Warum man gärigen Honig nicht an Bienen verfüttern sollte — Risiken und sichere Alternativen

Laien sollten Bienen nicht mit Honig füttern - darauf macht das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) aufmerksam. Vor diesem Hintergrund sollten Laien unbedingt Abstand davon nehmen, Bienen mit Honig zu füttern. Wer etwas Gutes tun wollte, sollte langfristig seinen Garten mit entsprechenden Pflanzen bienenfreundlich gestalten und vor allem bei Spaziergängen keine Weidenkätzchen mitnehmen: „Auch wenn sie schön sind, sollte man sie in der Natur lassen und nicht in der Vase aufstellen, weil sie eine sehr, sehr wichtige Bienennahrung sind.“

Gefahr: Amerikanische Faulbrut (Paenibacillus larvae) in Importhonig

Andererseits weil nahezu drei Viertel aller untersuchten Importhonige aus Supermärkten Sporen des Bakteriums Paenibacillus larvae - der Erreger der Amerikanischen Faulbrut - aufweisen. Dieses Bakterium infiziert Bienenlarven und zerstört sie. Die Konsequenz: es fehlt an nachwachsenden Arbeiterinnen, und das Bienenvolk geht ein. Der Keim wird von den erwachsenen Bienen in den Stock geschleppt und steckt die Bienenlarven an. In der Folge versterben diese. Damit fehlt dem Volk der Nachwuchs und es stirbt aus.

„Ausgewachsenen Bienen kann der Erreger nichts anhaben, doch sie schleppen ihn mit sich herum und verbreiten ihn in der Umgebung“, führt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., einen weiteren problematischen Aspekt an. Sie können auf diese Weise auch fremde Bienenvölker anstecken und dafür sorgen, dass regional ganze Populationen infiziert und langfristig ausgelöscht werden.

Wegen der bekannten Belastung des Importhonigs mit Sporen des Krankheitserregers findet man auch an manchen Glascontainern den Warnhinweis, Honiggläser nur ausgespült im Glascontainer zu entsorgen. „Um die Bienen vor der Faulbrut zu schützen, sollten Honiggläser, bevor sie im Altglas-Container entsorgt werden, sorgfältig ausgespült werden. So unterbricht man die Infektionskette.“, rät die Veterinärin.

Gärender Honig: Ursachen und Gefahren für Bienen

Ein gewölbter Deckel und ein „Plopp“ beim Öffnen des Honigglases verraten eindeutig: Der Honig steht unter Druck, er gärt. Auch der typische Geruch von Hefe und Alkohol ist ein Alarmzeichen von gärendem Honig. Verantwortlich für die Gärung von Honig sind Hefen. Wenn diese Hefen auf geeignete Bedingungen treffen, vermehren sie sich. Hefen lieben Wasser, Zucker und eine Umgebungstemperatur von 15-25 °C. Bei der Gärung verwandeln die Hefen den Zucker in Kohlendioxid und Alkohol um. Bei mir kommen keine Leerwaben mehr in die Beuten, nur noch Mittelwände. Die Bienen wollen bauen, also sollen sie auch bauen.

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Honig darf als klassischer Blütenhonig nach der Deutschen Honigverordnung nicht mehr als 20 % Wasser enthalten. Nach den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes dürfen es maximal 18 % sein. Die Empfehlung liegt sogar bei nicht mehr als 17,6 % Wassergehalt. Ab diesem Wert droht keine Vergärung mehr. Eine Ausnahme ist übrigens beim Heidehonig gegeben, dieser darf einen Wassergehalt von 21,4 Prozent nicht überschreiten.

Lagert man beispielsweise einen Honig mit 20 % Wassergehalt bei einer Raumtemperatur von 25 °C, vermehren sich die Hefen massiv und man kann davon ausgehen, dass der Honig zu gären beginnt. Ist dies erst einmal passiert, gibt es kein Weg zurück. Solch ein Honig darf laut Honigverordnung nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Er kann nur noch als günstiger „Backhonig“ angeboten werden.

