Was ist die Schoko-Diät: Funktionsweise und gesundheitliche Aspekte
Schokolade gehört zu den beliebtesten Naschereien. Damit Abnehmen? Wer einen flachen Bauch möchte, sollte Süßigkeiten von seinem Speiseplan streichen. Ob Gummibärchen, Zimtschnecke oder Schokoriegel - die kleinen Sünden haben nichts auf dem Speiseplan zu suchen. Schokolade gilt als Kalorienbombe. Doch nun gibt es eine Diät, bei der sie ein echter Schlankmacher sein soll.
Grundidee und Entstehung der Schoko-Diät
Die Schoko-Diät wurde von TV-Star Ruth Moschner ins Leben gerufen, da sie ihr selbst von einer Kleidergröße 40 auf 36 verholfen hat. „Da ich Schokoholikerin bin, musste ich das ausprobieren. Ich habe mir aus all meinen Diäterfahrungen das Sinnvollste herausgesucht“, erklärt die Moderatorin die Entstehungsgeschichte ihrer Diät. Sie selbst ernährt sich schon seit fast zwei Jahren nach ihrem selbst entwickelten Prinzip. Die Grundidee von Ruth Moschners Schoko-Diät: Schokolade hilft beim Abnehmen.
So funktioniert die Schoko-Diät (Regeln und Ablauf)
Bevor es mit der köstlich klingenden Diät losgehen kann, solltest du jedoch zuerst 72 Stunden auf Zucker jeglicher Art verzichten. Hierbei ist auch Fruchtzucker in Obstsorten wie Bananen und Äpfeln verboten. Nach der Abstinenz kann das Schlemmer-Abnehmprogramm allerdings so richtig losgehen.
- Regel: Vor JEDER Mahlzeit werden zwei kleine Stücke Schokolade gegessen. Wichtig: Diese sollte möglichst dunkel sein. Je kakaohaltiger der Snack, desto effektiver und vor allem schneller schmelzen letztendlich die Kilos.
- Experten empfehlen dabei ein Vorlauf von etwa 30 Minuten. Die Schokolade musst du allerdings 30 Minuten VOR deiner Mahlzeit essen - egal ob morgens, mittags oder abends.
- Frühstück: Vollkorn und Obst, mittags: viele Ballaststoffe, abends: viel Eiweiß. Zum Frühstück Vollkorn und Obst, zum Mittagessen viele Ballaststoffe und am Abend viel Eiweiß.
- Zusätzlich: Täglich mindestens 20 Minuten Bewegung. Du solltest dich mindestens 20 Minuten täglich bewegen und es sollte dir Spaß machen.
- Viel Wasser trinken - mindestens zweieinhalb Liter täglich wird empfohlen.
Die Schoko-Diät ist keine Crash-Diät. Ihr Ziel ist eine langfristige Ernährungsumstellung. So soll auch der besonders gefürchtete Jojo-Effekt vermieden werden. Bei Moschners Diät gibt es keine Verbote. Ganz im Gegenteil: Wer abnehmen will, wird sogar konkret aufgefordert Schokolade zu essen. Kurzum: Man müsse sich nichts verbieten und das sorge für den Durchhalte-Effekt.
Physiologische und psychologische Wirkungen
Durch die zwei Stücke Schokolade vor jeder Mahlzeit verspricht Moschner zwei Effekte: einen physiologischen und einen psychologischen. Der psychologische Effekt ist plausibler. Die Bitterstoffe in der Schokolade sollen die Naschlust, den Appetit bremsen. Eine dänische Studie fand heraus, dass das Naschen von Zartbitterschokolade sättigt und gleichzeitig den Appetit für nachfolgende Mahlzeiten zügelt. Die Bitterstoffe erhöhen den Zuckerstoffwechsel und sorgen dafür, dass dein Körper nicht nur während des Naschens, sondern auch noch danach Kalorien verbrennt.
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Bitterschokolade wirkt durch ihren hohen Kakaoanteil sättigend, daher kannst du die dunkle Schokolade nicht in großen Mengen verzehren. Je dunkler die Schokolade, desto höher ist der Anteil an Kakao. Dunkle Schokolade und Kakaopulver weisen demnach hohe Gehalte an Flavanolen auf. Daher sollten Sie in jedem Fall eine Schokolade mit höchstmöglichem Kakaogehalt wählen (mind. 70 Prozent).
