Dubai Schokolade: Inhaltsstoffe und Herstellung

Die Dubai-Schokolade hat sich in kurzer Zeit von einer lokalen Spezialität zu einem weltweiten Hype entwickelt. Sie kombiniert cremige Pistazienfüllung mit knusprigen Kadayif-Fäden (auch Engelshaar genannt) und einer hochwertigen Schokoladenhülle, was Geschmack und Textur einzigartig macht.

Ursprung, Verbreitung und kreative Vielfalt

Der Name „Dubai Schokolade“ deutet darauf hin, dass sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten, insbesondere in Dubai, ihren Ursprung hat. Die Erfindung der Dubai-Schokolade wird Sarah Hamouda zugeschrieben, sie ist die Inhaberin des Unternehmens "Fix Dessert Chocolatier" in Dubai. „Can’t Get Knafeh of It“ wurde 2021 von Sarah Hamouda, der Gründerin von Fix Dessert Chocolatier, in Dubai entwickelt.

Nach Deutschland schwappte der Trend im Dezember 2023 und so richtig bekannt wurde die Süßigkeit im Herbst 2024. Influencer mit großen Follower-Zahlen sorgten für die weltweite Verbreitung. Influencer wie Sarah Hamouda haben dazu beigetragen, das Rezept zu verbreiten und zu popularisieren.

Es gibt keine einzige, offizielle Rezeptur für die Dubai Schokolade. Jeder Konditor oder Hobbykoch kann seine eigene Version mit verschiedenen Schokoladenarten, Nüssen und weiteren Zutaten kreieren. Inzwischen kursieren unzählige Rezepte im Internet und Youtuber erklären Schritt für Schritt, wie man die Schokolade selbst kreiert.

Dubai Schokolade mit Pistazien und Kadayif

Typische Zutaten - was steckt drin?

Die Zutatenliste bleibt insgesamt relativ überschaubar. Dubai-Schokolade ist Schokolade, die mit Pistaziencreme und Kadaifi gefüllt ist. Diese Füllung setzt sich vorwiegend aus Pistaziencreme und gerösteten, zerkleinerten Teigfäden (Kadayif) zusammen. Neben der Pistaziencreme und den dünnen Teigfäden ist häufig noch Sesam-Mus (Tahini) sowie Vollmilchschokolade enthalten.

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  • Schokolade: Vollmilch- oder Zartbitterschokolade bildet die Basis der Süßigkeit. Für das Originalprodukt wird Zartbitterschokolade verwendet; die Schoki für die Original-Süßigkeit kommt laut Berichten von der Firma Max Felchlin AG aus der Schweiz.
  • Pistaziencreme: Die wichtigste Zutat der Dubai-Schokolade. Die Creme verleiht der Füllung Farbe, Cremigkeit und Geschmack.
  • Kadayif (Engelshaar): Dünne Teigfäden aus Wasser und Mehl, geröstet für Knusprigkeit.
  • Tahini (Sesammus): Für eine leicht nussige Note in der Füllung; in manchen Rezepten wichtig für Geschmack und Textur.
  • Butter, Zucker und eventuell Milchprodukte: Häufig in handwerklicher Herstellung genutzt; in Dubai wird teilweise auch Kamelmilch verwendet.
  • Dekorative Zutaten: Weiße Schokolade zum Dekorieren, Lebensmittelfarbe für intensive grüne Füllungen und bunte Verzierungen.

Tipps zu alternativen und veganen Varianten

Wer veganen Ansprüchen genügen möchte, kann z. B. vegane dunkle Schokolade (mind. 70 % Kakao) und vegane weiße Schokolade verwenden, Kokosöl statt Butter zum Rösten der Kadayif-Fäden und ungesüßtes Pistazienmus als Basis der Füllung. Die veganen Varianten lassen sich nach dem gleichen Prinzip herstellen und bringen ein ähnliches Geschmackserlebnis.

Herstellung: Schritt-für-Schritt

Die Herstellung erfordert Sorgfalt, insbesondere beim Temperieren der Schokolade und beim Rösten der Kadayif-Teigfäden. Das Geheimnis für eine glänzende und knackige Schokolade liegt im richtigen Temperieren. Schokolade im Wasserbad schmelzen und auf 40 Grad erhitzen. Danach bis 28 Grad abkühlen lassen und nochmal bis 29.5 Grad im Wasserbad erwärmen. Jetzt in die Form gießen. 5 Min. ruhen lassen und dann für 30 Min. in den Kühlschrank. Jetzt die Füllung dazu und dann wieder 30 Min. in den Kühlschrank. Danach deckeln (also mit Schokolade abdecken) und wieder 30 Min. in den Kühlschrank stellen.

