Die teuerste Schokolade der Welt: Herkunft, Geschichte und Handwerk hinter TO’AK und anderen Raritäten

Für viele ist Schokolade ein Stück Lebensfreude, ein Genussmittel, das Kindheitserinnerungen und Glücksgefühle hervorrufen kann. Beim Supermarkt und beim Discounter findet sich in den Regalen eine riesige Auswahl - von der günstigen Vollmilchtafel bis zur edlen Bean-to-Bar-Schokolade. Doch wahre Liebhaber wissen: Die Welt des Kakaos bietet noch weitaus mehr.

Warum manche Tafeln hunderte Euro kosten

Nichts für die tägliche Nascherei: Die teuerste Schokolade der Welt kostet hunderte Euro pro Tafel. Jenseits von Schokoladen-Klischees und Marketingtricks existiert eine Sorte, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt - nicht nur geschmacklich, sondern auch preislich. Für eine einzige Tafel werden hier Summen fällig, für die man andernorts ein Luxus-Dinner bekommt. Wer hiervon zu viel nascht, braucht kein Dinner mehr.

Das Geheimnis liegt im Ursprung: Nur ein Bruchteil der weltweiten Kakaoproduktion entfällt auf sogenannte „Aromasorten“. Eine davon ist der legendäre Nacional-Kakao aus Ecuador. Er genießt unter Schokoladenkennern einen Ruf wie kein anderer und wird wegen seiner floralen Noten und tiefen Aromen hochgeschätzt. Doch Tafeln dieser Sorte sind extrem selten.

Die Geschichte des Nacional-Kakaos und sein beinahe verloren gegangenes Erbe

Der Nacional-Kakao galt im 19. Jahrhundert als der edelste Kakao der Welt. Eine Pflanzenkrankheit zerstörte jedoch fast alle Bestände - bis TO’AK im Tal von Piedra de Plata einige der letzten überlebenden Bäume entdeckte. Man glaubte 2009, dass dieser Kakao aufgrund der sog. "Hexenbesen" Krankheit im 19. Jahrhundert ausgestorben sei. Davor war der Nacional Kakao eine der beliebtesten Kakaosorten in Europa, der wegen der Aromen so geschätzt war.

Bis vor wenigen Jahren gab es hier wenig außer Urwald. Doch genau die isolierte Lage war es, die das Überleben der nur in Ecuador beheimateten Kakaosorte Nacional gesichert hat, aus deren Bohnen „To’ak“, eine der teuersten Schokoladen der Welt, entsteht. Die Region um Pietra de Plata ist die Wiege des ecuadorianischen Kakaos, ähnlich wie das Burgund für den Rotwein. Nacional blickt auf eine Geschichte von 5300 Jahren zurück.

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Regenwald und Kakaobäume in Piedra de Plata

Die Wiederentdeckung: Menschen hinter TO’AK

Die Geschichte begann vor zehn Jahren in einer strohgedeckten Bambushütte ohne Strom und ohne fließend Wasser. Mitten im Grün stand der Amerikaner Jerry Toth. Seinem Leben an der New Yorker Wall Street hatte er den Rücken gekehrt, um den Regenwald zu retten. Jerry Toth, Gründer des Regenwald Projekts "Third Millennium Alliance", Dennise Valencia und Carl Schweizer aus Piedra del Plata, Manabi, wo die Ancient Nacional Kakaobäume gefunden wurden, taten sich zusammen, um diesen Kakao zu erhalten.

Sie begannen in Zusammenarbeit mit der Universität Setzlinge zu ziehen, die später im Dschungel des Coaque Reserve angepflanzt wurden. So entstand To’ak. Der Kakao wächst in der Natur in diesem geschützten Gebiet. Heute arbeitet TO’AK eng mit 14 Kakaobauernfamilien in Piedra de Plata zusammen.

Tree-to-Bar, Terroir und Handwerk

TO’AK produziert nach dem Prinzip Tree-to-Bar - alle Schritte, vom Anbau der Kakaobohnen bis zur fertigen Schokolade, finden in Ecuador statt. TO’AK Chocolate steht für die Kunst, Schokolade in ihrer reinsten und exklusivsten Form zu erleben. Das Unternehmen aus Ecuador widmet sich der Wiederentdeckung und Bewahrung einer der seltensten und ältesten Kakaosorten der Welt: dem Heirloom Nacional-Kakao.

