Dubai-Schokolade: Inhaltsstoffe, gesundheitliche Bedenken und Prüfberichte

Dubai-Schokolade ist ein viraler Trend: Voluminöse Riegel mit einer grünen Pistaziencreme und dünnen Teigfäden (Kataifi/Engelshaar) als Füllung werden in sozialen Medien gefeiert. Gleichzeitig sorgten erste Lebensmitteluntersuchungen für Aufsehen, denn bei importierten Proben aus Drittländern wurden mehrfach Verunreinigungen, Kennzeichnungsmängel und gesundheitlich bedenkliche Stoffe festgestellt.

Was ist Dubai‑Schokolade und warum ist sie so beliebt?

Die voluminösen, 200 Gramm schweren Riegel bestechen durch eine Füllung aus dünnen Teigfäden (auch Kadayif oder Engelshaar genannt) und einer Creme aus Pistazien. Unverzichtbare Zutaten sind (neben Schokolade natürlich) in Öl gebratenes Engelshaar, Pistaziencreme oder -mus sowie Tahin (Sesampaste). Die originale „Dubai Schokolade“ kommt aus Dubai; ihre Manufaktur „Fix Dessert Chocolatier“ wurde bereits 2021 gegründet. Viral ging ihre süße Kreation hierzulande allerdings erst dieses Jahr.

Dubai-Schokolade aufgebrochen: grüne Pistazienfüllung

Positive Aspekte der Zutaten

  • Pistazien liefern Vitamin B6, Antioxidantien und gesunde Fette.
  • Tahini (Sesampaste) fügt Kalzium und Eisen hinzu.
  • Anders als die in Vollmilchschokolade verwendete Kakaobutter enthalten Pistaziencreme und Tahini mehr ungesättigte Fette, und diese wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus.

Ernährungswert und NutriScore‑Hinweise

Dubai Schokolade hat einen hohen Energiegehalt: Mit 540 Kalorien pro 100 g ist Portionskontrolle für bewussten Genuss unerlässlich. Ein einzelnes Stück (40 g) enthält ungefähr 210 Kalorien. Die Kalorien stammen hauptsächlich aus Fetten (34 g/100 g) und Kohlenhydraten (52 g/100 g), wobei Pistazien, Tahini und Milchschokolade die Hauptbeiträge leisten.

Nährstoff (pro 100 g)Dubai SchokoladeBemerkung
Kalorien540 kcalHoher Energiegehalt - nur gelegentlich genießen
Fett34 gMehr ungesättigte Fette durch Nüsse und Tahini
Zucker40 gKann Blutzucker schnell ansteigen lassen
Protein9 gBeitrag durch Nüsse und Milchbestandteile

Bekannte gesundheitliche Vorteile und Einschränkungen

Dubai-Schokolade punktet wie erwartet mit mehr ungesättigten Fetten im Vergleich zu manchen klassischen Vollmilchschokoladen. Wer also Fan von Pistazien ist, kann durch das Trend-Food zumindest gesundheitlich günstigere Fette zu sich nehmen, als es durch die Vollmilchvariante geschehen würde. Dubai-Schokolade den Stempel „gesund“ zu geben, wäre jedoch zu viel des Guten. Sie ist ebenso wie eine Vollmilchschokolade reich an Kalorien, Fett und Zucker. Insgesamt gilt: Genieße in kleinen Portionen (20-40 g) als Teil einer ausgewogenen Ernährung.

Allergene und Kennzeichnung

Dubai Schokolade enthält mehrere häufige Allergene: Nüsse (Pistazien), Milchprodukte (Milchschokolade, Butter), Gluten (Weizenmehl in Kataifi), Sesam (Tahini) und Soja (Lecithin). Warnung: Einige importierte Riegel können nicht deklarierte Allergene haben. Überprüfe immer die Etiketten und kaufe von seriösen Quellen.

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Lebensmittelprüfungen: Ergebnisse und Bedenken

Erste Lebensmitteluntersuchungen der recht teuren Schokolade sind bedenklich. Dubai-Schokolade ist im Trend. Nun sind einige importierte Proben bei Tests staatlicher Lebensmittelprüfer negativ aufgefallen. Das zeigen erste Ergebnisse von Tests des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart (CVUA). In acht von acht Proben des CVUA seien Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett festgestellt worden.

Fünf Proben entstammen unterschiedlichen Chargen vom selben Hersteller aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, drei Proben von verschiedenen Herstellern aus der Türkei. In den drei türkischen Proben sei nicht deklarierter Sesam enthalten gewesen. Insbesondere für Sesam-Allergiker ist dies gesundheitsschädlich. Die fünf Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten enthielten dagegen Fremdfett statt echter Schokolade: ein klarer Fall von Verbrauchertäuschung.

Abgesehen davon waren die Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ohnehin nicht für den menschlichen Verzehr geeignet, weil sie herstellungsbedingte Kontaminanten enthalten. Besonders besorgniserregend sei die doppelte Überschreitung des Höchstwertes für Glycidyl-Fettsäureester. Der Kontaminant gilt als „wahrscheinlich krebserregend“, weshalb die betroffenen fünf Proben als „nicht sicher“ beurteilt wurden. Vermutlich sind diese gesundheitlich bedenklichen Stoffe über verunreinigtes Palmöl in die Dubai-Schokolade gelangt. Palmöl ist besonders anfällig für die Bildung von 3‑MCPD‑ und Glycidylfettsäureestern.

