Englische Bulldogge Schoko: Farbe, Merkmale und Gesundheit
Die Englische Bulldogge, offiziell schlicht „Bulldog“ genannt, ist eine uralte britische Hunderasse. Der Bulldog wurde bereits von den Kelten gezüchtet und hatte in der Antike eine solche Wertschätzung, dass er bis nach Rom gehandelt wurde. Damals wurde die Englische Bulldogge in den Arenen des Tierkampfs missbraucht, wo er furchtlos mit Bullen um sein Leben streiten musste. Daher auch sein Name. Diese Zeit ist glücklicherweise vorbei.
Charakter und Wesen
Der Bulldog ist eine der markantesten Hundepersönlichkeiten der Welt. Er ist auf allen Erdteilen, jedoch nirgends häufig zu finden. Sein Ansehen und sein Charme sind geblieben. Die Englische Bulldogge ist freundlich und liebenswürdig. Es gibt wohl kaum einen Vierbeiner, der dem Menschen so uneingeschränkt zugewandt ist. Seine Familie und alle Menschen, die er irgendwann in seinem Leben ins Herz geschlossen hat, begrüßt er mit überschäumender Herzlichkeit. Er ist - meist - ein cooler Typ, den nichts so schnell aus der Ruhe bringen kann, weder ein kläffender Köter noch der Staubsauger, der direkt an seiner Schnauze vorbeifährt.
Doch er kann blitzartig regelrecht explodieren, wenn es ihm nötig erscheint. Dann schießt er wie eine Rakete etwa zur Haustür und baut sich mit dunklem Bass vor dem vermeintlichen Störenfried auf. In dieser Situation geht er buchstäblich durch die Wand. Aber keine Sorge, der Bulldog kann sich beherrschen und Beißunfälle sind praktisch ausgeschlossen. Wenn er feststellt, dass er einen Freund erschrocken hat, ist es ihm fast peinlich. Ist die „Gefahr“ gebannt, liegt er Sekunden später wieder gemütlich auf seiner Couch und grunzt, als sei nie etwas gewesen.
Haltung und Alltag
Die Englische Bulldogge stellt keine besonderen Ansprüche an seine Haltung. Sie ist ein pflegeleichter, genügsamer Kumpel, solange er gesund ist. Das A und O ist, dass er die Liebe seiner Menschen spürt. Er kann ohne weiteres in einer kleinen Wohnung gehalten werden, solange er seinen Platz auf dem Sofa samt Kissen hat. Es sollten allerdings nicht viele Treppen zu steigen sein. Er liebt seine täglichen Spaziergänge, die er auch braucht, um fit zu bleiben und ist ein problemloser Begleiter auf Reisen oder in der Gaststätte. Bei Hitze muss man ihn allerdings ruhen lassen. Man muss aufpassen, dass er dann weder körperlich noch mental belastet wird.
Längere Autofahrten sollte man ihm selbst mit Klimaanlage ersparen. Ansonsten ist er prima reisetauglich. Da er keinen ausgeprägten Jagdtrieb hat, kann man mit ihm entspannt durch die Landschaft wandern, was der Bulldog ebenfalls genießt. Bulldogs sind ideale Familienhunde. Die soziale Einbindung in die menschliche Familie und die Teilnahme an deren Leben ist für ihn das Größte. Auch für uns Menschen ist seine herzliche Zugewandtheit immer wieder Anlass zu Freude, Schmunzeln und guter Stimmung. Er ist ein idealer Spielpartner für Kinder. Obwohl er auf den ersten Blick etwas tollpatschig daherkommt, geht er erstaunlich behutsam selbst mit Kleinkindern um.
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Aussehen und Standardmerkmale
Die heutige Englische Bulldogge ist eine ausgesprochen kompakte, ja untersetzte Erscheinung. Er hat einen kräftigen Nacken mit sehr breiten Schultern. Vorne ist er breiter als hinten, der Körper wirkt keilförmig. Die Beine sind eher kurz. Der Kopf ist eher groß. Die großen Füße lassen erahnen, mit welch kräftigem Hund man zu tun hat. Selbst ein gut trainierter Bulldog mit idealem Gewicht wirkt oft auf den unbedarften Beobachter als zu gut im Futter. Dabei ist er wirklich mit Muskeln bepackt und sollte kein Fett auf den Rippen haben.
Die Silhouette des Hundes ist in ein Rechteck eingeschrieben. Die Beine sind kurz, wobei die Vorderbeine noch etwas kürzer sind als die Hinterbeine. Die Brust ist breit und die Brust-Lendenwirbelsäule ist abgesenkt. Die Englische Bulldogge hat eine kurze, gerade Rute. Die Englische Bulldogge zeichnet sich durch einen kräftigen Vorderkörper und einen sehr großen Kopf aus. Sein Umfang sollte mindestens der Widerristhöhe des Hundes entsprechen, was die Kraft des Kopfes verdeutlicht. Die Schnauze ist abgeflacht, mit einem starken Vorbiss und breiten Kiefern.
