Feigen-Eis selber machen ohne Eismaschine — ausführliche Rezepte und Tipps
Feigen-Eis lässt sich auch ohne Eismaschine sehr gut herstellen. Dieses Rezept- und Tippsammlung zeigt mehrere Varianten - vom schnellen Roh-Eis über gekochtes Feigenmus bis zum cremigen Feigen‑Walnuss‑Eis - und erklärt Techniken, Lagerung sowie Varianten mit und ohne Zusatz von Zucker.
Feigen: Saison, Geschmack und Lagerung
Saison: frische Feigen aus dem Mittelmeerraum gibt es bei uns in Deutschland von Juli bis November. Hauptproduzent ist die Türkei. Getrocknete Feigen bekommt man das ganze Jahr über.
Geschmack: Frische Feigen haben nur einen leicht süßen, eher milden Geschmack. Getrocknete Feigen schmecken auffallend süßer. Da Feigen nicht so aromatisch wie zum Beispiel Erdbeeren oder Himbeeren sind, sollten die Früchte schön reif sein, damit sie ihren vollen Geschmack und ihre Süße abgeben können.
Lagerung: Frische Feigen sind sehr empfindlich und vertragen weder Druck (daher sind sie auch meist in einer Plastikbox) noch langes Lagern.
Grundprinzip: Eis ohne Eismaschine - wie es funktioniert
Doch auch völlig ohne Eismaschine kann man Speiseeis herstellen, wie ich im Folgenden erläutern will. Man füllt die Masse in ein gefrierschrankfähiges Plastikgefäß, das so groß sein muss, dass oben noch ca. 2 bis 3 cm Luft sind. Diesen Platz braucht man, denn das Eis muss während des Gefrierens ab und zu aufgeschlagen werden. Dies ist notwendig, damit die Masse nicht zu einem harten Klumpen gefriert. Durch das Rühren mit einem elektischen Rührquirl oder mit einem Schneebesen werden die Eiskristalle zerschlagen.
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Das klingt ein wenig verwirrend, denn man will ja schließlich Eis herstellen, doch unterbleibt das Zerschlagen der Eiskristalle, wird das Eis zu einem festen Block und beim Auftauen fühlt man diese Eiskristalle auf der Zunge.
Ca. Nicht sofort gegessenes Eis kann im Gefrierschrank gut aufbewahrt werden. Dort gefriert es allerdings im Gegensatz zu industriell produziertem Eis zu einem ziemlich festen Block. Dass Eiscreme aus dem Supermarkt auch im Gefrierschrank weicher und damit besser portionierbar bleibt, liegt nicht daran, dass wir etwas falsch gemacht haben, sondern an der Eiscreme-Industrie, denn diese hat dann wahrscheinlich statt natürlicher Emulgatoren wie Johannisbrotkernmehl wahrscheinlich auch noch andere, nicht immer gesunde Emulgatoren verarbeitet.
… Aber auch wenn wir unser im Gefrierschrank aufbewahrtes Eis mit der Eiscreme aus der Gelateria unseres Vertrauens, in der nur gute Zutaten benutzt werden, vergleichen, ist unser Eis noch ziemlich hart. Dies wiederum liegt daran, dass die Eisdielen ihr Eis bei -13 bis -8 ° aufbewahren, unser Standard-Gefrierschrank aber auf -18 ° eingestellt ist. Insofern ist etwas hartes Eis aus dem Gefrierschrank kein Zeichen falscher Herstellung oder Lagerung, herstellungstechnisch sogar eine Tugend, zumal das Eis ganz einfach durch Antauen weicher gemacht werden kann: Einfach das Eis ungefähr eine halbe Stunde vor dem geplanten Verzehr aus dem Gefrierschrank nehmen und es in den Kühlschrank umbetten, wo es sich dann langsam auf vielleicht -13 / -14 ° erwärmen kann.
Vorbereitung der Feigenbasis (gekocht) - sehr aromatisch
Als erstes werden die Feigen geschält bzw. die Schale abgezogen. Nun die Feigen, mit möglichst wenig weißer Haut, in Würfel schneiden und in einen Topf geben. Wer mag kann die Feigen auch halbieren und das Fruchtfleisch mit einem Teelöffel heraus holen. Die Feigenmasse zusammen mit dem Zucker ein paar Minuten einkochen. Die Feigenmasse abkühlen lassen. Diesen Vorgang kann man auch schon einen Tag vorab machen um die Masse dann in den Kühlschrank zum kühlen zu stellen. Das Feigenmus mit Hilfe eines Mixstabs fein pürieren und den Joghurt und die Sahne unterrühren.
