Dattelsirup: Eine gesündere Alternative zu Zucker? Gesundheitsvorteile im Fokus
Die Suche nach gesünderen Alternativen zu herkömmlichem Haushaltszucker hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Supermarktregale sind voll mit Produkten, die versprechen, den täglichen Zuckerkonsum zu reduzieren oder zu ersetzen. Dattelsirup hat sich dabei als eine interessante Option etabliert, der sowohl süßen Geschmack als auch potenzielle gesundheitliche Vorteile verspricht. Doch ist Dattelsirup wirklich so gut, wie sein Ruf vermuten lässt? Dieser Artikel beleuchtet die gesundheitlichen Aspekte von Dattelsirup im Vergleich zu anderen Süßungsmitteln und gibt Hinweise zur Verwendung.
Was ist Dattelsirup?
Dattelsirup wird aus Datteln hergestellt, die hauptsächlich im Mittleren und Nahen Osten angebaut werden. Die Herstellung umfasst das Einweichen, Pürieren und Einkochen der Datteln. Das Ergebnis ist ein Sirup mit einem neutral-fruchtigen Geschmack und einer leichten Karamellnote, der vielseitig in der Küche eingesetzt werden kann.
Vorteile von Dattelsirup
Nährwertprofil
Dattelsirup enthält im Vergleich zu raffiniertem Zucker einige wertvolle Nährstoffe. Er liefert Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Allerdings ist die Menge dieser Nährstoffe relativ gering, sodass Dattelsirup nicht als bedeutende Quelle für die tägliche Nährstoffversorgung angesehen werden sollte.
Inhaltsstoffe im Vergleich
Um die Nährstoffdichte von Dattelsirup besser einordnen zu können, hier ein Vergleich mit anderen Lebensmitteln:
- Tryptophan: Dattelsirup enthält etwa 50 mg Tryptophan pro 100 g, während Parmesan etwa 500 mg, Eier etwa 170 mg und Sojabohnen etwa 600 mg pro 100 g enthalten.
- Eisen: Dattelsirup liefert etwa 1 mg Eisen pro 100 g, während Haferflocken etwa 4,6 mg, Linsen etwa 8 mg und Kürbiskerne etwa 12 mg pro 100 g enthalten.
- Ballaststoffe: Ganze Datteln enthalten etwa 8 g Ballaststoffe pro 100 g, während Leinsamen etwa 27 g und Haferflocken etwa 10 g pro 100 g enthalten. Bei der Herstellung von Sirup gehen die Ballaststoffe jedoch weitgehend verloren.
Kalorien und Süßkraft
Dattelsirup hat mit etwa 300 bis 330 kcal pro 100 g etwas weniger Kalorien als Haushaltszucker (400 kcal pro 100 g). Zudem besitzt Dattelsirup eine etwa 1,2-fache Süßkraft gegenüber Haushaltszucker, sodass etwa 85 g Dattelsirup 100 g Zucker ersetzen können.
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Glykämischer Index
Ein weiterer Vorteil von Dattelsirup ist sein niedrigerer glykämischer Index im Vergleich zu raffiniertem Zucker. Der glykämische Index (GI) gibt an, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Dattelsirup hat einen GI von etwa 47, während weißer Zucker einen GI von 65 hat. Dies bedeutet, dass Dattelsirup den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lässt.
Vielseitigkeit in der Küche
Dattelsirup ist vielseitig einsetzbar und kann zum Süßen von Getränken, Desserts, Backwaren und orientalischen Gerichten verwendet werden. Er eignet sich auch als Marinade für Fleisch oder als Zutat in Salatdressings.
Potentielle antibakterielle Eigenschaften
Eine In-vitro-Studie der Cardiff Metropolitan University hat gezeigt, dass Dattelsirup das Wachstum von Bakterien effektiv hemmen kann. Die Studie ergab, dass Dattelsirup das Wachstum von verschiedenen Bakterienstämmen, darunter Staphylococcus aureus, pathogene Escherichia coli, pathogene Enterococcus spp. und Pseudomonas aeruginosa, massiv eindämmen konnte. Diese Wirkung wird vor allem den in der Dattel enthaltenen antioxidativ wirksamen sekundären Pflanzenstoffen (Polyphenolen) zugeschrieben.
Nachteile und Einschränkungen
Fructosegehalt
Datteln und Dattelprodukte enthalten viel Fructose. Menschen mit Fructoseunverträglichkeit sollten daher beim Konsum von Dattelsirup vorsichtig sein, da es sonst zu Magen- und Darmbeschwerden kommen kann.
Kein Superfood
Obwohl Dattelsirup einige Vorteile bietet, sollte er nicht als Superfood betrachtet werden. Er liefert kaum Tryptophan, enthält weniger Eisen als viele andere Lebensmittel und hat praktisch keine Ballaststoffe. Wer von den Nährstoffen profitieren möchte, sollte lieber ganze Datteln oder andere nährstoffreiche Lebensmittel essen.
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Künstlicher Dattelsirup
Es ist wichtig zu beachten, dass die gesundheitlichen Vorteile nur für natürlich hergestellten Dattelsirup gelten. Künstlich hergestellter Dattelsirup, der nur verschiedene Zucker und Aromen enthält, aber keine datteltypischen Polyphenole, wirkt nicht annähernd so gut wie die natürliche Variante.
Preis
Dattelsirup ist oft teurer als normaler Zucker.
Wie verwendet man Dattelsirup?
Dattelsirup kann vielseitig in der Küche eingesetzt werden:
- Süßen von Getränken: Dattelsirup eignet sich gut zum Süßen von Kaffee, Smoothies, Tees und anderen Getränken.
- Brotaufstrich: Pur oder in Kombination mit anderen Zutaten wie Kakaopulver oder Mandelmus.
- Süße Speisen: Zum Verfeinern von Pfannkuchen, Waffeln, Grießbrei und anderen Süßspeisen.
- Salatdressings: Für eine süß-fruchtige Note in Salatdressings.
- Curries und Eintöpfe: Zum Abrunden des Aromas von Curries und Eintöpfen.
- Dekoration: Zum Dekorieren von Speisen.
Dattelsirup selber machen
Dattelsirup kann einfach selbst hergestellt werden. Dazu werden reife, weiche Datteln entkernt und für einige Stunden oder über Nacht in Wasser eingeweicht. Anschließend werden die Datteln zusammen mit etwas Wasser püriert und bei niedriger Hitze aufgekocht, bis die Masse eine sirupartige Konsistenz erreicht hat.
Vergleich mit anderen Zuckerersatzstoffen
Es gibt viele verschiedene Zuckerersatzstoffe auf dem Markt. Hier ein kurzer Vergleich einiger gängiger Alternativen:
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- Stevia: Ein natürlicher Zuckerersatz aus den Blättern der Steviapflanze. Stevia ist kalorienfrei und hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Allerdings kann es einen bitteren Nachgeschmack haben.
- Agavendicksaft: Wird aus Agavenpflanzen gewonnen. Agavendicksaft ist süßer als Haushaltszucker, enthält aber auch viel Fructose.
- Kokosblütenzucker: Wird aus dem Nektar der Kokosblütenknospen gewonnen. Kokosblütenzucker hat einen etwas niedrigeren glykämischen Index als Haushaltszucker, enthält aber auch einen hohen Zuckergehalt.
- Yacon-Sirup: Wird aus der Yacon-Knolle gewonnen. Yacon-Sirup hat einen sehr niedrigen glykämischen Index und enthält präbiotische Ballaststoffe.
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