Eine gebräuchliche Rezeptfolge lautet:

  1. Kadayif vorbereiten: Kadayif-Teig zerkleinern, in Butter goldbraun rösten oder auf einem Backblech mit Butter beträufeln und im Ofen rösten, bis sie knusprig sind.
  2. Schokolade temperieren und Form auskleiden: Die Innenseite der Silikonformen großzügig mit temperierter Schokolade bestreichen oder die Form füllen und überschüssige Schokolade abgießen.
  3. Pistazienfüllung mischen: Geröstete Kadayif-Fäden mit gezuckerter Pistaziencreme und optional Tahini mischen, bis die Masse formbar ist.
  4. Füllen: Pistazienmischung in die Schokoladenform geben, gehackte Pistazien darüberstreuen und mit der restlichen temperierten Schokolade verschließen.
  5. Aushärten: Die Formen in den Kühlschrank stellen, bis die Tafeln vollständig fest sind, dann ausformen und schneiden.
Herstellung und Temperieren von Dubai Schokolade

Praktische Mengenangaben (Hausrezept, ca. 20 x 10 cm)

Zutat Menge (ca.)
Zartbitter- oder Vollmilchschokolade 100 g-300 g (je nach Schichten und Form)
Pistaziencreme (gezuckert) 80-100 g
Kadayif-Teigfäden (geröstet) 40-80 g
Pistazienstücke (geröstet, gesalzen) 40-60 g
Tahin (Sesammus) 1 TL-1 EL (optional)
Weiße Schokolade für Dekor 20-30 g

Warum die Kombination so reizvoll ist

Die Kombination des Fadenteigs und der Pistazien-Creme verleiht der Schokolade beim Aufbrechen ihr besonderes Aussehen. Diese Kombination aus weich und knackig ist etwas, das viele so noch nie probiert haben - und genau das macht den Reiz aus. Die bunte Verzierung trägt zusätzlich zur visuellen Attraktivität bei: Eine Besonderheit dieser Schokoladentafeln ist die bunte Verzierung.

Qualitätsfragen, Kennzeichnung und Verbraucherschutz

Trotz des Hypes gibt es erhebliche Qualitäts- und Kennzeichnungsprobleme bei Importprodukten. Im Dezember 2024 führte die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg eine Untersuchung von acht Proben „Dubai-Schokolade“ durch: Fünf Proben waren unterschiedliche Chargen eines Herstellers aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), drei stammten von verschiedenen Produzenten aus der Türkei. Dabei wurde der Einsatz von Palmöl anstelle von Kakaobutter in den VAE-Proben beanstandet, was eine Verbrauchertäuschung darstellt, da das Produkt nicht den rechtlichen Anforderungen für Schokolade entspricht. Zudem enthielten die VAE-Proben herstellungsbedingte Verunreinigungen, was ihre Eignung für den menschlichen Verzehr in Frage stellt. In den Proben aus der Türkei wurde nicht deklarierter Sesam nachgewiesen, was für Personen mit Sesamallergie ein Gesundheitsrisiko darstellt. Fast alle untersuchten Proben enthielten zudem künstliche Farbstoffe, die einen höheren Anteil an hochwertigen Zutaten vortäuschten.

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Was genau in einer Schokolade drinstecken darf, ist genau geregelt. Und zwar in der so genannten Kakaoverordnung. Laut dieser Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten - die günstiger sind - sind keine Schokolade. Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden. Der Verdacht auf eine Aflatoxin-Höchstgehaltsüberschreitung habe sich bestätigt.

Weitere Untersuchungen zeigten: In mehreren Proben wurden herstellungsbedingte Kontaminanten wie 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester nachgewiesen; neun von 32 Proben überschritten den gesetzlich festgelegten Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester deutlich. Vermutlich gelangten die gesundheitlich bedenklichen Stoffe über verunreinigtes Palmöl in die „Dubai-Schokolade“.

Bei 32 untersuchten Proben wurde außerdem festgestellt, dass die Hüllen von zwölf Proben nicht aus Schokolade bestanden, obwohl im Zutatenverzeichnis Milchschokolade oder Bestandteile von Milchschokolade aufgeführt waren. Viele Proben wiesen Kennzeichnungsmängel auf: Bei 34 „Dubai-Schokoladen“ waren Kennzeichnungsmängel vorhanden. Zudem wurde in zahlreichen Proben nicht deklarierter Sesam nachgewiesen; bei einigen Proben lagen die Sesam-Gehalte im Bereich mehrerer Prozent, was für Sesamallergiker gefährlich ist.

Verbrauchertipps

  • Achte auf die Mengenangaben für Pistazien im Zutatenverzeichnis. Wenn Pistazie hervorgehoben wird, muss der tatsächliche Anteil nachvollziehbar sein.
  • Prüfe die Deklaration auf pflanzliche Fette: Nur Kakaobutter und bestimmte, gekennzeichnete pflanzliche Fette sind zulässig.
  • Menschen mit Sesamallergie sollten vorsichtshalber auf den Verzehr verzichten, wenn Sesam nicht klar deklariert ist.
  • Bei auffälligen Preisen und extremer Werbung lieber auf renommierte Hersteller und Prüfsiegel achten.

