Probleme mit transparenter Glasur beim Hochbrand: Ursachen und Lösungen

Viele Keramiker, die transparente Glasuren für den Hochbrand verwenden, stoßen auf Schwierigkeiten. Milchige Flecken, ungleichmäßige Verläufe und Unebenheiten können das Ergebnis trüben. Dieser Artikel untersucht die möglichen Ursachen für diese Probleme und bietet Lösungsansätze, um transparente Glasuren auf Platten erfolgreich zu brennen.

Problembeschreibung und Erfahrungen

Ein Keramiker schildert das Problem, dass transparente Pulverglasuren auf geschrühtem Ton nach dem Hochbrand milchige Flecken, Verlaufspuren und Unebenheiten aufweisen. Dieses Problem tritt sowohl beim Tunken/Schütten als auch beim Auftragen mit dem Pinsel auf. Seltsamerweise betrifft es oft nur eine Seite des Objekts oder nur ein bestimmtes Gefäß, während andere, die im selben Ofen gebrannt wurden, einwandfrei sind. Trotz Einhaltung der Vorgaben bezüglich Tontemperatur, Glasurzusammensetzung und Brennzyklus treten die Probleme weiterhin auf. Selbst der Wechsel von Ton und Glasur brachte keine Besserung.

Mögliche Ursachen und Lösungsansätze

1. Unzureichende Brenntemperatur oder Haltezeit

Eine häufige Ursache für milchige, transparente Glasuren ist eine zu niedrige Brenntemperatur oder eine zu kurze Haltezeit. Auch wenn die Brennkurve korrekt eingestellt ist, kann es sein, dass der Ofen unbemerkt sein Temperaturverhalten geändert hat.

Lösung:

  • Temperatur überprüfen: PTC-Ringe auf jeder Ofenplatte platzieren, um das Brennverhalten des Ofens genauer zu bestimmen. So lassen sich Temperaturunterschiede im Ofen feststellen.
  • Brenntemperatur erhöhen: Versuchsweise die Brenntemperatur leicht erhöhen oder die Haltezeit verlängern.
  • Ofenbelegung berücksichtigen: Eine geringere Ofenbelegung kann die Hitzeeinwirkung verringern, da der Ofen schneller aufheizt und abkühlt. Die Anzahl der Etagen und Schamotteplatten kann ebenfalls einen Unterschied machen.

2. Ungleichmäßiger Glasurauftrag

Ein ungleichmäßiger Glasurauftrag kann zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, da dickere Stellen anders schmelzen als dünnere.

Lösung:

  • Glasur abschaben: Nachdem die Glasur getrocknet ist, mit einer weichen Metalldrehschiene die zu dick gewordenen Stellen vorsichtig abschaben, um einen gleichmäßigen Auftrag zu gewährleisten.
  • Konsistenz prüfen: Die Konsistenz des Glasurschlickers überprüfen. 100 ml des gut aufgerührten Schlickers sollten um die 125 g wiegen. Bei Abweichungen Wasser hinzufügen, um die richtige Konsistenz zu erreichen.
  • Auftragsmethode anpassen: Die Glasur sollte sich gut durch Tauchen auftragen lassen, nicht wie eine wässrige Brühe, aber auch nicht wie Pfannkuchenteig. Gegebenenfalls Stellmittel oder Wasserglas verwenden, um die Viskosität zu regulieren.
  • Werkstücke vorbereiten: Sehr dickwandige oder niedrig geschrühte Werkstücke können zu viel Glasur zu schnell aufnehmen. In diesem Fall das Werkstück kurz in klares Wasser tauchen und zehn Minuten warten, bevor es glasiert wird.
  • Dünner auftragen: Transparente Glasuren müssen im Allgemeinen nur halb so dick aufgetragen werden wie andere Glasuren.

3. Ton und Glasur Inkompatibilität

Die Art des Tons kann das Ergebnis der transparenten Glasur beeinflussen.

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Lösung:

  • Tonart berücksichtigen: Bei Verwendung von rotbrennendem Ton oder Manganton kann bereits eine geringe Trübung durch Borschleier sichtbar werden. In diesem Fall eine Zink- oder Bor-freie Fritte als Flussmittel verwenden oder noch dünner glasieren.

4. Glasurzusammensetzung und Absetzen

Ein hoher Fritteanteil in der Glasur kann zu Problemen beim Auftragen führen, da sich die Fritte schnell absetzt und keinen gleichmäßigen Film bildet.

Lösung:

  • Glasur gut aufrühren: Die Glasur vor dem Auftragen immer gut aufrühren, um ein Absetzen der Bestandteile zu verhindern.

5. Messfehler und Waage

Um eine transparente Glasur herzustellen, ist es sehr wichtig, die richtige Menge Wasser hinzuzufügen und die Dichte der Glasur zu überprüfen.

Lösung:

  • Aräometer verwenden: Um die Dichte der Glasur richtig zu messen, verwenden Sie ein Aräometer.

6. Probleme mit der Bezugsquelle

Es ist möglich, dass die Bezugsquelle der Glasur nicht die beste Qualität liefert oder nicht ausreichend bei Problemen helfen kann.

Lösung:

  • Anderen Händler versuchen: Einen anderen Händler suchen, der seine Glasuren gut kennt und bei Problemen besser unterstützen kann.

Ergänzende Informationen: Mirror Glaze

Obwohl es nicht direkt mit dem ursprünglichen Problem zusammenhängt, wurde in den Kommentaren auch die Herstellung von Mirror Glaze (Spiegelglasur) erwähnt. Da dies ein verwandtes Thema ist, werden hier einige wichtige Punkte zusammengefasst:

  • Grundlagen: Mirror Glaze ist eine glänzende Glasur, die oft für Moussetorten verwendet wird. Es gibt verschiedene Rezepturen, basierend auf Gelatine, Agar-Agar, Glukosesirup, Kondensmilch oder Sahne.
  • Zubereitung: Die Zubereitung erfordert präzises Arbeiten und die Einhaltung bestimmter Temperaturen.
  • Anwendung: Mirror Glaze wird idealerweise auf gefrorene Torten aufgetragen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die Oberfläche der Torte sollte eben sein und frei von Kondensat.
  • Temperaturkontrolle: Die Temperatur der Glasur ist entscheidend für die Konsistenz und das Ergebnis. Sie sollte zwischen 35°C und 40°C liegen.
  • Bläschen vermeiden: Bei der Herstellung und Anwendung sollte darauf geachtet werden, keine Luftbläschen in die Glasur zu bringen.
  • Lagerung: Reste der Glasur können im Kühlschrank aufbewahrt und wieder erwärmt werden.

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