Für mich war die Zuckermenge ausreichend, wer es etwas süßer mag sollte nun die Masse abschmecken und gegebenenfalls etwas mehr Zucker zugeben.
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Schnelles Feigen-Joghurt-Eis (ohne Eier, ohne Eismaschine)
Feigen in Würfel schneiden (bei sehr dicker Haut zuvor schälen). Feigen in einem Mixbecher mit etwas Milch pürieren. Alle restlichen Zutaten hinzugeben und gut verquirlen. Die Masse zum Vorkühlen für eine Viertelstunde in den Gefrierschrank stellen. Die Masse in ein gefrierschrankfähiges Gefäß füllen und für ca. 4 Stunden tiefkühlen. Einfach (ohne Kochen) kann man mit frischen Feigen Feigeneis herstellen.
Rezept: Feigen-Walnuss-Eis (cremig, gelingt ohne Eismaschine)
Die Kombination aus Feigen und Walnüssen ist ein Klassiker, die ohnehin gut funktioniert. Getreu dem Motto „Never change a winning team“ ist eigentlich klar, dass sie auch in einem cremigen Eis zusammen gehören.
| Zutaten | Menge |
|---|---|
| Walnüsse | 80 g |
| reife Feigen | 200 g |
| Schlagsahne | 400 ml |
| gesüßte Kondensmilch | 200 ml |
| Honig | 2 EL |
| Vanilleextrakt | 1 TL |
| Zimt | 1 Prise |
- Röste die Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett für 3 bis 4 Minuten, bis sie duften. Lass sie abkühlen, hacke sie grob und stelle sie beiseite.
- Schneide die Feigen in kleine Stücke, gib sie in ein hohes Gefäß und püriere sie mit einem Pürierstab fein.
- Schlage die Sahne in einer großen Rührschüssel mit dem Handmixer steif.
- Hebe mit einem Teigschaber vorsichtig Kondensmilch, Honig, Vanilleextrakt und Zimt unter die Sahne.
- Mische das Feigenpüree und die gehackten Walnüsse unter die Masse.
- Fülle die Mischung in eine rechteckige Gefrierbox (ca. 1,5 Liter Fassungsvermögen). Decke die Box mit Frischhaltefolie ab und stelle sie für mindestens 6 Stunden in den Gefrierschrank. Rühre die Masse nach 2 Stunden einmal kräftig mit einem Löffel durch.
- Serviere das fertige Eis zum Beispiel mit frischen, in Stücke geschnittenen Feigen garniert.
Variante: gebratene Feigen mit Banane, Honig und Mandelmilch (ohne Eismaschine angedampft)
- Die Feigen waschen, den Strunk entfernen und klein würfeln. Die Bananen schälen und mit einer Gabel zu Mus zerdrücken.
- In einem Topf 1 EL Kokosöl erwärmen und die gewürfelten Feigen und die zerdrückte Banane kurz anrösten. Honig, Mandelmilch und Salz zugeben und 10 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln lassen.
- Zusammen mit dem Zitronensaft in einen Mixer geben (oder einen Zauberstab benutzen) und kurz pürieren, so dass die Masse dennoch etwas stückig bleibt.
- 1,5 Stunden im Kühlschrank abkühlen lassen. Dann in ein gefrierschrankfähiges Gefäß füllen und ca. 4 Stunden tiefkühlen. Nach 2 bis 4 Stunden holt Ihr die halbgefrorene Masse wieder heraus und rührt sie gut durch, wobei die Eiskristalle zerstört werden. Rührt den Brombeersud ein. Schöne Muster sind erlaubt. Stellt das Eis wieder in Euer Tiefkühlfach und lasst es komplett durchfrieren.
Zucker, Süße und alternative Bindemittel
Ja, Ihr habt richtig gelesen! Dieses Eis enthält keinen zusätzlichen Zucker! Die reifen Feigen enthalten genug Süße, ein bisschen kommt noch von den Brombeeren, sie sind aber eigentlich der Farbgeber. Für mich war die Zuckermenge ausreichend, wer es etwas süßer mag sollte nun die Masse abschmecken und gegebenenfalls etwas mehr Zucker zugeben.