Fast alle Proben haben mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an wertgebenden Zutaten vorgetäuscht. In den Füllungen wird durch die Farbstoffe ein höherer Anteil an wertgebenden Zutaten (Pistazien, Erdbeer) vorgetäuscht. Sieben Proben enthalten nicht deklarierte künstliche Farbstoffe in den streifenförmigen Dekorierungen auf der braunen Tafel und in den Füllungen.

Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden. Der Verdacht auf eine Aflatoxin-Höchstgehaltsüberschreitung habe sich bestätigt. Aflatoxine wirken stark leberschädigend. Die Ware sei bis zur endgültigen Ergebnisermittlung gesperrt.

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Laboruntersuchung von Schokoladenproben

Amtliche Maßnahmen und Sonderprogramm

Mit einem kurzfristigen Sonderprogramm sollen nun landesweit Proben von Dubai-Schokolade aus Drittländern und in der EU hergestellte Produkte aus dem Handel zur Untersuchung am CVUA Stuttgart erhoben werden. Das Ziel ist dabei, die landesweiten Angebote an Dubai‑Schokolade aus Drittländern und der EU zu überprüfen und unter die Lupe zu nehmen. Von einheimischen kleinen Herstellern, Konditoreien und Confiserien produzierte Ware werde auch berücksichtigt.

Das Verbraucherschutzministerium hat sowohl Importware als Proben der Schokolade mit Fadennudeln, als auch Pistaziencremes von Herstellern aus Baden-Württemberg kontrollieren lassen. Die untersuchten Pistaziencremes schnitten anders als die "Dubai‑Schokolade" positiv ab.

Verbrauchertäuschung, Kennzeichnung und Shop‑Praxis

Inakzeptabel: Auf Dubai-Chocolate.com bewirbt der Händler Dubai Schokolade als „Das Original“ und mit „feinsten Zutaten“. Eine Zutatenliste ist im Shop nicht auffindbar. Die Zutatenliste der bestellten Schokolade steht jedoch eindeutig im Widerspruch zur vollmundigen Werbung im Online-Shop: So enthält die „Schokolade“ beispielsweise gehärtetes Pflanzenfett, die Pistaziencremefüllung unter anderem einen Azofarbstoff.

Die Zutaten der bestellten „Dubai Schokolade - das Original“ sind eine komplette Enttäuschung: Gehärtetes Palmöl und Farbstoffe haben in der „Dubai Schokolade“, die als Original und mit feinsten und authentischen Zutaten beworben wird, nichts zu suchen. Auf der Rückseite der bestellten Ware kennzeichnet der Anbieter 10 bis 12 Prozent Kakaopulver und als fetthaltige Zutat ausschließlich „vollständig gehärtete Pflanzenöle (Palmöl)“. Die gelieferte Ware passt ganz und gar nicht zur vollmundigen Werbung. Die Zutaten auf der rückseitigen Verpackung zeigen: Es ist überhaupt keine Schokolade, weil sie nur ein Drittel der erforderlichen Kakaoerzeugnisse enthält und statt Kakaobutter Palmöl.

Sicherheits‑ und Verbrauchertipps

  • Prüfe vor dem Kauf Zutatenliste und Herstellerangaben und kaufe bei seriösen Händlern.
  • Achte auf deklarierte Allergene - insbesondere bei Sesam‑Allergie können nicht deklarierte Produkte gefährlich sein.
  • Lagere Schokolade kühl, trocken und lichtgeschützt; nach dem Öffnen innerhalb von 1-2 Wochen verbrauchen.
  • Bei Unsicherheit: Produkt behalten, Händler kontaktieren, gegebenenfalls zuständige Verbraucherschutzstellen informieren.
Hinweis: Zutatenliste prüfen

Praktische Empfehlungen zur Portionierung und Genuss

Ein kleines Stück (20 g, ~105 Kalorien) kann in die meisten Ernährungspläne passen. Besserer Ansatz: Plane gelegentliche kleine Portionen und genieße sie bewusst. Zum Abnehmen ist wohl keine der beiden (Dubai‑Schokolade oder Vollmilch) geeignet. Besser also: mit den Liebsten teilen! Oder wer Lust hat: Selbst machen - dann haben Sie auch die Wahl, wie viel Zucker Sie hinzugeben, können Pistazienmus statt -creme nutzen (spart Zucker und ungesunde Fette) und dunkle Schokolade mit einem höheren Kakaoanteil verwenden.

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Häufige Fragen (Kurzantworten)

  1. Wie viele Kalorien hat ein Riegel? - Ein Stück (40 g) ~210 kcal; 100 g haben etwa 540-550 kcal.
  2. Können Diabetiker Dubai‑Schokolade essen? - Sehr vorsichtig: nur sehr kleine Portionen, niemals auf nüchternen Magen und Blutzucker überwachen.
  3. Welche Allergene? - Pistazien, Milchprodukte, Gluten (Kataifi), Sesam, Soja. Nicht deklarierte Allergene wurden in einigen Proben gefunden.
  4. Warum waren einige Proben „nicht für den Verzehr geeignet“? - Wegen herstellungsbedingter Kontaminanten wie 3‑MCPD‑ und Glycidylfettsäureester und hohen Aflatoxinwerten.
Interview mit Lebensmittelprüfern zu Dubai-Schokolade

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