besteht die Klebeschicht von Gelbtafeln nur aus einer klebrigen Substanz ohne Pestizide. Ein Mittel zur Insektenbekämpfung stellen die klebrigen Tafeln jedoch nicht dar.
Gelbtafeln im Freiland: Chancen und Risiken
Selbst im Freiland, zum Beispiel in Obstplantagen, finden sie Anwendung. Dort ist aber die Gefahr, dass außer den Schädlingen auch so manches nützliche Tier in die Falle geht, größer. Bei der Ausbringung im Freiland sieht es dagegen anders aus. Hier sollten Sie sich die Verwendung daher gut überlegen.
Nützlinge, wie Bienen oder Hummeln, werden übrigens eher den Duftstoffen oder speziellen Farben der Blüten angezogen und landen daher selten in einer Klebefalle. Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Blütenbestäuber gehen einer Gelbtafel äußerst selten auf den Leim, da sie vorwiegend auf Blüten und Nektarduft fixiert sind. Schlupfwespen werden gelegentlich mitgefangen, weil sie versuchen, die gefangenen Insekten zu parasitieren. Kleinere und größere Fliegen sind jedoch mit Abstand die häufigsten "Beifänge".
Tipp: Die Verwendung von Gelbtafeln zählt zu den wenigen Methoden, mit der Kirschessigfliegen von der Eiablage in Kirschen abgehalten werden können. Bei der Anwendung ist es wichtig, die Tafeln wirklich nur für den kurzen Flugzeitraum der Fliegen zwischen Mai und Juni im Baum zu belassen und sie danach sofort abzunehmen. Auf diese Art verhindert man, dass zu viele ungewollte Tiere an den Fallen haften bleiben.
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Anwendungszeitpunkt und Platzierung
Man hängt Gelbtafeln und Gelbsticker vor allem auf, um einen Schädlingsbefall an verschiedenen Nutz- und Zierpflanzen rechtzeitig zu entdecken, um dann anschließend effektivere Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Für dieses sogenannte Monitoring hängt man die Gelbtafeln rechtzeitig vor Flugbeginn der Schadinsekten auf und kontrolliert täglich den Befall.
Wichtig ist, dass Sie die Gelbtafeln sehr dicht neben den gefährdeten Pflanzenteilen aufhängen. Ein Abstand von 20 Zentimetern sollte nicht überschritten werden. Werden Gelbtafeln bei größeren Pflanzen, wie zum Beispiel Süßkirschen, zur Überwachung eines Befalls mit der Kirschfruchtfliege verwendet, hängt man je nach Größe der Baumkrone mindestens drei bis zehn Gelbtafeln gut verteilt an die Zweige vom Kirschbaum, allerdings vorwiegend auf der Südseite, da die Insekten hier erfahrungsgemäß deutlich aktiver sind.
Wichtig ist, dass man Leimtafeln rechtzeitig austauscht, da ihre Klebewirkung mit der Zeit nachlässt und sie irgendwann zu dicht mit Insekten belegt sind. Experten empfehlen - je nach Einsatzort - einen Austausch nach ein bis zwei Wochen.
Welche Gelbtafeln helfen gegen welche Schädlinge?
Die Lockwirkung der Gelbtafeln beruht vor allem auf der Farbe. Sie übt auf die meisten Schädlinge eine große Anziehungskraft aus. Allerdings sind einige Gelbtafeln für spezielle Zwecke, zum Beispiel gegen Thripse, oft noch mit einem Lockstoff versehen. Je nach Schädling werden zum Teil auch andere Farben und Formen verwendet. Bei der Spargelfliege zum Beispiel hat man festgestellt, dass sie besonders auf grüne, stabförmige Leimfallen fliegt. Bestimmte Arten der Thripse lassen sich mit Blautafeln sogar recht effektiv bekämpfen.
In den meisten Fällen sind die Fangergebnisse mit Gelbtafeln nicht ausreichend, um einen Schädlingsbefall effektiv zu bekämpfen. Bei der Kirschfruchtfliege zum Beispiel wird immer nur ein geringer Teil der Schadinsekten abgefangen. Beim professionellen Anbau von Tomaten erzielt man hingegen auf Sizilien gute Erfolge bei der Bekämpfung der Weißen Fliege, indem man mehrere Quadratmeter große Gelbfallen aufstellt. Im Hausgarten kann man zum Beispiel den Befall mit der Rhododendronzikade mithilfe von Gelbtafeln auf ein erträgliches Niveau absenken.
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Anleitung: Gelbtafeln selber machen (Materialien und Rezepte)
Gelbtafeln beziehungsweise Leimtafeln kann man auch ganz leicht selber machen. So kann man zum Beispiel andere Farb- und Formvarianten testen, die es im Handel nicht zu kaufen gibt. Man kann Gelbtafeln entweder in der Nähe der Pflanzen aufhängen oder sie an einem Stab befestigt in die Erde stecken.
