Was ist Dubai‑Schokolade und warum ist sie so beliebt

In den letzten Monaten ist die sogenannte Dubai‑Schokolade wortwörtlich in aller Munde. Sie hat es geschafft, sich in Windeseile zu einem echten Trendprodukt zu entwickeln - nicht zuletzt dank ihrer einzigartigen Mischung aus Pistaziencreme, knusprigen Kadayif‑Fäden (auch als Engelshaar bekannt) und hochwertiger Schokolade.

Was genau ist Dubai‑Schokolade?

Bei der Schokolade handelt es sich um eine Vollmilchschokolade, die mit Pistaziencreme und Engelshaar gefüllt ist. Als Engelshaar werden hauchdünne, knusprige Teigfäden bezeichnet, erklärt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale. Diese Zutat werde unter dem Namen Kadayif oft in Süßspeisen aus der türkischen und der arabischen Küche verwendet. Die Dubai‑Schokolade kombiniert cremige Pistazienfüllung mit knusprigen Kadayif‑Fäden. Diese Kombination aus weich und knackig ist etwas, das viele so noch nie probiert haben - und genau das macht den Reiz aus.

Dubai‑Schokolade mit Pistazien‑Kadayif‑Füllung

Ursprung und Verbreitung

Die Schokolade selbst, wie der Name bereits verrät, kommt aus Dubai. Hier vertreibt die Manufaktur namens "Fix Dessert Chocolatier" die Tafeln. Unternehmensgründerin Sarah Hamouda gilt als Erfinderin der Pistazien‑Kreation. „Can’t Get Knafeh of It“ wurde 2021 von Sarah Hamouda, der Gründerin von Fix Dessert Chocolatier, in Dubai entwickelt. Die Idee kam ihr während ihrer zweiten Schwangerschaft, als sie nichts fand, das ihren Heißhunger stillte, wie Hamouda selbst auf der Instagram‑Seite ihres Unternehmens erzählt. Sie entschied sich, sich selbst etwas auszudenken. Die Dubai‑Schokolade war geboren. 2022 war Markteinführung.

Die Schokolade des Originals wird vom Schweizer Hersteller Max Felchlin AG produziert. Die Dubai‑Schokolade, benannt nach ihrem Herkunftsort, wurde zu einem internationalen Phänomen, nachdem sie auf den sozialen Medien die Runde gemacht hatte. Über Social Media hat sich die Schokolade - gefüllt mit Pistaziencreme und Kadayif - wie ein Lauffeuer verbreitet. In Europa wurden mehr als 30 ähnliche Markenanmeldungen für Schokolade registriert. Laut dem Deutschen Patent‑ und Markenamt gab es in Deutschland zum Stand 4. Dezember 2024 insgesamt 19 aktive Markenanmeldungen, die den Begriff „Dubai“ im Zusammenhang mit Süßwaren umfassen.

Warum der Hype? Faktoren der Beliebtheit

  • Einzigartiger Geschmack und Textur: Die Kombination aus cremiger Pistazienfüllung und knusprigen Kadayif‑Fäden bietet ein neues Mundgefühl: super cremig und zugleich crunchy.
  • Exklusivität und Inszenierung: Für viele gilt sie deshalb als Entdeckerin des Schoki‑Hypes. Der Hype um das Produkt sei "angetrieben durch den starken Einfluss der sozialen Medien und die wachsende Sehnsucht bestimmter Konsumentengruppen nach exklusiven Genussmomenten und ihrer starken Trend‑Orientierung", erklärt Tim Gensheimer, Markt‑ und Sozialforscher am SINUS‑Institut.
  • Soziale Medien als Katalysator: Ohne Social Media wäre dieser rasante Erfolg undenkbar. Innerhalb weniger Tage erreiche ein Trend weltweit Konsumenten, "die immer auf der Suche nach dem nächsten großen Genusserlebnis sind".
  • Prominente Adaptionen und hohe Preise als Statussymbol: Ein hoher Preis steigert sogar das exklusive Erlebnis und verleiht dem Produkt zusätzlichen Status. Der Schokoladenhersteller Lindt ist auf den Food‑Trend aufgesprungen und verkauft den Porsche unter den Schokoladen nun für stolze 14,99 Euro in wechselnden deutschen Großstädten.

Preis und Verfügbarkeit

Die Besonderheit der Schokolade spiegelt sich auch im Preis wider. Für eine Tafel müsse man rund stolze 15 Euro berappen, so die Verbraucherschützerin. Lindt verkauft Varianten in wechselnden deutschen Großstädten; Stundenlanges Anstehen für 150 Gramm Schokolade - so geschehen in Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und zuletzt Hamburg. Heute standen vor der Hamburger Filiale etliche Menschen in langen Schlangen in der Hoffnung, eine Tafel zu ergattern. Sie hatten nur diese Gelegenheit, morgen findet die Aktion in einer anderen Stadt statt.

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Herstellungsvarianten und Selbermachen

Wer nach einer günstigeren Alternative sucht, kann die Schokolade aber auch selbst herstellen. Anleitungen, wie man sie nachmachen kann, sind beliebt. Das Schokoladenmuseum Köln etwa gibt ein Rezept mit Zutaten wie Engelshaar/Kadayif, Pistazienmus und Tafeln Vollmilch‑ oder weißer Schokolade sowie einer Zubereitungsanleitung zum Temperieren der Schokolade. Die Zubereitung umfasst das Rösten des Kadayif, die Herstellung einer Pistaziencreme, das Schichten von geschmolzener Schokolade, Füllung und abschließender Abkühlung im Kühlschrank.