In der Sprache der einheimischen Bevölkerung bedeutet der Name so viel wie Baum und Erde, also „Terroir“, erklärt einer der Gründer. Damit wolle man betonen, dass man bei Kakao, genau wie bei Wein und neuerdings auch bei Kaffee, von einer geografischen Herkunft sprechen könne, die sich auch im Geschmack äußern soll. Wie beim Wein erlaubt TO’AK den Genuss des Terroirs: Jede Tafel spiegelt die einzigartigen Eigenschaften des Bodens, des Klimas und der Ernte ihres Ursprungs wider.

Aging, Editionen und Verpackung als Teil des Erlebnisses

TO’AK ist der erste Schokoladenhersteller weltweit, der die Wissenschaft und Kunst des Alterns von dunkler Schokolade erforscht hat. Inspiriert von Winzern und Whisky-Destillerien entwickelte das Unternehmen ein einzigartiges Aging-Programm, bei dem dunkle Schokolade in Cognac-, Whisky- oder Weinfässern reift. Die TO’AK Flaggschiff-Edition, die vier Jahre lang in einem Cognac-Fass aus französischer Eiche gereift ist, zählt zu den teuersten Schokoladen der Welt - und wird in limitierter Auflage für rund 385 US-Dollar pro Tafel verkauft.

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Hinter jeder 50-Gramm-Tafel steckt echte Handwerkskunst. Sie wird in einer edlen Holzschatulle verpackt und sogar mit einer Pinzette zum stilvollen Probieren geliefert - ein Erlebnis für alle Sinne. Jede Tafel wird von Hand in eine massiv wirkende Holzbox verpackt - nebst Info-Broschüre und Pinzette, damit man den Geschmack der Schokolade nicht etwa durch klebrige Finger beeinflusst. Dass die Tafeln nummeriert sind, versteht sich gewissermaßen von selbst. Dass es davon verschiedene Jahrgänge gibt, ebenfalls.

Holzbox und nummerierte TO’AK-Tafeln

Geschmack, Selektion und sensorische Besonderheiten

Die To’ak-Schokoladen sind aromatisch und komplex, mit intensiven Noten von Früchten, Blumen und Nüssen. Das blumige Aroma, der imposante Körper und der lange Abgang machen den Nacional zu einer der Sorten, die Fachleute als „fino de aroma“ oder Aroma-Sorten bezeichnen. Sie machen gerade einmal fünf Prozent der Kakao-Weltproduktion aus und werden ausschließlich für exklusive Qualitätsschokolade verwendet.

Tatsächlich riechen schon die frischen Bohnen des Nacional um einiges intensiver als jene des CCN51. Von ihnen steigt eine beeindruckende Vielfalt von exotischen Fruchtaromen auf wie etwa Mango, Banane oder Maracuja. Im Vergleich dazu ist das Aroma des CCN-51 ziemlich flach. „Natürlich ist auch der handelsübliche Nacional weit aromatischer als die meisten anderen Sorten, aber der sortenreine ist noch intensiver und komplexer.“

Wirtschaft, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Der Preis spiegelt den Aufwand wider: Für eine einzige Tafel To’ak-Schokolade zahlt man je nach Edition von 200 bis durchaus über 400 Euro. Trotz des beachtlichen Preises sind die limitierten Jahrgangseditionen häufig schnell ausverkauft. Denn für Liebhaber und Sammler ist diese Schokolade mehr als nur ein Genussmittel - sie ist ein Statement und eine Hommage an die Ursprünge des Kakaos.

„Teuer ist vor allem der ganze Aufwand mit der Forschung und der pingeligen Selektion“, betont ein Mitgründer. Dass von diesem Preis auch die Kakaobauern etwas haben sollten, ist heutzutage fast selbstverständlich. „Die 14 Familien, mit denen wir arbeiten, erhalten zehn Prozent vom Gewinn“, sagt der Schokoladen-Unternehmer. Doch der werde bisher noch nicht erwirtschaftet, weswegen man ihnen zwischenzeitlich 100 bis 200 Prozent mehr zahle, als sie im normalen Handel für ihren Kakao bekommen würden. „Das hilft ihnen, die Geduld zu bewahren, bis To’ak über den Berg ist.“

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Andere Luxus-Schokoladen: Schweizer Beispiele und Zutatenextreme

Die teuerste Schokolade der Welt stammt nicht ausschließlich aus Ecuador: Ein Start-up aus Zürich machte zeitweise ebenfalls Schlagzeilen. Der Chocolatier ist ein ehemaliger Kochlehrling aus der Küche eines 5-Sterne-Hotels im Berner Nobelort Gstaad. Die teuerste Schokolade der Welt kommt aus der Schweiz. Hersteller ist das Start-up Attimo Chocolate aus Zürich.