Als Träger für den Leim dient gelber oder andersfarbiger Karton, zum Beispiel Tonpapier aus dem Bastelbedarf. Die erhältlichen Gelbtafeln bestehen entweder aus Plastik oder aus Pappe und sind mit einer Leimschicht überzogen. Es lohnt sich, gelbe Tetrapacks dafür zu recyceln. Auch gelbe Deckel von Schraubgläsern oder Plastikbechern, Verpackung oder selbst gemachte Wachstuch-Streifen können verwendet werden. Für wiederverwendbare Gelbtafeln hat sich das Scheckkartenformat (etwa neun mal fünf Zentimeter) bewährt.
Die Gelbtafeln werden oben gelocht, damit man sie gut aufhängen kann. Stanzen Sie mit einem Heftlocher zwei Löcher in die Tafeln, durch die ein Stäbchen oder ein Draht zum Aufhängen gezogen werden. Möchtest du die Gelbtafel aufhängen, fädle du eine Schnur durch die Löcher. Mit angeklebten Schaschlikspießen lassen sie sich gut in die Blumenerde stecken. Als Trägermaterial benötigen Sie abwaschbare Kunststofftafeln, für die Sie etwa Teile von Plastikbechern, alten Gebinden oder anderen Alltagsgegenständen sowie Deckel wiederverwenden können.
Leim-Rezepte
Für den Klebstoff braucht man 100 Gramm Kolophonium, 60 Gramm Pflanzenöl und 20 Gramm Terpentin. Um den Leim herzustellen, erhitzt man alle drei Zutaten in einem alten Topf und vermischt sie gut miteinander. Durch Zugabe von weiterem Pflanzenöl oder Kolophonium wird der Leim flüssiger beziehungsweise fester.
Insektenleim: Diesen kann man in Tuben fertig kaufen und auch für selbstgemachte Leimringe verwenden.
Zuckerleim: Lösen Sie etwa 3 Teile Zucker in 2 Teilen Wasser auf und kochen Sie diese Mischung auf. Nachdem die Flüssigkeit zu sieden begonnen hat, darf nicht mehr gerührt werden - sonst kristallisiert der Zucker später und wird nicht kleben. Das Einkochen bedarf etwas Übung: Die Zuckermasse sollte so lange gekocht werden, bis sie eine Temperatur von 105 bis maximal 115 °C erreicht hat. Ist diese Temperatur erreicht, muss der Kochvorgang sofort abgebrochen werden, indem der Topf in ein Bad mit kaltem Wasser gestellt wird.
Alternative Zuckerrezeptur: 2 Teile Zucker mit 1 Teil Wasser und ½ Teil Zitronensaft aufkochen, bis die Masse eine honigähnliche Konsistenz und eine bernsteinähnliche Farbe bekommt. Danach ¼ Teil Mehl und ½ Teil Öl einrühren.
Insektenleim nach Uromas Rezept: 200 g Schweineschmalz werden mit 200 g Kolophonium im Wasserbad erhitzt und dabei gerührt, bis sie sich gut vermischt haben. Tipp: Der Leim nach Uromas Rezept gelingt nicht immer, weil die Materialien sich in der Qualität unterscheiden und es sehr auf die richtigen Temperaturen während der Mischung ankommt.
Weitere einfache Variante: Bringe Honig und Harz in einem Wasserbad zum Schmelzen. Sobald beide Stoffe flüssig sind, Leinöl dazugeben und alles zu einer Emulsion rühren.
Herstellungsschritte (kurz)
- Trägermaterial zurechtschneiden: Trägermaterial deiner Wahl bereitstellen und eventuell auf die richtige Größe zuschneiden.
- Stanzen: Stanze ein Loch in die Trägerplatte und befestige eine Schlaufe zum Aufhängen aus der Schnur.
- Leim kochen/erhitzen: Den gewählten Leim gemäß Rezept herstellen.
- Klebeeauftrag: Danach verteilt man den warmen flüssigen Leim mit einem Pinsel dick auf der Unterlage und lässt ihn auf der Gelbtafel so lange abkühlen, bis er nicht mehr tropft.
- Aufstellen: Mit einem an der Rückseite angeklebten Schaschlikspieß oder einer Schlaufe lassen sich die Klebefallen in der Blumenerde aufstellen oder an die Äste von robusteren Pflanzen hängen.
Wiederverwendung und Pflege
Um die Gelbtafeln wiederzuverwenden, schabt man die gefangenen Insekten von der Oberfläche ab und trägt eine neue Schicht Kleber auf. Zum Wiederverwenden der DIY-Gelbtafeln können diese einfach mit warmem Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Eventuell den Leim zuvor mit dem Föhn anwärmen, damit er wieder zähflüssiger wird und sich gut abschaben lässt.
