Dubai Schokolade, Royal Donuts und die Hintergründe des viralen Food-Trends
Nicht nur eine Schokolade, sondern eine Obsession - für manche Menschen zumindest. Seit einigen Wochen sorgt die sogenannte „Dubai Schokolade“ im Internet für Furore. Der Preis ist mit rund 15 Euro hoch, die Nachfrage aber höher. Das steckt hinter und in der Luxus-Nascherei.
Was macht die Dubai-Schokolade so besonders?
Schokolade, Pistazie und Engelshaar - diese drei Zutaten haben als Dubai-Schokolade weltweit einen wahren Hype ausgelöst. Die Schokolade selbst, wie der Name bereits verrät, kommt aus Dubai. Hier vertreibt die Manufaktur namens "Fix Dessert Chocolatier" die Tafeln. Unternehmensgründerin Sarah Hamouda gilt als Erfinderin. Sie hat sich das Rezept während ihrer Schwangerschaft ausgedacht, wie sie berichtet. In Dubai kostet die Schokolade umgerechnet knapp 17 Euro. Das Original gibt es nur in Dubai zu kaufen, jeden Tag eine limitierte Anzahl an Tafeln für mehr als 15 Euro das Stück.
Die Dubai-Schokolade stammt ursprünglich vom Unternehmen Fix Dessert Chocolatier, das sie seit 2021 in Dubai anbietet. Die Idee kam ihr während ihrer zweiten Schwangerschaft, als sie nichts fand, das ihren Heißhunger stillte, wie Hamouda selbst auf der Instagram-Seite ihres Unternehmes erzählt. Die Luxus-Nascherei wurde zum Klick-Hit in den sozialen Medien. Und alle wollen sie nachmachen.
Aufbau und typische Zutaten
Die Schokolade ist gefüllt mit Pistaziencreme und Kadayif (Teigfäden, die man vom türkischen Gebäck Baklava kennt). Die Zutatenliste: Neben Vollmilchschokolade braucht man Pistazien-Creme, Sesammuß (Tahini) und Kadayif-Fäden aus Teig, die man auch im türkischen Gebäck Baklava findet. Das Engelshaar, wie Kadayif-Fäden auch genannt werden, wird klein geschnitten und in einer Pfanne in Butter geröstet. Danach kommen Pistazien-Creme und Tahini dazu. Die Schokolade wird nur noch damit gefüllt und wandert in den Kühlschrank.
Wichtig für den Geschmack sei auch, dass eine Edelvollmilchschokolade genommen werde. Sie wird geschmolzen und in Form gebracht. „Man beißt, es cruncht, man knackt die Schokolade auf“, sagt Aiweimer. Die Schokolade sei so besonders, weil sie gleich mehrere Sinne anspreche. Geröstetes Engelshaar sorgt für die richtige Konsistenz. Das ist das Geheimnis, dass es später schön knackt, weiß eine 12-Jährige, die mit Freundinnen die Schokolade selbst herstellte.
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Herstellungsablauf (kurz beschrieben)
- Die Schokolade wird geschmolzen und eine dünne Schicht in eine Form gegossen.
- Engelshaar wird klein geschnitten und in Butter geröstet.
- Pistazien-Creme und ggf. Tahini werden mit dem Engelshaar vermischt und als Füllung auf die Schokolade gegeben.
- Eine weitere Schicht Vollmilchschokolade folgt obendrauf und das Ganze kühlt aus.
- Viele im Internet garnieren die Tafel oben noch mit bunten Schokoladenspritzern oder gehackten Pistazien.
Warum wurde die Dubai-Schokolade zum globalen Hype?
Das Netz ist verrückt nach der Dubai-Schokolade. Über Social Media hat sich die Schokolade - gefüllt mit Pistaziencreme und Kadayif - wie ein Lauffeuer verbreitet. Das Video einer Influencerin aus den USA, die die Dubai-Schokolade testet, wird mehr als 80 Millionen Mal aufgerufen. Menschen filmen sich dabei, wie sie die Packungen in Kleinstarbeit auseinanderfriemeln oder ungeduldig zerreisen, um an die Schokolade zu gelangen. Wenn die dann noch ordentlich knackt und cruncht, kann man sich vieler Likes sicher sein.
Marktforscher: Konsumenten sehnen sich nach "exklusiven Genussmomenten". Der Hype um das Produkt sei "angetrieben durch den starken Einfluss der sozialen Medien und die wachsende Sehnsucht bestimmter Konsumentengruppen nach exklusiven Genussmomenten und ihrer starken Trend-Orientierung", erklärt Tim Gensheimer, Markt- und Sozialforscher am SINUS-Institut. Soziale Medien wirken dabei als Katalysator. Innerhalb weniger Tage erreiche ein Trend weltweit Konsumenten, "die immer auf der Suche nach dem nächsten großen Genusserlebnis sind". "Ohne Social Media wäre dieser rasante Erfolg undenkbar", so Gensheimer.
