Eis Waffel oder Becher: Unterschiede und worauf man achten sollte
Eis gehört zum Sommer wie die Sonne. Ob klassisch, bunt oder vegan, die Vielfalt ist riesig. Doch was macht ein gutes Eis aus? Und ist es besser, es in der Waffel oder im Becher zu genießen? Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede und gibt Tipps, worauf Verbraucher achten sollten, um qualitativ hochwertiges Eis zu erkennen.
Eissaison und Konsum
Mit dem Frühling beginnt die Eissaison. Die Eisdielen öffnen ihre Türen, und oft bilden sich lange Schlangen. In Deutschland werden jährlich rund 50 Kugeln Eis pro Kopf verzehrt, was etwa 3,4 Kilo pro Jahr entspricht (Stand 2021). Doch Eis ist nicht gleich Eis.
Woran erkennt man gutes Eis? Tipps von Eismachern
Bekannte italienische Eismacher wie Eugenio Morrone und Luca De Rocco sowie der Berliner Eisfachmann Wilhelm Breuer geben wertvolle Hinweise, worauf man bei der Qualität von Eis achten sollte:
- Zutatenliste: Gutes Eis benötigt nur wenige, hochwertige Zutaten wie Milch, Sahne, Zucker, frische Früchte oder Nüsse.
- Hoher Fruchtanteil: Bei Fruchteis sollte ein hoher Fruchtanteil vorhanden sein. Steht auf der Packung "Fruchtzubereitung", ist der Fruchtanteil oft geringer als angegeben oder es werden lediglich Aromen verwendet.
- Eismachen ist Handwerk: Intensive Farben können auf einen hohen Anteil an Farbstoffen hindeuten. Natürliche Farben sind vorzuziehen.
- Schaufeln statt Kugel: Cremiges Eis mit weniger Wassergehalt sollte geschaufelt statt in Kugelform angeboten werden.
- Verhältnis Milliliter zu Gramm: Achten Sie auf das Verhältnis zwischen Milliliter und Gramm in der Packung, um zu vermeiden, dass Sie nur Luft kaufen. Eis lässt sich nämlich mit Luft strecken.
- Saisonfrüchte und regionale Zutaten: Gutes Eis sollte frische, saisonale Früchte und Zutaten aus der Region enthalten.
Qualitätsprüfung durch Stiftung Warentest und Öko-Test
Auch Stiftung Warentest und Öko-Test haben Eissorten, vor allem aus Supermärkten, unter die Lupe genommen. Bei Wassereis sollte man auf bedenkliche Aromazusätze oder Verdickungsmittel wie Carragen oder Carboxymethylcellulose achten. Generell sind kurze Inhaltsstofflisten ein gutes Zeichen für weniger stark verarbeitete Produkte.
"Eigene Herstellung" - Was bedeutet das?
Selbst wenn mit Eis aus "eigener Herstellung" geworben wird, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Sorten frisch aus Milch, Sahne, Zucker, Früchten und Gewürzen zubereitet werden. Laut Vorschrift müssen an der Eistheke bislang nur Hinweise auf Allergene und bestimmte Zusatzstoffe wie Farbstoffe angegeben werden.
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Leitsätze für Speiseeis
Die Leitsätze für Speiseeis des Deutschen Lebensmittelbuches definieren verschiedene Eissorten:
- Milcheis: Enthält mindestens 70 Prozent Milch.
- Eiscreme: Enthält mindestens zehn Prozent Milchfett.
- Fruchteis: Muss einen Fruchtanteil von mindestens 20 Prozent haben.
- Fruchteiscreme: Enthält mindestens acht Prozent Milchfett und hat einen deutlich wahrnehmbaren Fruchtgeschmack.
- Sorbet: Darf keine Milch oder Milchbestandteile enthalten und hat einen Fruchtanteil von mindestens 25 Prozent.
Wird auf einer Eispackung im Supermarkt nur der Begriff "Eis" verwendet, darf das Produkt auch pflanzliches Fett, meist Kokosfett, enthalten. Dies ist für die Hersteller günstiger, aber weniger hochwertig als Milchfett.
Waffel oder Becher: Eine Frage des Geschmacks und der Umwelt
Ob man sein Eis lieber in der Waffel oder im Becher genießt, ist Geschmackssache. Laut einer Umfrage bevorzugen die meisten Deutschen die Waffel. Allerdings gibt es auch ökologische Aspekte zu berücksichtigen.