Fell und Farben - Schwerpunkt: Schoko (Leber/Chocolate)
Das Fell der Englischen Bulldogge ist fein, dicht und glatt. Erwünschte Farben sind Rot, Falb, Rehbraun und Weiß; gescheckte und gestromte Hunde sind erlaubt. Neben den Standardfarben existieren zahlreiche Sonder- und Fehlfarben, die kontrovers diskutiert werden. Schoko (auch Leber oder Chocolate genannt) ist eine dieser nicht standardmäßigen Farbtöne, die immer wieder in Würfen auftaucht.
Schoko ist immer schon mal in Würfen aufgetaucht. Da es keine gewünschte Farbe war laut Standard, wurden die Welpen in Liebhaber Hände gegeben. Schoko kann sich durch eine leberfarbene Nase, Lefzen und Augenlider sowie gelbliche bis bernsteinfarbene Augen auszeichnen, die das Erscheinungsbild der Tiere fesselnd, aber auch „kränklich“ wirken lassen können. Die Zucht mit oder auf diese Farbe ist umstritten - gesundheitlich beeinträchtigend ist die Farbe per se nicht nachgewiesen, doch in der Praxis verbinden Züchter manchmal farbliche Merkmale mit anderen unerwünschten Anlagen.
Weitere übliche Farbthemen bei Bulldogs: Cream (Cremeweiß bis Apricot-Ton), Tan, Blue und Lilac (die Verdünnung von Schoko). Blau und Lilac führen häufig zu hitzigen Diskussionen, da bei anderen Rassen die Verdünnungs-Mutation mit Colour Dilution Alopecia (CDA) in Verbindung gebracht wurde. Es gibt bisher keinen handfesten Beweis, dass CDA beim Bulldog flächendeckend auftritt; dennoch ist Vorsicht geboten, denn das reine „Auf-Blau“-Züchten über Generationen kann bei manchen Rassen gesundheitliche Probleme verstärken.
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Standardfarben vs. Fehlfarben
- Standardfarben sind im Rassestandard anerkannt und werden bei Ausstellungen bevorzugt.
- Fehlfarben oder Sonderfarben (z. B. Schoko, Blau, Lilac, Merle) sind in vielen Vereinen unerwünscht oder gar verboten.
- Fehlfarben werden nicht automatisch als gesundheitlich minderwertig eingestuft, doch in der Praxis kann das Züchten auf seltene Farben unverantwortliche Linien fördern, in denen Gesundheit vernachlässigt wird.
Gesundheitliche Probleme: Ursache, Häufigkeit und Folgen
Es gibt wohl kein Tier, das so tiefgreifend durch uns Menschen geformt und leider verformt wurde wie die Englische Bulldogge. Das brachte erhebliche gesundheitliche Probleme mit sich. Aufgrund der Überzüchtung und Übertreibungen in seinem Äußeren hat der Bulldog nach der Statistik des kennelführenden Kennel Clubs nur noch eine Lebenserwartung von 6,3 Jahren in bestimmten Auswertungen; andere Quellen nennen im Schnitt 9-10 Jahre. Fest steht: Verglichen mit vielen anderen Rassen sind Bulldogs deutlich häufiger krank.
Ein Forschungsteam vom Royal Veterinary College hat mit Hilfe großer Daten aus Tierarztpraxen herausgearbeitet, dass Englische Bulldoggen einem erhöhten Risiko für Atem-, Augen- und Hauterkrankungen ausgesetzt sind. Die Analyse zeigte unter anderem:
| Krankheit/Problem | Relatives Risiko (gegenüber anderen Rassen) |
|---|---|
| Hautfalten-Dermatitis | ~38-fach erhöht |
| Nickhautdrüsenvorfall („cherry eye“) | ~26,8-fach erhöht |
| Unterkieferprognathie (langer Unterkiefer) | ~24,3-fach erhöht |
| Brachyzephales obstruktives Atemwegssyndrom (BOAS) | ~19,2-fach erhöht |
Viele Bulldogs leiden unter einer Deformierung der Atemwege, was kein freies Atmen ermöglicht. In der Folge kann es zur Überlastung des Herzens kommen. Daneben gehören entzündete Falten, das Entropium (einwärtsgedrehtes Augenlid) und verengte Gehörgänge zu den häufigen Krankheitsbildern. Die Schnauzenstruktur begünstigt auch Zahnstein und Schwierigkeiten beim Fressen.
Ein weiterer kritischer Punkt der modernen Zucht: Natürliche Geburten sind selten geworden; die Paarung wird oft durch künstliche Insemination ersetzt und Kaiserschnitte sind bei Bulldog-Hündinnen sehr häufig erforderlich. Viele Welpen überleben die Geburt nicht oder haben von Geburt an gesundheitliche Probleme.