Noch ein kurzer Hinweis zu den vielleicht etwas unüblichen Zutaten: Johannisbrotkernmehl benutze ich als Ei-Ersatz, natürlichen Emulgator und um die Kristallbildung zu mindern. Diesem Zweck dient auch der statt Haushaltszucker benutzte Zuckerersatzstoff Erythrit, der vor allem aber keine Kalorien enthält und insofern für Diabetiker sehr geeignet ist.
Rezepte ohne Kochen - schnell und pur
Einfach (ohne Kochen) kann man mit frischen Feigen Feigeneis herstellen. 275 g Feigen (frisch) violett oder grün, aber unbedingt vollreif; Gewicht ggf. Feigen waschen, trocknen und in Würfel schneiden (bei sehr dicker Haut zuvor schälen). Feigen in einem Mixbecker mit etwas Milch pürieren. Alle restlichen Zutaten hinzugeben und gut verquirlen. Die Masse zum Vorkühlen für eine Viertelstunde in den Gefrierschrank stellen. Die Masse in eine Eismaschine füllen und diese für 30 bis 50 Minuten (je nach Modell und Umgebungstemperatur) arbeiten lassen. Wenn die Eismaschine ihre Arbeit getan hat, besitzt das Eis eine eher softeisartige, weiche Konsistenz.
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Praktische Tipps und Hinweise
- Vorbereitungszeit: ca. - das Einkochen der Feigenmasse kann man schon einen Tag vorab machen, um die Masse dann im Kühlschrank durchzukühlen.
- Ist es Euch auch komplett egal, welches Wetter gerade stattfindet und Ihr sagt „Eis geht immer!!“ ? Dann bereitet größere Mengen zu und lagert sie im Gefrierschrank.
- Dass Eis aus dem Gefrierschrank fester ist, ist normal - einfach ca. 30 Minuten vor dem Servieren antauen lassen.
- Wem die Feige zu mild erscheint: Für mehr Aroma Feigen kurz einkochen oder mit etwas Zitronen-/Limettensaft und Vanille kombinieren; Rum- oder Likör‑Noten (z. B. 2 TL Rum) geben Tiefe.
- Wenn du keine Eismaschine hast, dann fülle das Eis in einen Behälter mit Deckel und lass es ca. 4 Stunden tiefkühlen. Nach 2 Stunden wieder kräftig durchrühren, damit keine groben Eiskristalle entstehen.
- Für sehr cremiges Ergebnis: Sahne und ggf. Kondensmilch verwenden; für leichtere Varianten Joghurt oder Mandelmilch.
- Feigen können auch geröstet werden: In einem Topf oder Pfanne kurz anrösten, das verstärkt das Aroma.
Erfahrungswerte, Fehlerquellen und persönliche Notizen
Das einzige Manko: das Feigeneis hat einen leichten Sahnegeschmack. Er stört zwar nicht wirklich, doch mir wäre lieber, wenn die Frucht noch etwas mehr im Vordergrund stehen würde. Das fruchtig-sahnige Feigeneis ist schnell gemacht und schmeckt im Sommer. Ich habe auf 300g Feigen (sehr reif, mit Schale) nur 150 g Sahne genommen und nur 2 EL Zucker, plus 2 TL Rum und 1 Päckchen Vanille Zucker. So war es sehr lecker! Das ganze sieht aber auch mit schwarzen Feigen viel lahmer aus, nicht so knall‑violett.
Das Eis hat uns geschmacklich absolut nicht überzeugt, obwohl wir die wohlschmeckenden, sehr reifen Feigen aus dem eigenen Garten verwendet haben. Außerdem ist es mit dem vielen Zucker total übersüßt. Ich war nicht so recht begeistert. -> Hinweis: Menge von Zucker und Sahne anpassen, Feigenreife beachten.
Weitere Ideen und Variationen
- Feigen‑Brombeer‑Muster: halbrasierte Einschläge von Brombeersud in die halbgefrorene Masse rühren - schöne Muster sind erlaubt.
- Serviervorschlag: Feigen-Eis mit halbtrockenem Sherry übergiessen (bei Varianten mit gerösteten Feigen, Banane und Honig) - sehr aromatisch.
- Weitere Geschmacksvarianten: Keksteig‑Eis, Earl‑Grey‑Eis oder Lavendel‑Eis als Inspiration für künftige Sorten.
Ob mit Eismaschine oder rein im Gefrierschrank: Feigen‑Eis ist vielseitig, schnell gemacht und lässt sich gut an Geschmacksvorlieben anpassen. Wichtig ist die Reife der Feigen und das konsequente Rühren beim Einfrieren, wenn keine Maschine zur Verfügung steht.
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