Warum ist Schokolade so kalorienreich?
Fett ist der primäre Geschmacksträger der Schokolade. Oder anders: Ohne Fett hätte die Schokolade weit weniger Geschmack. Sie enthält viele Kalorien, vor allem viel Zucker und Fett. Hat Schokolade einen geringen Fettanteil, ist der Zuckergehalt umso höher und umgekehrt. Hat die Schokolade wenig Fett, wird das mit Zucker ausgeglichen.
Es gibt Schokoladen, die einen geringen Fettanteil aufweisen. Dafür ist dann aber auch mehr Zucker enthalten, was dann auch nicht gerade im Sinne einer Diät wäre. Nur leider ist die Bezeichnung oft irreführend: Diät-Schokolade hat Kalorien und zwar nicht gerade wenig. Schokolade ohne Kalorien scheint es nicht zu geben, meinst Du? Weit gefehlt: Seit 2009 gibt es sie, zumindest wenn man dem Hersteller Glauben schenken kann. Die Schokolade hört auf den Namen „Vulcano“. Entwickelt hat sie der Lebensmittelforscher Hans Vriens. Ein Jahr bastelte und schraubte er an der Schokoladen-Revolution. Jetzt scheint sie da zu sein: Schokolade ohne Kalorien, die auch noch schmeckt. Darauf haben Eltern und vor allem Abnehmwillige gewartet.
Gesundheitliche Aspekte der Schokolade
Dabei hat Schokolade neben den Kalorien auch Gesundes zu bieten. Schokolade ist laut Wissenschaft Stimmungsmacher und sorgt für Glücksgefühle. In den Stunden des Frustes ist für viele die Schokolade nicht nur Kalorienbombe, sondern auch Rettungsanker. Die Flavonoide in der Kakaobohne sind die Heilsbringer: Sie rücken den Ablagerungen an den Innenwänden der Gefäße auf den Leib und können so Herz-/Kreislaufkrankheiten vorbeugen. Mit jedem Gramm Kakao steigt die gesundheitsfördernde Wirkung der Schokolade.
Wissenschaftler der Universität Cambridge haben sieben Studien zum Thema Schokolade und Herz-Kreislauf-Erkrankungen überprüft. Internationale Studienautoren haben im European Journal of Nutrition eine schwache, "inverse Korrelation" zwischen Schlaganfall sowie Herzkrankheiten und Schokoladenkonsum errechnet. Alles deutet darauf hin, dass ein höherer Schokoladenkonsum mit einem geringeren Erkrankungsrisiko verbunden sein könnte - also je mehr Schokokonsum, desto niedriger das Erkrankungsrisiko.
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Es gibt zahlreiche Studien, die darauf hinweisen, dass der Konsum von Schokolade kein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes, Darmkrebs und Bluthochdruck darstellt. Es wurde auch beobachtet, dass der Schokoladenkonsum keinen Einfluss auf die Gesamtsterblichkeit hat. Darüber hinaus zeigen Meta-Analysen, dass ein höherer Schokoladenkonsum mit einem niedrigeren BMI einhergeht.
Ob der erhöhte Konsum von dunkler Schokolade im Vergleich zur Vollmilchschokolade langfristig relevante Auswirkungen auf die Gesundheit hat, wie zum Beispiel eine Verringerung von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Krebs oder sogar ein längeres Leben, ist nicht bekannt. Das allgemeine Fazit ist also: Es gibt kaum Daten, die auf schädliche Auswirkungen des Schokoladenkonsums hindeuten, dafür aber zahlreiche "Schokorrelationen", die potenziell positive Gesundheitswirkungen nahelegen. Daher können Sie Ihre bevorzugte Schokolade mit vollem Genuss und allen Sinnen genießen, ohne ein schlechtes "Gesundheitsgewissen" haben zu müssen. Wie immer gilt aber, dass die Menge das Gift macht.
Expertenmeinungen und wissenschaftliche Einordnung
Uwe Knop, ein Experte für Gewichtsreduktion und Ernährungswissenschaftler, klärt Fragen zur Rolle von Schokolade in einer gesunden Ernährung. "Ja, sicher. Wichtig ist dabei die 'kann'-Formulierung - oder noch besser 'könnte'. Denn: Wir reden bei allen vorgenannten potenziellen 'Gesundheitswirkungen' von Korrelationen, nicht von Kausalität." Leichter gesagt, es handelt sich um Zusammenhänge und nicht um bewiesene, direkte Ursachen. "Im Übrigen gilt diese Tatsache für alle Lebensmittel und für gesunde Ernährung im Allgemeinen. Daher ist und bleibt Ernährungsforschung modernes Glaskugellesen - außer Hypothesen nichts gewesen."
