Echter Deutscher Honig: Kontrollnummer, Bedeutung und Herkunft im Detail
Seit 1925 symbolisiert die Marke "Echter Deutscher Honig" ein herausragendes Produkt, das direkt aus der Natur stammt. Die Marke „Echter Deutscher Honig“ (EDH) ist seit 1925 eine Marke des Deutschen Imkerbundes e.V. Die Einführung der Marke diente dazu, den deutschen Honigmarkt zu sichern und ihn deutlich gegen Kunst- und Auslandshonige abzugrenzen. Das Bienenerzeugnis aus deutschen Landen trägt daher zu Recht die Attribute naturbelassen und unverfälscht.
Gerade der Begriff “Echter Deutscher Honig” steht für höchste Qualitätsstandards, die strengeren Kriterien unterliegen als die gesetzlichen Mindestanforderungen. Damit Sie den besten Honig erhalten, sind diese verbandseigenen Qualitätsrichtlinien strenger als die gesetzlichen Vorgaben. Rund 1,2 Kilogramm des beliebten Bienenprodukts werden in Deutschland pro Kopf und Jahr konsumiert. Dabei stammt etwa ein Viertel aus heimischer Produktion, eine Besonderheit bleibt dabei der „Echte Deutsche Honig“.
Qualitätsanforderungen für „Echter Deutscher Honig“
- Honig für das D.I.B.-Glas muss ausschließlich in der Bundesrepublik Deutschland erzeugt worden sein.
- Er darf maximal 18 % Wasser enthalten, während die Honigverordnung bis zu 20 % erlaubt. Wasserarme Honige sind reifer, weniger gärungsgefährdet und besitzen ein volleres Aroma.
- Die Invertaseaktivität muss mindestens 64 Einheiten (U pro kg Honig) SIEGENTHALER betragen. Invertase ist ein sehr wärmeempfindliches Enzym.
- Der Hydroxymethylfurfural-Gehalt (HMF) darf 15 mg pro kg Honig nicht überschreiten. HMF ist ein Zuckerabbauprodukt, das bei Überhitzung und unsachgemäßer Lagerung entsteht.
- Honig mit dem Aufdruck „Echter Deutscher Honig“ bleibt weiterhin ungefiltert, somit enthält er wertvolle Pollen und andere natürliche Bestandteile.
- Sämtliche honigeigene Bestandteile müssen enthalten sein - dem Honig darf nichts hinzugefügt und nichts entzogen werden.
- Honig darf nicht wertmindernd erhitzt werden, aromatisiert oder mit Zusätzen versehen sein.
- Neben der Qualität des Honigs muss auch der Imker bzw. die Imkerin mit einem Fachkundenachweis sein imkerliches Know-how belegen.
Der Deutsche Imkerbund und seine Mitglieder wehren sich geschlossen gegen die Filterung: Beim Filtrieren würden dem Honig die Pollen entzogen und die Herkunft ließe sich nicht mehr überprüfen. Durch diese Maßnahmen wird ungetrübte Spitzenqualität garantiert.
Besondere Inhaltsstoffe und Naturbelassenheit
Pollen sind botanisch gesehen die männlichen Keimzellen der Pflanzen und enthalten neben wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen auch hochwertiges Eiweiß und viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide oder Phytosterine. Daher bietet „Echter Deutscher Honig“ ein intensives Geschmackserlebnis und eine beeindruckende Vielfalt. Er enthält alle honigtypischen Bestandteile in vollem Umfang, wozu beispielsweise Enzyme, Vitamine und Aromastoffe zählen.
Die Kontrollnummer und Rückverfolgbarkeit
Jedes Glas Echter Deutscher Honig hat eine Kontrollnummer, anhand derer die Herkunft, Gewinnung und Vermarktung des Honigs zurückverfolgt werden kann. Sie erkennen die Marke am Imkerhonigglas und dem grünen Gewährstreifen mit der Kontrollnummer. Das D.I.B.-Glas ist das Qualitätsversprechen: „Da ist die Nummer drauf und man kann den Honig jederzeit prüfen lassen.“
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Die Kontrollnummer dient als eindeutige Identifikation eines bestimmten Honigloses. Als “Los” bezeichnet man eine Honigcharge, die unter nahezu gleichen Bedingungen produziert und abgefüllt wurde. Die Losnummer bzw. Kontrollnummer ist für die Rückverfolgbarkeit und im Falle von Qualitätsfeststellungen oder Nachfragen ein essentielles Instrument.
Kennzeichnung und Pflichtangaben auf dem Honigglas
Wer Honig verkauft, braucht ein Etikett. Einige Informationen auf dem Honig-Etikett sind gesetzlich vorgeschrieben. Verkehrsbezeichnung: „Honig“ reicht als Angabe, besser ist eine präzise Sortenangabe wie Blütenhonig oder Waldhonig.
- Ursprungsangabe: Die Bezeichnung „Deutscher Honig“ wie auf dem D.I.B.-Etikett genügt. Region oder Stadt können auch genannt werden. Diese dürfen die Landes-Angabe aber nicht ersetzen.
- Eine Flagge allein reicht übrigens nicht aus.
- Name und Anschrift des Imkers oder Händlers.
- Angabe des Füllgewichts, Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und ggf. Losnummer.