Für die teuerste Schokolade der Welt haben sich Mettler und Madet deshalb die edelsten Zutaten ausgesucht. Der Kakao stammt aus Venezuela. Die weiteren Zutaten der teuersten Schoggi der Welt sind Orangenkristalle und Safran. Letzteres stammt aus dem Walliser Bergdorf Mund. Das Gewürz gilt wegen seiner Exklusivität als „rotes Gold“.

Safran und Orangenkristalle als Luxus-Zutaten

Preise, Formate und Verfügbarkeit

Eine kleine, nummerierte Tafel von 50 Gramm kostet 230 Euro. Für eine einzige Tafel To’ak-Schokolade zahlt man je nach Edition von 200 bis durchaus über 400 Euro. Die TO’AK Flaggschiff-Edition wird in limitierter Auflage für rund 385 US-Dollar pro Tafel verkauft. Ein Start-up produzierte eine 80-Gramm-Tafel, die 640 Franken kostete; produziert wurde sie in einer Auflage von 50 Stück.

Die limitierten Jahrgangseditionen sind häufig schnell ausverkauft. Denn für Liebhaber und Sammler ist diese Schokolade mehr als nur ein Genussmittel - sie ist ein Statement und eine Hommage an die Ursprünge des Kakaos. Wir haben uns getraut und uns die teuerste Schokolade der Welt in die Schokothek geholt, nämlich von To’ak. Und wir möchten unseren Kunden etwas Besonderes bieten und ihnen eine rare Kostbarkeit präsentieren.

Wissenschaft, Genetik und Schutz der Vielfalt

Mittlerweile haben Wissenschaftler neun Bäume durch DNA-Analysen identifiziert, in ganz Ecuador gibt es 15 anerkannte Nacional-Bäume. „Bisher hat man bei lediglich neun Bäumen die Gewissheit, dass es sich um reinen Nacional handelt. Bei weiteren 850 kann dank eines erstellten Profils davon ausgegangen werden, dass sie gleichfalls dazuzählen.“

Der Anbau der Sorte sei sehr arbeitsintensiv, denn die Pflanze ist anfällig für Krankheiten und wirft geringere Erträge ab als die pflegeleichten Konsumsorten. Aber es lohnt sich: Denn Feinschmecker schätzen das lang anhaltende Aroma und den einmaligen Geschmack. „Nie würde Schweizer behaupten, der Geschmack sei der beste der Welt. Aber jeder unserer Jahrgänge ist anders. Das ist wie bei einem guten Wein“, sagt der Österreicher.

Praktische Hinweise für Genießer und Sammler

Jede Box liegt noch eine Kakaobohne bei, damit der Kunde erfährt, wie das Grundprodukt seiner Schokolade schmeckt. Außerdem kann man zwischen einem Kakaogehalt von 71 bis 81 Prozent wählen. Apropos Geschmack: Der ist natürlich wunderbar. To’ak-Schokoladen sind aromatisch und komplex, mit intensiven Noten von Früchten, Blumen und Nüssen.

Verkostung und Aging-Prozess von TO’AK

Tabelle: Vergleich ausgewählter Luxus-Schokoladen (Beispiele aus dem Text)

Hersteller Herkunft Kakao Format / Gramm Preis (ungefähr) Spezialität
TO’AK Heirloom Nacional, Ecuador 50 g 200-400+ Euro Tree-to-Bar, Aging in Cognac-/Whiskyfässern, nummerierte Tafeln
Attimo Chocolate Venezuela (Chuao) 80 g 640 CHF (Limitierte Auflage) Safran, Orangenkristalle, extrem limitierte Auflage

TO’AK verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Nachhaltigkeit, Transparenz und soziale Verantwortung sind zentrale Bestandteile der Marke. Mitbegründer Jerry Toth gründete in Ecuador die Third Millennium Alliance, eine gemeinnützige Organisation zum Schutz des Regenwaldes. „Es geht nicht nur um die Qualität, sondern auch darum, diese alte Sorte vor dem Aussterben zu retten und die biologische Vielfalt zu bewahren“, sagt Schweitzer.

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