Die Verwendung von Erdbeerbaumfrüchten: Marmelade, Rezept und kulinarische Tradition
Die Früchte des Erdbeerbaums, botanisch bekannt als Arbutus unedo, gehören zu den fast vergessenen Schätzen des Mittelmeerraums. Mit ihrem einzigartigen Geschmack und ihrer Vielseitigkeit bieten sie zahlreiche Möglichkeiten in der Küche, insbesondere bei der Herstellung von Marmelade. Wer einen Erdbeerbaum im eigenen Garten besitzt oder die Früchte wild findet, sollte diese Vielfalt unbedingt entdecken.
Der Erdbeerbaum - Ursprung, Botanik und Verbreitung
Der Erdbeerbaum ist eine sehr alte Pflanze, „eine fast vergessene Frucht“ typisch für den Mittelmeerraum. Die Pflanze begeistert die Menschen schon seit langer Zeit, wie die Erwähnung in Gedichten von Vergil und Ovid zeigen. Der westliche Erdbeerbaum gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Er ist immergrün und die Blätter erinnern mich an schmale Lorbeerblätter.
Ab einem Alter von ungefähr fünf Jahren ist zu erwarten, dass der Erdbeerbaum Früchte trägt. Der Baum zeichnet sich durch ein recht langsames Wachstum aus, mit einer maximalen Höhe von circa 5 bis 40 Metern im Freiland - je nach Art. Die Früchte des Erdbeerbaums sind essbar, haben einen süßsäuerlichen bis süßen Geschmack und eine leicht mehlige Konsistenz. Die elf verschiedenen Arten des Erdbeerbaumes werden anhand ihrer Herkunft in altweltliche und neuweltliche Sorten eingeteilt.
- Der Westliche Erdbeerbaum (Arbutus unedo) ist vor allem im westlichen Mittelmeerraum weit verbreitet, findet sich aber vereinzelt auch an der Atlantikküste bis nach Irland.
- Den Kanarischen Erdbeerbaum gibt es ursprünglich nur auf den Kanarischen Inseln, wo er eine Wuchshöhe von bis zu 15 Metern erreicht.
- Im östlichen Mittelmeerraum wie beispielsweise in Griechenland oder Südalbanien ist der Östliche Erdbeerbaum (Arbutus andrachne) beheimatet.
- Der Amerikanische Erdbeerbaum (Arbutus menziesii) ist der größte Vertreter und kommt an der Pazifikküste Nordamerikas vor.
Während die meisten Obstbäume im Frühjahr blühen, ist der Erdbeerbaum ein Herbstblüher und somit ein echter Blickfang im herbstlichen Garten. Zwischen Oktober und Dezember zeigt der Westliche Erdbeerbaum dann weiße bis rosafarbene, rispenbildende Glockenblüten.
Standort und Pflege im Garten
Diese Pflanze wächst wild, kann aber auch als Zierpflanze im eigenen Garten kultiviert werden. Die meisten Erdbeerbäume sind im Freiland am besten aufgehoben. Der Baum ist auf eine Fremdbefruchtung angewiesen. Um eine Befruchtung der Blüten zu ermöglichen, muss daher entweder ein Erdbeerbaum in einem benachbarten Garten stehen oder Sie pflanzen zwei dieser außergewöhnlichen Bäume in Ihren Garten.
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Der Erdbeerbaum ist bezüglich des Bodens wenig anspruchsvoll und gedeiht auch auf weniger fruchtbaren Böden. Da der Baum sehr trockentolerant ist, fühlt er sich in einer trockenen und sonnenreichen Ecke in Ihrem Garten besonders wohl.
Marmelade aus Erdbeerbaumfrüchten - Tradition und Besonderheiten
Wer mag sie nicht, die süße Marmelade. Es gibt sie in allen Formen und Farben, mit Stückchen oder passiert, in kleinen oder großen Gläsern. Zumeist werden die Früchte zu Schnaps, Likör oder Marmelade verarbeitet. Sie enthalten viel Pektin und Vitamin C, was ja sehr günstig die Marmeladenproduktion ist.