Preise, Verfügbarkeit und Kritik
Ist der Preis gerechtfertigt? Sie ist heiß begehrt, kostet aber ein kleines Vermögen: Die Rede ist von Dubai-Schokolade. Der Preis ist mit rund 15 Euro hoch, die Nachfrage aber höher. Die Zutat, für die die Hersteller besonders tief in die Tasche greifen müssten, sei die Pistazien-Creme, sagt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale. Die Verbraucher sollten daher genau hinschauen, wie viel Pistazie wirklich in dem Produkt drinstecke. Denn mit den anderen Zutaten sei der Preis nicht zu erklären: „Durch die sozialen Medien ist das Thema Dubai-Schokolade gerade ganz präsent.“
Für den hohen Preis seien Handarbeit und relativ teure Rohstoffe wie Pistazien und Fair-Trade-Schokolade verantwortlich, erklärt Food-Bloggerin Kiki Aiweimer. Günstigere Cremes haben oft einen niedrigeren Pistazienanteil und enthalten einen hohen Anteil pflanzlicher Öle. Daher empfiehlt es sich auch, zu schauen, wie viel Pistazie in einer Creme wirklich drinsteckt. Die Pistaziencreme ist in vielen Supermärkten in der Region ausverkauft; die Rohstoffe für die Dubai-Schokolade seien kaum lieferbar, die Nachfrage deutlich höher als das Angebot.
DIY: Dubai-Schokolade und Donuts zu Hause
Wer die Schokolade kosten, aber nicht darauf warten oder so viel Geld dafür bezahlen will, kann sie sich auch selbst zu Hause machen - dafür braucht es nur wenige Zutaten. Im Internet kursieren zig Anleitungen (hier etwa von Dr. Oetker) dazu mit Millionen Aufrufen. Wer die Schokolade selbst herstellt, braucht neben Vollmilchschokolade Pistaziencreme, Sesammuß (Tahini) und Kadayif-Fäden.
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Viele im Internet garnieren die Tafel oben noch mit bunten Schokoladenspritzern. Hannah und Lea aus Nürnberg zeigen Schritt für Schritt, wie sie die Schokolade herstellen: Sie schmelzen die Schokolade, gießen eine dünne Schicht in die Form, rühren Pistaziencreme mit geröstetem Kadayif und füllen die Tafel, bevor sie eine zweite Schicht Schokolade auftragen.
Dubai-Schokolade-Donuts: Trendvariante von Bäckereien und Ketten
Ein Trend geht in die nächste Runde: Nachdem die Dubai-Schokolade die sozialen Netzwerke und deren Nutzer im Sturm eroberte und plötzlich überall Engelshaar und Pistaziencreme ausverkauft war, sprießen nun zahlreiche Ideen aus dem Boden, was man aus dem kulinarischen Highlight noch alles zaubern kann. In Berlin haben wir diese Dubai-Schokolade-Donuts in einem Café entdeckt und uns gedacht: Das können wir auch!
Gefüllte Dubai-Schokolade-Donuts: einfach nur lecker. Beginnen wir von vorne: Zunächst starten wir mit den Donuts selbst. Dafür bereiten wir einen Hefeteig vor, der zwar eine Weile gehen muss, aber insgesamt nicht schwer gemacht ist. Nach etwas mehr als einer Stunde haben wir zwölf runde Teiglinge, die wir in Öl frittieren und anschließend gut abtropfen lassen. Für die Füllung der Dubai-Schokolade-Donuts nehmen wir fertige Pistaziencreme. Wir geben sie in eine Spritztüte, denn damit können wir sie ganz leicht in die fluffigen Donuts füllen. Danach lassen wir Kuvertüre über einem Wasserbad schmelzen, verrühren sie dabei mit Schlagsahne und bestreichen damit die nun gefüllten Donuts. Abschließend benötigen wir nur noch Engelshaar, das du auch unter dem Namen Kadayif findest. Wir hacken die Teigfäden, braten sie in Butter und streuen sie gemeinsam mit gehackten Pistazien über die noch feuchte Schokoglasur.
