Dubai Schokolade im Test: Trend mit Schattenseiten

Die Dubai Schokolade, ein viraler Trend, der seit mehr als einem Jahr anhält, verspricht eine exquisite Kombination aus frischer Pistaziencreme, knusprigen Kadayif Teigfäden und edler Milchschokolade. Mittlerweile gibt es Dubai-Kuchen, Dubai-Energydrinks, Dubai-Waffeln und noch so einiges mehr. Doch hält die Realität dem Hype stand? Stiftung Warentest hat sechs Dubai Schokoladen getestet und dabei überraschende Ergebnisse erzielt.

Schadstoffbelastung und Falschdeklarationen

Der Testbericht (Heft 04/2025) deckte eine hohe Belastung mit Schadstoffen bei der Hälfte der Schokoladen auf. Bei einer Marke wurden sogar Schimmelpilze festgestellt. Die Tester wiesen in den zwei Schokoladen aus Dubai von den Marken Fex Dessert und Le Damas die Fettschadstoffe 3-Monochlorpropandiol- und Glycidyl-Ester nach, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Diese Stoffe kommen häufig in raffiniertem Palmöl vor, das zur Produktion der Schokolade genutzt wird. Bei der Schokolade der Marke Le Damas konnten zudem auch Schimmelpilzgifte nachgewiesen werden.

Ein weiteres Problem im Labor: Bei vier der sechs getesteten Schokoladen fehlten Hinweise zu Zusatzstoffen oder Allergikerwarnungen. Auch waren teilweise die Zutatenlisten und Nährwert-Angaben inkorrekt. Mit diesen Falschdeklarierungen hätten diese vier Sorten eigentlich nicht in Deutschland verkauft werden dürfen.

Geschmackstest: Enttäuschung statt Genuss

Die Dubai Schokolade enthält eine Füllung aus Pistazien und ausgebackenen Teigfäden - Engelshaar genannt. Laut Testern hatte auch nur eine der sechs Schokoladen einen wirklichen Pistaziengeschmack: Die Sorte von Le Damas. Die anderen schmeckten eher allgemein nussig, Chocovia nach Nugatcreme und Muya erinnerte an Spekulatius. Ansonsten bestand die Füllung der Schokoladen hauptsächlich aus Zucker und Pflanzenöl, teilweise waren auch Aroma- und Farbstoffe enthalten.

Warnungen und Untersuchungen

Dubai-Schokolade ist ein Trend - aber einzelne importierte Proben fielen bereits in Laboren negativ auf. "Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von Dubai-Schokolade alles gefunden. In jeder von acht Proben des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Stuttgart seien Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett festgestellt worden. Das CVUA Stuttgart prüfte Dubai-Schokolade in Zusammenarbeit mit den CVUAs Freiburg und Sigmaringen. In den drei türkischen Proben sei nicht deklarierter Sesam enthalten gewesen. Für Sesam-Allergiker sei dies gesundheitsschädlich. Außerdem seien die Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht für den menschlichen Verzehr geeignet, weil sie herstellungsbedingte Verunreinigungen enthielten.

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Mit einem kurzfristigen Sonderprogramm sollen nun in ganz Baden-Württemberg Proben von Dubai-Schokolade aus Drittländern und in der EU hergestellte Produkte aus dem Handel zur Untersuchung am CVUA Stuttgart erhoben werden. Von einheimischen kleinen Herstellern, Konditoreien und Confiserien produzierte Ware werde ebenfalls berücksichtigt. Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden, sagte Hauk. Der Verdacht auf eine Aflatoxin-Höchstgehaltsüberschreitung habe sich bestätigt. Die Ware sei bis zur endgültigen Ergebnisermittlung gesperrt.

Preis und Qualität: Ein Missverhältnis

Die für den Test untersuchten Schokoladen kosten zwischen rund 7 und 25 Euro je 100 Gramm - und damit teils mehr als zehnmal so viel wie herkömmliche Tafeln. Die Tester sind eindeutig: Keine der getesteten Dubai-Schokoladen bietet herausragende Qualität oder besondere Geschmackserlebnisse, die die teilweise enormen Preise rechtfertigen würden (mehr News zu Supermärkten und Discountern bei RUHR24).