Dr. Thomas Ellrott, Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen, meint: „Für Schoko-Fans ist das Konzept möglicherweise recht gut geeignet. Allerdings fehlt jeglicher wissenschaftliche Nachweis für die in der Praxis zu erwartende Wirksamkeit.“
Praxis-Tipps: Welche Schokolade wählen und wie integrieren?
- Wähle dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil (mindestens 65-70 %, noch besser 85-90 %). Je dunkler die Schokolade, desto höher ist der Anteil an Kakao und Flavanolen.
- Traue dich an eine Tafel mit 85 Prozent oder sogar 90 Prozent Kakaoanteil und sehe diese eher als Belohnung, nicht als Muss.
- Wenn möglich, entscheide dich auch für eine Schokolade ohne Zucker.
- Vermeide stark verarbeitete Instant-Kakao-Produkte: Eine heiße Schokolade mit Instant-Kakao verliert durch seine industrielle Verarbeitung den hohen und wichtigen Anteil an Flavanolen.
- Dunkle Schokolade ohne Milchanteil kann neben der Übergewichts- und Diabetes-Prävention noch viel mehr für uns tun: Sie verbessert beispielsweise das Gedächtnis und stärkt das Herz-Kreislauf-System.
Beispiele und Erfahrungsberichte
Abnehmen mit Ruth Moschner: „Mit Schokolade habe ich zwei Kleidergrößen verloren“. Die Moderatorin hat durch den Genuss des Naschwerks ordentlich an Gewicht verloren. Satte zweieinhalb Hosengrößen naschte sie sich in sechs Monaten von den Hüften. Damit auch andere „Schokoholics“ genussvoll ihre Speckröllchen loswerden können, hat sie ihre Tipps, Tricks und viele leckere Rezepte in einem Buch zusammengefasst („Die Schoko-Diät: Endlich schlank mit Genuss“, Krüger, 14,95 Euro).
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Die Schoko-Diät kennt praktisch keine Verbote, aber dafür viel Genuss. Am effektivsten sei übrigens eine Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil. „Je dunkler die Schokolade, desto gesünder. Schließlich ist es der Kakao, der hier als Wunderwaffe eingesetzt wird. Ich empfehle eine Sorte mit 65 bis 70 Prozent Kakaoanteil.“
Fazit zur Anwendbarkeit
Leider müssen wir dich gleich mal enttäuschen: Es gibt keine Diät, bei der du den ganzen Tag lang Schoki in dich hinein stopfen kannst und dabei abnimmst - sorry. Die Schoko-Diät ist eine Low-Carb-Diät in ihrem Kern und funktioniert nur im Rahmen einer kalorienbewussten, ausgewogenen Ernährung mit Bewegung. Studien haben ergeben, dass Schokolade mit hohem Kakao-Anteil lange satt macht und den Zuckerstoffwechsel erhöht. Sowohl physiologische Effekte (Flavanole, Sättigung) als auch psychologische Effekte (keine Verbote, Belohnungsgefühl) können zum Erfolg beitragen, aber es gibt keine Garantie und kein allgemein gültiges Wundermittel.
Kurze Handlungsempfehlung
- Vor Beginn: 72 Stunden Zuckerfreiheit, um die Wirkung besser zu spüren.
- Vor jeder Mahlzeit zwei kleine Stücke dunkle Schokolade (30 Minuten vorher).
- Hauptmahlzeiten ausgewogen gestalten: Frühstück Vollkorn & Obst, mittags ballaststoffreich, abends eiweißreich/Low-Carb.
- Regelmäßige Bewegung mindestens 20 Minuten pro Tag und ausreichend Flüssigkeit (ca. 2,5 l Wasser).
- Schokolade in Maßen genießen, bevorzugt >65 % Kakao und möglichst wenig Zucker.
Die Schoko-Diät kann für Schokoladenfans ein praktikabler Weg sein, Genuss und Gewichtsreduktion zu verbinden - vorausgesetzt, sie wird vernünftig umgesetzt und realistisch eingeschätzt.
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