- Hinweis zur Aufbewahrung wie „Trocken und vor Wärme geschützt lagern!“
Für die Lesbarkeit ist die Mindestgröße der Schrift auf dem Etikett vorgeschrieben. Das MHD muss nicht tagesgenau sein, „Ende Januar 202X“ genügt.
Bedeutung der Herkunftsangabe
Nach der gültigen EU-Verordnung muss die Herkunft von Honig auf dem Etikett angegeben werden. Die Änderung der Honigverordnung betrifft in diesem Punkt aber ausschließlich Mischhonige aus unterschiedlichen Ursprungsländern. Bei Mischungen aus mehreren Ländern müssen alle Herkünfte mit Prozentanteilen aufgeführt werden.
Wird Honig in einem anderen Land verarbeitet als dem, in dem ihn die Bienen produziert haben, rechtfertigt dies keine Änderung der Ursprungsbezeichnung. Regionale oder geografische Angaben wie „Honig aus Bayern“ sind möglich, aber nur dann zulässig, wenn die Bienenvölker tatsächlich dort standen. Die bloße Nennung eines Landes in der Anschrift genügt nicht. Eine Adressangabe gilt rechtlich nicht als Ursprungsangabe.
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Gerade bei regionalen Produkten verwechseln viele Verbraucher Gesetz und Qualitätsprogramm. Achtung, eine regionale Adresse suggeriert, dass der Honig auch regional erzeugt wurde - genau das ist jedoch oft gar nicht der Fall. Wo die Bienen den Honig tatsächlich produziert haben, ist ausschließlich der Herkunftsbezeichnung zu entnehmen!
Unterschied von Echtem Deutschen Honig und Importhonig
Auch bei Honig ist drin was draufsteht! Doch leider sind die Angaben nicht immer selbsterklärend. Importhonig ist nicht automatisch „schlecht“. Es gibt hervorragende Imkereien weltweit. Doch Anonymität, große Mischströme und Preisdruck sind im internationalen Handel üblich. Die Gefahr einer Verbrauchertäuschung ist hier nicht auszuschließen, denn bei gefiltertem Honig lässt sich die Herkunft nicht mehr überprüfen.
In Deutschland muss auf dem Glas das Ursprungsland angegeben werden. Daher rührt dann auch die Frage nach dem Hinweis „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ auf der Verpackung. Die Honigverordnung ist ein Regelkatalog für Qualitätsmindestanforderungen und die Kennzeichnung für Honig, der in Deutschland verkauft wird.
Qualitätskontrolle und Analyse
Die Einhaltung der Qualitätsrichtlinien für Echten Deutschen Honig wird auf mehrere Arten kontrolliert. Es finden Marktkontrollen, Marktverkehrskontrollen und freiwillige Voruntersuchungen statt. Je nach Honigart werden Voll- oder Teilanalysen durchgeführt, wobei die Proben direkt vom Imker bzw. der Imkerin abgerufen werden.
- Geprüft werden unter anderem Wassergehalt und Enzymaktivität, aber auch sensorische Qualitäten.
- Mehrere tausend Honigproben lässt der Deutsche Imkerbund in Eigenregie Jahr für Jahr umfassend wissenschaftlich analysieren - Basis und Garantie für nachweisbare Spitzenqualität.
- Jeder Markennutzer hat die Möglichkeit, seinen Honig vor der Abfüllung untersuchen zu lassen.
- Honige, die bereits im Verkauf sind, können bei Verdacht auf einen Mangel an den Deutschen Imkerbund gemeldet werden.
Bedeutung des „Echter Deutscher Honig“ für Verbraucher und Umwelt
Honigbienen tragen zum Umweltschutz und zur Artenvielfalt bei. Diese Bestäubungstätigkeit ist regional besonders wertvoll, daher ist die Förderung deutschen Honigs von wesentlicher Bedeutung. Weder Honig noch die Bestäubungsleistung der Bienen sollen und müssen importiert werden, wenn wir wertschätzen, was in unserer Nähe liegt.
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Honig gehört auf jeden Frühstückstisch, kann aber so viel mehr: Als Gewürz eingesetzt, bringt er den Eigengeschmack vieler Speisen zur Geltung und ersetzt bei Süßspeisen den Zucker.
Praxistipps: Lagerung und Sortenvielfalt
Für den Naschvorrat zu Hause empfiehlt es sich, das süße Bienenprodukt kühl, dunkel und trocken zu lagern. Je nach Sorte wird jeder naturbelassene Honig früher oder später fest. Behutsames Erwärmen unter 40 Grad Celsius macht ihn wieder weich und flüssig. Die meisten Honige kristallisieren nach einigen Wochen bis Monaten aus.
Wer neugierig geworden ist, kann Echten Deutschen Honig im D.I.B.-Imkerhonigglas mit Gewährstreifen samt Kontrollnummer erwerben. So sichern Sie sich ein Stück regionaler Vielfalt, höchste Qualität und nachvollziehbare Herkunft.
| Merkmal | D.I.B.-Honig | Handelsüblicher Honig |
|---|---|---|
| Erzeugungsland | 100 % Deutschland | Oft Mischungen aus EU/Nicht-EU |
| Filterung | Ungefiltert (Pollen enthalten) | Oft gefiltert (keine Pollen) |
| Wassergehalt | max. 18 % | bis 20 % |
| Qualitätskontrollen | Sehr streng, lückenlos | Nach gesetzlichen Mindeststandards |
| Kontrollnummer | Immer auf dem Glas | Teilweise Losnummer |
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