| Komponente | Typische Zutaten |
|---|---|
| Schokoladentafel | Vollmilchschokolade, Pistaziencreme, geröstetes Kadayif, Tahini |
| Donut-Variante | Hefeteig-Donut, Pistaziencremefüllung, Kuvertüre, geröstetes Engelshaar, gehackte Pistazien |
| Toppings | gehackte Pistazien, weiße Schokolade, Schokospritzer |
Kommerzielle Adaptionen: Royal Donuts, McDonald's und Marken
Nicht nur Kikis Kitchen bietet den viralen Schoko-Hit an, auch andere Anbieter sind auf dem Markt - auch mit relativ teuren Tafeln. Der Schokoladenhersteller Lindt ist auf den Food-Trend aufgesprungen und verkauft den Porsche unter den Schokoladen nun für stolze 14,99 Euro in wechselnden deutschen Großstädten. Die Nachfrage habe sich wie ein Lauffeuer verbreitet, sagt Aiweimer. „Jeder will mal probieren.“
McDonald’s Österreich sorgt für Aufsehen mit einer süßen Innovation: Der Dubai Chocolate Donut verbindet Luxus und Geschmack zu einem unwiderstehlichen Highlight. Inspiriert vom weltweiten Hype um Dubai-Schokolade, bringt der Donut orientalisches Flair direkt in die heimischen Restaurants - aber nur für kurze Zeit. Der Donut ist gefüllt mit einer cremigen Pistazien-Kadaifi-Mischung und veredelt mit gehackten Pistazien, bietet der Donut einen Hauch von Luxus im typischen „Mäcci-Style“.
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Zur Premiere holt das Fast-Food-Unternehmen den heimischen Musiker und Influencer Money Boy ins Boot. Als offizieller Donut-Ambassador bringt er den Dubai-Vibe ins dazugehörige Musikvideo - inklusive Crew, Corvette und einer ordentlichen Portion Bling-Bling. „Keiner verkörpert den Dubai-Style besser als ‚Donut Don‘ MBeezy. Gemeinsam mit unseren Gästen drehen wir im Dezember noch einmal richtig auf“, so Reka Vass, Head of Marketing bei McDonald's Österreich.
Der "Dubai Chocolate Donut" ist ab sofort in allen heimischen McDonald’s Restaurants verfügbar - solange der Vorrat reicht. Der "Dubai Chocolate Donut" punktet mit einer crunchy Pistazien-Kadaifi-Füllung sowie geraspelten Pistazienstücken. Die Namensgebung wird dabei als Hommage an die derzeit wohl beliebteste Schokolade der Welt gesehen.
Nachhaltigkeit, Herkunft und Verbraucherschutz
Günstig ist aber auch die eigene Herstellung nicht. Vor allem für die Pistaziencreme muss man je nach Hersteller tiefer in die Tasche greifen. Günstigere Cremes haben oft einen niedrigeren Pistazienanteil und enthalten einen hohen Anteil pflanzlicher Öle. Daher empfiehlt es sich auch, zu schauen, wie viel Pistazie in einer Creme wirklich drinsteckt. Fair gehandelte Produkte: Wie vertrauenswürdig sind Fair-Trade-Siegel? Die Verbraucher sollten daher genau hinschauen, wie viel Pistazie wirklich in dem Produkt drinstecke.
Die Zutat, für die die Hersteller besonders tief in die Tasche greifen müssten, sei die Pistazien-Creme, sagt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale. Für den hohen Preis seien Handarbeit und relativ teure Rohstoffe wie Pistazien und Fair-Trade-Schokolade verantwortlich, erklärt Aiweimer. Ob sich der Hype auf Dauer halten kann, bleibt nach Auffassung von Gensheimer abzuwarten. Entscheidend für die Nachhaltigkeit des Trends werde sein, ob das Geschmackserlebnis die hohen Erwartungen erfüllt.
Menschen und Geschichten hinter dem Trend
Zu den Expertinnen im Hinblick auf Dubai-Schokolade gehört Food-Bloggerin Kiki Aiweimer. Sie habe die Schokolade Anfang des Jahres auf einer Reise in Dubai entdeckt, berichtet die Unternehmerin, die ihre eigene Dubai-Schokolade unter ihrer Marke Kikis Kitchen vertreibt. Die Nachfrage sei hoch, die Wartezeiten entsprechend lang. In den arabischen Emiraten sei diese Art von Schokolade schon länger bekannt.
Hannah und Lea aus Nürnberg sind dem Food-Trend verfallen. Die beiden Schülerinnen, die ansonsten gern backen, versuchen sich als Chocolatiers. Sie zeigen, wie sie die Schokolade schmelzen, Füllung einbringen und Engelshaar rösten. Lea und Hannah sind vor allem mit dem Geschmack ihrer Variante zufrieden: "schön crunchy und sehr lecker" - ist ihr klares Urteil.
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