Ist Eiscreme bei Durchfall hilfreich oder schädlich?
Viele Menschen kennen das Problem: Nach einer leckeren Portion Eiscreme kommt es zu Bauchgrummeln, Unwohlsein oder sogar zu Durchfall. Gerade im Sommer, wenn die Außentemperaturen steigen, ist Eis besonders beliebt - doch wie wirkt sich Eis bei einem akuten Durchfall aus? Dieser Artikel beleuchtet, ob Eiscreme bei Durchfall hilfreich oder schädlich ist und gibt einen Überblick über die wichtigsten ernährungsphysiologischen Aspekte und Empfehlungen aus der medizinischen Praxis.
Wie entsteht Durchfall?
Akuter Durchfall kommt meist plötzlich und ohne Vorwarnung. Durchfall wie Wasser, mit und ohne Gluckern im Bauch oder Symptome wie Übelkeit - Durchfall kann verschiedene Formen haben. Der flüssige Stuhlgang kann ohne weitere Symptome auftreten, aber auch von Symptomen wie Krämpfen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Mediziner nennen Durchfall Diarrhoe (manchmal auch Diarrhö geschrieben), und von einer Durchfallerkrankung sprechen Ärzte ab drei dünnflüssigen Stühlen pro Tag.
Häufig lösen Viren, Bakterien oder andere Erreger eine Magen-Darm-Infektion mit Durchfall aus. Zu den typischen Viren, die Durchfall und Erbrechen verursachen, gehören Rotaviren und Noroviren. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, meist über Schmierinfektion von Oberflächen, die durch mangelnde Hygiene eines Betroffenen kontaminiert wurden. Auch direkt von Hand zu Hand kann man sich die Infektion einfangen. Bakterien, die eine Durchfallerkrankung auslösen, sind beispielsweise Campylobacter oder Coli-Bakterien (E. coli).
Wichtige Symptome und Folgen
- Krämpfe, Blähungen, Übelkeit
- Flüssiger Stuhl bis zu wässrigen Anteilen
- Starker Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten
Akuter Durchfall geht meist von allein nach wenigen Tagen weg. Chronische Durchfälle können dagegen als Symptom anderer Krankheiten auftreten, wie Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
Ernährung bei Durchfall
Bei Durchfall verlieren Betroffene viel Flüssigkeit und Salze. Die wichtigste Maßnahme ist das Ausgleichen des Flüssigkeitsverlusts: Betroffene sollten mindestens zwei bis drei Liter pro Tag trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Dazu eignen sich Wasser mit wenig oder besser ohne Kohlensäure, verdünnte Saftschorlen oder Kamillentee. Verzicht auf kalte Getränke, Kaffee, Fruchtsäfte, Limonaden, Alkohol und fettige Speisen hilft.
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Bei kleinen Kindern und alten Menschen sowie bei starkem Durchfall kann es sinnvoll sein, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mit einer Rehydrationslösung (enthält Elektrolyte) auszugleichen. Fertige Elektrolyt-Mischungen zum Anrühren in Wasser gibt es in der Apotheke. Die Lösung besteht aus Salzen, Mineralstoffen und Traubenzucker.
Gleichzeitig gibt es bestimmte Lebensmittel, die bei Durchfall gemieden werden sollten - ganz besonders jene, die selbst bei Gesunden zu Durchfall führen können, wie beispielsweise ein Übermaß an Zuckeralkoholen (Sorbit, Xylit u.a.). Auch eiskalte oder stark kohlensäurehaltige Getränke, Fruchtsäfte, Kakao oder fettreiche Milch können den geschwächten Darm belasten.
Gut geeignete Lebensmittel bei Durchfall
- Hafer, Banane, Reisbrei, Apfel
- Gekochte Kartoffeln
- Zwieback, einfache Cracker
- Gekochte Hühnerbrust ohne Haut oder Hühnersuppe
- Traditioneller griechischer Joghurt (bei Antibiotika-Durchfall)
Lebensmittel, die bei Durchfall verboten sind:
- Fettige Lebensmittel, gebratene Zwiebeln, Gewürze
- Milch, Butter, Eis, Käse (auch bei Nicht-Laktoseintoleranz)
- Kaffee, Alkohol
- Zuckerersatzstoffe/Süßstoffe
- Blähendes Gemüse (Kohl, Bohnen, Brokkoli, Blumenkohl)
- Nüsse, Trockenfrüchte, rohes Obst (außer Banane und geriebener Apfel)
Wie wirkt Eiscreme auf den Verdauungstrakt?
Ob in der Waffel, im Becher oder direkt vom Löffel - ein kühles Eis gehört für viele einfach dazu, wenn im Sommer die Temperaturen steigen. Der erste Löffel Eis fühlt sich oft wie ein kleiner Schock an - besonders bei großer Hitze. Kein Wunder: Die plötzliche Kälte trifft auf unseren warmen Verdauungstrakt. Die Magenschleimhaut zieht sich reflexartig zusammen, die Verdauung verlangsamt sich für einen Moment und bei empfindlichen Menschen kann es zu Bauchkrämpfen kommen.