Pflege, Prävention und verantwortungsvolle Zucht
Die Pflege der Englischen Bulldogge ist in vielen Bereichen unkompliziert: das kurzhaarige Fell braucht regelmäßiges Baden und wöchentliches Kämmen reicht meist aus. Nach dem Baden müssen insbesondere Hautfalten (Schnauze, Hals, Rute) vollständig abgetrocknet werden, denn ungetrocknete Falten sind ein ideales Umfeld für Hefepilze und Bakterien. Am besten ist es, die Bereiche zwischen den größten Hautfalten täglich mit geeigneten Präparaten oder milden Antiseptika abzuwischen.
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Aufgrund der geringen körperlichen Aktivität reiben sich die Krallen nicht ausreichend ab; regelmäßiges Kürzen ist notwendig. Beim Zubehör empfiehlt sich ein breites Halsband oder besser ein gut sitzendes Geschirr, vor allem bei Hunden mit Atemproblemen. Für brachycephale Schnauzen gibt es spezielle Maulkörbe. Bei der Fütterung sind breite Näpfe oder Napfständer sinnvoll, um die Futteraufnahme zu erleichtern.
Die Ernährung sollte möglichst hochwertige, proteinreiche Kost ohne unnötige Getreide- und Konservierungsstoffe enthalten, da die Rasse zu Hautallergien und Verdauungsproblemen neigt. Wegen der hohen Neigung zu Übergewicht muss die Gesamtration inklusive Leckerlis stets kontrolliert werden.
Was Züchter und Halter beachten sollten
- Seriöse Züchter dokumentieren Gesundheit und Alter der Ahnen und zeigen ihre Zuchthunde gerne.
- Kauf nur bei langjährigen, verantwortungsbewussten Züchtern (idealerweise Mitglied in anerkannten Vereinen wie VDH) oder die Adoption aus einem Tierheim prüfen.
- Auf Zuchttests und Gesundheitsuntersuchungen bestehen: Augen, Atemwege, HD/ED, Herz, genetische Tests wenn vorhanden.
- Keine Verpaarungen, die auf problematische Farbmerkmale oder bekannte gesundheitliche Defizite gezüchtet werden.
Farbe Schoko und Zuchtethik
Die Diskussion um Farben wie Schoko, Blau oder Merle ist nicht nur ästhetisch, sondern eng mit Ethik und Gesundheit verbunden. Viele Züchter bevorzugen weiterhin Standardfarben und fordern: Gesundheit an erster Stelle setzen. Fehl- oder Sonderfarben werden manchmal als „Sonderfarben“ bezeichnet, um das Negative zu mildern - doch unabhängig von der Nomenklatur gilt: Farbe darf nie Vorrang vor Gesundheit haben.
Schoko-Welpen tauchen vereinzelt auf; seriöse Züchter geben jedoch in der Regel Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere Vorrang. Wer einen Bulldog-Welpen kaufen möchte, sollte skeptisch sein bei scheinbar günstigen Angeboten aus Vermehrerbetrieben. Seriös gezüchtete Bulldog-Welpen sind teuer, weil die verantwortungsvolle Zucht aufwändig ist. Welpen von seriösen Züchtern kosten meist deutlich mehr und werden mit Gesundheitsnachweisen verkauft.
Zukunft der Rasse
Das Aussehen der Englischen Bulldogge muss sich dringend ändern, fordern Forscher, denn die aktuellen Selektionsmerkmale sind mit vielen Gesundheitsproblemen verknüpft. Es gab Versuche, wieder athletischere Bulldoggen mit weniger gedrungener Schädelform zu züchten; diese Tiere waren deutlich gesünder. Dennoch stößt jede Abkehr vom gängigen Standard auf Widerstand.
Die Verantwortung liegt bei Züchtern, Verbänden und Käufern: Nur durch Änderung der Zuchtziele und strikte Priorisierung von Gesundheit können die Bulldoggen künftig gesünder leben. Als Halter kann man durch bewusstes Züchten, selektive Paarungen, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und artgerechte Haltung einen Beitrag leisten.
Kurze Checkliste für potenzielle Käufer
- Nur bei seriösen Züchtern kaufen oder aus dem Tierheim adoptieren.
- Auf Gesundheitsnachweise der Elterntiere bestehen.
- Auf Zuchtstandards und verantwortungsvolle Zuchtpraktiken achten; kein Fokus ausschließlich auf seltene Farben.
- Vor dem Kauf Tierarztbesuch und Gesundheitscheck einplanen.
- Informationen zu Haltung, Pflege- und Behördenerfordernissen einholen (Brachyzephalien, Wärmeschutz, Kaiserschnitt-Risiko).
Wer einen treuen und liebevollen Familienhund sucht, kann in der Englischen Bulldogge einen wunderbaren Begleiter finden - vorausgesetzt, Gesundheit und Wohlbefinden des Tieres stehen bei Zucht und Haltung an erster Stelle.
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