Die Erdbeerbaum-Marmelade ist wirklich köstlich, ein einzigartiger Geschmack, der Sie erobern wird. Wenn Sie eine Pflanze in Ihrem Garten haben oder die Früchte finden können, empfehle ich Ihnen, dieses Rezept auszuprobieren. Tatsächlich findet man Erdbeerbaum-Marmelade nur schwer im Handel, und selbst wenn, wird es niemals so gut sein wie hausgemacht.
Auch der Erdbeerbaum-Honig ist wirklich wertvoll, typisch für Sardinien, er hat einen besonderen und unverwechselbaren Geschmack.
Die Früchte (und in den Früchten sind ganz viele winzige Samenkernchen) sind im reifen Zustand circa 2,5 cm groß, außen rot und haben eine warzige Oberfläche. Innen sind sie gelborange und schmecken fruchtig säuerlich. Die beste Erntezeit ist der November.
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Herstellung von Erdbeerbaum-Marmelade: Rezept und Tipps
Zutaten und Vorbereitung
- Die Frucht kann man, was Form und Farbe betrifft, mit einer großen Kirsche mit fleischigem, gelbem Fruchtfleisch vergleichen.
- Die wie Erdbeeren aussehenden Früchte können im Herbst geerntet werden.
- Für Marmelade braucht man etwa 1 1/2 kg Früchte.
- Obst, Zucker, Zitronensaft und Geliermittel
Die Früchte des Erdbeerbaums sehen den Erdbeeren aus dem Beet schon sehr ähnlich. Nanu, sind das etwa Erdbeeren da am Baum? Auch wenn die Früchte des Erdbeerbaumes an die roten Beeren erinnern, verwandt ist der Erdbeerbaum nicht mit ihnen.
Rezept Schritt für Schritt
- Erdbeerbaumfrüchte waschen und vom Stiel befreien.
- Die Früchte können klein geschnitten oder z.B. mit dem Stabmixer zerdrückt werden.
- Die zerkleinerten Früchte mit Zucker und Geliermittel vermischen und einige Stunden stehen lassen.
- Danach zehn bis 15 Minuten kochen und noch heiß in Gläser abfüllen.
Kann die Erdbeerbaum-Marmelade nach der Zubereitung zu flüssig werden? Es ist unwahrscheinlich, dass die Erdbeerbaum-Marmelade zu flüssig wird, da Erdbeerbaumfrüchte eine gute Quelle für Pektin sind, eine Substanz mit gelierenden Eigenschaften. Man muss sehr darauf achten, kein Wasser beim Kochen hinzuzufügen, wenn es nicht notwendig ist.
Aufbewahrung der Marmelade
Bewahren Sie die Marmelade für maximal 6 Monate auf, achten Sie darauf, dass das Vakuum beim Öffnen des Glases intakt ist. Überprüfen Sie immer, dass sich keine Schimmelspuren unter dem Deckel befinden.
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Heilkraft und traditionelle Verwendung
Medizinisch wurden die Blätter und die Rinde schon seit altersher wegen ihrer antiseptischen und adstringierenden Eigenschaften vor allem bei Magenleiden, Durchfall und äußerlich bei schlecht heilenden oder eitrigen Wunden eingesetzt. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind Tannine und das Glykosid Arbutin. Aufgrund des hohen Taningehaltes wurden die Blätter und Rinden früher auch in der Gerberei verwendet.
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Marmelade, Likör, Honig: Vielfältige Verwendung
Ich habe nun also mit Raki einen Likör angesetzt und aus 1 1/2 kg Marmelade gekocht. Zumeist werden die Früchte zu Schnaps, Likör oder Marmelade verarbeitet.
Historisches und Kulinarisches rund um Marmelade
Der Begriff Marmelade kommt vom portugiesischem marmelada, also Quittenmus. In der EU ist es gesetzlich vorgegeben, dass im Verkauf und in der Werbung der Begriff Marmelade nur verwendet werden darf, wenn das Produkt aus Zitrusfrüchten besteht. Zutaten wie Erdbeeren, Himbeeren, Äpfel oder Birnen werden zu Konfitüre verarbeitet. Und dennoch hat sich in Österreich die Bezeichnung Marmelade eingebürgert.