Ein weiterer Vorteil von Kunststofftafeln ist, dass man sie mehrfach mit neuem Leim bestreichen kann - auch wenn das Abschaben des alten Belags nicht jedermanns Sache ist. Du kannst die Leimtafeln bei Bedarf einfach mit einem Lappen, etwas Spülmittel und Wasser abwaschen und erneut mit Fliegenleim bestreichen.
Tipps, Vorsicht und Alternativen
Die Anwendung von Leimtafeln ist super einfach. Man nimmt sie einfach aus der Verpackung und hängt sie an die Pflanze, ähnlich wie Weihnachtsschmuck. Oder man steckt sie in die Erde. Wichtig ist, dass Leimtafeln nur zur Prävention von Schädlingen eingesetzt werden sollten. Die Fallen wirken nur anziehend auf ausgewachsene Schädlinge, nicht jedoch auf deren Larven, die in der Erde leben. Falls ihr also einen starken Befall habt, solltet ihr auf weitere Mittel zurückgreifen.
Viele Leute benutzen Leimtafeln auch auf dem Balkon und Garten. In einem insektenfreundlichen Garten solltest du Schädlinge lieber mit anderen Methoden als Gelbtafeln bekämpfen. Tatsächlich warnt der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) vor Gelbtafeln im Garten. Insekten wie Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge verfangen sich im Leim. Auch Vögel und sogar Fledermäuse können bei der Jagd auf Insekten an Gelbtafeln hängen bleiben. Beim Befreiungsversuch können sie sich ernsthafte Hautverletzungen zuziehen.
Häufig lassen sich Fliegenplagen mit sanften Lösungen wie etwa einer tierfreundlichen Lebendfalle statt Klebefalle in den Griff bekommen. In Härtefällen helfen Gelbtafeln. Diese nichttrocknenden Klebefallen aus dem Handel sind jedoch Einwegprodukte, die nach ihrem Einsatz eine ganze Menge Müll verursachen.
Praktische Anwendungsszenarien und Zusatztipps
- Trauermücken: Gelbtafeln sind eines der bekanntesten Mittel, um Trauermücken an Zimmerpflanzen zu fangen. Leimtafeln - auch unter den Namen Gelbtafel, Blautafel etc bekannt - sind farbige Papier- oder Plastiktafeln, die auf beiden Seiten in derselben Farbe eingefärbt und mit Leim bestrichen sind.
- Kirschfruchtfliege: Wenn die Kirschen anfangen langsam reif zu werden und ihre Farbe von grün auf gelb wechseln dann wird es Zeit. Die Kirschfruchtfliege legt ihre Eier in die gelben Kirschen. Daher kann man mit Klebefallen den sogenannten Gelbtafeln die Fliegen fangen und so an der Eiablage hindern. Wichtig als Vorsorge ist es, die heruntergefallenen Kirschen aufzusammeln und am besten in der Bio-Tonne zu entsorgen.
- Weiße Fliege: Gelbtafeln haben zum Beispiel eine starke Wirkung auf die Weiße Fliege. Beim professionellen Anbau von Tomaten erzielt man auf Sizilien gute Erfolge, indem man mehrere Quadratmeter große Gelbfallen aufstellt.
- Wiederverwendung: Insbesondere wenn du viele Pflanzen hast, können selbstgemachte Tafeln Geld sparen. Einmal gekauft, kannst du mit den Materialien wirklich viele Tafeln herstellen.
Kurzcheck vor dem Aufhängen
- Ist die Flugzeit der Zielschädlinge begonnen? (z. B. ab März)
- Wird der Abstand zu den gefährdeten Pflanzenteilen unter 20 cm eingehalten?
- Sind Nützlinge gefährdet oder handelt es sich um offenen Freiland-Einsatz?
- Haben Sie wetterbeständige Trägermaterialien gewählt, wenn Einsatz im Freien geplant ist?
Weiterführende Hinweise
Je nachdem, welche Schädlinge Sie damit anlocken wollen, sollten die Tafeln gelb sein. Bei anderen Insekten wie der Kirschfruchtfliege fangen sie aber nur einen kleinen Teil der Tiere ein. Leimtafeln locken aufgrund ihrer Farben unterschiedliche Insekten an, da sie auf die Lichtreflexe reagieren.
Viele Insekten werden beispielsweise von der Farbe Gelb angezogen, da auch Blüten, die den nahrhaften Pollen und Nektar enthalten, diese Farbe aufweisen. Die Form der Tafeln spielt für die Funktion übrigens gar keine Rolle. Grundsätzlich lassen sich aber mit großen Tafeln natürlich mehr Schädlinge fangen. Die bekanntesten Leimtafeln sind sicherlich die Gelbtafeln.
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