Warum gäriger oder vergorener Honig nicht verfüttert werden darf

Gegorener Honig darf nicht an Bienen verfüttert werden! Alkohol hat bei den Bienen die gleiche Wirkung wie bei uns Menschen! Die im gärenden Honig enthaltenen Hefen sind zudem schädlich für die Bienen. Wer mehrere Gläser oder Eimer entsorgen möchte, sollte sich vorab bei der örtlichen Mülldeponie schlaumachen oder bei einer Müllverbrennungsanlage anfragen. Stark mit Wasser verdünnt kann der Honig auch im Abwasser entsorgt werden. Aber was ist, wenn man nun 50 und mehr Gläser vergorenen Honig am Lager hat? Man könnte sich täglich ein luxuriöses Honigbad gönnen. Bei einem Kilo Honig pro Vollbad hätte man sein Lager mit 50 Honiggläsern in 25 Tagen geräumt. Aber Spaß beiseite, eine größere Menge an vergorenem Honig loszuwerden, ist gar nicht so einfach.

Je rascher Du den Honig verwertet wird, desto weniger Schaden hast letztendlich. Eine Möglichkeit wäre den Honig zu pasteurisieren und noch im heißen Zustand zu Met-Honigwein zu verarbeiten, 40 Kilo Honig mit 160 L warmen Wasser vermischen. Ist auch kein Hexenwerk. Nur eine Frage der Geduld. Harter Job: Für 500 g Blüten-Honig werden etwa 40.000 Sammelflüge unternommen, das entspricht einer Strecke von etwa 120.000 km.

Praktische Hinweise von Imkern und Verbänden

Schon bei der Honigernte ist deshalb darauf zu achten, einen reifen Honig zu schleudern. Er sollte einen geringen Wassergehalt haben, sonst besteht die Gefahr, dass dieser später gärt. Bei mir kommen keine Leerwaben mehr in die Beuten, nur noch Mittelwände. Die Bienen wollen bauen, also sollen sie auch bauen. Die Abnahmen sollte aber sehr schnell gehen > kleine Portionen die schnell abgenommen werden um eine weitere Gärung vorzubeugen.

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Die Empfehlung liegt sogar bei nicht mehr als 17,6 % Wassergehalt. Ab diesem Wert droht keine Vergärung mehr. Bei zusätzlicher Verwendung eines Gebläses kann die Effizienz dieser "Kühlstrecke" noch gesteigert werden. Ob eine Abkühlung/Gefrierung auf Minus 20-xx Grad etwas bringt ist mir nicht gekannt - z.B. ohne Deckel und dann oben die Eiskristalle abnehmen. Kann man damit die Hefe 'kaputt machen?'. Evtl.

Tipps zum Umgang mit leicht gärigem Honig (Erfahrungsberichte)

  • Die oberen Zentimeter würde ich den Göttern in wasserverdünnter Form über die lokale Kläranlage oder naturnah ritual korrekt in einem Erdlochaltar opfern. Oder du beglückst einen Imkerkollegen, der mehr für Met als du übrig hast.
  • Ich würde den mit viel Bienenarbeit erzeugte und für mich wertvolle Honig (also den gesamten Hobbock) sofort auf 16,5% runtertrocknen - und dann selbst verbrauchen. Bei diesem Wassergehalt tut sich da nichts mehr. Vom Geschmack wohl ein wenig.
  • Eine weitere Alternative wäre kalt stellen... aber wer hat noch einen Keller der um die 10 Grad hat.
  • Wenn der Honig stark erhitzt wird, entweicht Alkohol und die Hefen sterben ab. Ist der Honig in der späteren Hälfte des Jahres vergoren und die Weihnachtszeit steht vor der Tür, wären Honiglebkuchen mit hohem Honiganteil als kleine Give-aways doch eine schöne und süße Überraschung. Vielleicht hat auch eine örtliche Bäckerei in der Vorweihnachtszeit Interesse an der Abnahme von größeren Mengen an Backhonig.
  • Als Hausfrau würde ich Dir auch den Rat zum Einfrieren geben. Wenn Deine Gläser nicht absolut luftdicht sind, und das sind meiner Meinung nach Honiggläser nicht, dann ist einfrieren die bessere Wahl.