Die Stiftung Warentest wollte wissen, ob sich der Trend nicht nur für Hersteller und Händler, sondern auch für Kundinnen und Kunden lohnt. Sie hat sechs verschiedene Tafeln Dubai-Schokolade ins Labor geschickt. »Herausragende Qualität oder besondere Geschmackserlebnisse, die die teilweise hohen Preise rechtfertigen, bietet keine der Dubai-Schokoladen im Test . Im Gegenteil: Die beiden Schokoladen aus Dubai waren sogar deutlich mit Schadstoffen belastet. Die anderen vier waren zwar in puncto Schadstoffe unauffällig, aber kulinarisch keine Besonderheit«, lautet das Urteil der Stiftung Warentest.

Die Kakaoverordnung und ihre Bedeutung

Wo Schoko draufsteht, muss noch lange keine Schokolade drin sein! Was genau in einer Schokolade drinstecken darf, ist genau geregelt. Und zwar in der so genannten Kakaoverordnung. Laut dieser Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein. Kakaotrockenmasse ist das, was entsteht, wenn Kakaobohnen gepresst werden: also Kakaopulver und Kakaobutter. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten - die günstiger sind - sind keine Schokolade.

Ergebnisse der Stichprobenuntersuchung in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg hat kürzlich eine umfassende Kontrolle von Dubai-Schokolade durchgeführt, die Ende 2024 bereits in einer ersten Stichprobe durchgefallen war. Insgesamt wurden 30 Proben von Dubai-Schokolade untersucht. Darunter befanden sich sowohl Importwaren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei und Jordanien als auch Produkte kleinerer Hersteller aus Baden-Württemberg und anderen EU-Staaten.

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Gefährliche Verunreinigungen in einigen Dubai-Schokoladen entdeckt

Neben gefährlichen Substanzen enthalten einige Dubai-Schokoladen nicht gekennzeichnete Inhaltsstoffe wie Sesam. Lebensmittelwarnung Erschreckend ist, dass vier Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen herstellungsbedingter Verunreinigungen als „nicht für den menschlichen Verzehr geeignet“ eingestuft wurden. Zudem wurden in mehreren Proben gefährliche Substanzen wie Aflatoxin B1, ein Schimmelpilzgift, gefunden. Die Produktwarnungen sind über die Seite "Lebensmittelwarnung" abrufbar.

Besonders besorgniserregend ist der hohe Anteil an nicht deklariertem Sesam in Produkten aus der Türkei und den Niederlanden, der insbesondere für Sesam-Allergiker gefährlich sein kann.Darüber hinaus enthielten sieben der Proben Fremdfett statt echter Schokolade, was nicht nur eine Verbrauchertäuschung darstellt, sondern auch gesundheitliche Risiken mit sich bringt.

Maßnahmen zur Verbrauchersicherheit

Die Untersuchungen wurden vom Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart in Zusammenarbeit mit den Labors in Freiburg und Sigmaringen durchgeführt. Auch in Zukunft wird die Dubai-Schokolade weiterhin überwacht, um die Sicherheit für Verbraucher zu gewährleisten.

Fazit: Vorsicht beim Kauf von Dubai Schokolade

Der Test der Stiftung Warentest und die Untersuchungen in Baden-Württemberg zeigen, dass beim Kauf von Dubai Schokolade Vorsicht geboten ist. Viele Produkte sind mit Schadstoffen belastet, falsch deklariert oder enthalten minderwertige Zutaten. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf klassische Pistazienschokolade zurückgreifen oder die Dubai Schokolade einfach selbst herstellen.

Die Ergebnisse decken sich mit vorherigen Analysen des Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart sowie des Landesamtes für Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen. Bei der Untersuchung in Nordrhein-Westfalen waren 13 Prozent der importierten Produkte belastet. Auch die Kennzeichnung wurde bereits damals bemängelt. Das trifft auf die von der Stiftung Warentest untersuchten Produkte nicht zu. Alle bestanden aus Schokolade und enthielten maximal knapp 20 Prozent Pistazien.

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Die Zutaten und ihre Bedeutung

Die Pistaziencreme ist das Teuerste an der Schokolade. Günstigere Produkte haben daher oft einen geringen Pistazienanteil in der Creme. Sie ist neben den goldgelben Teigfäden - auch Engelshaar, Kadayif oder Kataifi genannt - die kennzeichnende Zutat von Dubai-Schokolade. Die Teigfäden geben der Schokolade den typischen Crunch. Sie werden meist mit geklärter Butter vermengt oder bestrichen und dann ausgebacken.

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