Selbstgemachte Dubai‑Schokolade: Schritte und Zutaten

Sicherheits‑ und Qualitätsfragen: Ergebnisse der Untersuchungen

Im Dezember 2024 führte die Lebensmittelüberwachung in Baden‑Württemberg eine Untersuchung von acht Proben „Dubai‑Schokolade“ durch: Fünf Proben waren unterschiedliche Chargen eines Herstellers aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), drei stammten von verschiedenen Produzenten aus der Türkei. Bei einer Stichprobe von acht Schokoladeprodukten, die als Dubai‑Schokolade beworben wurden, sind bei einer Untersuchung alle durchgefallen. Drei Chemische und Veterinäruntersuchungsämter des Landes (CVUA) in Stuttgart, Freiburg und Sigmaringen entdeckten demnach in sämtlichen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl. Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht.

Dazu kam: In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl, teilte das Ministerium mit. Sie stammten den Angaben zufolge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und waren demnach aus unterschiedlichen Chargen vom selben Hersteller. Außerdem seien sie nicht zum Verzehr geeignet gewesen. Sie enthielten dem CVUA‑Bericht zufolge eine fast doppelt so hohe Menge wie der erlaubte Höchstwert für Glycidyl‑Fettsäureester - eine Substanz, die als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird.

Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden, sagte Hauk. Der Verdacht auf eine Aflatoxin‑Höchstgehaltsüberschreitung habe sich bestätigt. Die Ware darf bis zur endgültigen Ergebnisermittlung nicht verkauft werden. In den Proben aus der Türkei wurde nicht deklarierter Sesam nachgewiesen, was für Personen mit Sesamallergie ein Gesundheitsrisiko darstellt. Für Sesam‑Allergiker sei dies gesundheitsschädlich.

Was genau in einer Schokolade drinstecken darf, ist genau geregelt. Und zwar in der so genannten Kakaoverordnung. Laut dieser Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein. Kakaotrockenmasse ist das, was entsteht, wenn Kakaobohnen gepresst werden: also Kakaopulver und Kakaobutter. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten - die günstiger sind - sind keine Schokolade.

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Reaktionen der Behörden und Branche

"Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von 'Dubai‑Schokolade' alles gefunden. Das ist so nicht akzeptabel", sagte Verbraucherminister Peter Hauk (CDU). Er hat wegen der Untersuchungsergebnisse nach eigenen Angaben ein landesweites Sonderprogramm gestartet, um angebotene Dubai‑Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu gehört auch Ware von kleinen einheimischen Firmen, Konditoreien und Confiserien sowie Proben von Pistaziencreme aus dem Großhandel.

Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie ist der Meinung, dass als „Dubai‑Schokolade“ bezeichnete Schokoladenerzeugnisse auf der ganzen Welt hergestellt werden dürfen. Im Dezember 2024 mahnte ein Importeur andere Hersteller ab, da deren Dubai‑Schokolade nicht in Dubai produziert wird. Trotz der Abmahnungen vertreiben zahlreiche Hersteller weiter unter der Bezeichnung Dubai‑Schokolade.

Was sollten Verbraucher beachten?

  • Auf Zutaten‑ und Allergenkennzeichnung achten: Nicht deklarierter Sesam in Proben aus der Türkei stellt für Allergiker ein hohes Risiko dar.
  • Auf echte Schokolade nach Kakaoverordnung achten: Wo Dubai‑Schokolade draufstehe, müsse auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen drin sein, so Verbraucherminister Hauk.
  • Vertrauenswürdige Hersteller oder Fair‑Trade‑Siegel prüfen: Günstigere Cremes haben oft einen niedrigeren Pistazienanteil und enthalten einen hohen Anteil pflanzlicher Öle. Daher empfiehlt es sich auch, zu schauen, wie viel Pistazie in einer Creme wirklich drinsteckt.
  • Bei sehr günstigen Angeboten skeptisch sein: Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten, sind rechtlich keine Schokolade.
Reportage zur Untersuchung von Dubai‑Schokolade und dem Hype in den sozialen Medien

Trend‑Aussichten

Ob sich der Hype auf Dauer halten kann, bleibt abzuwarten. Entscheidend für die Nachhaltigkeit des Trends werde sein, ob das Geschmackserlebnis die hohen Erwartungen erfüllt. Sein Fazit: "Solange der Reiz der Exklusivität und das Gefühl, Teil eines besonderen Trends zu sein, bestehen bleiben, dürfte die Nachfrage anhalten - auch wenn die Preise im Laufe der Zeit sinken könnten."

Untersuchungsergebnis Fund
VAE‑Proben (5) Palmöl statt Kakaobutter, herstellungsbedingte Verunreinigungen, hoher Glycidyl‑Fettsäureester
Türkische Proben (3) Nicht deklarierter Sesam, Aflatoxine in einer Probe
Allgemein Künstliche Farbstoffe, Verfälschung qualitativer Zutaten

Die Dubai‑Schokolade ist mehr als nur ein Hype - sie bringt ein Stück orientalischer Genusskultur zu uns und zeigt, wie aufregend ungewöhnliche Kombinationen sein können. Probieren lohnt sich, aber mit Bedacht: Auf Herkunft, Zutatenliste und Qualitätskennzeichnungen achten.

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