Die Waffel: Umweltfreundlich, wenn sie gegessen wird
Die essbare Waffel ist aus Umweltsicht unschlagbar, da keine Abfälle entstehen, wenn sie mitgegessen wird. Zudem werden in der Regel keine zusätzlichen Löffel benötigt.
Einweg-Pappbecher: Problematisch für die Umwelt
Einweg-Pappbecher sind weit verbreitet, aber problematisch. Sie sind oft mit Plastikfolie ausgekleidet, was die Umweltauswirkungen erhöht und zu Mikroplastik in der Umwelt führt. Auch die Herstellung der Pappe verbraucht viel Wasser, Chemie und Energie. Die Entsorgung im gelben Sack führt meist zur Verbrennung, da die Recycler mit dem kunststoffbeschichteten Papier nichts anfangen können.
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Biologisch abbaubare Produkte: Keine umweltfreundliche Alternative
Eisbecher aus Biokunststoffen bieten keine gesamtökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Einwegprodukten. Sie können in der Regel nicht recycelt werden und tragen nicht dazu bei, dass weniger Wegwerfbecher hergestellt werden. Zudem kann die Bewerbung als biologisch abbaubar dazu führen, dass sie eher in der Umwelt liegen gelassen werden, wo sie ähnlich lange verbleiben wie Kunststoffe aus fossilen Rohstoffen.
Mehrwegbecher: Eine sinnvolle Alternative
Eine gute Alternative sind Mehrwegbecher aus Kunststoff, die hunderte Male wiederverwendet werden können. Durch die Teilnahme an einem solchen Mehrwegsystem können Eisdielen Abfall vermeiden, Ressourcen einsparen und die Vermüllung der Umwelt verhindern. Die Rückgabe der Becher kann durch ein Pfandsystem oder eine App sichergestellt werden.
Auch ein Mehrweg-Eisbecher kann der Waffel aus Umweltsicht nicht den Rang ablaufen, wenn sie denn gegessen wird. Allerdings gibt es durchaus gute Gründe für die Nutzung von Eisbechern. Nicht jeder isst sein Eis gern aus der Waffel, sondern präferiert den unverfälschten Eisgeschmack. Kleinen Kindern kann das Essen aus der Waffel schwerfallen, es tropft und das Eis landet überall.
Vorlieben der Bundesbürger: Waffel oder Becher?
Die meisten Bundesbürger genießen ihr Eis lieber in der Waffel als aus dem Becher. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge bevorzugen 55 Prozent der Befragten Eis aus dem Hörnchen. Lediglich die Befragten ab 55 Jahren bilden eine Ausnahme und genießen ihr Eis lieber aus dem Becher (51 Prozent).
Toppings und Eissorten
Das Eis an der Eisdiele gibt es im Becher oder in der Waffel, mit oder ohne Toppings wie Sahne, Saucen, Liköre und Streusel. Gefragt nach den beliebtesten Garnierungen liegen Sahne (26 Prozent) und frisches Obst (22 Prozent) weit vorne.
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Die Eissorten, die am liebsten gegessen werden, sind immer noch die Klassiker Vanille, Stracciatella und Schokolade. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen wird allerdings Joghurt noch öfter genannt als Vanille oder Schokolade. Viele Eisdielen experimentieren mit neuen Geschmacksrichtungen und veganen Rezepten und so gibt es neben den Klassikern auch ausgefallene Eissorten.
Worauf man bei der Eisdiele achten sollte
Daniela Krehl gibt Tipps, worauf man bei der Eisdiele achten sollte:
- Farbe: Sehr intensive, bunte Farben sind oft ein Indiz für Zusatzstoffe.
- "Aus eigener Herstellung": Eine rechtliche Definition für diese Begriffe gibt es nicht.
- Zutatenliste: Bei loser Ware muss die Zutatenliste nicht öffentlich angegeben sein, aber die Anbieter sind verpflichtet, über Allergene und Zusatzstoffe zu informieren.
- Unterschied zwischen Eis, Eiscreme und Cremeeis: Diese Begriffe sind in den Leitsätzen des Speiseeises im Deutschen Lebensmittelbuch klar definiert.
- Kalorien: Je mehr Fett das Eis enthält, desto mehr Kalorien sind enthalten. Leichtere Sorten sind Fruchteise, insbesondere Sorbet.
- Gemogelt wird eher bei: Pistazien- oder Walnuss-Eis, da die Zutaten teuer sind. Hier werden oft andere Nusssorten oder Aromen verwendet.
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