Marmelade gab es Funden nach bereits im alten Rom. Eine Ausgrabung fand 1937 Tongefäße, in denen Spuren von Zwetschgenmus in Verbindung mit Zuckerrohr enthalten waren. Heutzutage besteht eine klassische Marmelade aus vier Zutaten: Zucker, Geliermittel, Zitronensaft und Obst.
Bedeutung und Besonderheiten der Erdbeerbaumfrüchte in der Küche
Erdbeerbaum-Marmelade ist selten im Handel zu bekommen - der Geschmack von selbst hergestellter Marmelade bleibt unvergleichlich. Die Früchte enthalten viel Pektin und Vitamin C, was die Marmeladenproduktion besonders fördert. Man findet Marmelade nicht nur als Brotaufstrich, sondern auch als Zutat für die verschiedensten Gerichte: in Torten, Palatschinken, Buchteln, Germknödel und vielen anderen Leckereien.
Der westliche Erdbeerbaum ist ein sehr widerstandsfähriger Baum. Er kann sowohl Brände, langen Dürreperioden oder starken Fröste überleben.
Tabellarischer Überblick: Eigenschaften der Erdbeerbaumfrüchte
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Form | Kugelartig, erinnert an große Kirschen |
| Farbe | Außen rot mit warziger Oberfläche, innen gelborange |
| Geschmack | Fruchtig säuerlich bis süß |
| Erntezeit | November (Herbst bis Winter) |
| Pektin-Gehalt | Sehr hoch, ideal für Marmelade |
| Vitamin C | Reichhaltig |
Wissenswertes zur Kultivierung und Vermehrung
Zum Einpflanzen Ihres Erdbeerbaums empfiehlt sich vor allem das Frühjahr oder der Herbst. Der Sommer eignet sich weniger, da der Erdbeerbaum nach dem Einpflanzen auf Trockenheit empfindlich reagiert. Erdbeerbäume eignen sich leider nicht als Zimmerpflanzen, sondern benötigen die Sonne in Ihrem Garten oder auf dem Balkon. Sorten wie Arbutus unedo ‘Compacta’ können dabei draußen auch im Pflanzgefäß kultiviert werden.
Die Vermehrung über Samen ist dabei etwas aufwendiger: Die Samen quellem einige Stunden im Wasser und werden anschließend zwei Monate im Kühlschrank gelagert, wo sie beginnen zu keimen. Stecklinge des Erdbeerbaums können im Herbst aus verholzten, aber nicht zu alten Trieben geschnitten werden. Die Blätter der circa zehn Zentimeter langen Stecklinge werden bis auf die obersten beiden entfernt und in Erde gesteckt.
Schädlinge sind für den Erdbeerbaum kein großes Thema. Nur Blattläuse können gelegentlich am Baum beobachtet werden. Der Befall hält sich jedoch in der Regel in Grenzen. Da die Pflanze auch auf nährstoffarmen Böden gedeiht, reicht eine Düngergabe im Frühjahr und im Sommer aus.
Häufig gestellte Fragen und regionale Besonderheiten
- An der Südküste von Istrien scheint der Erdbeerbaum relativ häufig vorzukommen. Die leuchtend roten Früchte reifen erst im Spätherbst.
- Der Baum kann auch in Deutschland gezogen werden, verträgt allerdings wenig Kälte.
- Es gibt Berichte, dass der Verzehr von zu vielen rohen Früchten zu Übelkeit führte. Einige meinen, dass es ungesund ist, mehr als eine Frucht roh zu verzehren.
- Probieren Sie auch Likör oder Honig aus Erdbeerbaumfrüchten - beide sind einzigartig!
Wir haben selbst zwei kleine Erdbeerbäumchen im Garten. Wenn die mal wieder Früchte tragen, werde ich es ausprobieren. Die Fotos entstanden in diesem Jahr am 23. Elma hat ja schon ein schönes Foto von den Früchten eingestellt. Ich hab dann auch mal in meinen Fotos gesucht und Bilder von ganzen Bäumen gefunden, damit man weiß, wonach man suchen muss.
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