Wenn Sie ohnehin einen sensiblen Magen oder einen Reizdarm haben, spüren Sie diesen Effekt meist deutlicher. Die meisten klassischen Eissorten enthalten viel Zucker und Fett. Fett sorgt dafür, dass der Magen langsamer arbeitet. Eis wird zwar oft als eine willkommene Erfrischung empfunden, kann aber aufgrund seiner Zusammensetzung und Temperatur den ohnehin strapazierten Verdauungstrakt zusätzlich belasten.
Die Darmschleimhaut ist durch die Durchfallerkrankung angegriffen. „Nach einer Durchfallserkrankung kann vorübergehend eine Unverträglichkeit des Milchzuckers auftreten. Dadurch kann es vermehrt zu Verdauungsstörungen und auch schmerzhaften Blähungen kommen“, erklärt Dr. Gunhild Kilian-Kornell, Kinder- und Jugendärztin.
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Da bei Kindern der Wasser- und Elektrolytumsatz wesentlich höher ist als bei Erwachsenen, kann bei ihnen ein Durchfall schneller zur Austrocknung führen. Während und kurz nach einer Durchfallerkrankung sollten Kinder keine hochkalorischen Süßigkeiten, wie Schokolade oder Cremeeis zum Trost erhalten. Auch Erwachsene sollten auf Eiscreme während akuter Durchfallphasen verzichten, insbesondere wenn sie eine Milchunverträglichkeit haben oder dies vermuten.
Eiscreme: Risiko für Durchfall und Lebensmittelvergiftung
Vor allem in den Sommermonaten können Salmonellen in Nahrungsmitteln wie nicht durchgegartem Fleisch, mit Rohei zubereiteten Speisen, Eis oder Mayonnaisen, heftige Durchfallerkrankungen auslösen. Eiscreme ist aufgrund ihres hohen Anteils an Milch, Zucker und Fett ein potenzieller Nährboden für Keime - besonders, wenn sie nicht einwandfrei gekühlt oder ausreichend hygienisch verarbeitet wurde.
Der Konsum von Speiseeis kann daher nicht nur den Durchfall verschlimmern, sondern auch zusätzliche Magen-Darm-Infekte verursachen - insbesondere bei empfindlichen Personen, Kindern, älteren Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Tabelle: Eigenschaften von Eiscreme im Zusammenhang mit Durchfall
| Eigenschaft | Wirkung bei Durchfall |
|---|---|
| Kälte | Reizt den Verdauungstrakt, kann Krämpfe auslösen |
| Zucker | Kann den Stuhl verflüssigen, bei Übermaß verschlimmert Durchfall |
| Fett | Verlangsamt die Verdauung, belastet den Darm zusätzlich |
| Milch (Laktose) | Kann zu Verdauungsstörungen und Verdauungsverschlechterung führen, vor allem bei temporärer Milchzuckerunverträglichkeit |
Empfehlungen für die Ernährung bei Durchfall
Während akuter Durchfallphasen sollte auf folgende Lebensmittel verzichtet werden:
- Milchprodukte, einschließlich Eiscreme
- Fettige Speisen und Süßigkeiten
- Kohlensäurehaltige und sehr kalte Getränke
- Fruchtsäfte, Alkohol, Kaffee
- Scharfe und stark gewürzte Speisen
- Blähende Gemüsesorten und Hülsenfrüchte
Stattdessen werden leicht verdauliche Lebensmittel empfohlen, wie Karottengemüse mit Kartoffeln, Reis, Banane, geriebener Apfel (mit Schale), Haferbrei, Zwieback und gut gegarte Hühnerbrust.
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Eine besonders zubereitete Karottensuppe gilt als DAS Heilmittel bei Durchfällen fast jeder Art. Es ist die Moro'sche Karottensuppe, die mindestens 1,5 Stunden lang gekocht wird und spezielle Oligogalakturonsäuren freisetzt, welche schädlichen Bakterien im Darm entgegenwirken.
Wichtige Hinweise zur Hygiene
- Regelmäßiges Händewaschen
- Gründliche Reinigung der Toiletten und Haushaltsutensilien
- Alle Vorräte sollten einwandfreie Qualität aufweisen und im Kühlschrank gelagert werden
Wer dennoch den Wunsch nach Eis hat, sollte dieses erst nach vollständiger Genesung und am besten in kleinen Mengen genießen. Am besten greift man zu Sorten mit weniger Zucker und Fett und berücksichtigt zudem Laktose- und Hygieneaspekte.
Zusammenfassung: Eiscreme bei Durchfall
Milchprodukte, insbesondere Eiscreme, sind während und direkt nach einer Durchfallerkrankung nicht zu empfehlen. Die Kälte, der hohe Fett- und Zuckergehalt sowie die enthaltene Milch können den Verdauungstrakt zusätzlich belasten und die Symptome verstärken. Eine Erkältung des Magen-Darm-Traktes, Krämpfe und ein weiteres Fortschreiten des Durchfalls sind mögliche Folgen.
Die wichtigste Empfehlung lautet: Während eines akuten Durchfalls sollten Sie auf Eiscreme und andere ungeeignete Lebensmittel verzichten und stattdessen gezielt leicht verdauliche, stuhlfestigende Speisen und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Erst nach vollständiger Genesung kann Eiscreme wieder in den Speiseplan aufgenommen werden - dann aber mit besonderer Sorgfalt hinsichtlich Qualität, Hygiene und Zusammensetzung.
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