Was Imker und Öffentlichkeit tun sollten

Den Imkern bleibe aktuell nichts anderes übrig, als ihre Völker mit einem Futterteig zu füttern und sich auch langfristig auf mehr Arbeit einzustellen. „Gut ist es nicht, dass die Bienen schon fliegen. Aber es wird in Zeiten des Klimawandels normal werden“, prophezeit Hock. Eine weitere Gefahr durch die warmen Winter-Temperaturen: Wenn die Brut früher als üblich beginne, hätte auch die gefährliche Varroa-Milbe mehr Zeit, sich zu reproduzieren. Dies könne dann im Sommer und Herbst zu Problemen führen.

aktion tier e.V. empfiehlt, Bienen aktiv zu unterstützen, indem man seinen Privatgarten oder Balkon insektenfreundlich gestaltet. Zum Beispiel durch die Kultivierung von Pflanzen, die besonders viel Pollen und Nektar produzieren (Bienenweide) und daher unter anderem von Honigbienen sehr gerne besucht werden. Bienenfreundliche Sträucher wie Weißdorn, Himbeere oder Brombeere nützen außerdem auch dem Menschen. Apfel-, Kirsche- und andere Obstbäume spenden im Sommer Schatten und ihre Blüten dienen Bienen als wichtige Nahrungsquelle. Mit Kapuzinerkresse, Salbei, Oregano, Ackerbohne und Gurke wachsen sogar viele Bienenpflanzen im Gemüse- und Kräuterbeet und damit auch auf Balkonen. Die ganz natürliche Bienenfütterung gelingt also jedem - auch ohne Honig!

bienenweide mit blühenden pflanzen

Entsorgung und alternative Nutzung vergorenen Honigs

Kleinere Mengen Honig können so in den Restmüll gegeben werden, dass er unzugänglich für Bienen ist. Beispielsweise gut verpackt in Mülltüten und darauf achten, dass der Mülleimer stets gut verschlossen ist. Gerade zu den trachtarmen Zeiten ist dies besonders wichtig. Es versteht sich hierbei von selbst, dass man den Honig nicht auf den Kompost oder in der Natur entsorgt. Wer mehrere Liter verdünnten Honig im Abwasser entsorgen möchte, sollte sich auf jeden Fall erst einmal mit den Betreibern der Abwasserentsorgung absprechen.

Wer den Honig nicht entsorgen möchte, kann diesen alternativ für die Herstellung von Met, Honigsenf oder Apfelmus verwenden. Wenn bei der Herstellung der Honig stark erhitzt wird, entweicht Alkohol und die Hefen sterben ab. Ohne weiters, auch geht damit der unangenehme Geschmack weg. Allerdings musst aufpassen, käme der Honig folglich abermals mit Luft in Kontakt, so würde sich das Ganze wiederholen.

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Herstellung von Bienenweide und bienenfreundlichen Pflanzen

Tabelle: Wassergehalt und Verwendungsoptionen für Honig

Wassergehalt Status Mögliche Nutzung
<= 17,6 % Optimal, kein Vergärungsrisiko Verkauf als Blütenhonig
18-20 % Grenzbereich, Sinkende Stabilität Vorsicht beim Lagern; ggf. schnell verbrauchen
>20 % Vergärungsgefährdet Nicht an Bienen verfüttern; Backhonig, Met, Entsorgung
>23 % (Backhonig-Regel) Nur als Backhonig erlaubt Nur „Nur zum Kochen und Backen“-Kennzeichnung

Wichtige Warnung

Vor diesem Hintergrund sollten Laien unbedingt Abstand davon nehmen, Bienen mit Honig zu füttern. Das ML rät dringend davon ab, einerseits weil sich Imker sehr gut um ihre Völker kümmern. Andererseits weil nahezu drei Viertel aller untersuchten Importhonige aus Supermärkten Sporen des Bakteriums Paenibacillus larvae - der Erreger der Amerikanischen Faulbrut - aufweisen.

„Das ist das Schlimmste, was den Bienen passieren kann“, betont der Sprecher des saarländischen Imkerverbandes. Aktuell gebe es schon einen Sperrbezirk in Saarbrücken. Thomas Hock warnt zudem davor, zuhause eine Schale mit Zuckerwasser für die Bienen aufzustellen: „Das wäre ein ganz großer Fehler, weil sich dadurch Krankheiten verbreiten.“

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