Nachhaltigkeitsfragen: Pistazienanbau und Umwelt

Bei den ganzen Trends stellt sich die Frage, was der steigende Pistazien-Konsum für die Umwelt bedeutet. Pistazien sind ein klassisches Importgut z. B. aus dem Iran, Kalifornien, Spanien oder der Türkei. Die Nachfrage weltweit ist groß und steigend. Dies wiederum verlangt nach mehr Anbauflächen. Pistazienbäume sind zwar anpassungsfähig und trockenresistent, allerdings benötigen die Plantagen viel Wasser. Die Bewässerungsmenge an den Anbauorten übertrifft sogar die der wasserintensiven Kulturen von Avocados und Mandeln. Im Iran wird hierfür auch das Grundwasser abgepumpt, was zu regelrechten Wasserkrisen führt.

Hinzu kommt noch der Anbau als Monokulturen und der damit verbundene Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden sowie die langen Transportwege des begehrten grünen Schatzes. Dadurch bekommt die leckere Pistaziencreme der überteuerten Dubai-Schokolade einen weiteren, wahrlich bitteren Beigeschmack.

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Ernährungsaspekte - gesund oder nicht?

Ist die Dubai-Variante gesünder als normale Schokolade? Das lässt sich pauschal nicht beantworten, es kommt auf das Rezept bzw. die Inhaltsstoffe an. Greift man z. B. zu einer Schokolade mit hohem Kakaoanteil, reduziert sich der Zuckergehalt entsprechend. Pistaziencreme kann generell gesunde Fette und Proteine enthalten, wobei die Dubai-Schokolade häufig nicht mehr als 10 Prozent davon enthält. Die in Fett gebratenen Teigfäden sind eher ungesund. Die Zufuhr an Kalorien, Zucker und Fetten unterscheidet also auch bei dieser Schokoladenvariante nicht groß von anderen.

Dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 85 % gilt hingegen als gesünder - in Studien zeigt der regelmäßige Verzehr u. a. positive Effekte auf den Cholesterinspiegel. Hier fehlen allerdings die aufregende Vermarktung und die geschmackliche Variation.

Do-it-yourself: Dubai-Schokolade selber machen

Warum teuer kaufen, wenn man das kulinarische Erlebnis auch relativ einfach zuhause selbst herstellen kann? Die Herstellung zuhause lohnt sich: Mit etwas Geduld entsteht ein Ergebnis, das die Mühe wert ist. Unser Tipp: Experimentiere ruhig mit verschiedenen Schokoladensorten und Nüssen. So kreierst du deine ganz persönliche Dubai-Schokolade. Besonders gut hat uns die Zubereitung mit weißer Schokolade geschmeckt, die exzellent mit den Pistazien harmoniert.

Kurzanleitung:

  1. Schokolade temperieren und Formen vorbereiten.
  2. Kadayif in Butter goldbraun rösten.
  3. Pistaziencreme mit Kadayif und optional Tahini mischen.
  4. Schichten: Schokolade - Füllung - Schokolade.
  5. Aushärten lassen, ausformen und servieren.
Do-it-yourself Dubai Schokolade Zubereitung

Warum Vorsicht geboten ist - Markt, Preise und Marketing

Der Markt mit der exotischen Schokolade boomt und ist im Grunde ein ausgeklügelter Marketingtrick. Die geschickt vermarktete Schokolade hat ihren Preis - um die 15 Euro kostet das begehrte Stück. Und an diesen Kosten setzt die Kritik der Verbraucherschützer an. Die Hersteller nutzen den Hype, um die eigene Schokolade teuer zu vermarkten. Die sehr hohen Preise sind unserer Meinung nach in keinem Fall gerechtfertigt.

Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie ist der Meinung, dass als „Dubai-Schokolade“ bezeichnete Schokoladenerzeugnisse auf der ganzen Welt hergestellt werden dürfen. Laut dem Deutschen Patent- und Markenamt gab es im Dezember 2024 zahlreiche Markenanmeldungen, die den Begriff „Dubai“ in Verbindung mit Süßwaren nutzten. Inzwischen sind weitere Unternehmen auf den Trend aufgesprungen und vermarkten hierzulande Alternativen z. B. in Supermärkten.

Fazit zur Auswahl und Empfehlung

Dubai Schokolade bietet ein besonderes Genusserlebnis: die Harmonie von reicher Schokolade, cremiger Pistazienfüllung und knusprigem Kadayif. Beim Kauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch kritisch prüfen, ob es sich um echte Schokolade handelt, welche Fette verwendet wurden, wie hoch der Pistazienanteil ist und ob Allergene korrekt deklariert sind. Wer sicher sein möchte, empfiehlt sich handwerklich hergestellte Varianten von renommierten Chocolatiers oder die eigene Zubereitung zuhause.

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